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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.07.2018

Ein schöner Sommerroman

Shark Club – Eine Liebe so ewig wie das Meer
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Inhalt: Maeve und ihr Zwillingsbruder Robin verlieren schon im Alter von sechs Jahren ihre Eltern bei einem Unfall. Sie wachsen bei ihrer Großmutter Perri auf, die an der Küste Floridas das „Hotel der ...

Inhalt: Maeve und ihr Zwillingsbruder Robin verlieren schon im Alter von sechs Jahren ihre Eltern bei einem Unfall. Sie wachsen bei ihrer Großmutter Perri auf, die an der Küste Floridas das „Hotel der Musen“ betreibt. Im Alter von zwölf Jahren passieren zwei entscheidende Dinge am selben Tag: Maeve küsst Daniel, ihre erste große Liebe, und sie wird von einem Hai gebissen. Die Beziehung zu Daniel zerbricht einige Jahre später, doch Maeve entwickelt eine große Liebe zu Haien und wird Meeresbiologin. An ihrem 30. Geburtstag kehrt sie in das Haus ihrer Großmutter zurück und trifft unverhofft auch Daniel wieder…

Meine Meinung: In diesem ersten Roman von Ann Kidd Taylor geht es nicht nur um eine Liebesgeschichte und das Verzeihen von Kränkungen, sondern auch zu einem relativ großen Teil um Haie und andere Meeresbewohner. Um Tierquälerei und das grausame und illegale Geschäft mit Haifischfossen; shark finning genannt. Dieses Thema fand ich auch sehr interessant, vor allem die bildhaften Beschreibungen der Tauchgänge haben mir gut gefallen. Insgesamt gesehen war es mir aber etwas zu ausführlich.
Die Charaktere sind alle sympathisch beschrieben, über einige, z.B. Perri, Maeves bücherliebende und etwas verrückte Großmutter, hätte ich allerdings gerne noch etwas mehr erfahren. Ganz bezaubernd wird dagegen die sechsjährige Hazel geschildert. Auch wenn sie manchmal etwas zu altklug ist, so fand ich die Passagen mit ihr sehr amüsant und berührend. Ich glaube, jeder Leser wird sie sofort lieben❤️!
Das Setting Florida ist ein Traum und der Schreibstil leicht, flüssig und bildhaft. Obwohl man das Ende schon bald erahnen kann, war ich mir nie ganz sicher und ich war einige Male kurz davor, auf die letzte Seite zu schauen?.
Fazit: Insgesamt ist „Shark Club“ ein schön zu lesender Sommerroman, den ich gerne weiterempfehle.

Veröffentlicht am 29.07.2018

Schmetterlinge und rote Schuhe...

Der Schmetterlingsjunge
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Inhalt: Die Tote lag bäuchlings auf dem Bett - auf ihren Rücken hatte ihr Mörder einen riesengroßen wunderschönen Schmetterling gemalt. Nils Trojan und seine Kollegen sind fassungslos, doch nur zwei Tage ...

Inhalt: Die Tote lag bäuchlings auf dem Bett - auf ihren Rücken hatte ihr Mörder einen riesengroßen wunderschönen Schmetterling gemalt. Nils Trojan und seine Kollegen sind fassungslos, doch nur zwei Tage später finden sie ein zweites Opfer mit einer ähnlichen Bemalung. Der Mörder hinterlässt an den Tatorten Spuren für die Polizei, die auf weitere Verbrechen hinweisen und spielt ein perfides Verwirrspiel mit den Ermittlern.

Meine Meinung. „Schmetterlingsjunge“ ist bereits der 7. Fall für Nils Trojan und bisher habe ich alle Bücher gelesen. Manche fand ich super, andere weniger gut.
Ich bin eigentlich kein Fan von Thrillern, in denen es um psychopathische Serienkiller geht, die eine traumatische Kindheit hatten. Davon gibt es auch schon jede Menge. Trotzdem hat mich diese, in meinen Augen etwas absurde (damit meine ich die Art der Morde) Geschichte, von Anfang an gefesselt. Der Schreibstil ist einfach, flüssig und zusätzlich durch die große Schrift sehr schnell zu lesen. Die Handlung ist rasant und spannend, ohne überflüssige Längen, und da jedes Kapitel mit einem kleinen Cliffhanger endet und es viele Perspektivwechsel gibt, lässt sich das Buch nur schwer zur Seite legen.
Im Laufe der Geschichte erfährt der Leser in Rückblicken mehr über die Vergangenheit des Täters und kann so den Ursprung seiner Taten erkennen.
Die sich anbahnende neue Liebesgeschichte ist ziemlich vorhersehbar und für mich persönlich auch überflüssig, nimmt aber zum Glück nicht zu viel Raum ein und ich bin froh, dass Trojans Beziehungsprobleme mit Jana endlich in den Hintergrund treten.

Fazit: Für mich war „Schmetterlingsjunge“ ein echter Pageturner und deshalb sehe ich gerne über einige kleine inhaltliche Schwächen hinweg.

Veröffentlicht am 29.07.2018

Nichts für Arachnophobiker

Das Gift der Wahrheit
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Inhalt: Hauptkommissarin Alexis Hall und Kriminalbiologin Karen Hellstern werden zu einer bereits stark verwesten weiblichen Leiche gerufen, die nur durch Zufall am Mannheimer Klärwerk gefunden wurde. ...

Inhalt: Hauptkommissarin Alexis Hall und Kriminalbiologin Karen Hellstern werden zu einer bereits stark verwesten weiblichen Leiche gerufen, die nur durch Zufall am Mannheimer Klärwerk gefunden wurde. Dei der Toten finden sie ein Medaillon mit einer in Harz gegossenen Kreuzspinne. Relativ schnell kann das Opfer identifiziert werden und die Ermittlungen führen zu Gabriela Thalbach, der Freundin der Toten und ihrer Tochter Merle. Schon seit längerer Zeit werden die beiden von Gabrielas Exmann terrorisiert und bedroht. Ist er der Täter? Gibt es noch mehr Opfer? Die Spuren führen zu Morden in Kolumbien.

Meine Meinung: „Das Gift der Wahrheit“ ist bereits der zweite Fall für Karen und Alexis, aber durchaus ohne Vorkenntnisse zu lesen, auch wenn häufiger Bezug auf den Vorgänger genommen wird.
Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und der Spannungsbogen baut sich zuerst langsam, aber dann unaufhörlich auf. Unterbrochen wird er durch Einblicke in das Privatleben der beiden Ermittlerinnen und durch die biologisch / wissenschaftlichen Erklärungen von Karen, der Kriminalbiologin. Diese Ausführungen nehmen (meistens) gerade soviel Raum ein, um interessant zu bleiben. Noch mehr davon hätte mich gelangweilt.
Als etwas zu viel habe ich dagegen die privaten Probleme und Gedanken von Alexis empfunden. Dadurch gerät der eigentliche Fall manchmal sogar in den Hintergrund.
Gut gefallen haben mir die Perspektivwechsel. So bekommt der Leser nicht nur die Geschichte aus der Sicht der Ermittler geschildert, sondern auch aus der des Mörders, der Opfer und anderer Charaktere. Das macht das Buch sehr abwechslungsreich und spannend. Vor allem mit den Opfern habe ich mitgezittert und -gelitten. Die Morde sind ziemlich grausam und makaber und der Mörder völlig skrupellos.

Fazit: Das Buch ist gut geschrieben und stellenweise so spannend, dass mir ein Schauer über den Rücken lief, und sicher nichts für Menschen mit einer Spinnenphobie!

Veröffentlicht am 02.07.2018

Eine Kindheit in den 60er Jahren

Pfaffs Hof
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Inhalt: Anfang der 60er Jahre zieht die kleine Annemarie mit ihren Eltern auf den dunklen und baufälligen Hof der Familie Pfaff in einen kleinen Ort am Niederrhein. Die Eltern haben sich nicht mehr viel ...

Inhalt: Anfang der 60er Jahre zieht die kleine Annemarie mit ihren Eltern auf den dunklen und baufälligen Hof der Familie Pfaff in einen kleinen Ort am Niederrhein. Die Eltern haben sich nicht mehr viel zu sagen und die Stimmung ist meistens ziemlich gedrückt. Der älteste Sohn Peter (1944 geboren) ist schon ausgezogen, weil er sich mit dem Vater überworfen hat. Die Mutter hat ständig andere Männer zu Hause, wenn der Vater nicht da.

Annemarie flüchtet sich in die Welt der Bücher und träumt davon Studentin zu werden. Ihr großes Vorbild ist Astrid Lindgren.

Meine Meinung: Die ganze Geschichte, die in den späten Nachkriegsjahren spielt, wird aus der Sicht von Annemarie erzählt. Ich schätze ihr Alter auf etwa 6 oder 7 Jahre zu Beginn und auf 10 oder 11 Jahre am Ende des Buches. Die Menschen sind noch von der schweren Last und Schuld des Krieges geprägt und vor allem die ehemaligen Soldaten möchten diese schlimmen Jahre möglichst schnell vergessen und nicht mehr darüber sprechen. Annemaries Vater wird noch viele Jahre nach dem Krieg von Alpträumen gequält. Das Mädchen bekommt alles mit, denn es schläft zwischen den Eltern. Die Mutter macht vor Annemarie kein Geheimnis daraus, wie sie zu dem Vater steht (dem „Satan“) und Annemarie sieht sie häufiger mit anderen Männern, die sie sich scheinbar wahllos aussucht. Der Vater scheut sich, Annemarie seine Zuneigung zu zeigen, die aber trotzdem ganz deutlich erkennbar ist. Mit Gefühlen war man zu der Zeit eher zurückhaltend.
Durch die Sichtweise eines Kindes und der typischen Sprache der 60er wirkt dieser Roman äußerst lebhaft und authentisch. Die Kapitel sind sehr kurz und flüssig zu lesen. Allerdings springen die Kapitel manchmal ohne genaue Angaben in den Zeiten, was etwas verwirrend ist. Hiltrud Leenders benutzt Redewendungen, Ausdrücke, Lieder und Gebete, die ich persönlich (geboren 1964) auch noch sehr gut kenne und für mich war es wie eine Reise in die Vergangenheit. Auch kenne ich noch Steghosen, Wasserwellen, die Besucherritze, Eisblumen am Fenster und auch das Lied: "Warte, warte nur ein Weilchen, dann kommt Haarmann auch zu dir. Mit dem kleinen Hackebeilchen und macht Hacke-, Hacke-, Hackemus aus dir.“ (Heute unvorstellbar, so etwas Kindern vorzusingen!).
Annemarie hat einen starken Willen, sie wird immer selbstbewusster und hat ein klares Ziel vor Augen: Sie möchte studieren!
Das Ende, eine Provokation von Annemarie, fand ich sehr gut.

Fazit: Mir hat das Buch, das eine Zeitreise in die 60er Jahre ist und Annemaries Alltag schildert, sehr gut gefallen.

Veröffentlicht am 18.06.2018

Eine historische Geschichte aus der Welt der Medizin

Die Ärztin: Das Licht der Welt
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Inhalt: 1878. Nach einem tragischen Unglück und einer mutigen Tat, verlässt die 13-jährige Ricarda Pertersen, die Tochter der Köchin und des Gärtners auf Schloss Freystetten in Brandenburg, ihre Familie ...

Inhalt: 1878. Nach einem tragischen Unglück und einer mutigen Tat, verlässt die 13-jährige Ricarda Pertersen, die Tochter der Köchin und des Gärtners auf Schloss Freystetten in Brandenburg, ihre Familie um als Mündel der Komtess Henriette von Freystetten in Berlin zu leben. Die Komtess ist eine der ersten Ärztinnen in Deutschland und führt ein emanzipiertes Leben. Ricarda assistiert ihr gerne bei den Behandlungen und träumt bald davon, selber kranken Menschen helfen zu können.

Meine Meinung: Obwohl mich das Cover überhaupt nicht angesprochen hat, hat mich die Leseprobe schnell überzeugt.
Das Buch beginnt sofort spannend mit dem Unfall, der gewissermaßen der Beginn der Veränderung von Ricardas weiterem Leben ist. Zur damaligen Zeit hätte sie alsTochter der Köchin und des Gärtners so gut wie keine Möglichkeit einer Weiterbildung gehabt und hätte zwangsläufig ebenfalls im Haushalt der Familie von Freystetten gearbeitet. Als Mündel der angesehenen unverheirateten Komtess Henriette wird sie jedoch in deren Kreise eingeführt und erlebt den Alltag der Ärztin, aber sie sieht auch viel Leid. Und sie erfährt auch schnell, wie schwer es Frauen in der dominanten Männerwelt gemacht wird, etwas zu erreichen, das für die meisten Männer selbstverständlich ist. Ich habe das Buch als sehr interessant und informativ empfunden. In unterhaltsamer Romanform habe ich viel über diese Zeit erfahren, über die Rolle der Frau (auch über die damalige Mode), über die Lebensverhältnisse der ärmeren Leute, über Krankheiten, die Krankenpflege und über die medizinische Weiterentwicklung. Ich bin froh, dass ich im Jahr 2018 lebe!
Die verschiedenen Charaktere; einige sympathisch, andere weniger, sind glaubhaft beschrieben. Die Protagonistin Ricarda ist eine intelligente, ehrgeizige und mutige junge Frau, die für ihr Ziel einiges in Kauf nimmt. Ich werde sicher auch noch den 2.Teil „Die Ärztin - Stürme des Lebens“ lesen, der am 20. November erscheint.

Fazit: Eine wirklich sehr interessante historische Geschichte aus der Welt der Medizin.