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Ritja

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.02.2022

Für mich ist es eine klare Leseempfehlung.

Der Brand
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Was passiert mit einem Paar, welches schon 30 Jahre miteinander verheiratet ist? Die Kinder sind aus dem Haus und gehen mehr oder weniger ihre eigenen Wege, die Schmetterlinge im Bauch haben sich schlafen ...

Was passiert mit einem Paar, welches schon 30 Jahre miteinander verheiratet ist? Die Kinder sind aus dem Haus und gehen mehr oder weniger ihre eigenen Wege, die Schmetterlinge im Bauch haben sich schlafen gelegt und dann fällt eine Schlüsselfigur im Leben der Frau aus.

Rahel und Peter sind fast am Ende ihrer gemeinsamen Zeit angekommen. Sie 49, er 55 haben sich nichts mehr zu sagen. Sie leben aneinander vorbei und umschiffen sich, weil sie den großen Knall fürchten. Beide ziehen ihren Frust, ihre Wut in sich hinein. Erst ein langer gemeinsamer Urlaub auf einem alten Hof in der Uckermark zwingt sie zum Nachdenken und Nachspüren, was von ihrer Ehe noch da ist.

Ganz langsam wird der Schutzpanzer der Charaktere von der Autorin ab- und die Wunden offengelegt. Es sind nicht nur die Eheprobleme, sondern auch die offenen Fragen aus der Vergangenheit und die stets unzufriedene Tochter, die ihren Teil dazu beitragen.

Die Autorin hat einen ruhigen, fast schon unaufgeregten Roman geschrieben. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Ohne Kitsch und Rührseligkeit erzählt sie von der Liebe und dem drohenden Untergang an der alltäglichen Banalität. Aber auch von den unterschiedlichen Ansichten der Generationen in Bezug auf die Liebe, Treue und Ehe.

Für mich ist es eine klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 04.02.2022

Der 3. Fall schwächelt etwas

Der schwarze Steg
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Asa Larsson kann wirklich gute und spannende Krimis schreiben, aber dieser hier ist nicht ihr bester Krimi. Die zwei vorherigen Bände waren eine Spur fesselnder.

Rebecka versucht wieder auf die Beine ...

Asa Larsson kann wirklich gute und spannende Krimis schreiben, aber dieser hier ist nicht ihr bester Krimi. Die zwei vorherigen Bände waren eine Spur fesselnder.

Rebecka versucht wieder auf die Beine zu kommen. Sie startet neu durch und stürzt sich in die Arbeit. Zusammen mit Anna Maria Mella untersucht sie einen Fall, der immer dubioser und undurchsichtiger wird. Je mehr Rebecka im Netz recherchiert, desto mehr Puzzelsteine findet sie. Sie entdeckt sogar Verbindungen zu einem alten Selbstmord.

Die Arbeit von Mauri Kalli wird sehr in den Vordergrund geschoben, so dass man über viele Seiten Informationen zum Rohstoffhandel, Korruption in Afrika und Geldschieberei erfährt. Leider rutscht dadurch etwas der Mord an den Rand der Geschichte. Auch wurden zu viele Personen zu intensiv beleuchtet, was ebenfalls von der Hauptgeschichte ablenkte. Die Spannung ging dabei etwas verloren. Im letzten Drittel hat die Autorin noch einmal die Spannung hochdrehen können und man bekommt einen versöhnlichen Abschluss.

Der 3. Fall war nicht so überzeugend wie die zwei vorherigen Fälle, aber trotzdem möchte man wissen, wie es mit Rebecka Martinsson und Anna Maria Mella weitergehen wird.

Veröffentlicht am 03.02.2022

Viele kleine Denkanstöße, schöne Aufbereitung des Themas

Minimalista: Besseres Zuhause - besseres Leben
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Manchmal braucht es einen kleinen Anstoß, einen neuen frischen Motivationsschub, um endlich (wieder) in die Gänge zu kommen. "Minimalista" schafft das, denn das Buch macht Spaß. Sowohl von der Aufbereitung ...

Manchmal braucht es einen kleinen Anstoß, einen neuen frischen Motivationsschub, um endlich (wieder) in die Gänge zu kommen. "Minimalista" schafft das, denn das Buch macht Spaß. Sowohl von der Aufbereitung und der Gestaltung der einzelnen Kapitel als auch von den vielen kleinen Denkanstößen. Alles kann, kein Muss.

Die Autorin startet das Buch mit den Methoden - abklären, reduzieren, ordnen, aufwerten und erhalten. Diese Einteilung lese ich zum ersten Mal in einem Buch, bei dem es um Aufräumen und Minimalismus geht. Die Idee und die Texte dazu haben mir gut gefallen und sie stimmen den Lesenden gut auf das Thema ein. Die Autorin veranschaulicht durch gute Beispiele, was sie in dem vorherigen theoretischen Teil erläutert hat.

Erst im zweiten Teil des Buches werden die einzelnen Räumlichkeiten ( Flur, Wohn-Esszimmer, Küche + Speisekammer, Schlafzimmer, Badezimmer, Kleiderschrank, Abstellraum + Waschküche, Kinderzimmer, Homeoffice und Keller+Dachboden) unter die Lupe genommen. Dank der Kapitel kann man Bereiche, die man nicht hat, gut überspringen und direkt zum nächsten Raum übergehen. Shira Gill geht auf den jeweiligen Raum ein, erzählt von ihren Erfahrungen mit ihren Kunden und geht auf einzelne Punkte näher ein. Sie macht Vorschläge und gibt Tipps, wie man das Chaos beherrschen bzw. beseitigen kann. Am Ende eines jeden Kapitels gibt es die Checkliste. Anhand dieser Checkliste geht sie noch einmal die Methodenpunkte durch und fasst alles übersichtlich zusammen. Sie geht auch auf den Frust ein, der schnell entstehen kann und gibt Tipps, wie man diesen verhindern bzw. mindern kann. Und gleich vorweg: das Schwierigste am Ausmisten ist das Erhalten des neuen Zustandes.

Die Bilder sind sehr schön und sehr clean. Der Inhalt der Räume ist perfekt aufeinander abgestimmt und mich hat es ein wenig an ein teures Möbelhaus erinnert. Man darf sich hier nicht einschüchtern oder demotivieren lassen. Was mir jedoch gut gefallen hat, sind die vielen Nachhaltigkeitsempfehlungen. Nicht alles ist umsetzbar, aber zumindest versucht die Autorin darauf einzugehen und Anregungen für die Verwertung der aussortierten Sachen zu geben.

Das Buch hat mir gut gefallen. Der Schreibstil der Autorin ist humorvoll, mitreißend und sehr deutlich. Sie trifft immer wieder den Nerv und wirkt trotzdem nicht belehrend.

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Veröffentlicht am 20.01.2022

Auf der Alm

Auf der Alm – Vom Glück des einfachen Lebens
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Eine Frau geht mit vier kleinen Kindern über den Sommer auf eine Alm als Sennerin auf Zeit. Kein All-inklusiv, kein Pool oder Kinderspieleland, keine Zerstreuung mit digitalen Medien. Reine Natur, Kühe ...

Eine Frau geht mit vier kleinen Kindern über den Sommer auf eine Alm als Sennerin auf Zeit. Kein All-inklusiv, kein Pool oder Kinderspieleland, keine Zerstreuung mit digitalen Medien. Reine Natur, Kühe direkt neben der Küche und jede Menge Arbeit. So kann man seinen Sommer auch verbringen und doch klang es beim Lesen so gut. Bei dieser "Alm-Geschichte" fehlt die Almromantik, die heile Heidi-Welt und das entspannte Almleben für die maximale Erholung.

Julia Barbarino erzählt vom frühmorgendlichen Start in den Tag mit Kühe eintreiben, melken, ausmisten, dann erst Frühstück und danach Kinder, Hof und wieder Kühe. Die Romantik und der verklärte Blick auf das Almleben verfliegt hier schnell und man lernt das "echte" Leben kennen. Die Autorin erzählt dies jedoch mit so einer Freude, dass das Lesen Spaß macht. Sie berichtet nicht nur von den schönen Seiten wie Natur, gesundes Essen und gute Luft, sondern auch von Termin- und Organisationsstress, harte Arbeit und Rückenschmerzen und gelegentlicher Überforderung. Und trotzdem verliert sie die Lust am Sennerinnenleben nicht.

Die vielen schönen Bilder (teils privat, teils professionell) verdeutlichen zusätzlich ihre Freude an und mit der Alm. Es ist die Biografie, das Leben der Autorin, welches sie mit uns teilt. Sie macht mit diesem Buch aber auch deutlich, dass die Almhütten in ihrer ursprünglichen Funktion immer weniger werden und sich für die Bauern kaum noch lohnen. Viele Traditionen drohen verloren zu gehen, weil niemand mehr sie pflegt oder aus finanziellen Gründen pflegen kann. Als Nebenerwerbs-Sennerin kann man seinen Lebensunterhalt nicht bestreiten. Es bedarf einer großen Leidenschaft und den starken Bezug zur Natur und den Tieren, um als Sennerin jedes Jahr auf die Alm zu ziehen.

Veröffentlicht am 15.01.2022

Der stressige Traum einer Buchhandlung

Meine wundervolle Buchhandlung
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Ein unterhaltsames, schnell und leicht zulesendes Buch, das mit Humor die Arbeit und den alltäglichen Wahnsinn einer Buchhändlerin zeigt. Petra Hartlieb, in Hamburg wohnend, kauft sich eine Buchhandlung ...

Ein unterhaltsames, schnell und leicht zulesendes Buch, das mit Humor die Arbeit und den alltäglichen Wahnsinn einer Buchhändlerin zeigt. Petra Hartlieb, in Hamburg wohnend, kauft sich eine Buchhandlung in Wien. Ein gewagtes Unterfangen, doch sie zieht es durch. Alles wird auf diese eine Karte gesetzt und der Dauerstress beginnt. Selten habe ich ein Buch gelesen, was so viel Einblick in die Arbeit einer Buchhändlerin gibt.

Sie beschreibt ihre Überforderung, da sie zwar gern liest, aber keine ausgebildete Buchhändlerin ist und somit die Abläufe nicht kennt. Ihr Mann ist jedoch gelernter Buchhändler und unterstützt sie. Trotzdem ist der Spagat zwischen Buchhandlung, Wohnungsumbau und Kindbetreuung ordentlich und man staunt, dass hier keiner wegen Burnout komplett ausgefallen ist. Vielleicht liegt es tatsächlich an der Begeisterung für Bücher. Diese beschreibt sie oft und wiederholend, inklusive kleiner Anekdoten von Kund:innen.

Etwas irritierend fand ich ihre Bezeichnungen für den eigenen Ehemann (der Deutsche) und der Freunde (die Radiologen, die Ärzte usw.). Aber vielleicht war dies ihre Art der Pseudonymisierung der Freunde, um deren Privatsphäre zu schützen. Auf mich wirkten die Bezeichnungen jedoch manchmal herablassend.

Insgesamt war es jedoch ein amüsantes und interessantes Buch. Jeder Unwissende, der gern liest und schon immer mal eine ruhige und beschauliche Buchhandlung eröffnen oder übernehmen möchte, sollte dieses Buch VORHER lesen.

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