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Veröffentlicht am 01.01.2023

Rezepte, die gar nicht so geheim sind

Ich heirate mich selbst
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"Das Geheimrezept zum Glücklichsein" wirbt der Verlag auf dem Buchrücken. Die Methoden, mit denen Autorin Claudia Wuttke nach dem zeitgleichen Verlust von Arbeitsplatz und Partner sich selbst wieder aufrichtete ...

"Das Geheimrezept zum Glücklichsein" wirbt der Verlag auf dem Buchrücken. Die Methoden, mit denen Autorin Claudia Wuttke nach dem zeitgleichen Verlust von Arbeitsplatz und Partner sich selbst wieder aufrichtete und lernte, Bestätigung nicht immer im Außen zu suchen, sind aber eigentlich gar nicht geheim und sind mir nahezu alle auch schon einmal begegnet.Insofern habe ich für mein Leben eigentlich keinen neuen Impuls mitgenommen. Lediglich über Human Design, für das sich die Autorin sehr begeistert, wusste ich bisher nichts. Nachdem ich mich jetzt damit befasst habe, kann ich aber ausgerechnet damit gar nichts anfangen, obwohl ich für esoterische Ansätze durchaus aufgeschlossen bin.

Meditation, Sport, Yoga, The Work von Bayron Katie usw... Claudia Wuttke bietet ein wahres Portfolio an Selbsthilfeelementen auf. Wer gänzlich neu in der Materie ist, findet hier sicher hilfreiche Anregungen, die durchaus auch immer wieder in esoterische Bereiche hinein reichen. Die Fülle des Überblicks bedingt aber, das alles zwangsläufig an der Oberfläche bleibt. Vor allem zum Ende des Buches wurden mir wichtige Themen wirklich zu flüchtig gestreift.

Dennoch hat es mich aufgemuntert, das Buch zu lesen. Die Autorin berichtet schonungslos ehrlich vom eigenen Tiefpunkt, aus dem sie wieder herausfand und so entsteht beim Lesen auch immer mal Verbundenheit. Und gerade die Betrachtungen zum Thema Einsamkeit durch Unverbundensein auch unter Menschen haben mir ausnehmend gut gefallen.

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Veröffentlicht am 25.12.2022

Wenn Monster einen Anwalt brauchen

Im Zweifel für das Monster
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Einen Anwalt, dessen eigentlich solider moralischer Kompass aus Ehrgeiz gerade verrutscht, auf hilfebedürfteige Monster treffen zu lassen, ist eine wirkliche originelle Idee. Brett ist ausgerechnet der ...

Einen Anwalt, dessen eigentlich solider moralischer Kompass aus Ehrgeiz gerade verrutscht, auf hilfebedürfteige Monster treffen zu lassen, ist eine wirkliche originelle Idee. Brett ist ausgerechnet der Schrecken, der Anwalt Daniel Becker in dessen Kindheit aufgelauert hat. Nun wird Brett im Über, der Welt der Monster, des Mordes verdächtigt. Obwohl Daniel eigentlich mit dem Fall, mit dem er in seiner Kanzlei zum Partner werden möchte, mehr als ausgelastet ist, lässt er sich immer tiefer in Bretts Verteidigung und Welt hineinziehen...

Der ganze Roman ist durchzogen von skurilem Witz und wartet auch mit sympathischen Nebencharakteren wie dem Praktikanten Phil auf. Daniels Versuche, nach seiner gescheiterten Ehe seiner Tochter trotzdem ein guter Vater zu sein, geben der Geschichte eine zusätzliche interessante Dimension. Dieser Genremix aus Fantasy, Krimi und Juristerei hat mir wirklich viel Spaß gemacht!

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Veröffentlicht am 18.12.2022

Überraschend kindlich

Lightlark
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Kurz nach Beginn des Lesens habe ich das Alter der Autorin recherchiert. Alles wirkte so kindlich geschildert, dass ich sie auf maximal 16 geschätzt hätte, aber wahrscheinlich hat sie die Geschichte mit ...

Kurz nach Beginn des Lesens habe ich das Alter der Autorin recherchiert. Alles wirkte so kindlich geschildert, dass ich sie auf maximal 16 geschätzt hätte, aber wahrscheinlich hat sie die Geschichte mit Mitte 20 begonnen zu verfassen. Wenn man das veröffentlichen möchte, hätte da aus meiner Sicht das Lektorat viel viel mehr eingreifen müssen. Aber dank Tiktok gefällt das Buch ja anscheinend. Dem kann ich mich nicht umfassend anschließend. Obwohl es so schön gestaltet ist, dass ich mich bei jedem Aufschlagen dabei ertappt habe, es unbedingt mögen zu wollen. Aber was bleibt, wenn der Farbschnitt der Erstauflage dann wegfällt?

Eine rudimentäres Worldbuilding und verwaschen gezeichnete Protagonisten. Wieder mal eine Heldin, Isla, wunderschön, blutjung, die 500jährige Männer mühelos in ihren Bann zieht.

"Ich muss zugeben", sagte sie, "ich bin beeindruckt von deiner Dummheit." Diesem Auspruch einer Gegnerin Islas beim Centennial, einem seltsamerweise nur alle hundert Jahre stattfindenden Wettkampf, bei dem die sechs Herrschenden der Insel Lightlark versuchen, die Flüche, unter denen ihre Völker stehen, zu brechen, hätte ich mich ein ums andere Mal anschließen mögen. Isla stolpert durch die überschaubare Handlung und ich habe mich gewundert, warum dieselbe Gegnerin sie unmittelbar danach als genial bezeichnet. Leider gibt es auch handlungstechnisch jede Menge Ungereimtheiten.

Ich habe eine Weile gebraucht um zu erkennen, dass die Autorin ein Liebesdreieck schildern will und bin nicht mal sicher, ob ich das gut oder schlecht finde. War es mal etwas subtiler gemacht als in anderen Büchern oder hat sie es nicht richtig hinbekommen?

Zum Ende hin gab es doch wenigstens ein paar Plottwists, die zeigen, dass da durchaus Potential sein könnte. Ab und zu malt Alex Aster auch schöne Sprachbilder. Sie kommt ja studientechnisch vom Creative Writing, hätte aber sicherlich noch einen langen Weg gebraucht bis zu einer runden Geschichte, den Tiktok hier eben zu sehr verkürzt hat.

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Veröffentlicht am 12.12.2022

Als erster Einstieg

Körpervertrauen
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Sympathisch und persönlich beschreibt Ruth Knaup Möglichkeiten, den eigenen Körper nach Zeiten des Social distancing und bei zunehmenden virtuellen Welten wieder mehr zu spüren und zu genießen. Viel Raum ...

Sympathisch und persönlich beschreibt Ruth Knaup Möglichkeiten, den eigenen Körper nach Zeiten des Social distancing und bei zunehmenden virtuellen Welten wieder mehr zu spüren und zu genießen. Viel Raum nehmen dabei allgemeine Betrachtungen ein, was für die Autorin persönlich gut funktioniert hat - etwa Tanz, Musizieren und Christentum. Dabei bleibt sie immer weltoffen und vielseitig. Dennoch besteht zwangsläufig weniger Identifikationspotential, wenn man wie ich ganz andere hilfreiche Schwerpunkte hat.

Das Buch dürfte sich in erster Linie für absolute Einsteiger bei dieser Thematik eignen, die noch gar keine Idee haben, wie sie sich auf die Suche zm Körpervertrauen machen können und noch nirgends erspürt haben, was für sie persönlich funktioniert. Übungen möchte der Text bewusst nicht anbieten, lediglich zu einigen Themen gibt es kleine Inspirationen.

Mit der Rückschau auf die strengen Corona-Regularien, die zum gegenwärtigen Zeitpunkt schon sehr geschrumpft sind, stellt die Autorin einerseits einen aktuellen Bezug her. Andererseits wirkte das Buch schon beim jetzigen Lesen auf mich ein bisschen wie ein Nachklapp und aus der Zeit gefallen. Ich frage mich, ob das nicht schon nächstes Jahr noch mehr der Fall sein wird - sofern Corona hoffentlich keine mächtige Ehrenrunde dreht!

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Veröffentlicht am 11.12.2022

Wolf im Weltall

Fern vom Licht des Himmels
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Krimiplot trifft auf Science Fiction, eine originelle und gelungene Mischung. Zehn Jahre lang begleitet Shell Campion im künstlichen Schlaf die 1000 Passagiere des Siedlungsschiffs Ragtime zum Planeten ...

Krimiplot trifft auf Science Fiction, eine originelle und gelungene Mischung. Zehn Jahre lang begleitet Shell Campion im künstlichen Schlaf die 1000 Passagiere des Siedlungsschiffs Ragtime zum Planeten Bloodroot. Doch als sie erwacht, sind etliche Passagiere ermordet oder verschwunden und die KI, die das Schiff steuert, funktioniert nur noch rudimentär. Gemeinsam mit dem vom Bloodroot entsandten Ermittler Fin, dessen Androiden und weiteren interessanten Protagonisten versucht Shell, den Mörder zu finden und die restlichen Passagiere auf dem sterbenden Raumschiff zu retten. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt...

Tade Thompsen würzt die Geschichte mit originellen Ideen zu Aliens und einem geheimnisvollen Wolf im Weltall, der es auch auf das Cover geschafft hat. Immer wieder gibt es Rückblicke in die Vergangenheit der Protagonisten, zu denen ich mir einen Kennzeichnung gewünscht hätte, da man so doch immer wieder ziemlich hineinstolpert. Trotzdem hätte die Figurenzeichnung mehr in die Tiefe gehen können. Gerade zum Ende hin überschlagen sich Ereignisse und Orte, so dass mir das Erzähltempo doch etwas zu schnell und flüchtig wurde. Insgesamt aber ein lesenswerter Science-Fiction-Stoff mit Einflüssen der nigerianischen Kultur.

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