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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.08.2025

Weniger durch den Alltag hetzen

Die Sekundenochs
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Ein tolles Buch, das sofort nach dem Auspacken gelesen werden musste, und dann noch einmal zum Einschlafen und am Liebsten morgens nochmal, aber da war keine Zeit zum Trödeln
Das schöne bunte Cover ist ...

Ein tolles Buch, das sofort nach dem Auspacken gelesen werden musste, und dann noch einmal zum Einschlafen und am Liebsten morgens nochmal, aber da war keine Zeit zum Trödeln
Das schöne bunte Cover ist mit einem Poster umwickelt, auf dem es Vieles aus der Geschichte zu entdecken gibt. Die Geschichte selber ist vielen Eltern und Kindern aus dem Leben gegriffen, denn wenn Kinder gerne noch eine Weile herumtrödeln, weil sie grade etwas viel Interessanteres zu tun haben (oder eben auch mal gar nichts), als Anziehen oder Zähneputzen drängen die Erwachsenen immer zur Eile, weil der Tag so vollgepackt ist und Zeit knapp ist.

Davon kann auch Smilla ein Lied singen, ständig heißt es schnell, schneller, rucki-zucki, ratzfatz, dalli-dalli oder hoppi-galoppi. Und dann taucht auf einmal Tjörge unter ihrem Bett auf, der sein ganzes Leben mit herumtrödeln, aufschieben und langsam machen verbracht hat. Tjörge ist ein Sekundenoch und weil er erstmal nicht mehr nach Hause kann, wirbelt er Smillas Leben gaaaanz langsam durcheinander.

Die Sekundenochs ist ein wunderbares Buch mit tollen Zeichnungen zu den kurzen Texten, das verdeutlicht, wie wichtig es ist, nicht nur durch den Alltag zu Hetzen, sondern sich auch mal Zeit zu nehmen um alles um sich herum viel intensiver wahrzunehmen.

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Veröffentlicht am 02.08.2025

Eindringlich aber sperrig

Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten
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Anna Maschik entfaltet eine vier Generationen umspannende Familiengeschichte, die am ersten Tag des 20. Jahrhunderts beginnt und von der am Ende als einzige übrig gebliebenen Alma erzählt wird.
Die Zitronenscheibe ...

Anna Maschik entfaltet eine vier Generationen umspannende Familiengeschichte, die am ersten Tag des 20. Jahrhunderts beginnt und von der am Ende als einzige übrig gebliebenen Alma erzählt wird.
Die Zitronenscheibe des Titelbildes offenbaren sich erst auf den letzten Seiten, bis dahin nimmt man als Leser am Leben aller Familienmitglieder einige Momente teil. Das Augenmerk liegt hierbei auf den Fauen der Familie, die sich bei allen Unterschieden am Ende doch sehr ähnlich sind.
Die Sprache der Autorin ist beobachtend und analysierend, viele der kurzen Kapitel enthalten ein nüchternes Fazit des Gesagten in Listenform. Dieser Erzählstil ist recht unbequem und sperrig, trotzdem liest sich das Buch gut, man muss sich allerdings darauf einlassen. Durch den kargen Stil bleibt das Buch kurz, ufert nicht aus und schafft es trotzdem Atmosphäre zu vermittelt; vielleicht grade dadurch, dass vieles unerwähnt bleibt.

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Veröffentlicht am 20.04.2025

Literarische Landschaften

Schauplätze der Weltliteratur
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Der Herausgeber John Sutherland ist Professor für moderne englische Literatur und stellt in diesem Buch eine Sammlung von mehr als 70 Essays verschiedener Autorinnen und Autoren vor.
Darin nimmt er den ...

Der Herausgeber John Sutherland ist Professor für moderne englische Literatur und stellt in diesem Buch eine Sammlung von mehr als 70 Essays verschiedener Autorinnen und Autoren vor.
Darin nimmt er den Leser mit auf eine Reise zu verschiedenen Schauplätzen der Weltliteratur. Diese Reise ist keine Weltreise, die man am Stück unternimmt, sondern eher wie eine Abfolge von Kurztrips, mal hierhin, mal dorthin, wohin es einen beim Aufschlagen des Buches grade verschlägt, denn wie einen Roman, von der ersten bis zur letzten Seite, liest man dieses Buch eher nicht.
Die Form einer literarischen Collage, mit Fotos, Karten, Covern, Gemälden und Illustrationen lädt dazu ein, zu blättern, Autorenportraits und Illustrationen zu entdecken, vielleicht auch Anregungen für die nächste Lektüre zu finden.
In vier chronologischen Epochen werden die Schauplätze klassischer und moderner Werke von den Romantikern des 19. Jahrhunderts bis zur Moderne, von den Nachkriegspanoramen bis zur zeitgenössischen Postmoderne kartografiert und anhand dieser geografischen Einordnung erläutert, wie sowohl die Umgebung als auch die kulturellen, sozialen und historischen Hintergründe der Autoren ihre Werke beeinflusst haben.
Das Buch ist ein schönes Geschenk für Literaturliebhaber und alle, die sich für die Zusammenhänge zwischen Kultur, Geschichte literarischer Handlung interessieren. Man nimmt es gern zu Hand, liest ein Kapitel, blättert durch die schönen Illustrationen und freut sich darauf das Setting der nächsten Lektüre vielleicht mit anderen Auge zu sehen.

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Veröffentlicht am 20.04.2025

Gruselige Blasmusik

Die Stadt der Schattenschläfer und die Melodie der Albträume
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Schon der Klappentext liest sich wie ein Albtraum, man stelle sich nur vor in so einer Stadt zu leben, in der man Tag für Tag mit Blasmusik malträtiert wird und andere Musik und Instrumente in den Köpfen ...

Schon der Klappentext liest sich wie ein Albtraum, man stelle sich nur vor in so einer Stadt zu leben, in der man Tag für Tag mit Blasmusik malträtiert wird und andere Musik und Instrumente in den Köpfen der menschen schlichtweg nicht existieren.

Klar dass man hier als Heavy Metal Fan nicht länger bleiben kann und so beginnt die abenteuerliche Geschichte von Elly, die dem Humtata entfliehen will und unvermutet neue Freunde findet, aber auch ein gruseliges Geheimnis tief unter der Stadt entdeckt. Elly und ihre Freunde haben mir gut gefallen, sie setzten ein Zeichen für das Anderssein und Gegen-den-Strom-Schwimmen.

Die Geschichte hatte ich mir ein wenig anders vorgestellt und habe mich gefreut, wie sie sich entwickelt hat, die Geschichte der Schattenschläfer, die Bedeutung von Musik und die etwas gruselige Atmosphäre haben mir gefallen und auch unsere 13-jährige Leseratte war von dem Buch begeistert.

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Veröffentlicht am 20.04.2025

Arg konstruiert und langweilig

Das Mörderarchiv
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Seit eine Wahrsagerin vor sechzig Jahren auf einem Jahrmarkt der 17-jährigen Frances Adams prophezeit hat, dass sie eines Tages ermordet werden würde, ist Frances davon besessen, ihren eigenen Mörder zu ...

Seit eine Wahrsagerin vor sechzig Jahren auf einem Jahrmarkt der 17-jährigen Frances Adams prophezeit hat, dass sie eines Tages ermordet werden würde, ist Frances davon besessen, ihren eigenen Mörder zu entlarven.
Jetzt, in der Gegenwart, hat Frances, eine wohlhabende Einsiedlerin, die ihren weitläufigen Landsitz nur selten verlässt, ihre Großnichte Annie gebeten, nach Castle Knoll zu reisen, weil sie plant, ihr Testament zu ändern. Annie, eine angehende Krimiautorin, die ihre Großtante noch nie getroffen hat, macht sich also auf den Weg zu diesem Treffen, trifft ihre Tante aber nicht mehr lebend an. Es ist klar, dass sie ermordet worden ist, was sie ihr gesamtes Leben hindurch erwartet hatte.
Ihr letzter Wille verfügt, dass ihr Vermögen an denjenigen geht, der ihren Mord innerhalb einer Woche aufklären kann, jede Menge Material über Verdächtige und Motive hat die Verstorbene zu ihren Lebzeiten bereits angesammelt, jetzt machen sich die drei potentiellen Erben also auf die Suche.

Soweit zum Plot. Mit der Protagonistin wurde ich nicht so richtig warm, alle übrigen Personen hatten auch nicht grade einen Bonus auf Sympatie und die Geschichte wurde zu keiner Zeit wirklich spannend, sie wirkte arg konstruiert und wurde dadurch, dass in dem Ort offenbar jeder irgendwelche Dreck am Stecken hat, auch nicht besser. Die vielen beteiligten Personen mit ihren Motiven und Verstrickungen machen das Ganze zudem unnötig unübersichtlich, ich war am Ende froh, dass die Geschicht zu Ende war.

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