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Veröffentlicht am 07.09.2021

Einmal Cop, immer Cop

Der Sucher
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Cal Hooper hat sein Leben als Cop in Chicago satt. Seine Ehe ist gescheitert und der Beruf erfüllt ihn nicht mehr. Als er die Möglichkeit erhält, sich ein kleines Cottage in Irland zu kaufen, greift er ...

Cal Hooper hat sein Leben als Cop in Chicago satt. Seine Ehe ist gescheitert und der Beruf erfüllt ihn nicht mehr. Als er die Möglichkeit erhält, sich ein kleines Cottage in Irland zu kaufen, greift er zu. Alles, was er nun zu tun hat, ist, das Cottage zu renovieren und seinen Gedanken nachzuhängen, denkt er. Doch dann fühlt er sich beobachtet und legt sich auf die Lauer. Es stellt sich heraus, dass der dreizehnjährige Trey dahintersteckt, der zunächst sehr wortkarg ist, dann jedoch mit seinem Anliegen herausrückt: sein älterer Bruder ist ohne ein Wort vor Monaten verschwunden und Cal soll ihm helfen herauszufinden, was mit ihm passierte. Trey und Brendan standen sich sehr nahe und Trey ist der Meinung, sein Bruder sei entführt worden.
Obwohl er eigentlich der Polizeiarbeit den Rücken kehren wollte und sowieso nichts auf offiziellem Weg unternehmen kann, lässt sich Cal dazu überreden, Nachforschungen anzustellen. Den Dorfbewohnern gefällt dies gar nicht, der Yankee soll sich gefälligst um seine eigenen Angelegenheiten kümmern. Eines Abends im Pub wird ihm ziemlich unverhohlen gedroht. Doch jetzt ist Cals Neugier geweckt. Wer könnte ein Interesse daran haben, dass Brendan verschwunden bleibt? Was hat es mit den bestialisch getöteten Schafen auf sich und warum sind nur die Herden bestimmter Farmer betroffen?
Nach und nach findet Cal immer mehr Puzzleteile und schafft es schließlich auch, sie zu einem Ganzen zusammenzusetzen.
„Der Sucher“ ist ein Roman, kein Thriller, und den Kriminalfall fand ich auch nicht ganz so spannend, auch wenn manches überraschend war. Den Reiz dieses Buchs macht die Sprache aus. Tana Frenchs Schreibstil hat mir ganz hervorragend gefallen. Witzige Kommentare und Naturbeobachtungen wechseln sich ab mit Beschreibungen der einzelnen, teilweise recht schrulligen Dorfbewohner. Die Ladenbesitzerin Noreen möchte Cal am liebsten mit ihrer Nichte verkuppeln, während Cals Nachbar Mart ihm ans Herz legt, sich ein Hobby zu suchen. Der scheue Trey, der in schwierigen Verhältnissen lebt, entwickelt nach und nach Vertrauen zu Cal, der ihm so manches beibringt.
Mir hat das Buch gut gefallen, vor allem die ersten zwei Drittel. Der Schluss samt Auflösung zieht sich für meine Begriffe ein bisschen in die Länge. 4 Sterne und Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 30.08.2021

Ein Leben im Dienste der Royal Mail

Das geheime Leben des Albert Entwistle
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Der Postbote Albert Entwistle lebt ein ruhiges, zurückgezogenes Leben. Er weiß vieles über seine Kunden, wer heiratet oder frisch verliebt ist und wo es einen Todesfall gegeben hat. Doch er beobachtet ...

Der Postbote Albert Entwistle lebt ein ruhiges, zurückgezogenes Leben. Er weiß vieles über seine Kunden, wer heiratet oder frisch verliebt ist und wo es einen Todesfall gegeben hat. Doch er beobachtet alles aus der Distanz, auf ein persönliches Gespräch lässt er sich lieber nicht ein. Auch an seinem Arbeitsplatz im Postverteilzentrum hält er sich die Kollegen lieber vom Hals. Albert wird demnächst 65 und hat somit das Pensionsalter erreicht. Als er das entsprechende offizielle Schreiben erhält, ist er entsetzt. Was soll er mit seinem Leben anfangen, wenn er nicht mehr Postbote ist? Zuhause erwartet ihn nur seine Katze Gracie. Als diese stirbt, fällt er in eine tiefe Depression, doch er erkennt, dass es so nicht weitergehen kann und er dringend soziale Kontakte braucht.
Von Anfang an ist klar, dass es ein Ereignis in Alberts Leben gab, das ihn tief geprägt und das sein Leben bestimmt hat. Wenn man die Widmung am Anfang des Buchs liest, ist einem klar, um was für ein Geheimnis es sich wohl handeln muss...
„Das geheime Leben des Albert Entwistle“ ist ein humorvoller und stellenweise auch sehr trauriger Roman. Es ist schön mitzuerleben, wie sich der einsame Kauz nach und nach seiner Umwelt öffnet und den Mut besitzt, sein Leben grundlegend umzukrempeln und Freundschaften zu schließen. „Herzerwärmend“ ist wohl das passendste Adjektiv für dieses Buch, das allerdings auch ein paar für mich ziemlich befremdliche Szenen beinhaltet. So wird Albert nach seinem „Geständnis“ begeistert gefeiert und das ganze Dorf freut sich mit ihm und gratuliert. Ich habe keine Ahnung, wie realitätsnah oder -fern dies ist, ich fand es ein wenig too much.
Das Cover ist ansprechend und passend zum Inhalt gestaltet: ein typisch britischer knallroter Briefkasten, vor dem eine freundlich dreinschauende schwarze Katze sitzt, Briefe flattern durch die Luft und das Ganze ist wie ein Luftbrief umrandet.
Ich habe dieses Buch an einem ganz und gar verregneten und kalten Wochenende gelesen und es war genau die richtige Lektüre. 4,5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 26.08.2021

Brutale Morde an Joggerinnen

Die Karte
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Eine junge Joggerin wird brutal erwürgt aufgefunden. Der Mörder hatte ihren Todeskampf auf ihrem eigenen Handy gefilmt. Selbst Hauptkommissar Jens Kerner, der schon so manches schlimme Verbrechen gesehen ...

Eine junge Joggerin wird brutal erwürgt aufgefunden. Der Mörder hatte ihren Todeskampf auf ihrem eigenen Handy gefilmt. Selbst Hauptkommissar Jens Kerner, der schon so manches schlimme Verbrechen gesehen hat, ist von der kaltblütigen Brutalität des Täters geschockt. Es stellt sich heraus, dass die Ermordete eine Fitness-App genutzt hatte, aus der ihre Laufstrecken ersichtlich waren. Da der Mörder eine Nachricht auf der App hinterlässt, liegt die Vermutung nahe, dass er über diese App auf die junge Frau aufmerksam wurde. Dann geschehen weitere Morde, wieder sind es fitte junge Frauen, die auf ihrer Laufstrecke überfallen werden. Fieberhaft sucht das Team um Jens Kerner nach Verbindungen zwischen den Opfern und dem Motiv des Mörders.
Zeitgleich greift die Polizei einen verwirrten alten Mann auf, der mit Leichenteilen auf dem Fahrrad durch Hamburg fährt. Hängen die Fälle zusammen und wenn ja, wie?
„Die Karte“ ist ein weiterer spannender Krimi um das Ermittlerteam Jens Kerner und seine Kollegin Rebecca Oswald, die sich in diesem Band auch – endlich – persönlich näher kommen. Die Auflösung des Falls und das Motiv des Täters konnten mich zwar nicht ganz überzeugen, aber trotzdem hat mich dieser Krimi gut unterhalten. Vielleicht nicht der beste Krimi Winkelmanns, aber auf jeden Fall lesenswert. Vor allem auch, weil er die Gefahr thematisiert, die davon ausgeht, wenn man zu viele Informationen über sich im Internet postet.

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Veröffentlicht am 20.08.2021

Duchess Day Radley, Outlaw

Von hier bis zum Anfang
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Die dreizehnjährige Duchess Radley trägt mit ihren jungen Jahren mehr Verantwortung als ein Kind jemals tragen sollte. Sie ist quasi allein verantwortlich für ihren vierjährigen Bruder Robin, denn die ...

Die dreizehnjährige Duchess Radley trägt mit ihren jungen Jahren mehr Verantwortung als ein Kind jemals tragen sollte. Sie ist quasi allein verantwortlich für ihren vierjährigen Bruder Robin, denn die Mutter, Star, schafft es nicht einmal, ihr eigenes Leben auf die Reihe zu bringen. Ihre Alkoholexzesse haben sie schon oft ins Krankenhaus gebracht und die Kinder mussten um ihr Leben bangen.
Stars Leben geriet vor 30 Jahren aus den Fugen, als sie ihre Schwester Sissy durch einen schrecklichen Unfall verlor, den ausgerechnet ihr damaliger Freund Vincent King verursacht hatte. Der damals 15jährige Vincent wurde verurteilt und sitzt seitdem im Gefängnis. Jetzt wird er entlassen und der kleine Ort Cape Heaven ist in Aufruhr. Walk, Polizist in Cape Heaven und Jugendfreund von Vincent und Star, ist wohl der einzige im Ort, der Vincent wohlwollend gegenübersteht. Doch dann geschieht eine weitere schreckliche Tat, als Täter wird schnell Vincent ausgemacht. Nur Walk glaubt an dessen Unschuld und versucht alles, dies zu beweisen.
Für Duchess und Robin ändert sich ihr Leben über Nacht. Sie müssen weg aus Cape Heaven, nach Montana zu ihrem Großvater, den sie nicht kennen. Duchess, die sich selbst als Outlaw bezeichnet, unter deren harter Schale sich aber ein weicher, verletzlicher Kern befindet, tritt ihm mit Hass entgegen. Sie macht ihn mit verantwortlich für das verkorkste Leben ihrer Mutter und somit auch für ihres und Robins Leben. Erst nach und nach lässt sie etwas Nähe zu und sieht, dass nicht alles so war wie sie dachte.
Ein weiterer Schicksalsschlag beendet auch diesen Abschnitt ihres Lebens. Als Leser ist es sehr aufwühlend, die Kinder durch diese Odyssee zu begleiten und zu erleben, wie ungerecht das Leben sie behandelt. „Von hier bis zum Anfang“ ist ein sehr intensives, spannendes und zutiefst bewegendes Buch, das mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat. Es ist todtraurig und lustig, ein Buch über Schuld und Sühne, Liebe und Hass, Sehnsucht nach Nähe und Abweisung, alle menschlichen Emotionen werden angesprochen. Die poetische Sprache des Autors ist wunderschön, doch niemals kitschig. Dieses Buch ist ein Juwel, das ich jedem ans Herz legen möchte. Ich konnte es kaum aus der Hand legen.

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Veröffentlicht am 16.08.2021

Informativ und amüsant

Ich hätte da was für Sie
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Ich muss zugeben, ich hatte schon jahrelang keinen Ratgeber mehr gelesen bevor ich dieses Buch in die Hand nahm, und auch die Fernsehsendung „Visite“, von der Autorin Vera Cordes moderiert, habe ich noch ...

Ich muss zugeben, ich hatte schon jahrelang keinen Ratgeber mehr gelesen bevor ich dieses Buch in die Hand nahm, und auch die Fernsehsendung „Visite“, von der Autorin Vera Cordes moderiert, habe ich noch nie gesehen. Die Leseprobe zum Buch hat mich aber direkt angesprochen, denn wer kommt schon auf die Idee einer „Sauna für die Augen“ bei trockenen Augen?
Das Buch ist eine gelungene Mischung aus überlieferten Gesundheitstipps, die wahrscheinlich unsere Großeltern noch kannten, vermischt mit neuen Erkenntnissen der Wissenschaft, das Ganze verpackt in einen ansprechenden, amüsanten Schreibstil. Dabei werden ganz unterschiedliche Probleme angesprochen. Der erste Teil des Buchs befasst sich mit körperlichen Beschwerden und wie man mit einfachen, nicht allzu zeitaufwendigen Übungen beispielsweise Rücken- und Fersenschmerzen in den Griff bekommt. Im nächsten Abschnitt geht es um Kopf und Seele. Jeder weiß, dass Lachen gesund ist, doch hier wird diese einfache Weisheit durch wissenschaftliche Tests (und nicht ganz so wissenschaftliche Zitate) belegt. Eckart von Hirschhausen: „Ein Kind lacht 400-mal am Tag, ein Erwachsener 20-mal, ein Toter gar nicht mehr. Ohne viel von Statistik zu verstehen: Die Tendenz ist eindeutig. Wer lacht, lebt länger.“
Im dritten und letzten Teil geht es um Vorbeugen und Wissen. Hier fand ich besonders das Kapitel „Das Apfeldilemma“ sehr interessant, denn auch ich war bisher der Meinung, je mehr Obst ich esse, umso besser. Nun, Vera Cordes hat mich eines Besseren belehrt.
Kleine Illustrationen und Zitate lockern den Text auf und sorgen dafür, dass das vermittelte Wissen nie trocken rüberkommt. Alles in allem ein sehr gelungenes kleines Büchlein, das ich allen, die etwas für ihre Gesundheit tun möchten, empfehlen kann!

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