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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.10.2021

Konnte mich leider nicht überzeugen

Waldeskälte
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Cover, Klappentext und auch die Leseprobe hatten mich sofort angesprochen. Die Geschichte spielt in einem kleinen Bergdorf mitten in den Schweizer Alpen, umschlossen von dunklen Wäldern. Ein ideales Setting ...

Cover, Klappentext und auch die Leseprobe hatten mich sofort angesprochen. Die Geschichte spielt in einem kleinen Bergdorf mitten in den Schweizer Alpen, umschlossen von dunklen Wäldern. Ein ideales Setting für einen düsteren und vielleicht sogar mystischen Thriller. Die Atmosphäre in diesem ungemütlichen, wie von aller Welt verlassenen Dorf bringt der Autor auch gut rüber. Die Protagonistin Valeria, inzwischen bei einer Sondereinheit von Interpol, früher selbst Opfer eines Entführers, hätte allerdings wesentlich mehr Potential als ausgeschöpft wird. Die erfahrene Polizistin nimmt man ihr kaum ab. Außerdem wirkte sie auf mich farblos und langweilig, da war mir die ältere Polizistin Chloe sympathischer. Auch andere Charaktere bleiben ziemlich blass und wenig sympathisch.
Leider konnte mich der Thriller überhaupt nicht fesseln, die Handlung plätschert lange Zeit nur vor sich hin, erst gegen Ende nimmt sie etwas mehr Fahrt auf. Mir fehlte die Spannung und Gänsehautmomente. Einige Passagen haben mich sogar verwirrt und ich wusste nicht, ob Valeria träumt, oder ob die Situation real ist. Ich hätte mir auch mehr Rückblicke, bzw. Erinnerungen von Valeria an ihre eigene Entführung gewünscht. Obwohl ich das Buch im Urlaub gelesen habe, hatte ich Mühe mich darauf zu konzentrieren und habe es häufig zur Seite gelegt.

Fazit: Schade, mich konnte das Buch leider nicht überzeugen.

Veröffentlicht am 06.10.2021

Spannender 4. Fall

Der Gejagte
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„Der Gejagte“ ist bereits der 4. Fall für Johan Rokka und seine Kollegin Janna Weissmann, aber problemlos auch als Einzelband zu lesen.
Der Schreibstil von Gabriella Ullberg Westin gefällt mir sehr gut ...

„Der Gejagte“ ist bereits der 4. Fall für Johan Rokka und seine Kollegin Janna Weissmann, aber problemlos auch als Einzelband zu lesen.
Der Schreibstil von Gabriella Ullberg Westin gefällt mir sehr gut und obwohl der Roman im Präsens geschrieben ist - was viele Leser:innen abschreckt - lässt er sich absolut angenehm und flüssig lesen.
Die Geschichte wird im Wechsel aus drei Handlungssträngen, sowie aus häufig wechselnden Perspektiven und in relativ kurzen Kapiteln erzählt. Der Kriminalroman ist sehr komplex aufgebaut und es dauert eine ganze Weile, bis die Zusammenhänge der einzelnen Handlungsstränge ersichtlich werden. Das tatsächliche Mordmotiv wird erst ganz am Ende aufgedeckt.
Die verschiedenen Charaktere werden gut und authentisch beschrieben und wie in jedem der Bücher gibt es auch hier wieder kurze Einblicke in das Privatleben der Ermittler, die ich beide sehr gerne mag.
Die Inszenierung der Leichen ist zwar ziemlich blutig und grausam (Zitat Rokka: „Das ist das Widerlichste, was ich je gesehen habe.“), wird aber nicht reißerisch oder allzu detailliert beschrieben.

Fazit: Dieser Krimi hat mich vom Anfang bis zum Ende gefesselt und mich gut unter halten.

Veröffentlicht am 05.10.2021

Louise und Anna - zwei Geschichten

Die Bucht der Lupinen
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Inhalt: Seit vielen Jahrzehnten lebt Annas Großmutter Lou (Louise) in einem Haus am Meer in Neufundland. Nach ihrem Tod fällt Anna und ihren Schwestern Judith und Greta die Aufgabe zu, die Beerdigung zu ...

Inhalt: Seit vielen Jahrzehnten lebt Annas Großmutter Lou (Louise) in einem Haus am Meer in Neufundland. Nach ihrem Tod fällt Anna und ihren Schwestern Judith und Greta die Aufgabe zu, die Beerdigung zu planen und das Haus auszuräumen, um es verkaufen zu können. Dann findet Anna ein altes Foto, das ihre Großmutter zusammen mit einem unbekannten Mann zeigt. Anna wird neugierig auf Lous Geschichte, denn ihre Großmutter hat immer viel zu wenig von ihrer Vergangenheit, an die sie nicht erinnert werden wollte, erzählt. Lou musste in den 1930er Jahren zusammen mit ihrer Schwester Hannah aus ihrer Heimatstadt Hamburg fliehen, da sich für sie und ihre jüdische Familie die Lage in Deutschland immer weiter zuspitzte.

Meine Meinung: Die Geschichte wird im Wechsel auf zwei Zeitebenen erzählt. Während die Geschichte in der Gegenwart, in der die drei sehr unterschiedlichen Schwestern nach Neufundland reisen, eher leicht ist und sogar noch eine kleine Liebesgeschichte beinhaltet, ist die Geschichte von Lou wesentlich spannender und dramatischer und hat mich auch mehr fesseln können.
Die Beschreibungen der Charaktere fand ich sehr gelungen und mir waren Anna, Judith und Greta ebenso sympathisch wie Lou und ihre Schwester Hannah, sowie auch Carl, Lous Jugendfreund, der zu ihr hält und ihr hilft, obwohl sein Vater ein überzeugter Nazi ist. Der Schreibstil von Johanna Laurin ist lebendig und bildhaft und lässt sich sehr flüssig und angenehm lesen. Auch die Landschaftsbeschreibungen von Neufundland haben mir gut gefallen. Mir fehlte allerdings lange Zeit eine engere Verbindung der beiden Geschichten und die überraschende Wendung am Schluss hat mir überhaupt nicht gefallen (dazu habe ich aber auch schon viele andere Meinungen gelesen).

Fazit: Eine unterhaltsame Geschichte auf zwei Zeitebenen, die ich gerne gelesen habe.

Veröffentlicht am 15.09.2021

Absoluter Pageturner

Der Eisjunge
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Seit „Der Federmann“ (2011) habe ich alle Bücher von Max Bentow gelesen. „Der Eisjunge“ ist bereits der 9. Fall für Nils Trojan und sein Team, aber auch problemlos ohne Vorwissen zu lesen. Die Morde sind ...

Seit „Der Federmann“ (2011) habe ich alle Bücher von Max Bentow gelesen. „Der Eisjunge“ ist bereits der 9. Fall für Nils Trojan und sein Team, aber auch problemlos ohne Vorwissen zu lesen. Die Morde sind sehr bizarr, grausam, außergewöhnlich und meiner Meinung nach auch völlig absurd - kein Wunder, dass Nils sich sofort wieder auf seine Insel zurücksehnt und keine Zeit für sein Privatleben bleibt - und obwohl ich diese Art von Thriller eigentlich schon seit vielen Jahren überhaupt nicht mehr mag und mich deshalb einige Szenen und Beschreibungen etwas nerven, fiebere ich doch jedes Mal dem neuesten Buch der Reihe entgegen und verschlinge es in kürzester Zeit!
Der Schreibstil des Autors lässt sich absolut schnell und flüssig lesen. Das Tempo ist rasant, die Handlung permanent spannend und fesselnd. Dazu die relativ kurzen Kapitel, die oft mit einem Cliffhanger enden, sowie die häufigen Perspektivwechsel. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Bis zur überraschenden Auflösung am Schluss lag ich mit meinen Vermutungen völlig falsch.

Fazit: Ein spannender und gelungener 9. Teil! Ich will mehr…

Veröffentlicht am 13.09.2021

Eine ganz besondere Geschichte

Barbara stirbt nicht
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„Barbara stirbt nicht“ ist mein erstes Buch von Alina Brosky und nach den ersten Seiten erwartete ich eine witzige und lockere Lektüre über einen griesgrämigen älteren Mann, der plötzlich für sich selbst ...

„Barbara stirbt nicht“ ist mein erstes Buch von Alina Brosky und nach den ersten Seiten erwartete ich eine witzige und lockere Lektüre über einen griesgrämigen älteren Mann, der plötzlich für sich selbst sorgen muss. Doch diese Geschichte geht viel tiefer.
Herr Schmidt ist nach eigener Aussage „kein Netter“. Er ist ein griesgrämiger Kauz, steckt voller Vorurteile, liebt seine jahrzehntealten täglichen Routinen und lässt sich gern und ganz selbstverständlich von seiner Frau Barbara bedienen. Auch das Verhältnis zu seinen inzwischen erwachsenen Kindern ist schwierig. Obwohl er eigentlich unsympathisch sein müsste, mochte ich ihn tatsächlich von Anfang an, was wahrscheinlich an der bösen, doch gleichzeitig auch warmherzigen Beschreibung der Autorin liegt. Als er plötzlich auf sich allein gestellt ist und auch für Barbara sorgen muss, beginnt er sich allmählich weiterzuentwickeln. Er lernt nicht nur kochen und backen, sondern auch viel über sich selbst und über seine Frau, die er plötzlich mit ganz anderen Augen sieht. Alina Bronsky versteht es perfekt, zwischen den Zeilen dieser humorvoll erzählten Geschichte die traurige Wahrheit durchschimmern zu lassen, ohne sie direkt auszusprechen.

Fazit: Eine berührende, ungewöhnliche und ganz besondere Geschichte, bitterböse und witzig erzählt.