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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.10.2023

Viel Fachwissen, wenig Emotionen

Der Flug des Ambouronx
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Der Autor scheint ein großes Fachwissen über das Leben und die Kulturen der untergegangenen Zivilisationen Mittel- und Südamerikas zu haben, was er eindrucksvoll zur Schau stellt. Allerdings geht diese ...

Der Autor scheint ein großes Fachwissen über das Leben und die Kulturen der untergegangenen Zivilisationen Mittel- und Südamerikas zu haben, was er eindrucksvoll zur Schau stellt. Allerdings geht diese Zurschaustellung zu Lasten der emotionalen Tiefe der Charaktere und der Erzähl-Dynamik.
Der Sprachstil ist insgesamt gut, könnte an der einen oder anderen Stelle jedoch noch etwas verbessert werden. Insbesondere der Prolog enthält unzählige Fehler aus dem Bereich der Zeichensetzung, Grammatik und der Stilmittel, wodurch der Lesefluss beeinflusst wird.

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Veröffentlicht am 07.10.2023

Eine tolle Geschichte für Jung und Alt

Stadt der bösen Tiere. Die Burg
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Das Hörbuch hat mir durchweg sehr gut gefallen.
Lizzard, die junge und unangepasste Protagonistin, hat mich sehr beeindruckt. Trotz ihrer schweren Lebensumstände ist sie eine wahre Kämpferin, die niemals ...

Das Hörbuch hat mir durchweg sehr gut gefallen.
Lizzard, die junge und unangepasste Protagonistin, hat mich sehr beeindruckt. Trotz ihrer schweren Lebensumstände ist sie eine wahre Kämpferin, die niemals aufgibt und alles für ihre Freunde riskiert.
Die Geschichte zeigt, dass nicht immer alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheinen mag…
Besonders gut gefällt mir, wie die Sprecherin die unterschiedlichen Charaktere sprachlich dargestellt und ihnen dabei Individualität verliehen hat. Von den Charakteren ist mir Mr. Sommerfield, ein Kakadu, der als Sprachlehrer arbeitet, sehr ans Herz gewachsen. Auch die Krankenschwester, Spinne Ms. Poison, ist für mich ein absolutes Highlight gewesen. Ihre Freude darüber, dass sie jemanden verarzten konnte, wurde von der Sprecherin bezaubernd und sehr sympathisch dargestellt.
Das (Hör-)Buch ist definitiv empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 01.10.2023

Enttäuschend

Psyche und Eros
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Ich bin ehrlich gesagt sehr enttäuscht von diesem Buch! Die Autorin scheint sich eher oberflächlich mit der antiken Mythologie beschäftigt zu haben. So kommt es teilweise zu Verwechslungen, wie beispielsweise ...

Ich bin ehrlich gesagt sehr enttäuscht von diesem Buch! Die Autorin scheint sich eher oberflächlich mit der antiken Mythologie beschäftigt zu haben. So kommt es teilweise zu Verwechslungen, wie beispielsweise auf Seite 42, als von Gaias und Kronos Liebesende die Rede ist. Kronos war jedoch der Sohn von Gaia und Uranus (der hier eigentlich gemeint war) und nicht ihr Geliebter. Doch noch bedauerlicher finde ich die unzähligen Änderung, die die Autorin nicht nur an diesem Mythos sondern an der gesamten Mythologie vorgenommen hat.
„Amor und Psyche“ ist eine Nebenerzählung in „Der goldene Esel“ von Apuleius und gehört zur römischen (!) Mythologie. Im Original ist Psyche die jüngste Tochter eines unbekannten Königs. In „Psyche und Eros“ heißt es dagegen, ihr Vater sei ein Bruder von Agamemnon und Menelaos. Zudem sei er der König von Mykene, Sohn des Perseus und Psyche sein einziges Kind. Zwar war Perseus der Mythologie zufolge Gründer und König Mykenes und hatte einen Sohn namens Alkaios, allerding stehen sie in keinem Verhältnis zu Psyche, Menelaos oder Agamemnon. Die beiden älteren Schwestern wurden in diesem Buch von der Autorin mit der Begründung „Die flache, wenig schmeichelhafte Darstellung der Schwestern bei Apuleius hat mir nie gefallen.“ (Seite 438) weggelassen. Auch bei weiteren Verwandtschaftsverhältnissen wurde die Autorin kreativ: „Da dies bedeutete, dass sie nicht länger Helenas Schwester sein konnte, beschloss ich, diese Rolle stattdessen Penelope zu geben.“ (Seite 439). - Folgt man der Logik dieses Buches hätte der Trojanische Krieg wohl ein anderes Ende gefunden. - Die schwerwiegendste Abänderung nimmt die Autorin jedoch beim Spruch des Orakels vor. Während es im Original heißt, Psyche werde ein Ungeheuer heiraten, soll sie es in diesem Buch besiegen. Sie wurde dementsprechend nie von Atalante unterrichtet und auf ein Leben als Heldin vorbereitet.
Ursprünglich ist Venus (gr. Aphrodite) verärgert, weil die Menschen die schöne Psyche und nicht mehr die Göttin der Schönheit anbeten. Psyches Vater schickt sie in einem Brautkleid auf einen Berg, so wie das Orakel es ihm aufgetragen hat, wo sie mit dem Ungeheuer zwangsverheiratet werden soll. Amor (gr. Eros) beauftragt Zephyr, den Gott der Winde, Psyche in sein Schloss zu bringen. Auch im weiteren Verlauf weicht die Handlung dieses Buches vom Original ab.
Meiner Meinung nach sind die erwähnten Änderungen weder nachvollziehbar (ausschlaggebend scheint allein der Geschmack der Autorin gewesen zu sein) noch förderlich für die Darstellung der Liebesgeschichte zwischen Psyche und Amor bzw. Eros. Die Beziehung der beiden wird eher oberflächlich behandelt und lässt eine tiefere Einsicht in die Gefühlswelt der Protagonisten vermissen. In meinen Augen kann dies auch durch die durchaus ansprechende und schöne Gestaltung des Buches nicht ausgeglichen werden.

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Veröffentlicht am 17.09.2023

Nicht schlecht, aber...

Painted Edges
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... das Buch enthält keine neuen Informationen oder Tipps. Es ist zwar schön gestaltet und enthält ausführliche Anleitungen, dennoch würde ich dafür nicht so viel Geld ausgeben. Zumal es die Anleitungen ...

... das Buch enthält keine neuen Informationen oder Tipps. Es ist zwar schön gestaltet und enthält ausführliche Anleitungen, dennoch würde ich dafür nicht so viel Geld ausgeben. Zumal es die Anleitungen auch kostenlos in Blogs, bei Youtube und Co gibt.

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Veröffentlicht am 16.09.2023

Großartig

A Thousand Ships – Die Heldinnen von Troja
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„Sing, Muse, sagte er, und ich habe gesungen.“
In „Die Heldinnen von Troja“ erzählt Natalie Haynes die Geschehnisse des Trojanischen Krieges aus der Sicht der Trojanerinnen und Griechinnen. Gelungen verknüpft ...

„Sing, Muse, sagte er, und ich habe gesungen.“
In „Die Heldinnen von Troja“ erzählt Natalie Haynes die Geschehnisse des Trojanischen Krieges aus der Sicht der Trojanerinnen und Griechinnen. Gelungen verknüpft sie dabei die originalen Handlungen und Schauplätze aus Homers „Ilias“ und „Odyssee“. Ihre Schilderungen sind bissig, schonungslos und sehr bewegend. Die Frauen in diesem Roman sind durchweg selbstbewusst, stark, spitzfindig und teilweise mutiger als die Männer. Während die Geschichten der Trojanerinnen und Griechinnen aus der Beobachterperspektive erzählt werde, spricht Kalliope, die Muse der Dichtkunst, den Leser/ die Leserin direkt an. Dabei hält sie sich mit ihrer Meinung zu den Geschehnissen und Figuren nicht zurück. Besonders der Dichter (Homer) scheint ihre Geduld sehr zu strapazieren.
„Und ich habe von den Frauen gesungen, den Frauen in den Schatten. Ich habe von denen gesungen, die vergessen wurden, denen die ignoriert wurden, denen, deren Geschichten nie erzählt wurden. […] Ihre Geschichte wird erzählt werden, egal wie lange es dauert. […] Sing, Muse, hat er gesagt. Nun, hört ihr mich? Ich habe gesungen.“ – Natalie Haynes hat es definitiv und formte daraus ein starkes, feministisches und zeitloses Meisterwerk des Retellings.

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