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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.03.2023

Wahnsinnig berührend

SORRY. Ich habe es nur für dich getan
1

Robyn ist Journalistin und liebt ihre Arbeit, obwohl ihr Engagement leider nur wenig gewürdigt wird. Die Arbeit ist für sie auch eine Art Flucht, denn Robyn hat gerade eine unschöne Trennung aus einer ...

Robyn ist Journalistin und liebt ihre Arbeit, obwohl ihr Engagement leider nur wenig gewürdigt wird. Die Arbeit ist für sie auch eine Art Flucht, denn Robyn hat gerade eine unschöne Trennung aus einer toxischen und gewalttätigen Beziehung hinter sich. So ist sie mehr als überrascht, als plötzlich die Polizei in der Redaktion auftaucht und Robyn über das Verschwinden ihres Ex-Freundes Julian informiert. Wie oft hatte sie sich genau das gewünscht? Und doch fragt sie sich, wo Julian steckt und was mit ihm passiert ist. Als ihr bester Freund Cooper dann als Tatverdächtiger festgenommen wird, beginnt für Robyn die reinste Tortur. Um die Unschuld ihres besten Freundes zu beweisen, muss sie sich den schrecklichen Monaten mit Julian erneut stellen und verliert damit langsam den Verstand…

Puh, ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wie ich in Worte fassen soll, was ich da gelesen habe. So viel vorweg: Die Handlung hat mir einiges abverlangt und ich bin froh, dass ich nicht Robyn war und nicht mir all das widerfahren ist. Besonders hervorheben möchte ich, dass die Autorin mit Robyn einen Charakter geschaffen hat, der einfach nur zu bewundern ist. Eine unglaublich starke und mutige Frau, die niemals aufgibt und mir gezeigt hat, dass wir Frauen uns nicht unterdrücken lassen sollten. Ob die Autorin wohl deshalb den Weltfrauentag als Veröffentlichung für das Buch ausgesucht hat?

Die Autorin lässt die Geschichte bewusst nur aus Robyns Sicht erzählen. Alles andere würde auch gar keinen Sinn ergeben. Dabei erleben wir einmal die aktuellen Geschehnisse und blicken kapitelweise mit Robyn zurück auf ihre Beziehung mit Julian. Was einst liebevoll begann, endete für Robyn in einem Albtraum – einem Martyrium, dem sie glücklicherweise entkommen ist.

Der Schreibstil von Iosivoni ist fesselnd, düster und unglaublich bedrückend. Die Autorin wählt ihre Worte zwar vorsichtig, verleiht ihnen aber aufgrund der geschaffenen Atmosphäre einen ängstlichen und bedrohlichen Ausdruck. Mir stockte hin und wieder der Atem bei der Vorstellung, wie vielen Frauen es tatsächlich so ergehen mag. Frauen, die sich in ihrer Beziehung hilflos ausgeliefert fühlen und denen der Mut fehlt, einen Schlussstrich zu ziehen. Für all diejenigen hat die Autorin mit ihrem Werk eine eindeutige Botschaft in die Welt geschickt.

Fazit: Ein gelungener Roman über Gefühle, Vertrauen und dunkle Abgründe, der mich wahnsinnig berührt und nachdenklich zurückgelassen hat. Hat mich von der ersten Seite an überzeugt. Lesen!

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Veröffentlicht am 19.03.2023

Klug konstruiert, mit Luft nach oben

Wahnspiel
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Unter dem Pseudonym Kilian Eisfeld ist es sein Debüt, unter dem Namen Daniel Wolf hat der Autor bereits einige Bücher im historischen Genre verfasst, die ich persönlich sehr gern gelesen hab. Aufgrund ...

Unter dem Pseudonym Kilian Eisfeld ist es sein Debüt, unter dem Namen Daniel Wolf hat der Autor bereits einige Bücher im historischen Genre verfasst, die ich persönlich sehr gern gelesen hab. Aufgrund seines detaillierten und auch sehr detailgetreuen Schreibstils, wollte ich unbedingt auch seine erste Krimierscheinung lesen. Enttäuscht wurde ich nicht.

Der Schreibstil ist wie gewohnt sehr gut, flüssig, emotional; man fühlt sich mitten ins Geschehen hineinversetzt. Der Autor hat hier die Erzählerperspektive gewählt, die ich persönlich für Kriminalromane bevorzuge. Hier hat der Autor die Möglichkeit aus mehreren Sichten zu beschreiben, kann aber dennoch in die Gedanken und Gefühle der Charaktere reinschauen.

Wir lernen die Hauptprotagonisten rund ums Ermittlerduo Sofija und Alex kennen. Beide sind grundverschieden, könnten sozusagen nicht unterschiedlicher sein. Alex ist überaus korrekt, prinzipienliebend, ein wenig verstockt, aber dennoch sympathisch. Sofija dagegen war mir ein wenig suspekt. Sie kommt womöglich kalt und unsympathisch rüber, aber eigentlich ist sie sehr tough und selbstbewusst. Sie braucht halt ein wenig, um sich zu öffnen. Dazwischen wuseln noch einige andere Ermittler herum. Langweilig wurde es dadurch nicht, vielleicht hin und wieder etwas unübersichtlich. Dennoch wurden alle Charaktere sehr gut ausgearbeitet, und ich bin mir sicher, dass sie sich innerhalb der Ermittlerreihe noch weiterentwickeln werden.

Die Story fand ich klug konzipiert. Es war eben ein typischer Kriminalroman; der geübte Leser wird dem wahren Mörder schnell auf die Schliche kommen. Es gab viele Verdächtige, spannende sowie überraschende Wendungen und einen hochbrisanten Fall, der gelöst werden wollte. Der Autor ist detailliert auf den Fall eingegangen, startend in der Vergangenheit, rüber in die Gegenwart bis hin zum Fund eines Körperteiles. Das konnte sich mitunter ein wenig ziehen, für mich gehörte es aber mit dazu, weshalb es mich nicht gestört hat. Ich bin die detaillierte Schreibweise ja bereits durch die historischen Romane des Autors gewohnt und habe auch dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite genossen.

Fazit: Ein sehr gut gelungenes Krimi-Debüt mit einem starken Ermittlerduo. Der Fall war spannend und konnte mich als geübten Crime-Reader trotzdem überzeugen. Ich empfehle das Buch daher gern an Krimi-Fans weiter.

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Veröffentlicht am 18.03.2023

Umfangreich, ergreifend, fesselnd

Schlaflos
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"Schlaflos" ist der dritte Teil der Reihe um die Profilerin Hanne.

Der 18-jährige Samuel muss untertauchen und landet im Schärengürtel bei Rakel und ihrem behinderten Sohn Jonas als Pfleger. Während ...

"Schlaflos" ist der dritte Teil der Reihe um die Profilerin Hanne.

Der 18-jährige Samuel muss untertauchen und landet im Schärengürtel bei Rakel und ihrem behinderten Sohn Jonas als Pfleger. Während Kommissar Manfred Olsson privat eine schwere Zeit durchstehen muss, nimmt das Leben keine Rücksicht darauf, denn in den Schären werden Leichen angeschwemmt - und eine Mordermittlung beginnt.

Entgegen der Betitelung eines dritten Teiles, sind meiner Meinung nach keine Vorkenntnisse nötig. Auch die Profilerin Hanne hat nur einen kurzen Auftritt. Das Buch ist zu einem Großteil in die Perspektiven von Samuel, seiner Mutter Pernilla und dem Ermittler Manfred aufgeteilt. Gemächlich erfährt der Leser von den Problemen der Protagonisten, und der Kriminalfall steht erst einmal im Hintergrund. Trotzdem schafft es Grebe, dass dieser Teil des Buches nicht langatmig wird, da die einzelnen Schicksale interessant sind und emotional berühren. Die Liebe zum eigenen Kind wird hier stark thematisiert und hat mich als Mutter absolut abgeholt. Auch die Digitalisierung heutzutage ist ein interessanter Punkt. Erst ab etwa der Mitte zieht die Autorin den Spannungsbogen an, und es bilden sich Parallelen in den Einzelgeschichten. Hier ist dann endlich der Einsatz der Profilerin Hanne, die nachvollziehbar die psychologischen Hintergründe erklärt.

Zitat Pos. 6089:
»Das wollen wir doch alle. Verstehen. Immer wenn ein unvorstellbar grausames Verbrechen passiert, wollen die Menschen verstehen. Aber manchmal geht das nicht. Manchmal gibt es keine Logik, um die Grausamkeiten zu erklären, die wir Menschen uns gegenseitig antun.«

Das Ende ist authentisch, aber auch ziemlich emotional.

Fazit: Trotz der über 600 Seiten wird dieser Thriller nicht langatmig und hält den Leser durchgehend mit schweren Schicksalsschlägen oder heiklen Momenten bei der Stange. Meine Empfehlung an alle, die gerne umfangreiche und ergreifende Stories lesen.

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Veröffentlicht am 18.03.2023

Ausarbeitung der Charaktere sehr gelungen

Der Strand: Verraten
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Tom Engelhardt & Mascha Krieger ermitteln in Teil 2 der Reihe: "Der Strand - Verraten".

Die vermisste Lilli Sternberg ist noch immer verschwunden. Toms Vorgesetzter will den Fall zu den Akten legen, doch ...

Tom Engelhardt & Mascha Krieger ermitteln in Teil 2 der Reihe: "Der Strand - Verraten".

Die vermisste Lilli Sternberg ist noch immer verschwunden. Toms Vorgesetzter will den Fall zu den Akten legen, doch er und Mascha setzen alles daran, das zu verhindern. So nimmt Mascha sogar Urlaub, um Tom zu unterstützen.

Zitat Pos. 109:
"Wir wissen beide, dass du keinen Urlaub machen willst. Du weißt doch nicht mal, was das ist. Ich kann gut nachvollziehen, was in dir vorgeht. Ihr habt zwei Mörder überführt, aber Lilli Sternbergs Leiche nicht gefunden. Das würde mich auch ärgern."

Als jedoch eine weibliche Leiche angespült wird, ändert sich die Lage, und jeder denkt, Lilli wäre endlich gefunden...

Die Story setzt direkt an Teil 1 an. Hingegen der Behauptung des Verlages, dass alle 3 Teile einzeln gelesen werden können, finde ich die Entwicklung der Charaktere das Interessanteste an dieser Reihe. Zwar ist der "Fall" in diesem Teil spannend, jedoch macht für mich das Drumherum die Geschichte erst wirklich lesenswert. Man erfährt mehr über Maschas Geheimnis, und auch im Fall Lilli kommen neue Sachen an die Oberfläche. Die Autorin klärt die aktuelle Ermittlung auf, dennoch beendet Sander auch dieses Buch mit einem Cliffhanger und zahlreichen offenen Fragen.
Um Teil 3 komme ich also schon aufgrund meiner Neugier nicht drumherum.

Fazit: Gut ausgearbeitete Charaktere, die man mit jedem Teil dieser Reihe besser kennenlernt und gerne bei ihren spannenden Ermittlungen verfolgt. Für die Aufklärung des ursprünglichen Falls muss man jedoch Geduld mitbringen, denn dieser wird erst in Teil 3 aufgelöst.

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Veröffentlicht am 17.03.2023

Eine Reihe, die süchtig macht!

Die Kunst des Blutes
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"Die Kunst des Blutes" ist bereits Teil 5 der Reihe des unkonventionellen Ermittlerduos Daniel Parkov und Marie Winter, der in und um Frankfurt am Main spielt.

Ein Investmentbanker wird brutal ermordet ...

"Die Kunst des Blutes" ist bereits Teil 5 der Reihe des unkonventionellen Ermittlerduos Daniel Parkov und Marie Winter, der in und um Frankfurt am Main spielt.

Ein Investmentbanker wird brutal ermordet aufgefunden. Gleichzeitig springt ein Obdachloser freiwillig in den Tod. Kriminalhauptkommissarin Marie Winter findet bald einen Zusammenhang. Ihr vielleicht größer Fall, seit sie vor 4 Jahren mit dem BKA-Ermittler Daniel Parkov zusammengearbeitet hat.

Zitat S. 51:
»Es geht nicht um das Darüberhinwegkommen. Parkov ist seit Jahren fort«, erwiderte Marie.

Und plötzlich ist er wieder da. Aus dem Nichts aufgetaucht. Die Protagonisten - vor allem Daniel Parkov - sind recht speziell, was man mögen muss. Die Figur ist sehr überzeichnet und erinnert mich ein wenig an James Bond in seinen besten Zeiten. Oder auch an John Wick.

Zitat S. 298:
»Und er hat Marie beauftragt, auf Sie aufzupassen. Nicht meine Wahl. Immer wenn ihr zwei zusammen seid, passieren Sachen.« »Aber nur dann sind wir am besten«, erwiderte Parkov.

Gemeinsam kommen sie dem Täter auf die Schliche, der seinen brutalen Rachefeldzug ohne Rücksicht auf Verluste durchzieht. Dieser Teil ist ziemlich rasant und actionreich, die Verluste emotional. Immer wenn man denkt, jetzt haben sie den Täter überführt, schafft der Autor durch etliche Wendungen eine neue Zielrichtung. Es ist kaum möglich, das Buch aus den Händen zu legen, da man die ganze Zeit gespannt hofft, dass die beiden den Täter stellen und die Zusammenhänge aufgeklärt werden. Bis zum Schluss aber kann der Fall, trotz zahlreicher Ermittlungen und Opfer, nicht gänzlich aufgeklärt werden und endet mit einem für Marie persönlichem Desaster, das einen fassungslos das Buch zuklappen lässt.

Ebenfalls lässt Martin Krüger spannende Fragen bezüglich Parkov unbeantwortet. Es gibt also genug Stoff für den sechsten Teil, der leiiiiider erst im Oktober erscheinen wird. Ich fiebere ihm schon entgegen!

Fazit: Ein fesselnder und actionreicher Thriller, den man auch ohne WuP-Vorkenntnisse verstehen kann und der einen nach dem Lesen mit hohem Adrenalinpegel zurücklässt. Das ist Kino fürs Köpfchen!

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