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Rebecca1120

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.12.2019

totaler Fehlgriff für mich

Gar kein Plan ist auch eine Lösung
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Mara ist glücklich. Sie hat einen Mann, den sie liebt, einen Job, mit dem sie sich arrangiert hat und ihr nächstes Lebensziel ist ihre Hochzeit mit Sebastian. Doch dann teilt der ihr völlig unvorbereitet ...

Mara ist glücklich. Sie hat einen Mann, den sie liebt, einen Job, mit dem sie sich arrangiert hat und ihr nächstes Lebensziel ist ihre Hochzeit mit Sebastian. Doch dann teilt der ihr völlig unvorbereitet mit, dass er sie verlässt, eine andere hat. Von nun auf jetzt ist sie wieder Single, hat keine Wohnung mehr und wenn sie ehrlich zu sich selbst ist, ist auch ihr Job nicht unbedingt ihr Traumjob. Also muss Plan B, C, D ... her.
Ich hatte mir eine spritzig lustige Geschichte versprochen. Aber leider fand ich die Hauptfigur >Mara< einfach nur nervig. Keinen Plan zu haben, schön und gut, aber man kann doch nicht einfach loslaufen um ich dann irgendwo wiederzufinden. Mira war für mich als Hauptfigur nicht überzeugend. Selbst als ihre Welt angeblich noch in Ordnung schien, hat sie ja nur den Erwartungen und Ansprüchen von Sebastian angepasst. Ich denke da z.B. an das "sterile" weiße Schlafzimmer.
Vielleicht kommt das Buch bei jüngeren Lesern/Leserinnen besser an. Mein Lesestoff war das definitiv nicht. Darum möchte ich auch keine Leseempfehlung aussprechen und vergebe auch nur 2 Lese-Sterne.

Veröffentlicht am 02.12.2019

wunderbar unterhaltsam und atmosphärisch geschrieben

Die Australierin
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Emilia Bregartner wächst in Hamburg als Tochter eines Werftbesitzers auf. Von ihr wird erwartet, dass sie einen Mann ihres Standes wählt. Ein Mann der das Familienunternehmen noch stärken und vergrößern ...

Emilia Bregartner wächst in Hamburg als Tochter eines Werftbesitzers auf. Von ihr wird erwartet, dass sie einen Mann ihres Standes wählt. Ein Mann der das Familienunternehmen noch stärken und vergrößern kann. Doch Emilia verliebt sich in einen Kapitän, der gerade mit Krediten sein erstes Segelschiff erworben hat. Natürlich ist er nicht standesgemäß und wird daher von der Familie abgelehnt. Doch Emilia folgt ihrem Herzen. Ob sie damit glücklich wird, müsst ihr schon selbst lesen.
Mir hat das Buch jedenfalls viele unterhaltsame Lesestunden gebracht. Wieder hat hier die Autorin die damaligen Verhältnisse in 19. Jahrhundert, den Standesdünkel, die strengen Sitten und die Verkuppelungen innerhalb der Familien der „Pfeffersäcke“ wunderbar in Worte gefasst und eine unterhaltsame Geschichte daraus gemacht.
War sie bisher immer folgsam und entsprach den Erwartungen der Familie, so fand ich es umso erstaunlicher, dass sich Emilia gegen ihre Familie und für Carl Gotthold Lessing ihren Kapitän entschieden hat. Emilias Mutter fand ich herzlos. Erst lässt sie ihre Tochter im Kindesalter im Haushalt ihrer geltungsbedürftigen Schwägerin und zieht mit Mann und Sohn nach England. Dann schreibt sie auch noch völlig unpersönliche Briefe, die keinerlei Warmherzigkeit gegenüber der zurückgelassenen Tochter vermitteln. Irgendwie fand ich darum auch ihr bedauernswertes Ende wie eine gerechte Strafe für sie.
Wie warmherzig und empathisch war dagegen immer die Magd Inken. Immer hatte sie ein offenes Ohr für Emilia und war in meinen Augen viel mehr Mutter und Ratgeberin als die leibliche Mutter. Im Buch steht: Inken wie ein Fels in der Brandung. Genauso habe ich es auch empfunden. Dank ihr entwickelt sich Emilia zu einer bodenständigen, ihren Mann im Leben stehenden Frau.
Herzerfrischend fand ich Rieke mit ihrer extrovertierten und praktischen Art. Auch wenn ich nicht alles von ihrem Platt-Deutsch verstanden habe, müsste ich oftmals schmunzeln.
Für mich ein wunderbar unterhaltsames Buch für dunkle Wintertage. Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne.

Veröffentlicht am 25.11.2019

spannend aufgebauter Krimi

Zornesglut
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Steffen Horndeich, alle nennen ihn nur Horndeich, arbeitet bei der Kripo in Darmstadt und dort werden innerhalb kürzester Zeit 3 Menschen erschossen. Zwischen den Opfern dieser Morde lassen sich keine ...

Steffen Horndeich, alle nennen ihn nur Horndeich, arbeitet bei der Kripo in Darmstadt und dort werden innerhalb kürzester Zeit 3 Menschen erschossen. Zwischen den Opfern dieser Morde lassen sich keine Verbindungen feststellen. Allerdings findet die Polizei bei ihren Ermittlungen viele Indizien, ja sogar die DNA die alle auf Horndeichs ehemalige Kollegin Margot Hesgart als Täterin hinweisen. Sie ist nicht mehr im Polizeidienst tätig, hat sich mit ihrem amerikanischen Lebenspartner Nick eine neue Existenz aufgebaut und streitet die Taten entschieden ab. Während Horndeich seiner Ex-Kollegin, die immer wieder ihre Unschuld beteuert, glaubt, sieht Leah Gabriely in ihr die Täterin…
Das Buch liest sich super. Denn es ist spannend geschrieben. Da gibt es immer wieder Kapitel (damit fängt das Buch auch gleich an) in denen eine Mutter mit ihrer im Koma liegenden Tochter erzählt. So erfährt der Leser, dass die Beziehung der beiden nicht die Beste war, dass die Mutter die kleine Tochter geschlagen hat um sie lebenstauglich zu machen, dass der Vater das alleinige Sorgerecht beantragte und auch bekam. Es werden aber nie Namen genannt, so dass ich mich immer wieder gefragt habe, wer sind die 2, was haben sie mit den 3 Morden zu tun? Ich muss sagen: das war schon spannend gemacht.
Gut gefallen hat mir auch wie Liebevoll Horndeich mit seiner Tochter umgegangen ist und welche Gespräche und Abmachungen die beiden getroffen haben. Da fällt mir gerade die Stelle ein, als seine Tochter ihn fragt, ob er Kugel-Eis habe. Schlussendlich meinte sie google-Erth. Herrlich! Jedenfalls habe ich diesen Ermittler von Anfang an gemocht. Was mir allerdings nicht eingeleuchtet hat ist, warum Horndeich, nachdem sich der Tatverdacht von Margot so verhärtet hat, dass sie sogar in Untersuchungshaft kam, noch weiter die Ermittlungen leiten durfte. Schließlich war es nicht nur ihr Ex-Kollege, sondern verkehrte mit ihr auch noch immer privat.
Alles in allen ist dies ein sehr lesenswerter, unterhaltsamer wie spannender Krimi bei dem das Ende und damit die Aufklärung nicht vorhersehbar ist. Es bleibt also bis zum Ende spannend. Darum gibt’s von mit 4,5 Lese-Sterne und eine uneingeschränkte Weiterempfehlung.

Veröffentlicht am 21.11.2019

Segen und Fluch zugleich – super

Das Erbe
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Plötzlich wird Mona zur Haupterbin der weit entfernten Tante Klara. Sie erbt deren Mehrfamilienhaus in München, welches Millionen Euro wert ist. Kryptisch hat Tante Klara Mona vermittelt, dass sie schon ...

Plötzlich wird Mona zur Haupterbin der weit entfernten Tante Klara. Sie erbt deren Mehrfamilienhaus in München, welches Millionen Euro wert ist. Kryptisch hat Tante Klara Mona vermittelt, dass sie schon das Richtige mit dem Erbe machen würde. Nicht ahnend welchem Neid und Hass, ja sogar raffinierten Intrigen sie sich mit der Annahme des Erbes aussetzt, nimmt sie es an. Eine Entscheidung, die sie in der weiteren Entwicklung mehrmals in Frage stellt…
Mona bezeichnet sich selbst als Gutmensch, d.h. sie gibt Bettlern immer einen Euro und kann Ungerechtigkeit nur schwer ertragen. Ihre Bekannte behauptet, Mona hätte einen moralischen Kompass. Diese Formulierung fand ich im Zusammenhang mit dieser 40-jährigen Frau recht treffend. Dabei hat Mona es in ihrer Familie alles andere als leicht. Ihre Mutter lehnt sie offen ab, ihr Vater ignoriert sie und ihre Geschwister werden im Vergleich zu ihr signifikant bevorzugt. Oftmals hat sie mir beim Lesen echt leidgetan.
Erst als Mona die Wohnung allmählig ausräumt, denn sie ist in Klaras Wohnung eingezogen, kommt sie anhand der dabei zu Tage kommenden Papiere und Unterlagen dem Geheimnis auf die Spur. Einem Geheimnis, das Klara mehr als sieben Jahrzehnte gehütet hat. Bei dem Klara wusste, dass es nicht recht und schon gar nicht gerecht war es so lange zu hüten.
Beim Erzählen geht Ellen Sandberg in meinen Augen sehr geschickt vor. Erst allmählig lüften sich die Geheimnisse und werden auf zwei Zeitebenen geschildert. Da gibt es einmal Schilderungen aus Klaras Jugend während der Nazizeit und dann wieder aus der Gegenwart. Hier kommt Mona dem Geheimnis anhand der gefundenen Unterlagen auf die Spur. Zusätzlich ausgeschmückt und in meinen Augen sehr geschickt so dargestellt werden Briefe zwischen Klara und ihrer Jugendfreundin aus der Vergangenheit eingebunden. Durch diesen häufigen Wechsel fand ich das Lesen sehr abwechslungsreich und gleichzeitig auch sehr spannend. Denn eines kann ich hier verraten: das volle Ausmaß der Ungerechtigkeit, die hier zum Schluss zu Tage getreten sind, hätte ich niemals gerechnet. Darum kann ich dieses Buch wirklich uneingeschränkt als spannenden, unterhaltsamen Lesestoff weiterempfehlen und von mir gibt’s 5 Lese-Sterne.

Veröffentlicht am 15.11.2019

Vom Jäger zum Gejagten – super spannend

Tod und kein Erbarmen
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Erik Donner will nur eins – sich wegen seines privaten Unglücks mit kiffen und Alkohol betäuben. Dazu zieht er sich in die kleine Erzgebirgsgemeinde Pöhla zurück. Dort verschwand vor 10 Jahren die Schülerin ...

Erik Donner will nur eins – sich wegen seines privaten Unglücks mit kiffen und Alkohol betäuben. Dazu zieht er sich in die kleine Erzgebirgsgemeinde Pöhla zurück. Dort verschwand vor 10 Jahren die Schülerin Violetta Hartwig auf dem Weg zur Schule. Niemand hat jemals wieder etwas von ihr gehört. Als ihre Cousine, Linda Groß, Donner um Hilfe bittet und dann am nächsten Morgen ermordet aufgefunden wird, verdächtigen alle Donner. Der hat, was den Vorabend und sein Gespräch mit Linda betrifft ein völliges alkoholbedingtes Blackout und kann sich an nichts mehr erinnern. Die Polizei vor Ort sieht in ihm den Hauptverdächtigen und so wird er vom Jäger zum Gejagten.
Ich muss sagen, hier ist Elias Haller wieder einmal ein super spannender Krimi gelungen. Im Ort hat so jeder sein Geheimnis. Da gibt es viele zwielichtige, menschenscheue Gestalten, die das Lesen spannend machen. Mich hat dieser allein in der geschlossenen Waldschänke lebende Junggeselle man am meisten interessiert. Der ist so skurril wie geheimnisvoll. Lange habe ich gerätselt ob und wie er mit dem Verschwinden von Violetta in Verbindung steht. Seinen Namen erfährt man erst sehr spät, doch auch dann bleibt immer die Frage offen: wer ist Katja und wer ist Karlchen? Doch auch die Eltern der verschwundenen Violetta verhalten sich äußerst komisch. Stecken sie hinter dem Verschwinden ihrer Tochter? Oder hat der Verlust ihres Kindes sie zu Außenseitern gemacht?
Im Buch wechselt der Autor immer zwischen dem jetzt und den Geschehnissen vor 10 Jahren. Dem Leser wird aber nur so viel aus der Vergangenheit offengelegt, dass die eigenen Mutmaßungen nur noch weiter angeheizt werden. Dadurch bleibt die Spannung bis zum Schluss auf hohem Niveau erhalten. In meinen Augen sehr geschickt und so kann ich dieses Buch allen Krimi-Liebhabern uneingeschränkt empfehlen. Von mir gibt’s 5 voll verdiente Lese-Sterne.