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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.01.2020

Unterhaltsam, kurzweilig und mit vielen Buchempfehlungen

Die kleine Buchhandlung am Ufer der Themse
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Liebesromane gehören nicht zu meinen Favoritengenre, da sie meist dann doch kitschig und übertrieben harmonisch sind. Okay, am Anfang passiert natürlich stets etwas dramatisches oder trauriges, damit der ...

Liebesromane gehören nicht zu meinen Favoritengenre, da sie meist dann doch kitschig und übertrieben harmonisch sind. Okay, am Anfang passiert natürlich stets etwas dramatisches oder trauriges, damit der Hauptcharakter sich wieder neu verlieben kann, aber dann geht es meistens recht schnell ins Unglaubwürdige.

Bei diesem Buch ist auch der Tod der Ausgangspunkt. Tante Sara stirbt und vererbt der Schwedin Charlotte eine Buchhandlung in London. Was hat sie mit London und Tante Sara, die sie nie kennengelernt hat, zu tun? Diese Frage stellt sich auch Charlotte und will möglichst schnell die Buchhandlung abstoßen und nach Schweden zurückkehren. Doch es kommt anders. Sie entdeckt (mit starker Unterstützung von ihren Mitarbeiterinnen) die Liebe zum Buch und zu der kleinen Buchhandlung.

Es ist eine vorhersehbare Geschichte, die jedoch den ganz großen Herzschmerz etwas außen vor lässt und sich lieber auf die Geschichte der Schwestern Kristina und Sara sowie der Buchhandlung konzentriert. Die Autorin hüpft zwischen den 80iger Jahren und der aktuellen Zeit hin und her und lässt so langsam ein Bild entstehen, warum Charlotte die Buchhandlung geerbt hat.

Die Mitarbeiterinnen und der hauseigene Kater werden ebenfalls in diese Geschichte eingebaut und sie tragen dazu bei, dass die Geschichte unterhaltsam und kurzweilig, humorvoll und voller Buchempfehlungen wird. Das Ende, nun ja, es ist ein typisches Liebesgeschichtenende, dagegen macht man nichts, aber nach dem ganzen Hin und Her sei es den Frauen gegönnt.

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Veröffentlicht am 07.01.2020

Das geht besser und spannender.

Mit Blindheit geschlagen
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Also jetzt mal ganz ehrlich, Herr Dr. Stachelmann. Das geht besser und spannender.
Der erste Fall war voll mit verzwickten Begebenheiten und nun? Ja, auch dieser Fall war nicht ohne. Gelungene und gescheiterte ...

Also jetzt mal ganz ehrlich, Herr Dr. Stachelmann. Das geht besser und spannender.
Der erste Fall war voll mit verzwickten Begebenheiten und nun? Ja, auch dieser Fall war nicht ohne. Gelungene und gescheiterte Republikflucht, Verhöre und Spione auf beiden Seiten sind in unserer Geschichte (leider) auch verankert, aber das hätte man auch spannender beschreiben können. Es soll ja ein Krimi sein, kein Geschichtsbuch.

Hier aber hatte ich ab und an meine müden Erscheinungen. Es zog sich und die Charaktere waren nicht so überzeugend – nicht Sie, Herr Dr. Stachelmann, aber die anderen Teilnehmer an diesem Fall. Bitte das nächste Mal etwas mehr Spannung und Rätselraten. Sie wissen schon, was ich meine. Bis zum nächsten Fall.

Ich glaube an Sie, Herr Dr. Josef Maria Stachelmann.

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Veröffentlicht am 04.01.2020

Kein Thriller im klassischen Sinne

Neuschnee
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Neun Freunde sehen sich nach einiger Zeit wieder und wollen (wie früher) Silvester zusammen verbringen. Eine abgelegene Berghütte soll den nötigen Abstand zum Alltag und dem Stress geben. Die Abgeschiedenheit ...

Neun Freunde sehen sich nach einiger Zeit wieder und wollen (wie früher) Silvester zusammen verbringen. Eine abgelegene Berghütte soll den nötigen Abstand zum Alltag und dem Stress geben. Die Abgeschiedenheit und die Einsamkeit (verstärkt durch den Schnee und die Dunkelheit) sind jedoch nicht jedermanns Sache. Die Ruhe vor dem Sturm ist spürbar, denn die Freunde haben sich verändert und jeder hat nun sein kleines Geheimnis.

Die Geschichte ist nicht neu und sie hat mich an andere Bücher erinnert (13 Personen und eine Leiche, wer war es?). Aber sie lässt sich gut lesen. Nicht wie ein Thriller, eher wie eine Freundesgeschichte mit Mord. Die Perspektiven (Gästebetreuer, einzelne Charaktere aus der Gruppe) wechseln immer wieder, so dass man nicht direkt alles erfährt, sondern sich Stück für Stück die Geschichte erliest. Die Charaktere bleiben dabei eher oberflächlich und teilweise klischeebeladen, auch wäre die ein oder andere Figur aus meiner Sicht nicht notwendig gewesen (Isländerpaar).

Der Blick hinter die einzelnen Fassaden bzw. das Bröckeln der Gute-Laune-Fassade der Freunde im Laufe der gemeinsamen Zeit war am interessantesten. Das gegenseitige Taxieren, Bewerten und das Erinnern an die "gute alte Zeit" zeigte deutlich, dass sich hier wohl doch keine echten Freunde, sondern eher ehemalige Studienkollegen mit kleinen Geheimnissen getroffen haben.

Kein Thriller im klassischen Sinne, aber ein gut zu lesendes Buch für ein verregnetes Wochenende.

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Veröffentlicht am 31.12.2019

Achtsam sein, bei allem, was man tut

Achtsam morden
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In diesem Buch wird nicht einfach so gemordet. Es wird achtsam gemordet. Das ist nicht unbedingt ein besseres Sterben oder eine schönere Leiche, aber der Mörder ist am Ende seiner Tat nicht verspannt und ...

In diesem Buch wird nicht einfach so gemordet. Es wird achtsam gemordet. Das ist nicht unbedingt ein besseres Sterben oder eine schönere Leiche, aber der Mörder ist am Ende seiner Tat nicht verspannt und aggressiv.

Wer Ironie nicht versteht, liest dieses Buch besser nicht. Denn hier wird viel, mit einem Lächeln auf den Lippen, aufs Korn genommen. Angefangen beim Achtsamkeitscoach über die klischeehafte Anwaltskanzlei und dem kriminellen Mandanten bis hin zu den veganen supertollen und ethnischkorrekten und naturliebenden Eltern, die einen Kindergarten führen.

Was früher für Björn Diemel ein Grausen war, wird nun sein Alltag, doch er kann ihn trotzdem genießen, denn er hatte mehrere Sitzungen in einem Achtsamkeitsseminar absolviert und weiß nun, wie er seine Probleme mit dem Mandanten, den Chefs, der Frau und dem Kindergartenyuppies regeln muss. Achtsam halt.

Ich habe selten bei einem Krimi (der kein Regionalkrimi ist) innerlich so lachen müssen. Das Passendmachen der Achtsamkeitsregeln an die jeweilige Situation, das Zurechtbiegen der Aussagen des Coaches waren ein Genuss. Die Morde sind grausam und fast schon wie bei einem Thriller, da greift Karsten Dusse ordentlich in die Mörderkiste, aber das geschickte gegeneinander Ausspielen der Clans durch Björn Diemel macht dies wieder etwas wett.

Für mich war es ein unterhaltsamer und ja, auch achtsamer Krimi, der mit viel Humor zeigt, wie Achtsamkeit auch funktionieren kann.

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Veröffentlicht am 27.12.2019

Ließ mich enttäuscht zurück

Der unschuldige Mörder
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Ach, dann nehme ich doch lieber wieder einen schuldigen Mörder, wenn der unschuldige Mörder so fade ist.

Ich hatte mich auf einen spannenden und interessanten Thriller gefreut und bisher wurde ich von ...

Ach, dann nehme ich doch lieber wieder einen schuldigen Mörder, wenn der unschuldige Mörder so fade ist.

Ich hatte mich auf einen spannenden und interessanten Thriller gefreut und bisher wurde ich von den skandinavischen Autoren nur selten enttäuscht. Ich saß also in meinem Auto (ich höre nur dort meine Hörbücher) und hatte eine 4,5h Fahrt vor mir und freute mich auf beste Unterhaltung. Doch nach einer Stunde merkte ich, wie ich mit den Gedanken spazieren ging. Ich lief nicht mit der Geschichte mit, sondern dachte an die Sachen, die noch zu erledigen waren. Schlechtes Zeichen. Also kurze Hörpause und dann noch mal volle Konzentration.

Ja, was soll ich sagen, ich habe mich auf der Hin- und Rückfahrt gequält, um dieses Hörbuch bis zum Schluss zu verfolgen. Es war kein so richtiges Vergnügen für mich. Die Charaktere waren für mich zu farb- und emotionslos, sie waren für mich nicht greifbar und deshalb wurden sie recht schnell uninteressant. Die Geschichte war sehr langatmig und zäh. Man hatte das Gefühl auf der Stelle zu treten, obwohl der Autor zwischen den Zeiten hin und her sprang und die Geschichte auch aus verschiedenen Perspektiven erzählt wurde, konnte keine wirklich gute Spannung aufgebaut werden. Selbst der Sprecher Torben Kessler (einer meiner Favoriten) konnte da leider nichts mehr herausreißen.

Warum trotzdem zwei Sterne? Weil es doch ab und an ein paar kluge und witzige Szenen gab, die mich immer wieder hoffnungsvoll weiterhören ließen. Doch am Ende hat es nicht gereicht, um mich zu begeistern.

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