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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.01.2024

Wieder düsterschön

Starling Nights 2
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"Vielleicht musste man, wenn man nichts Helles finden konnte, eben selbst versuchen, es zu sein."

Nachdem wir im ersten Teil der Dilogie mit etlichen Fragen zurückblieben, vor allem wie es mit den Mitgliedern ...

"Vielleicht musste man, wenn man nichts Helles finden konnte, eben selbst versuchen, es zu sein."

Nachdem wir im ersten Teil der Dilogie mit etlichen Fragen zurückblieben, vor allem wie es mit den Mitgliedern des Geheimordens vom Bund der Stare nach der Zerstörung des Artefakts weitergehen würde, ist es Merit Niemeitz im Abschlussband gelungen, mich mehrfach zu überraschen.

Das betrifft vor allem den Perspektivwechsel und das mir dieser dann auch noch so unerwartet gut gefiel. Während Cliff und Mabel, die Hauptpersonen des ersten Bandes, zwar noch wichtige Rollen spielen, stehen nun Ashton und Zoe im Vordergrund. Zoe hatte im ersten Teil einen eher oberflächlichen Eindruck hinterlassen. Ashton war sogar ein echter Antagonist. Es ist daher um so bemerkenswerter, wie es der Autorin gelingt, dass man relativ schnell Mitgefühl für Ashton und seine Motive gewinnt und Zoe ins Herz schließt.

Der Bund der Stare hat einen Großteil seiner Macht verloren, weswegen die Dark Academia Vibes leider etwas schwächer ausfallen. Dafür wird die Liebesgeschichte um so überzeugender dargestellt und die Mitglieder des Geheimordens haben noch die eine oder andere Überraschung in der Hinterhand. Vor allem fasziniert natürlich die Frage, ob sie tatsächlich nur noch kurze Zeit zu leben haben. Das runde Ende lässt zum Glück keine Fragen offen.

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Veröffentlicht am 21.01.2024

Fuchsmagie

Die Perlenjägerin
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"Kai fühlte sich jetzt schon wie ein Spiegel, der in eine Myriade Scherben zersprungen war - als trüge sie diese Splitter im Inneren und täte bloß so, als wären sie nicht da."

Obwohl ich schon lange nicht ...

"Kai fühlte sich jetzt schon wie ein Spiegel, der in eine Myriade Scherben zersprungen war - als trüge sie diese Splitter im Inneren und täte bloß so, als wären sie nicht da."

Obwohl ich schon lange nicht mehr zur Zielgruppe des Jugendbuches gehöre, hat es mich absolut begeistert. Die Geschichte spielt im japanisch inspirierten Heiwadai, in dem Zwillinge und Linkshänderinnnen als Unglücksboten gelten. Kai ist gleich beides und gehört zudem noch wie ihre ganze Familie zu den missachteten Perlentauchern. Als ein geheimnisvoller Geisterwal ihre Zwillingsschwester Kishi verschlingt, will Kai das Schicksal nicht akzeptieren und macht sich auf, Kishi von den Toten zurück zu holen.

Die ganze Story ist unglaublich farbenprächtig und einfallsreich. Kishi begegnet einer Göttin, einem Drachenkönig, einem zwielichtigen General, jede Menge Fuchsdämonen, Räubern und dem Jungen Ren, der den Räubern als Diener gehorchen muss. Kai und Ren haben mich als Protagonisten absolut überzeugen können. Die treue, tapfere Kai kann man nur bewundern und Ren wurde überragend zwiespältig geschildert.

Das Ende kam für mich unerwartet und ich bin damit auch inhaltlich nur zum Teil einverstanden. Dennoch ist es ein sehr mutiger, wenn auch auch ein wenig plötzlicher Schluss gewesen. Ich hoffe sehr auf weitere Romane der Autorin.


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Veröffentlicht am 13.01.2024

Zerrissene Fasern

Die Hexen von Cleftwater
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"Ihr Leben war wie ein abgenutztes Seil, bei dem nach und nach die Fasern rissen."

Martha Hallybread lebt in Cleftwater/East Anglia. Mit ihren 47 Jahren gilt sie im Jahr 1645 bereits als alte Frau. Ihr ...

"Ihr Leben war wie ein abgenutztes Seil, bei dem nach und nach die Fasern rissen."

Martha Hallybread lebt in Cleftwater/East Anglia. Mit ihren 47 Jahren gilt sie im Jahr 1645 bereits als alte Frau. Ihr ganzes Leben lang hat sie ihrem Herrn als Amme, Hebamme und Magd gedient. Als der Hexenjäger Makepiece nach Cleftwater kommt und die Küchenhilfe des Haushalts der Hexerei bezichtet und verhaftet, besinnt sich Matha der wächsernen Hexenpuppe ihrer Mutter. Schon bald gerät auch Martha in Gefahr...

Mit Martha hat Margaret Meyer eine äußerst sperrige Protagonistin geschaffen. Zum einen, weil Martha durch eine Krankheit, die stets nur in Metaphern beschrieben wird, überwiegend stumm ist und sich nur mühsam durch Gesten verständigen kann. Zum anderen weil ihre Motive nicht immer klar werden, so dass stets ein gewisser Abstand zu ihr bleibt. Dieser Abstand wirkt durchaus erleichternd, denn was die der Hexerei verdächtigen Menschen von Cleftwater erdulden müssen, ist in seiner Grausamkeit schwer zu ertragen. Lobenswerterweise tappt die Autorin nicht in die Falle, alle Männer zu verteufeln und die Frauen zu glorifizieren, im Gegensatz zu manch anderen historischen Romanen.

Trotz der leichten inneren Distanz hat mich Marthas Geschichte vor allem im letzten Drittel in einen faszinierten Lesesog gezogen und ich wollte unbedingt erfahren, wie es den Bewohnern von Cleftwatern ergeht. Bezüglich der Rolle der Hexenpuppe wurde aber meiner Meinung nach leider etwas an Potential verschenkt.

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Veröffentlicht am 03.01.2024

Feedbackschleife des Vergnügens

Rein in die Komfortzone!
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Eine solche Vielfalt an nützlichen Hinweisen hätte ich hinter dem etwas unscheinbaren Cover und dem plakativen Titel gar nicht vermutet. Denn "Rein in die Komfortzone" spielt ja bewusst mit dem bekannten ...

Eine solche Vielfalt an nützlichen Hinweisen hätte ich hinter dem etwas unscheinbaren Cover und dem plakativen Titel gar nicht vermutet. Denn "Rein in die Komfortzone" spielt ja bewusst mit dem bekannten Spruch der Wettbewerbsgesellschaft, scheinbare Minderleister flapsig aufzufordern:"Komm doch mal endlich aus deiner Komfortzone." Dass sich aber nicht nur die Leistung, sondern das ganze Leben verbessert, wenn man darauf achtet, aus seiner persönlichen Komfortzone heraus zu agieren, zeigt Kristen Butler hier ausführlich.

Der sperrige Originaltitel "The Comfort Zone. Create a Life You Really Love with Less Stress and More Flow" bringt dies auf den Punkt. Nachdem die Autorin dargestellt hat, welche Vorteile damit einhergehen, aus dem Wohlbefinden heraus zu agieren, stellt sie ihren Create-with-Comfort-Prozess vor. Auch wenn Butler andere Worte dafür finden, geht es hierbei zu einem guten Teil auch um das Manifestieren und das Gesetz der Resonanz. Zwar ist das Buch nicht grundsätzlich esoterisch ausgerichtet, aber man sollte für die genannten Prinzipien offen sein, um den vollen Nutzen daraus zu ziehen, was bei mir der Fall ist.

Ich habe eine Vielzahl an hilfreichen Gedankengänge und Übungen für mich mitnehmen können. Sehr sinnvoll fand ich im Übrigen dargestellt, dass es nicht darum geht, in seiner Komfortzone starr zu verharren, sondern diese zu erweitern. Aber eben auf eine Weise, die das Gleichgewicht bewahrt und nicht im Burn-Out endet. Hin zu einem Leben, das man wirklich liebt!

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Veröffentlicht am 31.12.2023

All Age

Der Spurenfinder
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Es fällt mir unerwartet schwer, das Buch tatsächlich zu bewerten. Manches hat mich angesprochen, anderes nicht. Ein zusammenfassendes Fazit macht das kompliziert.

Fasziniert hat mich der Genre Mix aus ...

Es fällt mir unerwartet schwer, das Buch tatsächlich zu bewerten. Manches hat mich angesprochen, anderes nicht. Ein zusammenfassendes Fazit macht das kompliziert.

Fasziniert hat mich der Genre Mix aus Fantasy und Krimi. Den verwickelten Kriminalfall und seine Auflösung habe ich interessiert verfolgt. Manche kuriosen Einfälle wie die Stimmonade, ein Trank, der die Stimme auf unterschiedliche Weise stark verändert, fand ich gleichfalls gelungen.

Keine Beachtung hatte ich der Tatsache geschenkt, dass Marc-Uwe Kling das Buch mit seinen jungen Zwillingstöchtern geschrieben hat. Und im Gegensatz zur Meinung in anderen Rezensionen finde ich, man merkt das dem Buch sehr wohl an.

Der Autor macht hier seinen ersten Ausflug ins Fantasy-Genre. Als absoluter Fantasyfan muss ich leider sagen, dass der Roman im Vergleich zur meisten Fantasy, die ich gelesen habe, seltsam blutleer blieb. Es fehlte einfach ganz überwiegend die atmosphärische Dichte. Einzig der Zirkusbesuch konnte mich dahingehend überzeugen.

Elos von Bergen, ein bekannter Spurenfinder, genießt seinen Ruhestand mit seinen Zwillingen Ada und Naru im ereignislosen Friedhofen. Als ein Zirkus in der Nähe gastiert, geschieht ein Mord und eine alte Dame verschwindet. Elos und die Zwillinge machen sich auf, die Rätsel aufzuklären und stellen schon bald fest: Egal wohin man reist, man hat immer sich selbst im Gepäck....

Für mich persönlich hatten die Zwillinge leider ein gewisses Nervpotential. Ich könnte mir vorstellen, dass ihre ewigen Kabbeleien jüngere Leser eher ansprechen. Vermutlich kann man das Buch als All Age-Roman bezeichnen. Aber wenn man alle anspricht, läuft man Gefahr, niemanden komplett zu erreichen.
Der Epilog liefert einen raffinierten Twist, dessen Auflösung mein Interesse geweckt hat. Dennoch werde ich eine eventuelle Fortsetzung wohl nicht lesen, weil es so viel farbenprächtigere Fantasy gibt.

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