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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.11.2024

Leider enttäuschend

Wohnverwandtschaften
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Mich hat "Der Pfau" von Isabel Bogdan damals sehr begeistert und dementsprechend habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut. Klar, es klang inhaltlich völlig anders, aber ich war mir sicher, auch hier ...

Mich hat "Der Pfau" von Isabel Bogdan damals sehr begeistert und dementsprechend habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut. Klar, es klang inhaltlich völlig anders, aber ich war mir sicher, auch hier wieder auf cleveren Witz zu treffen. Aber leider war dieses Buch für mich völlig anders und hätte ich es nicht gewusst, hätte ich es niemals der gleichen Autorin zugeschrieben. Während "Der Pfau" unvorhersehbar und voller Situationskomik war, bin ich hier über ein Klischee nach dem anderen gestoplert. Und wirklich witzig oder überraschend wendungsreich war die Handlung auch nicht.

Klar, es werden wichtige Themen angesprochen - Familie, Demenz, Zusammenleben, Wohnungssituationen, Alleinsein. Aber das allein reicht für mich nicht, um einen guten Roman auszumachen. Es war eine ziemlich stereotype Geschichte über eine die WG eininger etwas älterer Semester mit unterschiedlichem Background, die sich zusammenraufen und füreinander da sind. Das mochte vielleicht ganz rührend sein, aber mehr leider auch nicht.

Der Schreibstil hat die mittelmäßige Story leider auch nicht rausreisen können. Er hat sich flott wegglesen und war unauffällig, das wars.

Vielleicht hätte mir das Buch besser gefallen, hätte ich es völlig unabhängig von Bogdans Erstling betrachtet und wäre ohne Erwartungen an die Lektüre gegangen. So aber war es für mich leider eine kleine Enttäuschung, ich hätte das Buch so gerne gemocht, aber ich habe mich beim Lesen einfach nur gelangweilit, wirklich schade!

Veröffentlicht am 15.10.2024

Göttliches Vergnügen

The Games Gods Play – Schattenverführt
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Lyra wird ausgewählt Championesse für Hades, den Gott der Unterwelt, bei den Crucibles anzutreten. Diese göttlichen Spiele bestehen aus zwölf Aufgaben, die die Auserwählten für ihre Götter spielen müssen ...

Lyra wird ausgewählt Championesse für Hades, den Gott der Unterwelt, bei den Crucibles anzutreten. Diese göttlichen Spiele bestehen aus zwölf Aufgaben, die die Auserwählten für ihre Götter spielen müssen und an dessen Ende für den Gott mit dem Gewinner die Götterkrone winkt. Lyras einziges Ziel ist Überleben, denn die Aufgaben können leicht tötlich enden, aber Hades verfolgt ganz eigene Pläne ...

Ich bin kein typischer Fantasy/Romantasy-Leser, aber manchmal packt mich doch die Lust und ich greife zu diesem Genre, so war es auch mit "The Games the Gods play" und ich muss sagen, ich habe es keine Sekunde bereut. Eher im Gegenteil hat mich dieses Buch sehr positiv überrascht und ich hatte einen Heidenspaß beim Lesen. Hätte man mir vorher gesagt, dass der Schreibstil schon ziemlich flapsig ist und auch vor Umgangssprache und Kraftausdrücken nicht zurückschreckt, hätte ich es mir vielleicht doch zweimal überlegt, aber zum Glück war mir das vorher gar nicht so bewusst. Denn überraschenderweise ist hier genau das Gegenteil passiert - statt, dass mich die Sprache genervt hat, fand ich sie einfach nur köstlich. Lyras Tonfall war so flapsig, aber auch so lustig, dass ich mich oft dabei ertappt habe, wie ich laut lachen musste.

Die Handlung erinnert durch die Spiele im ersten Moment vielleicht ein bisschen an Panem, aber man merkt schnell, dass da etwas ganz anderes hintersteckt und sie auch ganz anders funktionieren. Es sind mehr Prüfungen, die zu bestehen sind und das fand ich wirklich spannend. Jede Herausforderung ist anders und kann nur anders bewältigt werden - aber eins haben sie alle gemein, sie können tötlich enden - und tun das durchaus auch. Also für Spannung ist definitiv gesorgt und oft fiel es mir wirklich schwer, das Buch aus der Hand zu legen!

Natürlich haben wir auch eine kleine Lovestory. Häufig stört mich das oder ich finde die Annährung zwischen den Charakteren zu schnell, zu unglaubwürdig oder einfach ohne Chemie - nicht so hier. Bei "The Games the Gods play" passt einfach alles. Es ist ein bisschen Enemies to Lovers, ein bisschen Slow Burn, ein bisschen Spice (aber zum Glück nicht zu viel) und ganz viel Knistern. Ich mochte Hades sehr und auch die Schlagabtäusche zwsichen ihm und Lyra waren immer ein Vergnügen.

Aber auch abseits von der Lovestory kann die Geschichte mit jeder Menge ineressanten Charakteren aufwarten. Da sind zum einen die Götter, alle ein bisschen so, wie man sie sich auch vorstellt, aber dann doch auch wieder auf ihre ganz eigene Art grumpy. Generell hat mir der Mix zwischen historischen Sagenelementen und Moderne richtig gut gefallen. Auch beim Setting der Welt. Es mag im ersten Moment etwas seltsam wirken, harmoniert aber wirklich großartig wenn man sich darauf einlässt.

Ich kann nur eine große Leseempfehlung für "The Games the Gods play" aussprechen und bin schon seehr gespannt auf den zweiten Teil (einem ordentlichem Cliffhanger sei dank^^). Ein wirklcih sehr vergnügliches, lustiges, romantisches Götterbuch, das einfach nur Spaß macht.

Veröffentlicht am 01.10.2024

Aktuell, aufwühlend, fesselnd

Das Comeback
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Vor einem Jahr ist der ehemalige Kinderstar Grace Turner kurz vor Verleihung der Golden Globes von einem Tag auf den anderen aus dem Rampenlicht verschwunden. Niemand weiß, wo sie hin ist oder warum - ...

Vor einem Jahr ist der ehemalige Kinderstar Grace Turner kurz vor Verleihung der Golden Globes von einem Tag auf den anderen aus dem Rampenlicht verschwunden. Niemand weiß, wo sie hin ist oder warum - bis sie ein Jahr später wieder auftaucht, aber da ist nichts mehr so wie vorher. Grace muss ihren Platz in der Hollywood-Welt neu definieren, sie muss alte Beziehungen beleben oder beenden, aber am wichtigsten, sie trifft wieder auf den Mann, unter dem sie jahrelang gelitten hat. Und Grace muss sich ihrer Vergangenheit stellen und sich selbst neue definieren - wer ist sie? Ist sie mehr als Ables Opfer?

"Das Comeback" ist ein packendes und auch beklemmendes Buch, das hinter die glitzernde Fassade von Hollywood, aber auch von Kinderstars blickt. Ein wichtiger Beitrag zur Me-too-Debatte, aber auch ganz generell zum Thema Missbrauch, gleich ob durch den Missbrauch von Macht oder sexueller Handlungen. Ich musste beim Lesen oftmals schlucken, vor allem mit dem Gedanken, dass die Handlung sich auch in der echten Welt genauso hätte zugetragen haben können - oder noch schlimmer, sich noch immer zuträgt. Es geht um das Thema Opfer - wie definiert man sich, ohne nur das Opfer zu sein? Wie spricht man überhaupt über geschehenes, wenn man sich sicher ist, dass einem niemand glauben wird? Und was macht das mit einem? So viel schon mal vorweg - auch der missbräuchliche Konsum von Alkohol und Drogen spielen keine ganz unerhebliche Rolle in der Geschichte.

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Grace erzählt, die immer wieder zurück in die Vergangenheit springt, sodass wir in Erinnerungen erleben, wie es zu dem heutigen Stand der Dinge gekommen ist. Manchmal wirkt die Handlung dabei vielleicht etwas sprunghaft oder konfus, aber das passt perfekt zu dem zerrütteten Zustand, in dem sich Grace befindet. Wir lernen jede Menge Stars und Sternchen kennen, sind an Film-Sets und in Villen am Strand - aber was auf den ersten Blick so glitzernd klingt, ist hier oft einfach nur trostlos, beklemmend und schmierig - kurz realistischer. Das Buch liest sich wirklich schnell mit, weil man sehr mit Grace mitfiebert und einfach nur so sehr hofft, dass sie es schafft, sich von Ables Einfluss zu befreien. Ob ihr das gelingt werde ich jetzt natürlich nicht verraten.

"Das Comeback" ist ein sehr eindrückliches Buch mit einem leider sehr aktuellen Thema, das noch viel mehr Aufmerksamkeit verdient - aber abgesehen von der Ernsthaftigkeit ist es auch einfach ein sehr gut geschriebenes Buch, das Spaß macht zu lesen!

Veröffentlicht am 05.09.2024

Wie kann man weiterleben?

Blue Sisters
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Aus vier Schwestern sind drei geworden – vor genau einem Jahr ist Nicky gestorben, aber ihr Tod wirft noch immer lange Schatten auf das Leben ihrer Schwestern. Da wäre zum einen Avery, die älteste, die ...

Aus vier Schwestern sind drei geworden – vor genau einem Jahr ist Nicky gestorben, aber ihr Tod wirft noch immer lange Schatten auf das Leben ihrer Schwestern. Da wäre zum einen Avery, die älteste, die immer die Mutterrolle übernahm, die jetzt in London lebt und eigentlich ein perfektes Leben führt … wäre da nur nicht der winzige Hinweis im Prolog, dass sie es demnächst an die Wand fahren wird. Die zweitälteste Schwester ist Bonnie, ehemaliger Box-Champion, die sich mit sich und ihrer Trauer in LA vergräbt. Und zu guter Letzt noch das Nesthäkchen Lucky. Lucky jettetet als Model durch die Model, ist nirgends richtig zu Hause und gibt sich einem Exzess nach dem nächsten hin.

Das Buch wird immer abwechselnd aus der Sicht von allen drei Schwestern erzählt. Dabei gibt es zum Glück keine Schwester, deren Leben oder Abschnitt langweilig wäre, sondern alle schaffen es, einen zu fesseln und sind interessante Charaktere, die man gerne weiterverfolgt. Gut gemacht ist da auch die Verbindung der Schwestern untereinander, denn obwohl es eine Weile dauert, bis die drei persönlich aufeinandertreffen, sind sie trotzdem immer in den Kapiteln der anderen auf die ein oder andere Weise präsent.

Alles dreht sich darum, wie die Schwestern nach Nickys Tod mit ihren Leben umgegangen sind und das ist mal mehr – häufig eher weniger – gut gelungen. Aber auch das Aufwachsen in einem dysfunktionalen Elternhaus spielt eine große Rolle. Genauso wie die große Frage, wie genau Nicky damals gestorben ist und welche Rolle Schuld dabei spielt und wie man jetzt einfach so weiterleben kann. Aber auch Süchte jeglicher Art sind ein großes Thema, Drogen, Alkohol, Schmerz – es wird viel angesprochen hier. Manchmal hat man schon fast das Gefühl, es ist ein bisschen zu viel, als wäre die Geschichte ein bisschen zu vollgepackt mit zu vielen großen Themen.

Ein kleines Manko war für mich tatsächlich das Ende. Ich möchte jetzt hier nichts spoilern, aber es hat mich nicht auf die Art und Weise zufrieden gestellt, wie ich gehofft hatte und dem Rest des Buches dadurch leider einen kleinen Beigeschmack gegeben. Das hier wäre so ein Buch gewesen, bei dem weniger mehr gewesen wäre.

Insgesamt hat mir das Buch aber schon wirklich gut gefallen, es hat sich flott weggelesen und ich habe immer gerne zu der Geschichte gegriffen. Das lag bestimmt auch an Coco Mellors sehr angenehmen Schreibstil. Das war mein erstes Buch dieser Autorin, aber bestimmt nicht mein letztes.

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Veröffentlicht am 02.09.2024

Pures Wohlfühlbuch für jung und alt

Agency for Scandal
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Izzy Stanhope ist nicht unbedingt das Musterbeispiel, wie eine junge Dame, in der Regency Zeit zu sein hatte - sie kann Schlösser knacken, ist nicht auf den Mund gefallen und Mitglied der Agency for Scandals. ...

Izzy Stanhope ist nicht unbedingt das Musterbeispiel, wie eine junge Dame, in der Regency Zeit zu sein hatte - sie kann Schlösser knacken, ist nicht auf den Mund gefallen und Mitglied der Agency for Scandals. Einer Agentur von Detektivinnen, die Skandale in der High Society aufdeckt und für die Rechte von Frauen kämpft. Und so ganz nebenbei ist Izzy auch noch in einen äußerst charmanten Duke verliebt. Doch dann wird ausgerechnet besagter Duke in einen Juwelen-Diebstahl vermittelt ...

"Agency for Scandals" ist ein unglaublich charmantes Buch, so voller cozy Vibes. Ich bin in Izzys Welt abgetaucht und habe da ein paar ganz wundervolle Stunden verbracht. Laura Wood hat einen tollen Schreibstil, voller Humor und Augenzwinkern und sie schafft es ganz wunderbar die Atmosphäre von Villen, Herrenhäusern und Theatern zu erschaffen. Ihre Beschreibungen der damaligen Zeit sind einfach toll.

Und auch die Charaktere haben mir sehr gut gefallen - allen voran natürlich Izzy, die mit ihrem Doppelleben als Lady und Detektivin so einiges zu jonglieren hat. Was mir hier besonders gut gefallen hat, ist wie das Thema Feminimus aufgeriffen wurde - denn die damalige Zeit war jetzt ja wirklich nicht besonders Frauen freundlich, aber durch die Agentur hat das Buch definitiv einen feministischen Touch, der aber so gelungen und glaubwürdig eingebaut ist, dass er trotzdem perfekt in die Zeit, und natürlich vor allem in die Geschichte, zu passen scheint.

Insgesamt hat mir "Agency for Scandals" wirklich viel Spaß gemacht und ich freue mich total, dass es kein Einzelband ist, sondern wir Izzy noch ein bisschen begleiten dürfen.