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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.10.2018

Wenn ein Historiker die Gegenwart beschreibt....

21 Lektionen für das 21. Jahrhundert
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Yuval Noah Harari ist ein Historiker und dadurch ein Fachmann für Geschichte. Sein erstes Buch „eine kurze Geschichte der Menschheit“ wurde zu einem Weltbestseller.. Mit seinem zweiten Buch „Homo Deus“ ...

Yuval Noah Harari ist ein Historiker und dadurch ein Fachmann für Geschichte. Sein erstes Buch „eine kurze Geschichte der Menschheit“ wurde zu einem Weltbestseller.. Mit seinem zweiten Buch „Homo Deus“ hat er einen Ausblick in die Zukunft gewagt.

Homo Deus habe ich mit viel Interesse gelesen. Es stellt eine mögliche Version der Zukunft dar, in der er u.a. die Verschmelzung von Bio- und Informationstechnologie prophezeit.

Dieses 3 Buch macht den Eindruck, dass es die Lücke zwischen Gestern und Morgen schließen möchte. Leider schafft es das für mich nicht.

Unter einer Lektion verstehe ich eine Übungs- oder eine Lerneinheit. Ich habe mir vorgestellt, dass 21 Themen besprochen werden mit Problemstellung und möglichen Lösungsvorschlägen / - ideen.

Es ist mehr ein philosophischer Vortrag, der davon handelt, wie es um die Gattung 'Homo sapiens' bestellt ist und ob sie in der Lage ist, sich den verändernden Umständen/ Entwicklungen anzupassen. Nach der Lektüre des Buches könnte man sagen es schaut schlecht aus. Alternativen wie z.B. Transition Towns, Nachhaltige Lebensweisen … finden gar keinen Raum bei ihm.

Der Autor ist überzeugt von Säkularismus, Transhumanismus und den Möglichkeiten der Algorithmen in der Datenanalyse.

An einigen Stellen, wird der Inhalt von „Homo Deus“ wieder aufgewärmt und im Rest hatte ich öfters das Gefühl, dass durch häufige Wiederholungen Seiten gefüllt wurden.

Hararis Sprache ist anspruchsvoll aber gut verständlich. Nur leider wirkt es sehr belehrend. Ich hatte beim Lesen den Eindruck, dass er Gegenargumente nicht gelten lassen würde.

Das Buch liefert Diskussionsstoff und polarisiert.
Wirklich Neues gelernt habe ich nicht.

Veröffentlicht am 20.10.2018

Genre-Mix aus Krimi, Drama und Zeitgeschichte

Der lange Atem der Vergangenheit
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Rache und Selbstjustiz -- Im Krieg alles erlaubt?

Die Geschichte beginnt mit dem Fund einer skelettierten Leiche. Im Verlauf der Ermittlungen führen die Spuren ins alte Jugoslawien, in den Balkankrieg ...

Rache und Selbstjustiz -- Im Krieg alles erlaubt?

Die Geschichte beginnt mit dem Fund einer skelettierten Leiche. Im Verlauf der Ermittlungen führen die Spuren ins alte Jugoslawien, in den Balkankrieg Anfang der 90er Jahre.

Verschiedene Handlungsstränge kommen an einem Punkt zusammen. Jemand ist auf Rachefeldzug. Nur, wer ist Opfer und wer ist Täter?

Ich habe mir vom Klappentext und dem Ruf der Autorin was anderes erwartet. Irgendwie fehlte die Spannung total und am Ende wird schnell aufgeklärt.

Der Sprecherin, Tanja Geke, ist es gelungen, die etwas langatmige Geschichte spannend zu erzählen. Ich habe ihr sehr gerne zugehört.


>> Wer einen spannenden Thriller sucht, dem kann ich dieses Hörbuch nur bedingt empfehlen.
Wer allerdings Interesse an Zeitgeschichte hat und mehr über die Konflikte auf dem Balkan erfahren möchte, der könnte schöne Stunden mit dem Hörbuch haben.

>> Die Geschichte selber hätte von mir 3 Sterne bekommen. Der vierte Stern geht an die Sprecherin Tanja Geke.

Veröffentlicht am 19.10.2018

Andreas Baader - Der Superstar des Linken Terrors

Die Akte Baader
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Der Autor erzählt eine mögliche Version vom Wesen und Leben des Andreas Baader, der sich mit 34 Jahren im Gefängnis Stuttgart – Stammheim das Leben genommen hat.

Es liest sich wie eine Mischung aus Krimi ...

Der Autor erzählt eine mögliche Version vom Wesen und Leben des Andreas Baader, der sich mit 34 Jahren im Gefängnis Stuttgart – Stammheim das Leben genommen hat.

Es liest sich wie eine Mischung aus Krimi und Drama. Während des Lesens habe ich mich öfters gefragt, was wäre gewesen, wenn Andreas Baader mit einem Vater aufgewachsen wäre? Warum musste er Gudrun Ensslin treffen? Warum wurde er nach dem Kaufhausanschlag frühzeitig entlassen?

Gerade heute in einer Zeit, in der sich die politischen Ränder wieder mehr mobilisieren, ist dieses Buch hoch aktuell. Wir sollten mehr aus der Geschichte lernen. ….

Veröffentlicht am 16.10.2018

Liebe kennt keine Grenzen und politischen Feinde

Land im Nebel
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Die Autorin erzählt in diesem Buch eine Liebesgeschichte, die im Jahr 1796 spielt. In dieser Zeit standen die deutschen Gebiete links des Rheins unter französischer Verwaltung.


Johanna, eine junge ...

Die Autorin erzählt in diesem Buch eine Liebesgeschichte, die im Jahr 1796 spielt. In dieser Zeit standen die deutschen Gebiete links des Rheins unter französischer Verwaltung.


Johanna, eine junge Adelige, versucht trotz Widrigkeiten ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Sie reitet viel und interessiert sich für Kräutermedizin.
Das Schicksal lässt sie einen verwundeten und bewusstlosen Mönch finden, den sie ins nahe gelegene Kloster bringt.

Dieser Mönch ist der Franzose Henri, der seinem Land die Treue verweigert hat. Er ist ein Deserteuer und auf der Flucht.

Neben der Liebesgeschichte erfahren wir einiges über das Leben in einer Klostergemeinschaft und natürlich gibt es auch Ränkeschmiede des Landadels.

Ein zusätzliches Personenregister am Ende des Buches zeigt auf, dass einige Namen in der Geschichte, reale Vorbilder haben.

Die Autorin hat einen angenehmen Schreibstil und benutzt eine schöne Sprache, die gut in die Zeit der Handlung passt.

Ich könnte mir eine Fortsetzung der Geschichte gut vorstellen und würde auch einen 2. Band gerne lesen.

Veröffentlicht am 14.10.2018

Die Geschichte einer Frau, die die Askese als Weg der persönlichen Freiheit wählt

Stabilitas loci - Der Weg der Wiborada
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Eingemauert in eine Zelle, um Gott näher zu kommen

Schweiz - 10. Jahrhundert - Der Lebensweg der Vuiberat ( Hl. Wiborada), die im Jahre 1047 von Papst Clemens II. heilig gesprochen wurde.


In diesem ...

Eingemauert in eine Zelle, um Gott näher zu kommen

Schweiz - 10. Jahrhundert - Der Lebensweg der Vuiberat ( Hl. Wiborada), die im Jahre 1047 von Papst Clemens II. heilig gesprochen wurde.


In diesem Buch wird die Geschichte einer Frau erzählt, die sich schon als Kind mit der biblischen Martha identifiziert. Sie will dem Herrn dienen.
Doch nicht als Ehefrau oder Nonne, sondern als Einsiedlerin. Erst im Wald, nur zwei enge Vertraute begleiten und versorgen sie, dann eingemauert in eine Zelle beim Kloster Sankt Gallen.

Vuiberat ist keine sympathische Frau. Sie erscheint fanatisch und tief gläubig, kurz darauf überrascht sie mit messerscharfem politischem Verstand.

Der Autorin ist es gelungen, trotz der spärlichen Überlieferungen aus dieser Zeit, eine beeindruckende Version ihres Lebens zu schreiben.