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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.03.2025

Berührende Samtpfoten

Die Magnolienkatzen
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Das Cover von „Die Magnolienkatzen“ hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Schlicht und doch elegant gestaltet mit einer wunderbar stimmigen Farbgebung. Bereits bevor ich den Namen der Autorin gelesen ...

Das Cover von „Die Magnolienkatzen“ hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Schlicht und doch elegant gestaltet mit einer wunderbar stimmigen Farbgebung. Bereits bevor ich den Namen der Autorin gelesen habe, habe ich vermutet, dass es sich um japanische Literatur handeln muss. Dies hat mich nur mehr in meiner Überzeugung bestärkt, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss.
Wie sehr häufig in der japanischen Literatur bzw. vor allem in dem Teil, der auch auf Deutsch übersetzt wird, ist das Tempo der Geschichte eher gemütlich und getragen. Noriko Morishitas Schreib- und Erzählstil hebt dies noch einmal besonders hervor. Die Erzählung bekommt dadurch etwas poetisches und fast sogar Magisches. Ihre Worte haben mich tief berührt und ich habe mich gefühlt, als ob ich mich in einer kalten Winternacht in eine kuschlige Decke wickle.
Würde man die Handlung auf das Wesentliche reduzieren, nämlich, dass Noriko eine Katzenmutter und ihre fünf frisch geborenen Katzenbabys im Garten findet und aufnimmt, könnte man das Gefühl haben, dass es sich hierbei um ein eher langweiliges Buch handelt, welches nur für Katzenliebhaber interessant ist. Ja es stimmt, dass die Handlung des Buches ohne große dramatische Wendungen oder Spannungen auskommt. Aber der Fokus beim Bewerten dieses Buches darf meiner Meinung nach nicht auf der Handlung der Geschichte liegen.
Viel mehr sollte gewürdigt werden mit welcher Liebe zum Detail Noriko Morishita alles beschreibt. Welche Gefühle sie beim Leser mit ihrer Geschichte auslöst und wie viel Wertschätzung und Achtsamkeit sie vermittelt. Für mich hatte das Lesen des Buches etwas meditatives und es hat mir auch wieder mal die Augen für die kleinen Dinge des Lebens geöffnet. In unserem stressigen Alltag vergessen wir nämlich viel zu oft, was eigentlich wichtig ist und dass das Glück oft im Kleinen verborgen ist.
In diesem Buch verfolgen wir aber nicht nur wie die fünf kleinen Katzenbabys allmählich wachsen und gedeihen, sondern wir dürfen auch an Norikos Entwicklung teilhaben. Sind die Katzen für ihre Mutter und sie anfangs noch ein reines Ärgernis, dass man so schnell als möglich loswerden möchte, werden sie schlussendlich zu einem Teil der Familie.
„Die Magnolienkatzen“ ist eine wunderbare Geschichte über bedingungslose Liebe und Achtsamkeit. Es stimmt nachdenklich ohne dabei allzu sehr ins melancholische Abzurutschen. Es öffnet einem die Augen für die wunderbaren kleinen Details und zeigt uns, dass man das Glück oft im Verborgenen findet.

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Veröffentlicht am 14.03.2025

Mehr als nur ein weiterer Reisebericht

Abroad in Japan
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Es war eine Zufallsbegegnung, die das Leben von Chris Broad grundlegend verändern sollte. Ohne viele Kenntnisse über das Land oder der japanischen Sprache beschließt Chris, damals 22jährig, sich für das ...

Es war eine Zufallsbegegnung, die das Leben von Chris Broad grundlegend verändern sollte. Ohne viele Kenntnisse über das Land oder der japanischen Sprache beschließt Chris, damals 22jährig, sich für das JET-Programm zu bewerben. Ein Programm das englische Muttersprachler in Japan als Aushilfslehrer einsetzt.
Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit dem Land und der Kultur Japans. Ich habe viele Bücher zu dem Thema gelesen und freue mich auch darüber, dass immer mehr Werke japanischer Autorinnen und Autoren ins Deutsche übersetzt werden. Denn auch wenn ich bereits seit einigen Jahren versuche die japanische Sprache zu lernen, bin ich noch weit davon entfernt, einen Roman lesen zu können.
Daher ist es wahrscheinlich wenig verwunderlich, dass ich mich durch dieses Buch sofort angesprochen gefühlt habe. Den Titel in Kombination mit dem Namen des Autors fand ich ein sehr gelungenes Wortspiel und habe gedanklich dem Verlag zu dieser Idee gratuliert. Erst während dem Lesen habe ich festgestellt, dass der Autor schon seit seinen Anfangszeiten in Japan einen gleichnamigen You Tube Kanal hat. Mit diesem Kanal hat er auch einiges an Berühmtheit gewonnen, an mir ist das alles aber spurlos vor rüber gegangen.
Da in der Ankündigung, meiner Meinung nach, vor allem der Punkt hervorgehoben wurde, dass Chris alle 47 Präfekturen Japans bereist hat, habe ich vermutet, dass es sich beim vorliegenden Buch vor allem um diese Reisen drehen wird. Das es sich im Grunde um eine Art Reisebericht oder Reisetagebuch handeln wird. Stimmt auch zu einem gewissen Teil. Den viel größeren Raum nehmen aber die kleinen persönlichen Eindrücke von Chris ein. Aufgrund dessen ist dieses Buch so viel mehr als nur ein weiterer Reisebereicht eines Ausländers. Durch seine Tätigkeit an einer japanischen Schule gibt Chris einen tiefen Einblick in das Bildungssystem und zeigt deren offensichtlichen Schwächen auf.
An vielen Stellen lässt er das japanische System in keinem guten Licht dastehen und sein teilweise brutal ehrlicher Ton macht die Kritik nur noch harscher. Er spricht offen und ehrlich über Mobbing an japanischen Schulen, darüber das Lehrer und Lehrerinnen nicht nur davon wissen, sondern sich teilweise sogar daran beteiligen. Natürlich wurde bereits vor diesem Buch über das japanische Bildungssystem berichtet. Wer sich mit dem Thema beschäftigt weiß, wie stark der Druck ist, der auf japanischen Schülerinnen und Schülern lastet. Trotzdem habe ich durch dieses Buch einiges Neues gelernt und einen viel tieferen Einblick bekommen.
In jedem Wort spürt man die Wertschätzung und die Liebe die Chris zu dem Land und den Menschen hat. Wie bereits erwähnt spart er dennoch nicht mit kritischen Worten und verherrlicht weder das Land noch das System. Dies hat ihm bereits in der Vergangenheit einiges an Gegenwind gebracht. Wie Chris in seinem Buch selbst schreibt, gibt es viele Nicht-Japaner die sich im Internet als Beschützer und Retter des Landes aufspielen, ohne jemals dort gewesen zu sein.
"Abroad in Japan" gibt einen sehr persönlichen und intimen Einblick in das Leben eines Ausländers in Japan. Neben den bereits erwähnten kritischen Worten gibt es aber auch viele amüsante Anekdoten und interessante Fakten. Es ist kein Buch über Japan im klassischen Sinne. Es ist die Lebensgeschichte eines jungen Mannes, der ins Unbekannte aufgebrochen ist und sich dabei mehrmals verloren und wiedergefunden hat.
Von der ersten bis zur letzten Zeile hat mich dieses Buch fasziniert und begeistert. Beim Lesen habe ich die volle Bandbreite an Gefühlen erlebt. Ich war wütend, sprachlos, amüsiert, hab schallend gelacht oder war den Tränen nahe. Für mich ist dieses Buch ganz klar eine absolute Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 12.03.2025

Diversität wird großgeschrieben

Entschuldigung!
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Sich zu entschuldigen fällt nicht nur Kindern schwer, sondern auch dem einen oder anderen Erwachsenen. Wobei man das eigentlich anders formulieren müsste, denn entschuldigen, sich von Schuld freisprechen, ...

Sich zu entschuldigen fällt nicht nur Kindern schwer, sondern auch dem einen oder anderen Erwachsenen. Wobei man das eigentlich anders formulieren müsste, denn entschuldigen, sich von Schuld freisprechen, kann man sich ja selbst nicht. Eigentlich müsste es um Verzeigung bitten heißen. Nun gut, das ist jetzt vielleicht ein wenig Wortklauberei. Egal wie man es formulieren möchte, es ist und bleibt ein schwieriges Thema. Daher habe ich mich sehr gefreut, dass sich Autorin Madlen Ottenschläger und Illustratorin Mareike Ammersken diese Aufgabe übernommen haben und ein Kinderbuch zu dieser Thematik erstellt haben.
Bereits das Cover versprüht einen wundervollen Retro-Charme und gibt einen Vorgeschmack in welchem Stil die Zeichnungen des Buches gehalten sind. Mich hat das ganze ein wenig an meine eigenen Kinderbücher erinnert und so wurde ich beim Anschauen fast ein wenig nostalgisch. Im Vergleich zu den Büchern der 80iger Jahre wurde in diesem Buch aber viel mehr auf Diversität geachtet und dass das Buch politisch korrekt ist. An manchen Stellen hatte ich allerdings das Gefühl, dass die Diversität wichtiger war als das eigentliche Thema.
Der Text war mir persönlich an manchen Stellen zu sprunghaft. Ich konnte zwar nachvollziehen warum gerade etwas passiert, aber im Text wurden manche Dinge nicht kommuniziert. Daher bin ich mir unsicher, ob mein Kind den Übergang genauso gut versteht. Hinzu kommt, dass es dann auch noch Seiten ohne Text gibt. Natürlich kann man sich die Bilder anschauen und beschreiben, aber während dem Vorlesen sehe ich das als Bruch an. Meine eigenen Worte und die der Autorin passen dann halt überhaupt nicht mehr zusammen.
Sibil und Theo, die beiden Hauptpersonen der Geschichte, entschuldigen sich in dem Buch zwar relativ häufig und es wird auch erwähnt, dass dies nicht immer einfach ist. Angekündigt wurde das Buch u.a. mit „nimmt Kinder ernst und spiegelt ihre Komplexen Gefühle“. Dieser Punkt wird für meinen Geschmack leider nur unzureichend erfüllt. Hier hätte ich mir persönlich ein wenig mehr erwartet. Eventuell auch als kleines Nachwort für die Erwachsenen, wenn man es in der Geschichte so nicht unterbringt.
Mir ist bewusst, dass ich relativ viel Kritik an dem Buch übe und trotzdem eine relativ gute Sternebewertung abgebe. Dies liegt daran, dass ich die Illustrationen wunderbar finde, das Thema wichtig ist und vor allem, mein Kind das Buch gerne vorgelesen bekommt. Möglicherweise ist es ja auch nur die Erwachsenensicht, die die Geschichte zu chaotisch findet und sich mehr Erklärungspotential wünscht. Die kindliche Sicht des knapp zweijährigen scheint diese Probleme nicht zu sehen und genießt lieber die Geschichte und die wundervoll farbenfrohen Bilder.

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Veröffentlicht am 07.03.2025

Gute Ansätze aber für mich ein wenig zu idealisiert

Zehn wirklich wichtige Gespräche, die Kinder und Eltern wachsen lassen
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Nicola Schmidt und ihr „artgerecht“ Projekt sind mir natürlich ein Begriff. Bis jetzt habe ich aber um ihre Bücher einen großen Bogen gemacht. Die negativen Stimmen zu ihrem artgerecht Baby-Buch, vor allem ...

Nicola Schmidt und ihr „artgerecht“ Projekt sind mir natürlich ein Begriff. Bis jetzt habe ich aber um ihre Bücher einen großen Bogen gemacht. Die negativen Stimmen zu ihrem artgerecht Baby-Buch, vor allem jene, dass sie sehr dogmatisch ist und sich sehr negativ über Themen wie zum Beispiel das Nicht-Stillen (können) und Kaiserschnitt äußert haben mich abgeschreckt. Wobei eines ihrer Kinderbücher, nämlich jedes zum Thema Streiten, habe ich gelesen. War ganz nett, aber konnte mich nicht wirklich überzeugen.
Trotz all meiner Bedenken habe ich mich dazu entschieden, dem vorliegenden Buch und seiner Autorin eine Chance zu geben. Aus dem einfachen Grund, dass mich das Thema interessiert und ich früher oder später in die Situation kommen werde, dass ich „solche“ Gespräche mit meinem Sohn führen werde dürfen.
Jedes Kapitel des Buches widmet sich einem anderen Gesprächsthema und zusätzlich gibt es in den einzelnen Kapiteln noch eine Unterscheidung je nach Alter des Kindes. Denn logischerweise bespricht man die Themen mit einem Kleinkind anders als mit einem Schulkind oder einem Teenager. Die Auswahl der Themen fand ich sehr gut und ansprechend. Auch die Hinweise in welchem Alter die Kinder wie aufnahmefähig sind, zum Beispiel wie lang ein „ernstes“ Gespräch mit einem vierjährigen dauern darf, haben mir gut gefallen.
Die grundlegenden Gedanken und Hinweise zu den einzelnen Themen waren für mich auch nachvollziehbar und verständlich. Zusätzlich dazu gibt die Autoren auch Praxisbeispiele an, wie so ein artgerechtes Gespräch ablaufen könnte oder in ihrem Fall eher sollte. Mit diesen Beispielen habe ich teilweise ein wenig zu kämpfen gehabt. Ich bin mir nicht sicher, ob es an mir als Person liegt oder daran, dass mein Sohn noch zu jung ist für die meisten Gespräche. Aber ich kann mir nur ganz schwer vorstellen, dass die Gespräche wirklich so ablaufen werden. Also bitte nicht falsch verstehen, nicht das ich mir das nicht wünschen würde. Natürlich ist das die ideale Wunschvorstellung, dass man als Elternteil mit seinen Kindern offen über alles reden kann und auch die Kinder offen demgegenüber sind. Denke ich allerdings an meine eigene Kindheit und Jugend zurück, habe ich da ganz andere Erinnerungen. Möglicherweise liegt es aber auch daran, dass meine Eltern nach Auffassung der Autorin nicht artgerecht mit mir gesprochen haben.
Ich habe durch das Buch auf jeden Fall einige gute Impulse und Denkanstöße bekommen und hoffe, dass ich diese auch in den Alltag mit meinem Sohn umsetzen kann. Ich vermute auch, dass ich zu gegebener Zeit das eine oder andere Kapitel noch einmal lesen werde, nämlich genau dann, wenn ich es in der Praxis wirklich brauchen werde. Ich bezweifle aber, dass ich es so entspannt und locker schaffen werde, wie es Nicola Schmid in ihrem Buch suggeriert.
Dies ist für mich auch der größte Kritikpunkt an dem Buch. Für meinen Geschmack ist alles ein wenig zu idealisiert und zu einfach dargestellt. Beim Lesen habe ich teilweise ein schlechtes Gewissen bekommen, weil ich einige Dinge anders mache als die Autorin und u.a. meinem Kind keine Babyzeichensprache beigebracht habe. Für mich schwang beim Lesen immer ein wenig mit, dass der Weg der Autorin der einzig richtige ist, der Einzige, der eben artgerecht ist.
Trotz meiner Vorbehalte der Autorin gegenüber und meiner Kritikpunkte dieses Buch betreffend, würde ich es weiterempfehlen. Allerdings mit der kleinen Einschränkung, dass man sich hier gute Gedankenanstöße und Impulse holen kann, wie man „schwierige“ Gespräche mit seinen Kindern führt, sich aber nicht schlecht fühlen soll, wenn die Realität von der idealen Welt, welche im Buch beschrieben wird, abweicht.

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Veröffentlicht am 04.03.2025

Magische Künste

Kiss of the Nightingale
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Das klang doch mal wirklich interessant und vielversprechend eine Opernsängerin, die ein Romantasy Buch schreibt mit einem Belle Époque Setting und wie soll es anders sein mit einer Opernsängerin als Hauptperson.
Bereits ...

Das klang doch mal wirklich interessant und vielversprechend eine Opernsängerin, die ein Romantasy Buch schreibt mit einem Belle Époque Setting und wie soll es anders sein mit einer Opernsängerin als Hauptperson.
Bereits der Einstieg ins Hörbuch hat mir sehr gut gefallen. Das Tempo war eher gemächlich und die Beschreibungen so lebhaft, dass ich mir alles sehr gut vorstellen konnte. Johanna Zehenders Stimme hat mir auch auf Anhieb gefallen und dazu beigetragen, dass ich das Buch noch mehr genießen konnte.
Die Opulenz und Dekadenz der reichen und mit Talenten gesegneten höheren Gesellschaft war für mich genauso greifbar wie die Kehrseite der Medaille. Der eklatante Unterschied zwischen dem reichen Teil der Gesellschaft und dem ärmeren Teil hat die Autorin wirklich sehr gut herausgearbeitet. Ich fand es auch sehr glaubwürdig, dass die Stadt Lutèce im Grunde auch zweigeteilt ist und die Hauptperson manche Teile der Stadt nicht besonders gut kennt.
Auch Cleodoras Schicksal hat Adi Denner gut in Worte fassen können. Ihre innere Zerrissenheit war greifbar und auch wenn Cleo mir nicht immer sympathisch war, habe ich ihre Handlungsweisen Großteils nachvollziehen können. An manchen Stellen war sie mir allerdings ein klein wenig zu naiv. Wobei man Cleodora zugutehalten muss, dass sie im Laufe des Buches eine deutliche Charakterentwicklung durchmacht. Man merkt das sie reifer wird und die Erfahrungen, die sie macht, reflektiert und hinterfragt.
Die Idee der magischen Talente, also der Edelsteine, die dem Träger ein Talent verleihen war etwas Neues und auch wenn das System ein paar Schwachstellen aufweist, fand ich es sehr interessant. Die Verknüpfung von Kunst und Handwerk mit Magie und damit die Aussage das alles, was erschaffen wird, magisch ist, fand ich einzigartig und wunderschön. Vor allem weil es eben nicht nur auf Kunst beschränkt ist. In der Vorstellung vieler haben Künste, sei es Gesang oder Malerei etwas Magisches an sich. Bei Handwerk, im Buch wird zum Beispiel der Beruf der Modisten verwendet, ist für viele eben ein Handwerk. Aber gerade das Entwickeln eines Kleidungsstücks ist für mich auch pure Magie. Da ich selbst gerne nähe, konnte ich diesen Punkt besonders gut nachvollziehen und fand es wunderschön.
Zusätzlich wird das ganze mit der einen oder anderen, auch queeren, Liebesgeschichte gewürzt und garniert mit einer Prise Feminismus. Die Liebesgeschichten konnte mich nur bedingt überzeugen. Hier möchte ich aber nicht weiter ins Detail gehen, das ich sonst zu viel von der Handlung vorwegnehmen würde.
Das gemächliche Tempo des Buches und die umfangreichen Beschreibungen der Kleidung der Personen mag nicht jedem gefallen. Gerade diese Aspekte haben mir aber besonders gut gefallen. Mein besonderes Lob geht auch an die Sprecherin des Hörbuches Johanna Zehender. Ihre Stimme hat das Buch so lebendig gemacht und ihre Sprachmelodie war einfach zauberhaft. Ich hoffe, dass ich bald wieder ein Hörbuch hören darf, dass von ihr gesprochen wurde.

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