Profilbild von RaFee

RaFee

Lesejury Profi
offline

RaFee ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit RaFee über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.08.2025

Psychologisch gut aufgebaut, aber mit Längen

Brackwasser - Stille Wasser sind tief. Und manche sogar tödlich …
0

Von Aussen ein schönes Buchcover, ich mag die Haptik und das der Bildausschnitt mit UV-Lack heraussticht. Das Bild ist stimmungsvoll und wirkt abgelegen bzw. einsam. Die altrosa Färbung ist jetzt allerdings ...

Von Aussen ein schönes Buchcover, ich mag die Haptik und das der Bildausschnitt mit UV-Lack heraussticht. Das Bild ist stimmungsvoll und wirkt abgelegen bzw. einsam. Die altrosa Färbung ist jetzt allerdings nicht so meins.

Für mich waren die ersten Kapitel ein schöner Einstieg ins Buch, man lernt die Charaktere und deren Verbindung zueinander kennen. Mir gefällt, dass aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird und man so auch einen Einblick in die innere Gefühlslage der Charaktere erhält. Ich konnte mich recht schnell mit den Personen verbinden. Die Umgebung mit dem Wald und den abgelegenen Häusern haben bei mir gemischte bzw. beklemmende Gefühle ausgelöst.

Im Buch werden viele zerrüttete Familien dargestellt und aufgezeigt, wie besondera Kinder darunter leiden, welche sich erst noch selbst findrn müssen. Hier wurde stark mein Mitgefühl geweckt. Jedoch wurde durch die ganzen Familienprobleme auch immer wieder Spannung rausgenommen, was mich etwas gestört hat.
Dennoch haben mich die Sprache und die bildhafte Darstellung der Umgebung weitestgehend durch die Seiten fliegen lassen. Manche poetisch ausgedrückte Passagen waren mir etwas zu viel und bräuchte es für mich jetzt nicht in einem Thriller, denn es bläst den Seitenumfang unnötig auf.

Das Genre finde ich zuden schwierig einzuorden, für einen Thriller passiert mir zu viel aussen herum und ich hatte zu wenig Mord und Gänsehautmomente. Bin da eher bei einem spanneden Roman, der psychologisch sehr gut aufgebaut ist.

Fazit: Generell konnte mich das Buch gut fesseln, allerdings erst ab der zweiten Hälfte. Aber für ein erstes Werk der Autorin in einem neuen Genre, kann man über den langsamen Spannungsaufbau hinweg sehen und ich bin gespannt, was noch kommt und halte die Augen offen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.08.2025

Schwerer Start, tolles Ende

Dunkle Sühne
0

Mit "Dunkle Sühne" wagt Karin Slaughter den Auftakt zu einer neuen Thrillerreihe. Beim Feuerwerk zum 4. Juli verschwinden zwei junge Freundinnen, nach einer schnell eingeleiteten Suchaktion werden beide ...

Mit "Dunkle Sühne" wagt Karin Slaughter den Auftakt zu einer neuen Thrillerreihe. Beim Feuerwerk zum 4. Juli verschwinden zwei junge Freundinnen, nach einer schnell eingeleiteten Suchaktion werden beide ermordet aufgefunden. Deputy Emmy Clifton und ihr Vater der Sheriff ermitteln und schnell wird ein Verdächtiger gefunden und eingesperrt.
12 Jahre später kommt dieser nach Unstimmigkeiten wieder frei und erneut verschwindet ein Mädchen. Jetzt ist Emmy wieder ganz am Anfang der Ermittlungen. Kann sie das Mädchen retten? Wurde damals wirklich die falsche Person festgenommen? Emmy muss sich beeilen, denn die Chancen auf ein Happyend sinken mit jeder Stunde die verstreicht.

Mir gefällt bei der Autorin, dass ihre Figuren im Buch eine ausgearbeitete Tiefe aufweisen und sich oft positiv entwickeln. Es stehen nicht nur die Ermittlungsarbeiten im Vordergrund, sondern auch private Momente und zwischenmenschliche Interaktionen. So war mir Emmy zunächst unsympathisch, doch nach dem Sprung in die 12 Jahre später angesetzte Gegenwart merkt man ihr die Reife an, welche zum einen der Job und zum anderen natürlich auch die Erfahrungswerte des Älterwerdens mit sich gebracht haben.
Mich hat der Thriller gut unterhalten, es gab Höhen als auch Tiefen in Emmys Leben. Hinzu kommen überraschende Wendungen und schockierende Geheimisse in North Falls zutage, einer Kleinstadt in der jeder jeden zu kennen scheint. Aber man auch eine gewissen Vetternwirtschaft spürt und bei unangenehmen Themen gerne wegsieht.
Eine kleine Kritik habe ich etwas am Cover, es passt zwar irgendwie zu den Vorgängerbüchern, aber ich sehe keinen Zusammenhang zwischen Bildgestaltung und Buchinhalt. Des weiteren habe ich anfangs etwas Zeit benötigt, mir die familiären Beziehungen und Verbindungen der vielen zügig vorgestellten Charaktere merken zu können, da wäre vielleicht fast ein kleiner Stammbaum etc. auf den ersten Seiten sinnvoll. Aber nun freue ich mich auf weitere Bücher aus North Falls und neue Entwicklungen in Emmys Leben, denn gewisse Spoiler die neugierig machen, wurden am Ende gesetzt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.08.2025

Macht glücklich

Ich bring dir das Glück – Vom kleinen Elefanten und seinen Glücksgeheimnissen
0

Das Cover finde ich süß umgesetzt, mit den Illustrationen im Inneren bin ich etwas zwiegespalten. Der Elefant und die Umgebung sind mir etwas zu plump und flächig umgesetzt, dennoch haben die Seiten eine ...

Das Cover finde ich süß umgesetzt, mit den Illustrationen im Inneren bin ich etwas zwiegespalten. Der Elefant und die Umgebung sind mir etwas zu plump und flächig umgesetzt, dennoch haben die Seiten eine niedliche Optik. Ebenso geht es mir auch mit dem Format, es ist ca. 25 cm im Quadrat. Die Bilder lassen sich natürlich auf den großen Doppelseiten schön betrachten, jedoch ist ein quadratisches Format in der Größe recht unhandlich, wenn es aufgeklappt wird.

Zum Inhalt, die Texte lesen sich gut, es hat tolle Anreize darin, wie man seinen Tag glücklich startet oder auch kleine Momente in Erinnerung ruft, die einen an jedem Tag gefallen haben. So z.B. das man sich morgens sagt "Heute wird ein richtig schöner Tag". Die Autorin bietet in ihren kindgerechten Geschichten Tipps und Rituale, wie man glücklicher durch das Leben geht und hat die Ideen in kurze Kapitel gegliedert, "Das Glücksatmen", "Tschüss Liebe Angst" oder "Der Danke-Stein". Jedes Kapitel endet mit einem Info- bzw. Tippkasten, dem "Elefanten-Geheimwissen", hier wird erklärt, wie man das jeweilige Kapitel-Thema im Alltag umsetzen kann und auch die Erwachsenen mit einbezieht. Dies finde ich eine schöne Idee.

Manche Seiten gefallen mir jedoch nicht so gut, so z.B. der Seifenblasen-Trick, der Streit vertreiben soll. Klingt in Kinderohren fantastisch, wird jedoch beim Versuch ihn umzusetzen eher zu Enttäuschungen führen.

Wir werden versuchen einige Ideen aus diesem Buch in unseren Alltag zu integrieren z.B. das bewusste Ein- und Ausatmen oder auch als Erwachsener mal wieder mehr zu lachen. Uns hat das Buch gefallen und wir werden es immer mal wieder anschauen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.07.2025

Spannender Mörder ohne Reue

Aschesommer
0

Mir gefällt direkt am Cover, dass man an der Aufmachung bereits erkennt, es handelt sich um die Fortsetzung zu Krähentage. Vom ersten Buch Rund um die Gruppe 4 war ich begeistert und nach dem ersten Kapitel ...

Mir gefällt direkt am Cover, dass man an der Aufmachung bereits erkennt, es handelt sich um die Fortsetzung zu Krähentage. Vom ersten Buch Rund um die Gruppe 4 war ich begeistert und nach dem ersten Kapitel bin ich wieder mitten drin, als hätte ich Band 1 gerade beiseite gelegt.

Ein neuer Fall für die Gruppe 4 um Jakob Krogh und Mila Weiss bringt das Team bis an die Grenzen. Eine mysteriöse Todesanzeige führt zu zwei erfrorenen Leichen in einer Kältekammer, unterhalb eines verlassenen Bauernhofs. Dazu die in Asche geschriebene Botschaft "Das Sterben hat begonnen" lässt auf weitere Morde schließen und schnell führt die Spur zu einem langjährigen Insassen einer Psychiatrie, aber der kann es ja nicht gewesen sein. Ein spannender Wettlauf mit dem Mörder beginnt.

Benjamin Cors hat es wieder geschafft, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Die schnelle Abfolge wie Mörder und Opfer sich finden, wie die Ermittlergruppe immer knapp an der Lösung dran ist, nimmt einen gefangen. Durch gekonnte Perspektivwechsel zwischen den einzelnen Personen, inklusive des Mörders, kommt schnell Spannung auf. Dennoch bleiben manche Gedanken und Hintergründe unausgesprochen, so dass Wendungen und Irreführungen immer wieder möglich sind. So lässt einen nicht nur die Hitze des Sommers Schwitzen, auch wenn diese stark im Inhalt verankert ist. Mir gefällt zudem sehr, der psychopatische und kaltblütige Charakter, der mit seiner ruhigen Ausstrahlung für Gänsehaut sorgt.

Etwas bin ich nun auch traurig, dass ich den Thriller bereits beendet habe und mich auf den letzten 100 Seiten nicht bremsen konnte. Nun hoffe ich, dass die Reihe weitergeht und zwar möglichst bald. Mein neues Lesehighlight!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.07.2025

Spannungsreicher Auftakt mit starken (Frauen-)Figuren

Der Trailer
0

Von Aussen ist das Buch schon mal recht düster und vielversprechend. Toll finde ich auch, dass man optisch den Hauptschauplatz des Thrillers erkennen kann. Ich persönlich bin jetzt kein Campingfan und ...

Von Aussen ist das Buch schon mal recht düster und vielversprechend. Toll finde ich auch, dass man optisch den Hauptschauplatz des Thrillers erkennen kann. Ich persönlich bin jetzt kein Campingfan und ich glaube nach diesem Buch bin ich es noch weniger, aber nur weil das Buch mich so gepackt hat.

Vor 15 Jahren verschwindet Lisa, eine junge Frau, welche zuletzt auf einem Campingplatz in Belgien gesehen wurde. Frieda kannte sie und möchte sich nun an einem True-Crime-Podcast beteiligen, um so evtl. neue Hinweise zu erhalten. Sie ist mittlerweile eine erfolgreiche Kommisarin, auch wenn sie es unter ihren meist männlichen Kollegen nicht leicht hat. Ihr Verdacht fällt zunächst auf einen bereits verurteilten Stalker, der zur selben Zeit auf dem Campingplatz war, aber aufgrund von Versäumnissen seitens der Ermittler nicht als relevant betrachtet wurde. Jetzt kommt allerdings neuer Wind in den Fall und ein Fremder wird zunehmend unruhig.

Mit Frieda und Kathinka hat Linus Geschke sympathische und starke weibliche Charaktere geschaffen, die sich durchs Leben kämpfen. Etwas nachdenklich machte mich hier auch das Nachwort des Autors zum Thema wie manche Männer immer noch versuchen, Frauen zu unterdrücken um sie für eigene Zwecke ausbeuten zu können. Aber auch die männlichen Hauptfiguren sind mir sympathisch vielleicht weil sie so manche Charakterschwächen haben. Der Autor gibt seinen Figuren eine gute Tiefe, zeigt Eindrücke aus Ihrer Vergangenheit und lässt sie sich im Verlauf entwickeln. Ich habe schon einige Bücher von Geschke gelesen und mir gefällt sein Stil, wie er eine düstere Spannung aufbaut und durch kleine Erzählsprünge Einblicke in das Wissen und die innere Gefühlslage der einzelnen Figuren gibt. Etwas verwirrt war ich zunächst aufgrund einer kleinen Nebengeschichte zu Friedas privater Krise im Job, die gefühlt etwas zu kurz kommt. Jedoch wird hier wohl erstmal nur der Grundstein für die bald kommende Fortsetzung gelegt, auf die ich mich jetzt schon freue. Auch um zu sehen, was aus den mir bereits lieb geworden Figuren wird.

Fazit: Der Thriller hat mich mit tollen Wendungen bis zum Schluss gefangen gehalten, der Schluss war mir dann jedoch etwas turbulent und teils fragwürdig. Aber ich verzeihe dem Autor sein offenes Ende, da ja bereits die Fortsetzung beworben wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere