Menschliche Abgründe im Survival-Camp
Kampf gegen die AlbWenn ein Haufen unterschiedlicher Menschen und Meinungen aufeinanderprallen und dann dazu noch Hunger und Kälte auszuhalten sind, dann gibt das eine explosive Mischung. In der Not zeigt sich der Charakter ...
Wenn ein Haufen unterschiedlicher Menschen und Meinungen aufeinanderprallen und dann dazu noch Hunger und Kälte auszuhalten sind, dann gibt das eine explosive Mischung. In der Not zeigt sich der Charakter der Menschen, nicht umsonst gibt es diese Sozial-Experimente seit Jahren im Fernsehen zu bewundern 😉.
Ein ehemaliger Soldat leitet das Camp und hat sich in der Einsamkeit in der Schwäbischen Alb sein neues Leben aufgebaut. Die Teilnehmer kommen aus unterschiedlichen Schichten und die meisten sind nicht freiwillig da. Eine verlorene Wette, ein gutgemeintes Geschenk, Familienzwang und ganz ehrlich: mich hätten da keine zehn Pferde hingebracht 🤣. Mein Rücken braucht ein bequemes Bett und will nicht auf dem Boden schlafen. Aber grundsätzlich ist es sicher nicht verkehrt zu wissen, wie man in der Natur überlebt. Feuer machen ohne Feuerzeug, welche Früchte der Natur sind essbar und welche führen zu Krankheit oder womöglich sogar zum Tod?
So nach und nach lerne ich die Teilnehmer kennen, manche werden mir sympathisch, manche eher nicht. Und am Ende wächst der ein oder andere sogar über sich hinaus. Trotzdem wird eine der Teilnehmerinnen ermordet und die Autorin hat immer wieder kleine Hinweise gestreut, die es jetzt zu kombinieren gilt.
Kommissar Sepp Dreithaler schwätzt wie ihm der Schnabel gewachsen ist und das macht ihn authentisch, auch wenn ich die Dialektpassagen sehr genau lesen muss, um alles zu verstehen.
Claire Edwards gelingt es, die Stimmung im Camp sehr lebendig zu beschreiben. Ich fühle mit den Teilnehmern, ergreife Partei und bin schockiert über das Mordmotiv. Die leise Spannung von drohendem Unheil liegt in der Luft und spitzt sich immer mehr zu, so dass ich das Buch in einem Rutsch durchlesen muss.
Sehr gerne empfehle ich „Kampf gegen die Alb“ weiter, am besten kauft man sich noch eine Tüte Gummifrösche dazu, dann kann man selbst den Kommissar spielen.