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Veröffentlicht am 09.07.2019

Weder Fisch noch Fleisch

Mehr als die Erinnerung
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Dieses Buch kann man nicht so richtig einordnen.
Weder Fisch noch Fleisch.
Auf der einen Seite wird die Liebesgeschichte von Friederike von Aalen und ihrem, im Krieg verletzten und nun behinderten, ...


Dieses Buch kann man nicht so richtig einordnen.
Weder Fisch noch Fleisch.
Auf der einen Seite wird die Liebesgeschichte von Friederike von Aalen und ihrem, im Krieg verletzten und nun behinderten, Mann, auf der anderen Seite ein Krimi erzählt, dessen Morde Friederike von Aalen versucht zu lösen. Zudem leitet sie mit ihrem Vater eine Einrichtung für psychisch kranke Menschen und dies alles geschieht im Jahr 1920, wo Europa noch mit den Nachkriegswehen zu kämpfen hat.

Für einen Krimi war die Geschichte zu langsam und nicht spannend genug und für die Liebesgeschichte passten die Morde und die „Ermittlungen“ von Friederike von Aalen nicht so richtig. Ich hatte meine Probleme in die Geschichte einzutauchen, da mir auch die Charaktere zu hölzern und unnahbar waren. Zudem kamen noch die vielen medizinischen Begrifflichkeiten und Erläuterungen zu bestimmten Erkrankungen der einzelnen Charaktere. Dadurch bekam die Geschichte einen leichten Sachbuchcharakter. Für mich waren es zu viele Einschübe aus dem medizinischen Bereich, die auch der Geschichte das Tempo und die Spannung genommen haben.
Neben der Liebesbeziehung sowie der psychiatrischen Einschübe versuchte die Autorin auch noch einen geschichtlichen Abriss aus dem ersten Weltkrieg, insbesondere die Grabenkämpfe und den damit verbundenen körperlichen und seelischen Verletzungen der Soldaten, einzubauen.

Für mich war es keine runde Geschichte. Es wurde zu viel gewollt und zusammengemischt, dadurch wurde alles eher oberflächlich (außer der medizinische Bereich) behandelt und man konnte dadurch nur schwer einen Bezug zu den Personen aufbauen. Mich konnte die Mischung aus Krimi, Liebesgeschichte, Medizin und erste Weltkriegsgeschichte nicht so recht überzeugen. Leider.

PS:
Man sollte vielleicht wissen, dass die Autorin des Buches Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie ist.

Veröffentlicht am 08.07.2019

Berührend, komisch und so gut

Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke. Live
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Meyerhoffs Geschichte über seine Schauspielausbildung und das Leben mit den Großeltern hat mich amüsiert und berührt. Er beschreibt seine Großeltern sehr detailliert und lässt auch keine Marotten und ...

Meyerhoffs Geschichte über seine Schauspielausbildung und das Leben mit den Großeltern hat mich amüsiert und berührt. Er beschreibt seine Großeltern sehr detailliert und lässt auch keine Marotten und Eigenheiten aus, aber man merkt auch stets seine Liebe und Zuneigung zu ihnen.

Ich konnte herzlich über seine Erlebnisse in der Schauspielschule lachen. Schon das Vorsprechen (Bewerbung) war herrlich und eigentlich nicht zu topen, aber so manche Gesangs- und Improvisationsstunde haben es geschafft. Diese Ehrlichkeit und Ironie mit der er sich und seine fehlenden Talente beschreibt, haben mir gut gefallen. Je mehr man von ihm erfuhr, desto eher konnte man die nahenden Katastrophen erahnen.

Neben der Schauspielausbildung waren die Großeltern noch im Mittelpunkt. Herrlich, diese zwei älteren Herrschaften. Die Großmutter (keinesfalls Oma) und ihre etwas überkandidelte Art waren für mich das Highlight. Der stets gleiche Tagesablauf und die vielen kleinen Eigenheiten haben mich auch an meine Großeltern erinnert. So manche Stelle in diesem Hörbuch (besonders am Ende) machte mich etwas melancholisch, da sie mich an so viele eigene Erlebnisse erinnerten.

Das Hörbuch hat mir sehr gut gefallen. Neben einer sehr ironischen Schauspielausbildung bekommt man einen sehr privaten Einblick in das Familienleben des Autors.

Veröffentlicht am 08.07.2019

Nicht so gut wie Band 1

Tausendschön
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Der zweite Fall für Fredrika Bergman und Alex Recht ist sehr aktuell und brisant.
Es geht um Flüchtlinge und wie manche Menschen deren Not ausnutzen.
Dabei rückt eine Familie stärker in den Fokus. Der ...


Der zweite Fall für Fredrika Bergman und Alex Recht ist sehr aktuell und brisant.
Es geht um Flüchtlinge und wie manche Menschen deren Not ausnutzen.
Dabei rückt eine Familie stärker in den Fokus. Der schöne Schein der Familie bröckelt während der Untersuchungen immer mehr. Es gibt diesmal sehr viele Verwicklungen und Nebenhandlungen, die die Geschichte etwas undurchsichtig werden lässt. Manchmal kam ich mit den Charakteren durcheinander und musste dann noch einmal nachlesen. Spannung gab es jedoch bis zum Schluss, auch wenn sie zwischendurch etwas nachließ. Die dunklen Seiten von manchen Personen in dieser Geschichte konnte man erahnen, aber Kristina Ohlsson baute trotzdem noch einige überraschende Wendungen mit ein.

Gut hat mir die Weiterentwicklung von Fredrika Bergman gefallen. Doch auch sie kommt trotz Schwangerschaft nicht zur Ruhe. Peder und auch Alex Recht kämpfen beide um ihre Ehen bzw. Frauen und verlieren dabei manchmal die Ermittlungen aus den Augen.

Insgesamt ein gut gestrickter Thriller, der wieder die dunklen Seiten der Gesellschaft zeigt. Aber er ist leider nicht ganz so stark und klar geschrieben wie der erste Band. Ich werde jedoch den dritten Band lesen, um zu sehen, wie sich das Team weiterentwickeln wird.

Veröffentlicht am 08.07.2019

Konnte mich nicht überzeugen

Das Geheimnis der Schwimmerin
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Es klang so gut. Geheimnsvoll, spannend, komplizierte Familiengeschichte und Schicksale.
Ein schönes ansprechendes Cover mit einem Wirbelsturm im Wasserglas, welcher neugierig machte. Eigentlich ist ...

Es klang so gut. Geheimnsvoll, spannend, komplizierte Familiengeschichte und Schicksale.
Ein schönes ansprechendes Cover mit einem Wirbelsturm im Wasserglas, welcher neugierig machte. Eigentlich ist es eine perfekte Mischung für ein Hörbuch auf langen Autofahrten.
Jedoch die Enttäuschung war groß. Leider war die Geschichte weder geheimnisvoll noch spannend. Erschreckenderweise wollte ich schon ab der dritten CD nicht mehr das Ende wissen, aber ich habe mich trotzdem durch die Geschichte gequält.

Leider schaffte es der Sprecher nicht, den Figuren Leben einzuhauchen. Die Hauptcharaktere blieben farblos und wenig ansprechend. Sie zeigten, aus meiner Sicht, wenig Emotionen. Sie wirkten teilnahmslos und ich konnte leider keine Bindung zu ihnen aufbauen. Sie waren einfach nicht greifbar. Ich fand die Übergänge der einzelnen Handlungsstränge nicht so gelungen und teilweise waren die Kapitel recht zäh und kamen nur schleppend voran. Die Geschichte hatte keine wirklich spannenden Momente und so lief sie leider über sieben Stunden seicht dahin.

Die Idee war nicht schlecht, vielleicht ist das Buch etwas spannender als die erzählte Version, aber mich konnte sie leider nicht überzeugen.

Veröffentlicht am 08.07.2019

Der Funke sprang nicht über

Die vielen Leben des Jan Six
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Ich hatte bei diesem Buch gehofft, dass es eine runde Familiengeschichte wie die Buddenbrooks oder die Wertheims wird. Doch so ganz erfüllte sich meine Hoffnung nicht. Es ist sehr detailliert und umfassend ...


Ich hatte bei diesem Buch gehofft, dass es eine runde Familiengeschichte wie die Buddenbrooks oder die Wertheims wird. Doch so ganz erfüllte sich meine Hoffnung nicht. Es ist sehr detailliert und umfassend recheriert worden und der Autor hat jedes noch so kleine Detail mit in die Geschichte eingefügt. Dadurch wird jedoch die Geschichte der Familie Six sehr lang und phasenweise auch zäh. Gerade die ersten 100 Seiten fand ich schleppend und es dauerte leider recht lang bis ich mich mit der Geschichte wohlfühlte. Der große Begeisterungsfunke konnte trotz guter Recherche und interessanten Details nicht überspringen. Dafür war die Geschichte der Familie zu trocken, zu geschichtsbuchmäßig erzählt wurden. Die Fakten waren interessant, hätten jedoch auch etwas gestrafft werden können.

Wer (wie ich) eine große Familiengeschichte wie oben genannt erwartet, wird wahrscheinlich etwas enttäuscht werden. Wer gern Geschichtsbücher mit ein bißchen Roman liest, könnte mit diesem Buch seinen Spaß haben.