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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.05.2018

Vier Freunde auf dem Weg zum Mond

Mein Sommer auf dem Mond
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Inhalt: Fritzi, Bastian, Tim und Sarah lernen sich in einem Therapiezentrum für psychisch kranke Jugendliche auf Rügen kennen. Die vier unterschiedlichen Teenager bilden für einige Wochen ein Team, die ...

Inhalt: Fritzi, Bastian, Tim und Sarah lernen sich in einem Therapiezentrum für psychisch kranke Jugendliche auf Rügen kennen. Die vier unterschiedlichen Teenager bilden für einige Wochen ein Team, die Therapiegruppe „Die Astronauten" und müssen sich wohl oder über zusammenraufen. Dabei freunden sie sich an, helfen einander und wachsen über sich hinaus.

Meine Meinung: Jugendbüchern stehe ich (ü50) zunächst immer sehr skeptisch gegenüber. Zu oft wurde ich schon enttäuscht. „Mein Sommer auf dem Mond“ hat mich aber von Anfang an begeistert. Der Schreibstil von Adriana Popescu ist absolut wunderbar und mitreißend. Sie schafft es mit bewundernswerter Leichtigkeit und Humor dem Leser ein schwieriges Thema nahe zu bringen.
Die vier Jugendlichen, die sich zunächst fremd und auch nicht besonders sympathisch sind, werden im Laufe der Zeit richtig gute Freunde. Nach und nach akzeptiert jeder den anderen und vor allem sich selbst. Der Weg dorthin hat Höhen und Tiefen und ist auch am Ende des Buches noch nicht geschafft, und es ist sehr berührend, ihn begleiten zu dürfen.
Die Geschichte wird abwechselnd von Fritzi und Bastian erzählt und beinhaltet auch eine kleine Liebesgeschichte. Diesen Wechsel finde ich sehr gelungen, denn er ermöglicht, beide besser zu verstehen.
Alle vier Protagonisten sind mir am Ende ans Herz gewachsen und ich habe beinahe das Gefühl, als würde ich sie persönlich kennen.

Ein Satz der mir besonders gut gefallen hat: „Mein Herz hat die Schuhe ausgezogen und tobt sich seit Minuten in einer Hüpfburg aus“.

Fazit: Für mich ist „Mein Sommer auf dem Mond“ ein aus der Masse herausragendes Jugendbuch und auf jeden Fall auch für ältere Leser geeignet. Eine Geschichte über Freundschaft, Akzeptanz, Mut und die erste Liebe. Klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 08.05.2018

Ein neues Ermittlerteam

Krokodilwächter
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Inhalt: Die 21-jährige Literaturstudentin Julie wird von ihrem älteren Nachbarn Gregers tot aufgefunden. Erstochen und von Schnitten im Gesicht gezeichnet. Einige Spuren deuten auf Kristoffer, den jungen ...



Inhalt: Die 21-jährige Literaturstudentin Julie wird von ihrem älteren Nachbarn Gregers tot aufgefunden. Erstochen und von Schnitten im Gesicht gezeichnet. Einige Spuren deuten auf Kristoffer, den jungen Freund der Vermieterin Esther de Laurenti hin. Als diese dann der Polizei ein von ihr geschriebenes Manuskript zeigt, das einen sehr ähnlichen Mord beschreibt, glaubt die Polizei der Auflösung sehr nahe zu sein. Doch dann geschieht ein weiterer Mord…

Meine Meinung: „Krokodilwächter“ von Katrine Engberg ist der erste Fall des dänischen Ermittlerteams Jesse Kørner und Anette Werner. Jeppe ist ein typischer Ermittler wie man ihn auch aus anderen skandinavischen Krimis kennt. Seine Frau hat ihn verlassen, er fühlt sich einsam, hat körperliche Beschwerden und ist leicht depressiv. Anette spielt in diesem Buch eine etwas kleinere Rolle. Sie ist ungeduldiger und nicht sonderlich diplomatisch, aber in ihrem Privatleben scheint alles in Ordnung zu sein. Zusammen bilden Jeppe und Anette ein starkes Team. Zitat S.22: „An guten Tagen hackten sie aufeinander rum wie ein altes Ehepaar, an schlechten Tagen hätte er sie am liebsten in den Øresund geschmissen“. Ich persönlich mag gegensätzliche Ermittler sehr gern.
Alle Charaktere sind gut ausgearbeitet und sehr verschieden. Besonders gut hat mir die 68-jährige Hausbesitzerin und emeritierte Professorin Esther de Laurenti gefallen. Sie ist zwar etwas exzentrisch, vielleicht auch leicht schrullig, aber vor allem warmherzig und liebenswert.
Auch die Sprache und der ruhige und unaufgeregte Schreibstil haben mir zugesagt. Die Spannung steigt zuerst relativ langsam, doch je mehr die Polizei ermittelt, desto spannender und komplexer wird der Fall. Bis zur endgültigen Auflösung hatte ich weder vom Mörder noch vom Motiv eine genaue Vorstellung.
Der Titel des Buches, der mich zuerst etwas irritiert hat, wird erst gegen Ende geklärt.

Fazit: „Krokodilwächter“ ist ein gut konstruierter, komplexer und spannender Kriminalroman, bei dem die Ermittlungsarbeit der Polizei im Vordergrund steht. Als Thriller würde ich das Buch aber nicht bezeichnen. Ich denke, das Ermittlerteam, das mir bisher noch etwas fremd geblieben ist (vor allem Anette), wird sich in den nächsten Büchern noch weiterentwickeln.

Veröffentlicht am 23.04.2018

Hat Ellie übersinnliche Fähigkeiten oder nicht?

Das Böse in deinen Augen
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Die Kinderpsychologin Imogen Reid kehrt nach dem Tod ihrer Mutter in ihren Heimatort Gaunt zurück und tritt dort eine Stelle bei Place2Be an, eine Einrichtung, die Schulen psychatrischen Beistand bietet.
Sie ...

Die Kinderpsychologin Imogen Reid kehrt nach dem Tod ihrer Mutter in ihren Heimatort Gaunt zurück und tritt dort eine Stelle bei Place2Be an, eine Einrichtung, die Schulen psychatrischen Beistand bietet.
Sie übernimmt den Fall der 11-jährigen Ellie Atkinson, die bei Pflegeeltern wohnt, seit sie bei einem Brand ihre Eltern und ihren kleinen Bruder verloren hat. Ellie ist eine Einzelgängerin, ihre Mitschüler bezeichnen sie als „Hexe“ und sogar ihre Pflegemutter hält sie für merkwürdig oder sogar gefährlich, denn wenn Ellie wütend wird, passieren schreckliche Dinge. Nur ihre vier Jahre ältere Pflegeschwester Mary stellt sich schützend vor das Mädchen und auch Imogen hält Ellie nur für ein zutiefst verstörtes Kind…

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir sehr leicht, denn der Schreibstil von Jenny Blackhurst ist sehr flüssig zu lesen und die Kapitel sind relativ kurz und wechseln hauptsächlich zwischen den Protagonistinnen Ellie und Imogen. Von Anfang an hat man als Leser das Gefühl, dass hier übernatürliche Kräfte am Werk sind und man rätselt bis zum Ende, ob das möglich ist. Manches spricht dagegen, anderes dann wieder dafür. Insgesamt entsteht durch die Vorkommnisse und die Frage, wer dahinter steckt, eine etwas düstere und bedrohliche Atmosphäre. Das hat mir sehr gut gefallen.
Ellie blieb mir während des ganzen Buches rätselhaft. Ist sie schwer traumatisiert und selbst ein Opfer, oder ist sie abgrundtief böse? Zeitweise tat sie mir unheimlich leid, denn ihre Mitschüler sind wirklich grausam zu ihr.
Imogen will Ellie unbedingt helfen und überschreitet damit eindeutig ihre Kompetenzen. Dabei hat sie genug eigene Probleme zu bewältigen.
Der Spannungsbogen steigt nur sehr langsam, aber konstant an und die Geschichte wirft sehr viele Fragen auf, die auch bis zum Schluss leider nicht alle befriedigend beantwortet werden.

Mir hat das Buch von Anfang an gut gefallen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Spannung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Geschichte
Veröffentlicht am 20.02.2018

Ein neues Ermittlerteam

Totenweg
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Frida, eine junge Polizistin und Studentin an der Polizeiakademie in Hamburg, kehrt nach vielen Jahren zurück auf den Apfelhof ihrer Eltern in Deichgraben, einem kleinen Ort in der Elbmarsch. Ihr Vater ...

Frida, eine junge Polizistin und Studentin an der Polizeiakademie in Hamburg, kehrt nach vielen Jahren zurück auf den Apfelhof ihrer Eltern in Deichgraben, einem kleinen Ort in der Elbmarsch. Ihr Vater Fridtjof wurde hinterrücks niedergeschlagen und besinnungslos in einem Straßengraben gefunden. Seitdem liegt er im Koma. Hat der Anschlag etwas mit dem Land zu tun, dass Fridtjof nicht verkaufen will? Kommissar Bjarne Haverkorn übernimmt die Ermittlungen. Er hat Frida bereits vor 18 Jahren kennengelernt, als diese ihre beste Freundin Marit ermordet in einem alten Viehstall gefunden hat. Der Mord konnte nie aufgeklärt werden und belastet Haverkorn und Frida bis heute.

„Totenweg“ ist der erste Teil einer Krimireihe mit dem Ermittlerduo Bjarne Haverkamp und Frida Paulsen. Nachdem zuerst jeder noch für sich recherchiert, arbeiten sie, nachdem Frida Haverkorn ein Geheimnis anvertraut hat, zusammen. Frida ist noch jung und unerfahren. Außerdem hat sie hat den Mord an ihrer Freundin noch nicht verarbeitet. Durch ihre persönliche Betroffenheit reagiert sie manchmal impulsiv, unbedacht und auch waghalsig. Haverkorn ist dagegen schon ein erfahrener Ermittler, allerdings hat er private und gesundheitliche Probleme. Zusammen bilden sie ein gutes Team und sind beide sympathisch.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und durch den gut aufgebauten und ständig ansteigenden Spannungsbogen, sowie die verschiedenen Verdächtigen (für den Leser jedenfalls) und überraschenden Wendungen, die zum Schluss geschickt miteinander verknüpft werden, habe ich das Buch zwischendurch nur ungern zur Seite gelegt.
Das Cover passt perfekt zu der Geschichte, genauso habe ich mir die Landschaft in der Elbmarsch vorgestellt. Ziemlich einsam, viele Wiesen und wenig Gehöfte. Eine etwas düstere Atmosphäre.

Fazit: Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, diesen Kriminalroman in der Leserunde der Lesejury zu lesen. Ich habe noch nie erlebt, dass in einer Leserunde so viel spekuliert und diskutiert wurde. Super! Vielen Dank, dass ich dabei sein durfte.
„Totenweg“ von Romy Fölck ist ein gut erzählter und spannender Kriminalroman, mit viel Lokalkolorit. Ich werde sicher auch den zweiten Fall von Frida und Haverkorn lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Atmosphäre
  • Figuren
  • Spannung
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 21.11.2017

Das Geheimnis des Morgenwaldes

Tochter des dunklen Waldes
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Inhalt: Die junge Lilah wohnt bei Onkel und Tante in deren Wirtshaus "Schwarze Eiche" in dem kleinen Dorf Grünweite, das von zwei Seiten von einem großen, undurchdringlichen und bedrohlich wirkenden Wald ...

Inhalt: Die junge Lilah wohnt bei Onkel und Tante in deren Wirtshaus "Schwarze Eiche" in dem kleinen Dorf Grünweite, das von zwei Seiten von einem großen, undurchdringlichen und bedrohlich wirkenden Wald umschlossen ist. Dem Morgenwald. Um diesen Wald ranken sich düstere Sagen und kein Mensch soll jemals von dort zurückgekehrt sein.
Dann wird am Waldrand die Leiche einer jungen Frau gefunden und zur gleichen Zeit verschwindet Dorean, ein junger Mann, in den Lilah sich verliebt hat. Hat er etwas mit dem Mord zu tun? Ist er in den Wald geflohen? Lilah will es herausfinden und wagt sich in den Morgenwald...

Meine Meinung: Das Cover ist wunderschön und passt perfekt zu diesem Buch.
Die Geschichte beginnt in dem kleinen Dorf Grünweite und durch die Erklärungen zum Morgenwald herrscht eine düstere Atmosphäre. Katharina Seck versteht es hervorragend mit ihren Worten Stimmungen, Gefühle und die Umgebung zu beschreiben. Durch ihre bildhafte Sprache entsteht ein Kopfkino. Ich liebe düstere und etwas gruselige Geschichten und Beschreibungen. Diese Stimmung bleibt allerdings nicht während der ganzen Geschichte erhalten. Im Mittelteil wird sie sogar eher leicht und freundlich und die Handlung zieht sich auch etwas, bis zum Ende hin wieder mehr Spannung aufgebaut wird.
Die Charaktere haben mir alle ganz gut gefallen. Lilah ist ein nettes junges Mädchen und Dorean ist eher undurchsichtig, aber das ist Teil der Handlung. Besonders das Mädchen Nerida, mit ihren roten Haaren und ihrer Fröhlichkeit, war mir sofort sympathisch. Auch die "bösen" und unsympathischen Typen fehlen natürlich in dieser Geschichte nicht.
Das Hauptthema, also die Fantasy-Idee, fand ich sehr überraschend, ungewöhnlich und auch neu, was absolut positiv zu bewerten ist. Nur leider hat sie mir persönlich nicht so zugesagt (ich bin aber auch kein typischer Fantasy-Leser).

Fazit: Das Buch hat mich wirklich gut unterhalten und es hat mir viel Spaß gemacht, an der Leserunde teilzunehmen. Leider konnte mich die Geschichte aber nicht völlig überzeugen. Manche Stellen fand ich etwas lang und es bleiben noch einige Fragen offen. Aber vielleicht gibt es ja bald eine Fortsetzung, die diese Fragen noch beantwortet?!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Atmosphäre
  • Charaktere
  • Gefühl
  • Spannung