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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.01.2025

Hartes Hintergrundthema, zum Mitfühlen

Die Schanze
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Mich hat hier das minimalistische weiße Cover angelockt, welches bei Thrillern sonst doch oft, eher dunkel oder blutig rot gehalten wird. Vielleicht sollte deshalb die knallgrüne Farbe meine Augen zum ...

Mich hat hier das minimalistische weiße Cover angelockt, welches bei Thrillern sonst doch oft, eher dunkel oder blutig rot gehalten wird. Vielleicht sollte deshalb die knallgrüne Farbe meine Augen zum Wort "Thriller" lenken.

Den Autor Lars Menz kannte ich zuvor noch nicht, aber ich entdecke gerne neue Autoren und Autorinnen und war daher gespannt auf seinen ersten Thriller, vor allem nachdem die Inhaltsbeschreibung interessant und die Leseprobe spannend gestartet ist.
Ellen kehrt der Arbeit wegen zurück in ihre Heimat, die sie nach ihrem Schulabschluss eilig verlassen hat, um so ihre traumatische Vergangenheit verdrängen zu können. Leider brechen nun alte Wunden wieder auf und etwas böses erwartet sie bereits.

Der Autor hat es mit diesem Buch geschafft, dass ich mit Ellen mitfieberte und zugleich aufrichtig Mitleid mit ihr empfand. Sie ist ein starker, aber zugleich zutiefst verletzter Charakter, der mit seiner eigenen Psyche zu kämpfen hat und immer wieder in die Vergangenheit fällt. Die Versuche des Autors den Mörder zu enttarnen bzw. zu verschleiern und gezielt falsche Hinweise zu streuen, waren mir etwas zu offensichtlich und konstruiert, aber haben mein Lesevergnügen nicht getrübt. Letztlich waren doch alle in Ellens Heimat rätselhaft und hätten ein Motiv gehabt, so wie die Personen miteinanderverstrickt sind. Ich fragte mich beim Lesen auch, was macht eigentlich die Polizei, abgesehen von Haußer, der nicht mehr im Dienst ist. Müssten hier keine Ermittlungen mit Befragungen laufen oder diese Präsenz zeigen, wenn in einem so kleinen Ort Morde geschehen? Man hört nur am Rande, dass Blaulicht zu sehen ist und der Polizei die Leichen gezeigt werden.

Dieser Thriller ist nicht so vielschichtig und schlüssig, jedoch kurzweilig zu lesen, da sich das Geschehen über einen doch recht kleinen Zeitraum erstreckt. Etwas mehr Spannung wie zu Beginn und etwas weniger aus Ellens Psyche, hätte mir besser gefallen. Dennoch wurde ich von "Die Schanze" gut unterhalten, aber bin froh, selbst keinen direkten Bezug zu Ellens Vergangenheit zu haben, denn sonst könnten hier eigene Wunden aufgerissen werden. Dies ist mein Kritikpunkt, es fehlt definitiv ein Vorwort mit einer Triggerwarnung, bei einem entsprechend sensiblen Thema.

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Veröffentlicht am 24.01.2025

Süße Umsetzung einer schwierigen Phase

Widder Willi will aber!
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Als ich den süßen, schmollenden Widder Willi und den Titel des Covers sah, musste ich gleich an mein kleines Wutmosterchen denken. Die Illustrationen sind alle sehr niedlich und schön schattiert von Marta ...

Als ich den süßen, schmollenden Widder Willi und den Titel des Covers sah, musste ich gleich an mein kleines Wutmosterchen denken. Die Illustrationen sind alle sehr niedlich und schön schattiert von Marta Balmaseda umgesetzt und man muss sagen, man erkennt sofort die Stimmung in Willis Gesichtsausdrücken. Ein kleines Highlight ist für mich auf der Titelseite, die haptische Struktur von Willis Wolle.

In Willi erkenne ich so einige Verhaltensweisen meines Kindes wieder. Aber auch den Opa, der sich zur Freude des Enkelkinds, den Rücken verdirbt und die Oma die deswegen schimpft, kennen wir aus unserem Alltag. So sehe ich einen großen Wiedererkennungswert für mein Kind zwischen sich und Willi oder auch Hörnchem (Willis neuem bockigen Freund), sowie ein gutes Verständnis der Geschichte. Auch der Wortlaut und die Textmenge je Seite, die Romy Pohl gewählt hat, haben mir gut gefallen. Ab und zu muss man evtl. manche Aussprüche der erwachsenen Schafe erklären, aber Kommunikation und Sprache fördern gehört ja zum Vorlesen dazu.
Etwas seltsam jedoch finde ich die Art, wie einzelne Worte durch Farbe oder die Schriftgröße etc. im Text hervorgehoben werden. Dies fiel mir auch in anderen Kinderbüchern bereits auf und ich sehe den Sinn darin nicht. Kinder im Zielgruppenalter können noch nicht selbst lesen und mich stören diese Hervorhebungen beim Vorlesen.

Neben der Hauptgeschichte haben mir auch die vielen Willis auf den Coverinnenseiten gefallen, welche unterschiedliche Emotionen zeigen und die ich mit meinem Kind betrachten und fragen kann, was meinst du wie fühlt sich Willi hier?

Damit der meist erwachsene Vorleser auch etwas zum Schmunzeln hat, sind lustige Namensideen wie Onkel Saschaf, das Schaf oder der bockige Steinbock eingearbeitet. Aber auch Aussagen wie, "über den Schatten springen", welche natürlich von Kindern oder in dieser Geschichte von Willi und Hörnchen, missverstanden und lustig umgesetzt werden.

Fazit:
Mein Kind hatte Spaß beim Zuhören und Betrachten und findet Willi sehr lustig. Für mich als Mama lerne ich aus diesem Kinderbuch, auch die Autonomie-Phase wird vorbei gehen, ganz von alleine wie alle Phasen. Kinder finden von selbst einen Weg mit ihrem Übermut umzugehen und natürlich auch wie wertvoll Freunde und generell andere Kinder sind, welche das eigene Verhalten wiederspiegeln. Oder wie es der letzte Abschnitt auf der Umschlagrückseite sagt: "Trotzphase? Da helfen nur Liebhaben, Durchhalten..."

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Veröffentlicht am 20.01.2025

Amüsante und fantasievolle Comicgeschichte

Muffin und Tört! 1: Bei den Wikingern
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Ich habe mich ja hier gleich in Muffins große Augen verliebt und in seinen herrlich irritierten Gesichtsausdruck auf dem Cover.

Was braucht eine spannende Kindergeschichte? Witzige Charaktere, etwas ...

Ich habe mich ja hier gleich in Muffins große Augen verliebt und in seinen herrlich irritierten Gesichtsausdruck auf dem Cover.

Was braucht eine spannende Kindergeschichte? Witzige Charaktere, etwas magisches und natürlich Farbelwesen, genau dies bietet dieses tolle Comic-Buch für Kinder ab 7 Jahren.

Muffin ein introvertiertes Kätzchen erhält durch ein Missgeschick seines tolpatschigen Herrchens Tatterich (ein Zauberer) einen extrovertierten Freund und Mitbewohner, Tört der aus einem Törtchen entstand und optisch ein Häschen darstellt mit Kirsche als Schwänzchen. Dank eines weiteren Unfalls von Tatterichs Zauberkünsten reisen die zwei Freunde durch eine magische Katzenklappe in verschiedene, für Muffin unfreiwillige Abenteuer. In dieser Geschichte landen die beiden bei den Wikingern.

Der Comic ist hierbei aufgebaut wie ein Bilderbuch mit großflächigen Bildern, kurzem Text pro Seite, meist auch nur ein Satz und Sprechblasen, sowie den comictypischen Geräuschausdrücken. Das Buch eignet sich sehr gut für Leseanfänger, die gerne zügig durch die Geschichte kommen und weiterblättern möchten. Die Bilder sind in einem ansprechenden Comicstil umgesetzt, allerdings im Innenteil leider in s/w, wobei dies andererseits den Text für Leseanfänger besser in den Fokus rückt. Für die Seiten wurde ein umweltfreundliches, nicht auf weiß gebleichtes Papier verwendet, welches sich gut und griffig anfasst.

Aber was hat dieses Buch für mich zum amüsanten Lesehighlight gemacht? Definitiv die starken Charaktere, so wächst Muffin im Abenteuer über sich hinaus, selbst wenn sein Magen knurrt. Ebenso die kleinen Schmunzler, so sind z.B. die jeweiligen Namen abgeleitet von den Charaktereigenschaften. Ein kleines Zusatzvergnügen sind die Bonusseiten nach Muffins Wikinger-Abenteuer und die vielen verkleideten Muffin-Bilder auf den Coverinnenseiten, da können ja noch einige Abenteuer folgen, ich freue mich auf ein Wiedersehen mit dem gemütlichen Muffin und dem übereifrigen Tört.

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Veröffentlicht am 11.01.2025

Niedlich, aber teilweise schlecht zu bewegen

Mein Schiebe-Mitmachbuch - Lieblingstiere
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Besonders schön beim Buchcover ist, dass man hier direkt Hand anlegen und ein Element schieben bzw. bewegen kann, ganz nach dem Buchnamen. Das Schiebe-Mitmachbuch "Lieblingstiere" beinhaltet die ersten ...

Besonders schön beim Buchcover ist, dass man hier direkt Hand anlegen und ein Element schieben bzw. bewegen kann, ganz nach dem Buchnamen. Das Schiebe-Mitmachbuch "Lieblingstiere" beinhaltet die ersten Tiere, welche Kinder in ihrem Umfeld kennen lernen, wie z.B. Hunde, Katzen, Kühe Ziegen, Enten und noch mehr. Die Motive sind einfach, ohne große Schatteneffekte umgesetzt und können auch dank der kräftigen Farben klar von Kleinkindern erkannt werden. Auf den fünf Doppelseiten ist einiges los, aber nicht so viel, dass kleine Kinder überlastet werden.

Das Buch ist für Kinder ab 18 Monaten gedacht und hat entsprechend sehr dicke, stabile, kartonierte Seiten. Auch das Buchformat ist für Kinderhände gut gewählt und diese können sich so auch mal alleine beschäftigen. Auf jeder Doppelseite, befindet sich rechts ein bewegbares Element zum drehen oder schieben mit passendem Motiv zum Seitentext. So können Kinder beim Lesen aktiv werden und Bewegung ins Buch bringen. Der Text wiederum umfasst 4 Sätze/Zeilen in Reimform und dient zur Anregung die Seiten genau zu betrachten und gemeinsam evtl. noch weitere Situationen zu entdecken.

Kritikpunkte sind, dass die Schiebeflächen auf zwei Seiten gerne verklemmen beim bewegen, selbst wenn ich diese schiebe und ich denke, diese könnten dadurch schnell Schaden nehmen, daher einen Stern abzug. Zudem empfinde ich den Preis als etwas hoch für Größe und Seitenzahl des Buchs.

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Veröffentlicht am 10.01.2025

Mit Längen, aber guter Grundgeschichte

Minus 22 Grad
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Mir hat ja hier das Cover und der Titel sehr gefallen, passt doch beides zur aktuellen Jahreszeit. Allerdings ist auch das einzig "eisige" an diesem Thriller der Titel und die Zeit, in der sich das Geschehen ...

Mir hat ja hier das Cover und der Titel sehr gefallen, passt doch beides zur aktuellen Jahreszeit. Allerdings ist auch das einzig "eisige" an diesem Thriller der Titel und die Zeit, in der sich das Geschehen abspielt.

Nach der Leseprobe hatte ich mir etwas anderes vorgestellt und das physische "kälte" auch irgendwie wichtig wäre im Verlauf des Thrillers. Ich bin daher noch hin und hergerissen, wie ich dieses Buch finde und musste es erst ein paar Tage beiseite legen um es zu bewerten.

Die Grundgeschichte ist gut durchdacht und zeigt, wie tief ein Schmerz in der Seele brennen kann, um in purem Hass und Verzweiflung zu enden, so dass man Strategien entwickelt, um über seine moralischen Grenzen gehen zu können. Allerdings musste ich mich leider öfters überwinden, nicht einzelne Kapitel zu überblättern, da mir vor allem die Passagen über Ariane immer sehr langatmig vorkamen und die Spannung hier runtergefahren wurde. Noch dazu haben mich diese Sprünge, welche im Prinzip unabhängige Geschichten erzählen, im Lesefluss gestört und ich wurde immer wieder aus der Szene gerissen. Dafür kam das Ende überraschend und konnte mich letztlich überzeugen. Ich froh bin, trotz Längen, beide Teile des Buchs gelesen zu haben und so die komplex konstruierte Geschichte zu erkennen.

Der andere Hauptcharakter Lukas, welcher die Ermittlungen leitet, ist mir sehr sympathisch und nach dem Ende hoffe ich auf ein Wiedersehen mit ihm, damit er seinen Seelenfrieden findet und mich der Autor vielleicht mit einem neuen Thriller besser überzeugen kann.

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