Nachts im Museum-Vibes
Mumien morden mittwochs nieWer kennt nicht den Film mit Ben Stiller, als nachts im Museum die Ausstellungsstücke zum Leben erwachen? Ein wenig fühle ich mich in das Naturkundemuseum in New York versetzt, nur dass wir uns dieses ...
Wer kennt nicht den Film mit Ben Stiller, als nachts im Museum die Ausstellungsstücke zum Leben erwachen? Ein wenig fühle ich mich in das Naturkundemuseum in New York versetzt, nur dass wir uns dieses Mal in einem privaten Museum in Österreich befinden, und zwar tagsüber.
Frau Doktor Apollonia Obermoser, kurz Polly genannt, freut sich auf die Ausstellungseröffnung mit Artefakten aus der siebten Dynastie, die sie selbst in einem Keller eines Schlosses entdeckt hat. Doch während sie der Meinung ist, dass die Ausstellungsstücke sensationell genug sind, macht der Museumsdirektor eine Riesenshow aus dem Ganzen.
Ich fühle mich in den Kopf von Polly versetzt, spüre jedes Augenrollen und den Abscheu, welchen sie gegenüber dem Tamtam verspürt, zu welchem sie gezwungen wird, und kann mein Lachen nicht mehr unterdrücken. Was für eine Show, herrlich.
Und dann nimmt das Drama seinen Verlauf. Während Polly sich noch gegen die wahnwitzige Idee eines Fluchs der Mumie wehrt, kommt ein Teilnehmer der Pressekonferenz ums Leben. Und es bleibt nicht der einzige Tote. Wie von der Autorin gewohnt, ist der Bodycount und das Tempo hoch.
Was für eine wunderbar wahnwitzige Story bietet uns Tatjana Kruse mit „Mumien morden Mittwochs nie“. Es beginnt bereits bei den Kapitelüberschriften, die mich regelmäßig zum Lachen bringen, wie etwa „Wir werden alle älter, aber nicht alle werden erwachsen.“ und die mich auf das Kommende einstimmen. Der Humor, die Ironie, das ist alles ganz meins.
Und während ein Museumsangestellter nach dem anderen auf dramatische Weise sein Leben aushaucht, blättere ich gebannt Seite um Seite um und habe irgendwann aufgegeben, mir die witzigsten Stellen zu notieren, es sind einfach zu viele 😉.
Das alte Ägypten ist überhaupt nicht verstaubt und unmodern, sondern Tatjana Kruse spielt virtuos mit den Gefühlen ihrer Leser und sorgt dabei sogar noch für ein wenig spaßigen Geschichtsunterricht.
Mumien morden mittwochs nie ist ein grandioses Lesevergnügen, welches ich als Therapie empfehle, für alle, die gerne mal wieder ausgiebig lachen möchten.