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Veröffentlicht am 01.12.2025

Winterstrategien

Wintern
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"In Norwegen lernte ich, dass wir nicht dazu verdammt sind, die Wintermonate zu vergeuden, indem man die Jahreszeit irgendwie durchsteht und den Frühling herbeisehnt. Wir können unsere Mentalität ...

"In Norwegen lernte ich, dass wir nicht dazu verdammt sind, die Wintermonate zu vergeuden, indem man die Jahreszeit irgendwie durchsteht und den Frühling herbeisehnt. Wir können unsere Mentalität verändern und auf diese Weise unsere Erfahrungen mit dem Winter - und darüber hinaus auch unser Leben."

Die Psychologin Kari Leibowitz zieht ein Jahr zu Forschungszwecken in den nördlichsten Teil Norwegens, nach Tromsö. Warum kommen die Einheimischen so gut mit dem Winter klar und leiden sogar seltener an saisonal bedingten Depressionen? Die Autorin ist alles andere als eine Winterfreundin. Sie hofft nicht nur auf Studienergebnisse, sondern auch darauf, selbst ein Winter-Mindset und entwickeln.

Ich selbst liebe den Winter, so dass das Buch für mich ein wenig Eulen nach Athen trägt. Es hat mir geholfen, mich noch mehr auf den Winter zu freuen. Insgesamt hätte ich mir noch etwas mehr kuschelige Winterstimmung gewünscht. Leibowitz wechselt immer zwischen persönlichen Erlebnissen und Studienergebnissen, was den Text dann zwangsläufig trockener werden lässt.

Wunderbar fand ich die Praxistipps für den Winter an den Kapitelenden und das Konzept, vom Besonderen auf das Allgemeine zu schließen, beispielsweise wie negative Erwartungen zu negativen Erfahrungen führen. "Denn sie verstärken unseren Kummer nicht nur im dem Moment, in dem wir negative Erfahrungen machen, sondern auch durch die Erwartung dieser Erfahrungen... Denn unsere Erfahrungen spiegeln nicht nur die Realität wider, sie erschaffen diese auch."

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Veröffentlicht am 09.11.2025

Chimären

Nelly Emberwing (1). Die verbotenen Wesen von Rustgate
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"Wo die Sterne tanzen und Magie erwacht... Das Schild über dem Tor hatte wahrhaftig nicht zu viel versprochen."

Die englische Stadt Rustgate ist nicht nur eine Steampunk-artige Welt, sondern sie beherbergt ...

"Wo die Sterne tanzen und Magie erwacht... Das Schild über dem Tor hatte wahrhaftig nicht zu viel versprochen."

Die englische Stadt Rustgate ist nicht nur eine Steampunk-artige Welt, sondern sie beherbergt auch Chimären. Diese sind vor Jahren aus einem Riss gekrochen, der inzwischen wieder verschlossen wurde. Chimären sind vielfältig und magisch. Es gibt sogar menschenartige Chimären. Doch sie alle sind in unserer Welt nicht sicher. Als die 14jährige Dienstbotin Nelly ihre Anstellung verliert und auf einen geheimnisvollen Zirkus trifft, verändert sich auch ihre Welt für immer....

Auch als Erwachsene hat mir der Auftakt dieser neuen Trilogie von Kira Gembri großen Spaß gemacht. Nelly und der Zirkusjunge Grayson sind unglaublich sympathische Protagonisten und die Welt der Chimären hat mich absolut verzaubert. Nicht nur der putzige Camou, der überraschend aus einem Ei ins Zentrum der Handlung schlüpft, sondern auch die Tiefgründigkeit, mit der die Autorin das Thema entwickelt, beeindrucken. Besonders hat mir gefallen, dass manche Charaktere ambivalent dargestellt wurden und nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint.

Ich freue mich jetzt schon auf ein Wiederlesen mit Nelly, Camou, Grayson und ihren Freunden.

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Veröffentlicht am 04.11.2025

Das Ungeheuer wird immer getötet

Das Lied der Tiefe
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"Denn schreckliche Dinge füllten die Leere. Und im dunkelsten, tiefsten Teil des Meeres wurden Ungeheuer geboren."

Die Grundidee der Story hat mich wirklich begeistert. Imogen ist eine Sitene und verfügt ...

"Denn schreckliche Dinge füllten die Leere. Und im dunkelsten, tiefsten Teil des Meeres wurden Ungeheuer geboren."

Die Grundidee der Story hat mich wirklich begeistert. Imogen ist eine Sitene und verfügt insgeheim sogar über verborgene Flügel. Sie ist das Mündel des strengen Königs Nemea, der sie mit seinem Kommandanten verlobt. Imogen entschließt sich zu fliehen und nutzt den Staatsbesuch von König Theodor, um diesen dabei um Hilfe zu bitten. Ohne dass beide es ahnen, sind sie Teil eines Kampfes alter Mächte...

Das Düstere der Geschichte hat mich immer wieder fasziniert. Cover und Farbschnitt ergänzen diese Thematik hervorragend. Auch die bildhafte Erzählweise hat meinen Geschmack getroffen. Die Anziehung zwischen Imogen und Theodor konnte ich weniger gut nachvollziehen, dafür war mir Theodor wahrscheinlich nicht liebenswert genug. Insgesamt waren manche Handlugen nicht immer leicht nachvollziehbar. Ich hoffe, dass der geplante zweite Teil Dilogie übersetzt wird, da das Buch ausgerechnet an einer sehr spannenden Stelle endet.

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Veröffentlicht am 02.11.2025

Nicht anfassen. Verflucht.

House of Ash and Shadow - Die goldene Stadt 1
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"Ich fühlte mich so hohl, als würde jemand, der mich aufschnitte, nicht Blut und Knochen vorfinden, sondern nur Leere, Asche und Schatten."

Fallon wird als Kind mit dem Schild "Nicht anfassen. Verflucht." ...

"Ich fühlte mich so hohl, als würde jemand, der mich aufschnitte, nicht Blut und Knochen vorfinden, sondern nur Leere, Asche und Schatten."

Fallon wird als Kind mit dem Schild "Nicht anfassen. Verflucht." gefunden. Und tatsächlich erleidet sie bei jeder Berührung unerträgliche Schmerzen, so dass sie nicht einmal ihr Ziehvater anfassen kann. Als dieser schwer erkrankt, macht sich Fallon auf in die Goldene Stadt. Sie findet den attraktiven Heiler Ariyon. Und er ist der erste, der Fallon berühren kann...

Ein geheimnisvoller Fluch, der wirklich originell erdacht ist, attraktive Prinzen und eine magische Akademie - Leia Stone schafft eine mitreißende Story, die in einem gewaltigen Cliffhanger endet, so dass man natürlich die Fortsetzung lesen wird. Die Goldene Stadt mit ihrem Zauber und den krassen Gegensätzen zwischen Arm und Reich ist zudem ein faszinierendes Setting.. Highlight des Roman ist außerdem Imogens Zauber-Begleittier, ein Rabe, der immer wieder für lustige Kommentare sorgt. Ich freue mich auf die Rückkehr in die Goldene Stadt in den nächsten Bänden.

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Veröffentlicht am 30.10.2025

Trost der Träume

A Theory of Dreaming (A Study in Drowning, Band 2)
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"Ach wäre es doch nur möglich", sagte sie. "Sich für alle Zeit in Träumen zu verschanzen. Aber wir müssen leben."

Wir sind zurück in Lyr, und Effy darf nun gemeinsam mit Preston als erste Frau Literatur ...

"Ach wäre es doch nur möglich", sagte sie. "Sich für alle Zeit in Träumen zu verschanzen. Aber wir müssen leben."

Wir sind zurück in Lyr, und Effy darf nun gemeinsam mit Preston als erste Frau Literatur studieren. Aber ihre Kommilitonen machen ihr das Leben schwer. Obwohl Effy und Preston nun ein Paar sind, kämpfen beide allein mit ihren Problemen. Effi bekommt immer mehr Selbstzweifel, die sie mit Tabletten betäubt. Preston verfällt seltsamen Träume, die ihn leibhaftig in eine versunkene Stadt zu führen scheinen. Wieder hört er die mysteriösen Glocken, dir schon in A Study in Drowning erklangen...

Literatur, Missachtung von Frauen, Depressionen: Ava Reid verarbeitet einige Themen in ihrem Roman, von denen manche keine leichte Kost sind. Aber über alles legt sie einen träumerisch-poetischen Stil und ein Setting, im dem Traum und Realität fast unmerklich ineinander verschwimmen. Mein Buchexemplar wimmelt von Klebezettelchen, da ich mit zahlreiche Zitate markiert habe. Die Ungewöhnlichkeit der Story hat mich beeindruckt.

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