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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.11.2024

Nicht umwerfend, aber ganz okay

Wir finden Mörder (Wir finden Mörder-Serie 1)
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Personenschützerin Amy Wheelers neueste Klientin ist die Erfolgsschriftstellerin Rosie d’Antonio, die von einem Russen bedroht wird. Rosie lebt auf einer privaten Insel in den USA, in deren Nähe ein toter ...

Personenschützerin Amy Wheelers neueste Klientin ist die Erfolgsschriftstellerin Rosie d’Antonio, die von einem Russen bedroht wird. Rosie lebt auf einer privaten Insel in den USA, in deren Nähe ein toter Influencer aufgefunden wird. Es ist bereits der dritte solche Fall und die Opfer, alles Influencer, wurden alle drei von derselben Agentur betreut. Was sie außerdem gemeinsam haben, ist, dass Amy sich zum Zeitpunkt ihres Todes immer in der Nähe befunden hat. Es sieht ganz so aus, als ob ihr jemand die Morde in die Schuhe schieben will. Amy beschließt daher, auf eigene Faust zu ermitteln. Helfen soll ihr dabei ihr Schwiegervater Steve, ein pensionierter Kriminalkommissar, der sich in seinem kleinen Dorf in England wohlfühlt und eigentlich keine Lust auf Mördersuche hat. Mit von der Partie ist Rosie, denn Amy ist ja nach wie vor für ihren Schutz verantwortlich.
Dieses ungleiche Trio jettet auf Mörderjagd um die Welt, wobei die verschiedenen Handlungsstränge manchmal ziemlich verworren sind. Die vielen Namen und Decknamen tragen auch nicht gerade zur Klarheit bei.
Am sympathischsten war mir Steve, der Amy zuliebe seine Komfortzone verlässt. Amy selbst bleibt trotz der Geschichten über ihre früheren Fälle blass und Rosie ist eine ziemlich skurrile und trinkfeste alte Dame, die am laufenden Band jüngere Männer vernascht.
Als großer Fan des Donnerstagsmordclubs habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut, doch leider kommt es an den Donnerstagsmordclub nicht heran. Ich bin mir nicht sicher, ob ich diese Reihe weiterverfolgen werde.

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Veröffentlicht am 04.11.2024

Hat meine Erwartungen nicht erfüllt

Gegenspieler
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Der Partner einer angesehenen Rechtsanwaltskanzlei wird tot aufgefunden. Alles deutet auf Selbstmord hin. Kurz danach scheint eine weitere Juristin der Kanzlei einen Selbstmordversuch begangen zu haben. ...

Der Partner einer angesehenen Rechtsanwaltskanzlei wird tot aufgefunden. Alles deutet auf Selbstmord hin. Kurz danach scheint eine weitere Juristin der Kanzlei einen Selbstmordversuch begangen zu haben. Der Seniorpartner der Kanzlei glaubt, dass auf beide in Wirklichkeit ein Anschlag verübt wurde und stellt den Privatermittler Max Bischoff ein, der zusammen mit seiner Tochter Sophie, die ebenfalls Rechtsanwältin, ist, und deren Kompagnon Pirlo in der Sache ermitteln soll.
Bischoff und Pirlo sind nicht begeistert, miteinander arbeiten zu müssen und über weite Strecken beherrscht ein regelrechter Zickenkrieg zwischen den beiden die Handlung, was ich äußerst ermüdend fand. Trotz redlicher Bemühungen kommen die drei nicht in dem Fall voran. Die Handlung konzentriert sich stattdessen auf Nebenschauplätze, beispielsweise Sophies schwierige Familiensituation sowie das Bemühen der beiden testosterongesteuerten Ermittler, Bischoff und Pirlo, bei Sophie zu punkten. Spannung ist nur ansatzweise vorhanden. Erst ganz am Schluss nimmt die Geschichte an Fahrt auf, wobei die Auflösung reichlich konstruiert und wenig glaubhaft ist.
Ich habe schon äußerst spannende Krimis von Arno Strobel gelesen, von „Gegenspieler“ hätte ich daher mehr erwartet.

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Veröffentlicht am 02.11.2024

"In Vietnam gab es keine Frauen"

Die Frauen jenseits des Flusses
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Frances McGrath, genannt Frankie, beschließt mit 17, Krankenschwester zu werden. Ihr Bruder meldet sich als Freiwilliger für den Vietnamkrieg und auch sie will als Krankenschwester nach Vietnam gehen. ...

Frances McGrath, genannt Frankie, beschließt mit 17, Krankenschwester zu werden. Ihr Bruder meldet sich als Freiwilliger für den Vietnamkrieg und auch sie will als Krankenschwester nach Vietnam gehen. Was sie dort erwartet, ist ein einziger Albtraum. Sie erlebt die unfassbaren Gräuel des Krieges, kümmert sich inmitten von Raketenbeschuss um junge Männer, fast Kinder, denen Gliedmaßen abgerissen wurden und von denen manche in ihren Armen sterben. Trotzdem verrichtet sie zwei Jahre lang dort ihren Dienst. Bei ihrer Rückkehr in die Vereinigten Staaten schlägt ihr dort keineswegs Dankbarkeit für ihren Dienst am Vaterland entgegen, denn die Stimmung im Land hat sich gedreht. Demonstranten mit „Make Love, not War“ Bannern bespucken und beschimpfen sie, und selbst ihren Eltern scheint es peinlich zu sein, dass ihre Tochter bei der Army gedient hat. Zum Glück hat Frankie ihre Freundinnen und Kolleginnen aus dem Krankenhaus in Vietnam, Ethel und Barb, die, wie sie, Probleme damit haben, sich wieder im normalen Leben in den USA Fuß zu fassen, die jedoch immer an ihrer Seite sind, wenn sie gebraucht werden. Frankie hat kein Glück in der Liebe, leidet unter PTBS, trinkt zuviel und hat ihr Leben nicht im Griff. Erst als sie sich ihren Traumata stellt, wendet ihr Leben sich zum Besseren.

„Die Frauen jenseits des Flusses“ ist ein hervorragend recherchiertes und unter die Haut gehendes Buch. Anhand der Protagonistin Frances wird gezeigt, wie die Krankenschwestern, die in Vietnam viele Leben retteten, zuhause verleugnet wurden. Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und war begeistert von der Vielseitigkeit der Sprecherin, Luise Helm. Ein Buch, das einen so schnell nicht wieder loslässt. Absolute Hör-/Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 24.10.2024

Ein Platz für alles, und alles an seinen Platz

Das Buch der neuen Anfänge
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Anstatt von ihrem langjährigen Freund den erwarteten Verlobungsring geschenkt zu bekommen, stellt sich heraus, dass er Jo betrügt. Zutiefst verletzt flieht sie nach London, wo ihr Patenonkel, der seit ...

Anstatt von ihrem langjährigen Freund den erwarteten Verlobungsring geschenkt zu bekommen, stellt sich heraus, dass er Jo betrügt. Zutiefst verletzt flieht sie nach London, wo ihr Patenonkel, der seit kurzem im Pflegeheim ist, einen kleinen Schreibwarenladen mit einem etwas angestaubten Sortiment betreibt. Die Fluktuation ist daher nicht allzu groß, doch die Menschen, die in den Laden kommen, fühlen sich wohl und erzählen Jo aus ihrem Leben. Vor allem zwei Menschen wachsen ihr ans Herz: Malcolm, ein älterer Herr, der sehr einsam scheint und sich jede Woche ein neues Notizbuch kauft. Und Ruth, die „flüchtige Vikarin“, deren Bild Jo in der Zeitung gesehen hat. Sie erlangte kurzzeitig Berühmtheit, weil sie ihre Gemeinde aus unbekannten Gründen Hals über Kopf verlassen hatte.
Doch auch die Nachbarn in Jos Straße, „Erik der Wikinger“ und Lando, heißen sie willkommen. Nach und nach tritt der treulose James in den Hintergrund und Jo beginnt den Stellenwert von Freundschaften in ihrem Leben zu erkennen.
„Das Buch der neuen Anfänge“ ist ein wirklich herzergreifendes Buch über Freundschaft und die kleinen Dinge und Gemeinsamkeiten, die Freundschaften ausmachen. Stellenweise ist es urkomisch, ich habe des Öfteren beim Lesen laut gelacht. Ich war gesundheitlich etwas angeschlagen, als ich dieses Buch gelesen habe, und es war genau die richtige feel-good-Lektüre.

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Veröffentlicht am 21.10.2024

Viel zu langatmig

Blutbuße
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Hannah Ahlander ist inzwischen gut in Are verwurzelt. Sie wohnt nicht mehr im Ferienhaus ihrer Schwester, sondern hat etwas Eigenes gefunden. Auch beruflich läuft alles gut, wenn man von der ständigen ...

Hannah Ahlander ist inzwischen gut in Are verwurzelt. Sie wohnt nicht mehr im Ferienhaus ihrer Schwester, sondern hat etwas Eigenes gefunden. Auch beruflich läuft alles gut, wenn man von der ständigen Spannung durch ihre Verliebtheit in den verheirateten Kollegen Daniel Lindskog absieht.
In diesem dritten Band der Reihe wird eine schwerreiche Immobilienmaklerin, die vorhatte, ein heruntergekommenes Hotel in der Nähe von Are in ein state-of-the-art Luxushotel umzuwandeln, ermordet. Das Projekt war nicht unumstritten, außerdem scheint es, als ob die Maklerin lokale Politiker geschmiert haben könnte, um das Bauvorhaben durchzukriegen.
Leider wird die Polizeiarbeit dieses Mal dermaßen kleinteilig beschrieben, dass die Spannung auf der Strecke bleibt. Was mich allerdings am allermeisten gestört hat, war die emotionale Gemengelage der einzelnen Personen, die ad ultimo beschrieben wird. Hanna schmachtet nach Daniel, dieser hat ein schlechtes Gewissen seiner jungen Frau gegenüber, weil er berufsbedingt kaum Zeit für sie und das Kind hat. Und Kollege Anton, der sich nicht traut, seine Homosexualität offen zu leben, trauert immer noch einem Liebhaber aus dem letzten Band nach. All diese Probleme wurden bereits früher thematisiert und sind somit aufgewärmt.
Ganz am Ende kommt noch Spannung auf, was bei einem Buch von über 500 Seiten auch langsam Zeit wurde. Für mich ein eher enttäuschendes Leseerlebnis.

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