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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.07.2024

Faszinierendes Perspektivspiel in Hollywood

Eve
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"Eve" war mein erstes Buch von Amor Towles und ich kannte auch "Eine Frage der Höflichkeit" noch nicht. Erst hatte ich Befürchtungen, dass das evtl. problematisch sein könnte, weil Eve hier ja bereits ...

"Eve" war mein erstes Buch von Amor Towles und ich kannte auch "Eine Frage der Höflichkeit" noch nicht. Erst hatte ich Befürchtungen, dass das evtl. problematisch sein könnte, weil Eve hier ja bereits das erste Mal auftaucht, aber zum Glück war das überhaupt nicht der Fall. Es hat mein Lesevergnüngen in keinerlei Hinsicht getrübt, dass ich nicht viel über Eves Leben in New York wusste, sondern mich eher neugierig gemacht.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Wir lernen jede Menge Charaktere kennen, die auf die eine oder andere Weise mit Eve bekannt sind. Die Verbindung zu Eve ist auch die Gemeinsamkeit, die alle Figuren zusammenhält. Und so setzt sich beim Lesen Stück für Stück ein Bild vor unseren Augen zusammen, Figuren, die man plötzlich irgendwo wiedererkennt und neue Zusammenhange, die entstehen. Das hat mir wirklich viel Spaß gemacht.

Die Handlung ist relativ schnell zusammengefasst. Eve kommt nach Hollywood, trifft dort unter anderem auf Olivia de Havilland, die gerade für "Vom Winde verweht" gecastet wurde. Während der erste Teil eher langsamer erzählt ist, nimmt die Erzählung im zweiten Teil ordentlich Fahrt auf und wir bekommen es noch mit einer kleinen - oder eher größeren? -Kriminalgeschichte zu tun, die auch den ein oder anderen Toten fordert. Es bleibt auf jeden Fall spannend bis zum Schluss.

Ich konnte "Eve" kaum aus der Hand legen und habe die Beschreibungen von Hotels, abgehalfteren Stars und Regisseuren, von Partys, Agenten und Schauspielern sehr genossen. Der einzige Manko war für mich tatsächlich die Kürze des Buches, ich hätte gerne noch weitergelesen und das werde ich jetzt mit Amor Towles anderen Werken tun und freue mich sehr, einen neuen tollen Autor für mich entdeckt zu haben.

Veröffentlicht am 24.07.2024

Nettes Buch für zwischendurch

Golden-Heights-Reihe, Band 1 - Unlock My Heart
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Um sich ihr Studium finanzieren zu können, verkauft Lexie gefälschte Ausweise an der Golden Heights Universtity. Damit zieht sie allerdings auch die Aufmerksamkeit von Logan Maxx, arroganter Sohn eines ...

Um sich ihr Studium finanzieren zu können, verkauft Lexie gefälschte Ausweise an der Golden Heights Universtity. Damit zieht sie allerdings auch die Aufmerksamkeit von Logan Maxx, arroganter Sohn eines Milliarden-Imperiums, auf sich – und der hat einen ganz eigenen Auftrag für Lexie. Sie kann es sich nicht leisten abzulehnen, auch wenn sie damit Logan und ihrer düsteren Vergangenheit näherkommt, als gewollt …

Lexie als Protagonistin mochte ich sehr gerne, sie ist stark, hat ihren eigenen Kopf und gerade ihre kriminellen Fähigkeiten machen sie sehr interessant – auch wenn sie vielleicht ein bisschen zu makellos war. Logan auf der anderen Seite erfüllte für mich ein bisschen zu sehr das Klischee eines Rich Boys, der unter seinen Privilegien und Verpflichtungen leidet. Zusammen harmonieren sie auf trotzdem sehr schön und es gibt so einige Szenen, in denen es hoch her geht.

Die Geschichte liest sich auf jeden Fall sehr flott weg, der Schreibstil ist schön locker und mach Spaß. Es gibt des Öfteren mal ein paar Ungereimtheiten, man darf hier einfach nicht alle Details hinterfragen, auch sondern muss manches einfach hinnehmen. Ich glaube, man kann das auch ausblenden und sich einfach voll und ganz auf die Love-Story fokussieren, aber mich hat es tatsächlich leider immer wieder aus dem Lesefluss geworfen. Das gleiche gilt auch für so manche Handlungen und Motivationen der Figuren, die für mich nicht immer ganz schlüssig waren und nur dem Verlauf der Geschichte zu dienen schienen, aber nicht richtig zu den Charakteren passten.

Für mich war „Unlock my Heart“ ein nettes Buch für zwischendurch, an dem man durchaus seine Freude haben kann, wenn man nicht allzu genau hinschaut. Eine schöne Mischung aus bisschen Crime und jeder Menge Love.

Veröffentlicht am 24.07.2024

... war so eine Sache

Die Sache mit Rachel
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Die Studentin Rachel lernt bei ihrem Nebenjob in einer Buchhandlung den homosexuellen James kennen, in dem sie schon bald einen besten Freund findet. Sie teilen sich eine Wohnung, leben zusammen und lassen ...

Die Studentin Rachel lernt bei ihrem Nebenjob in einer Buchhandlung den homosexuellen James kennen, in dem sie schon bald einen besten Freund findet. Sie teilen sich eine Wohnung, leben zusammen und lassen den anderen in großen Stücken am eigenen Leben teilhaben. Dann verliebt Rachel sich in ihren Literaturprofessor und die beiden organisieren eine Lesung mit dem Zielt, dass Rachel ihren Professor verführen kann. Aber dann kommt alles ganz anders als geplant ...

Ich hatte wirklich hohe Erwartungen an das Buch und vielleicht lag auch genau da das Problem. Die Geschichte war nett, war okay, aber auch bei weitem nicht das aufwühlende, herausragende Buch, das ich erwartet habe. Die Freundschaft zwischen Rachel und James war erstaunlich klischeehaft und auch das Verhältnis mit dem Dozenten war jetzt nicht wahnsinnig neu oder aufregend.

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt, wobei der Großteil aus der Sicht der jungen Rachel erzählt wird. Die Sprache des Buches ist locker und die Geschichte hat sich leicht weglesen lassen, aber auf der anderen Seite gab es auch immer wieder Beschreibungen, die gefühlt, gewollt abstoßend waren und die mir ein bisschen die Freude am Lesen genommen haben (ich glaube, da bin ich aber auch sehr empfindlich).

Natürlich werden spannende und wichtige Themen aufgegriffen, wie Abreibung und Homosexualität in Irland, die aber für meinen Geschmack etwas zu kurz gekommen sind und das Buch für mich auch nicht getragen haben. Am interessantesten war für mich tatsächlich alles rund um Rachel Berufsleben und ihre Versuchte in der Verlagswelt Fuß zu fassen.

Insgesamt ein durchschnittlicher Coming-of-Age-Roman von dem ich mir eindeutig mehr erwartet habe und um den ich den Hype nicht völlig verstehe.

Veröffentlicht am 30.04.2024

Ich bin nicht richtig warm geworden

The Happiness Blueprint
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Als Klaras Vater die Diagnose Krebs erhält, sieht sie sich gezwungen von London zurück in ihr Heimatdort in Schweden zu ziehen - und dort einstweil die Leitung des Bauunternehmens ihres Vaters zu übernehmen. ...

Als Klaras Vater die Diagnose Krebs erhält, sieht sie sich gezwungen von London zurück in ihr Heimatdort in Schweden zu ziehen - und dort einstweil die Leitung des Bauunternehmens ihres Vaters zu übernehmen. Blöd nur, dass Klara von Fliesen und Bädern so gar keine Ahnung hat. Trotzdem stellt sie sich der Herausforderung, übernimmt das kleine Team und führt auch binnen kürztester Zeit personelle Änderungen durch. Dazu gehört auch der Tischler Alex, den sie neu einstellt. Wie sich herausstellt, ist Alex nicht nur handwerklich geschickt, sondern auch ein Organisationstalent, ganz anders als Klara, und so synchronisieren sie ihre Handy-Kalender ... und vielleicht auch ihre Herzen?

"The Happiness Blueprint" wird immer abwechselnd aus der Sicht von Klara und Alex erzählt. Das hat mir gut gefallen und es ist spannend, die unterschiedlichen Sichtweisen kennenzulernen. Alex Schreibstil ist dabei relativ verknappt (was vermutlich mit den Denkstrukturen seiner Depression zusammenhängt), aber das hat mir das Lesen seiner Abschnitte etwas erschwert und ich habe hier leider nicht in einen richtigen Lesefluss finden können. Jedes Kapitel beginnt mit einem Update der Handy-Kalender oder einer Google-Frage und das hat mir gut gefallen und den Stil für mich sehr aufgelockert.

Es werden viele Themen aufgeriffen - Diabetes, Neurodivergenz, Depression, Tod, familiäre Unstimmigkeiten ... vielleicht liegt auch genau hier das Problem. Mir waren es zu viele Themen, da manche leider zu kurz kamen oder gar nichts richtig mit der Handlung zu tun hatten, sodass bei mir das Gefühl entstand, sie wäre nur im Buch, um erwähnt zu werden. Das war mir leider etwas zu gewollt. An sich ist der Schreibstil schon humorvoll, aber auch hier nicht so humorvoll wie erhofft, was ich ein bisschen schade fand. Auch mit den Charakteren bin ich leider nicht richtig warm geworden, vieles war mir zu überzogen und auch die Aufklärung von Missverständnisse wurde zu lange hinausgezögert, sodass ich gegen Ende fast schon genervt war.

Ich bin mit "The Happiness Blueprint" leider nicht warm geworden. Der Plot war vorhersehbar und trotz wichtiger Themen, fehlte mir hier einfach, die schlüssige Einbindung dieser und ganz allgemein habe ich einfach ein gewisses Augenzwinkern bei der Story vermisst.

Veröffentlicht am 15.04.2024

Liebe, Chaos, Götter

Valentina Amor. All you need is love (oder so)
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Es ist nicht einfach die Tochter von Amor zu sein - erst recht nicht, wenn dieser vor lauter Liebeskummer seinem Job nicht nachkommt. So geht es Valentina, Tochter von Amor und sehnsüchtig am Warten, dass ...

Es ist nicht einfach die Tochter von Amor zu sein - erst recht nicht, wenn dieser vor lauter Liebeskummer seinem Job nicht nachkommt. So geht es Valentina, Tochter von Amor und sehnsüchtig am Warten, dass sie endlich ihre Ausbildung zur Liebesgöttin beginnen kann. Doch dann erweist sich ihr durch Liebeskummer außer Gefecht gesetzte Vater als große Chance und Valentina darf an eine Menschenschule, um zu beweisen, dass sie das Zeug zur Göttin hat. Aber das Verkuppeln ist gar nicht so einfach wie gedacht ... da ist Chaos vorprogrammiert!

Valentina Amor ist ein typischer Teenager - und dann wieder doch nicht so typisch, denn sie ist die Tochter eines Gottes. Mit Liebe kennt sie sich aus - zumindest in der Theorie. Als sie ihr Wissen dann in der Menschenwelt testet, wird es sehr turbulent und da kann auch mal so einiges schief gehen. Zum Glück steht Valentina bei ihrer ersten Mission schon bald tatkräftige Unterstützung zur Seite.

Die Geschichte ist mit einem Augenzwinkern erzählt und die Welt der griechischen Götter wird hier gehörig auf die Schüppe genommen, das hat mir aber sehr gut gefallen. Auch die Liebe kommt keineswegs zu kurz - wenn auch etwas anders als gedacht, denn Valentina ist hier wirklich nur die Mittlerin (zumindest im ersten Band ... ich glaube, da kommt noch was auf uns zu in Band 2 ;)). Aber auch abgesehen davon, haben wir so manches Liebespaar, dem auf die Sprünge geholfen werden muss. Und auch jegliche andere Form der Liebe wird hier so ganz nebenbei auch noch eingeflochten.

All in all ist "Valentina Amor" eine sehr unterhaltsame, leicht chaotische, immer augenzwinkernde Geschichte, die Spaß macht zu lesen.