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SaintGermain

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Veröffentlicht am 25.11.2021

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Als wir verschwanden
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Anna Berger erwacht allein auf dem Segelboot ihres Bruders. Dieser und 2 weitere Begleiter sind verschwunden, genauso wie Annas Gedächtnis über die letzten Stunden (- oder doch Tage?). Auch die Technik ...

Anna Berger erwacht allein auf dem Segelboot ihres Bruders. Dieser und 2 weitere Begleiter sind verschwunden, genauso wie Annas Gedächtnis über die letzten Stunden (- oder doch Tage?). Auch die Technik ist ausgefallen. Als es ihr gelingt an Land zu gelangen, sieht sie ebenfalls keine Menschenseele. Anna sucht Überlebende und Antworten darauf was passiert ist. Und sie wird schon nach wenigen Tagen fündig.

Das Cover des Buches passt perfekt zum Buch und ist auch hervorragend gemacht.

Der Schreibstil der Autorin ist ausgezeichnet; Orte und Charaktere werden bildhaft beschrieben.

Das Buch beginnt dann allerdings doch einigermaßen nüchtern und (für mich) langwierig. Es geht viel ums Segeln und das im typischen Segeljargon. Gleichzeitig fiebert man aber mit der Protagonistin mit, was denn passiert ist und lernt dabei Anna auch kennen.

Ab dem Zeitpunkt, wo Anna an Land ist geht die Spannung allerdings los. Man lernt andere Überlebende kennen und Theorien werden gesponnen und es wird auch ein wenig philosophiert, was auch den Leser zum Nachdenken anregt.

Etwas enttäuscht war ich dann kurz vor dem Auftreten von Sam, denn ich hätte hier einen anderen Weg in mir weitergesponnen. Allerdings konnte ich mich dann doch einigermaßen damit anfreunden.

Das lange Schlusskapitel (Utopia) hatte dann aber doch auch wieder einige Längen, wo nicht wirklich etwas geschieht, was die Handlung weiterbringt. Und doch entwickelt sich die Story dann doch spannend weiter, sodass man (obwohl das Buch abgeschlossen ist) doch auf eine Fortsetzung hoffen kann, denn einiges könnte man noch besser klären.

Auch wird eine mögliche Fortsetzung im Nachwort angesprochen. Dies ist ein Interview von der Autorin mit der Hauptprotagonistin.

Das Buch ist auch hervorragend recherchiert; Quellennachweise sind ebenfalls zu finden.

Die Schrift im letzten großen Kapitel ist übrigens kleiner als das restliche Buch und man benötigt hier gute Augen (oder man vergrößert die Schriftgröße am Reader).

Das Buch bringt auch durch das Philosophieren der Protagonisten den Leser sehr zum Nachdenken, was definitiv beabsichtigt ist.

Zudem durfte ich auch neue Wörter kennenlernen, da die Autorin auch gerne nicht so oft verwendete Ausdrücke verwendet (außerhalb des Segeljargons). Im letzten Kapitel ist es, obwohl passend, dann auch etwas zu anglisiert mit der Sprache.

Fazit: Berührendes Buch, das zum Nachdenken und Mitfiebern anregt, auch wenn es ein paar kurze Längen hat. 4,5 von 5 Sternen

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  • Cover
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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.11.2021

Rubens & Wittmann 2 - 10 Tage Folter

Hörst du, wie sie schreien?
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Der Prior des örtlichen Klosters meldet sich bei seiner Nichte Frieda Rubens - ihresgleichen Psychologin. Sie fährt mit ihrem Ex-Freund Kommissar Marc Wittmann dorthin, wo sie ein ermordeter Mönch erwartet. ...

Der Prior des örtlichen Klosters meldet sich bei seiner Nichte Frieda Rubens - ihresgleichen Psychologin. Sie fährt mit ihrem Ex-Freund Kommissar Marc Wittmann dorthin, wo sie ein ermordeter Mönch erwartet. In seinem Mund hat er einen USB-Stick mit den Schreien des Opfers, einem nächsten Opfer und einer persönlichen Nachricht des Täters. Frieda will zuerst nicht mitmachen, denn beide empfinden immer noch füreinander und haben zudem erst einen gefährlichen Fall zusammen geklärt.

Das Cover des Buches passt nicht nur zum ersten Teil, sondern auch perfekt zur Handlung des Buches bzw. zum Titel und ist ein echter Eye-Catcher.

Der Schreibstil des Autors ist hervorragend; Orte und Charaktere werden bildhaft dargestellt.

Obwohl es bereits der 2. Teil um die beiden Ermittler ist, kann man problemlos diesen Teil für sich lesen, auch wenn mehrmals auf den Vorgängerband hingewiesen wird.

Der Fall ist nicht nur ausgezeichnet konstruiert, sondern bringt neben erfrischend neuen Ermittlern auch jede Menge Spannung und birgt so für den Leser überraschende Wendungen. Der Spannungsbogen ist von der ersten bis zur letzten Seite hoch gespannt.

Dazu wird die ganze Geschichte perfekt abgerundet, sodass keine Fragen offen bleiben - außer, ob es eine Fortsetzung geben wird.

Obwohl es mein Debut von diesem Autor war, war es definitiv nicht mein letztes. Zum Beispiel gibt es einen kostenlosen Kurzthriller zum Herunterladen. Tja und der erste Teil wird auch bald mir gehören. Und auf eine Fortsetzung hoffe ich erst recht stark.

Fazit: Besser kann man einen Thriller kaum schreiben. Absolute Leseempfehlung und 5 von 5 Sternen.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.11.2021

Tolle Message, aber mangelhafte Umsetzung

Dr. Rodolfo, Anwalt der Tiere, verklagt den Menschen
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Dr. Rodolfo, eine Katze als Anwalt und seine Gehilfin - die Katze Mimi - nehmen tierische Mandanten auf, um ihr Recht gegen den Menschen einzuklagen.

Das Cover soll Dr. Rodolfo darstellen. Die Katze gefällt ...

Dr. Rodolfo, eine Katze als Anwalt und seine Gehilfin - die Katze Mimi - nehmen tierische Mandanten auf, um ihr Recht gegen den Menschen einzuklagen.

Das Cover soll Dr. Rodolfo darstellen. Die Katze gefällt mir sehr gut, allerdings wirkt das ganze Cover sehr nüchtern und etwas einfallslos.

Der Schreibstil des Autors ist leider gar nicht gut. Dies hat mehrere Gründe. Zum einen sind Grammatik- und Rechtschreibfehler leider keine Mangelware in diesem Buch. Zudem beginnt und endet jedes Kapitel - am Ende immerhin fast eine halbe Seite - mit genau den gleichen Worten wie die anderen Kapitel.

Das Buch wirkt zwar gut recherchiert, als Quellenangabe kann dann aber nur Wikipedia und der Brockhaus aufwarten.

Auch die persönliche Meinung des Autors wird mir zu oft hervorgeholt - und das wiederholt in mehreren Kapiteln. Scheinbar ist der Autor ein veganer Atheist. Ok, jeder soll sein, was und wie er will. Allerdings will ich das nicht in einem Buch lesen - v.a. wenn es sich andauernd wiederholt.

Positiv waren die philosophischen Gedichte von Mimi, die mir sehr gut gefallen haben.

Insgesamt fehlte dem Buch auch einfach die Lockerheit. So wäre es besser gewesen die Fakten in einer Handlung unterzubringen - gerne auch mit Humor bzw. Sarkasmus.

Und ich finde es wirklich schade, denn das Buch hat so eine wichtige Message. In dieser Form kann ich es allerdings nicht weiterempfehlen.

Fazit: Message top, aber Umsetzung leider sehr mangelhaft. 2 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 09.11.2021

Fürimmer

Die Bosheit
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Mikael zieht mit seiner Frau Bianca und ihren zwei Kindern aus Stockholm in die ländliche Idylle von Schonen. Mikael bekommt auch gleich einen Job in der örtlichen Schule und man freundet sich (trotz der ...

Mikael zieht mit seiner Frau Bianca und ihren zwei Kindern aus Stockholm in die ländliche Idylle von Schonen. Mikael bekommt auch gleich einen Job in der örtlichen Schule und man freundet sich (trotz der Ängste von Bianca) mit den Nachbarn an. Doch so harmlos ist die Nachbarschaft nicht und alle verbergen ihre Geheimnisse. Als das ehemalige Model Jacqueline mit ihrem seltsamen Sohn Fabian Bianca niederfährt, wittert so mancher eine vorsätzliche Tat. Was versuchen die beiden zu vertuschen?

Das Cover des Buches ist passend und gefällt mir ausgezeichnet.

Der Schreibstil des Autors ist grandios; verschiedene Perspektiven und 2 Zeitebenen erhöhen den Spannungsfaktor, der allerdings durch den deutschen Titel wieder herabgedrückt wird.

Die Charaktere und die Orte wurden bildhaft und hervorragend beschrieben; man konnte mit den Protagonisten mitfühlen.

Insgesamt versucht der Autor schon den Leser auf eine falsche Fährte zu locken und die Spannung zu erhöhen, allerdings ist es nicht nur der deutsche Titel, der hier unglücklich gewählt wurde. Auch zeigen sich nämlich zu viele Parallelen zu Eric Bergs "Totendamm/So bitter die Rache".

Und dann quellen die Charaktere vor lauter Klischeehaftigkeit schon fast über.

Die Zeitebenen und die verschiedenen Perspektiven scheinen zudem ein Markenzeichen des Autors zu sein, von dem ich auch schon "Der unschuldige Mörder" lesen durfte, das um einiges spannender war als dieses Buch.

Insgesamt fühlte ich mich aber trotz diesen negativen Punkten doch gut unterhalten.

Fazit: Unglücklicher deutscher Titel und Parallelen zu einem anderen Buch bringen trotzdem noch 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 29.10.2021

Prometheus´ Kampf gegen Multiresistenzen

Probe 12
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Georgy Anasis hat in Georgien Phagen gegen die häufigsten multiresistenten Keime entwickelt. Weil er sich verfolgt fühlt, schickt er sie nach Deutschland. Und wirklich wird er getötet, während die Wissenschaftsjournalistin ...

Georgy Anasis hat in Georgien Phagen gegen die häufigsten multiresistenten Keime entwickelt. Weil er sich verfolgt fühlt, schickt er sie nach Deutschland. Und wirklich wird er getötet, während die Wissenschaftsjournalistin und Ziehtochter Nina Falkenberg zu ihm kommt. Der Foodhunter Tom Morell kämpft währenddessen um das Leben seiner Tochter, die nicht nur an Mukoviszidose erkrankt ist, sondern auch an Bakterien zu sterben droht, gegen die keinerlei Antibiotika mehr wirken. Kommissarin Voss ermittelt gegen Prometheus, der Warnungen bzw. Drohungen bezüglich multiresistenter Keime verbreitet.

Das Cover des Buches ist in seiner Einfachheit trotzdem auffallend und auch sehr passend zum Buch.

Der Schreibstil der beiden Autorinnen ist ausgezeichnet; Orte und Charaktere werden bildhaft beschrieben.

Die Kombination der beiden ist ebenfalls hervorragend. Während die eine einen spannenden Thriller schreibt, würzt ihn die zweite mit spannenden und aktuellen Fakten aus der Welt der Medizin bzw. Medizinforschung, wobei auch die politische Seite und die Pharmafirmen eine wichtige Rolle spielen. Dass das ganze Buch auch Corona erwähnt - auch wenn im Buch diese Seuche schon hinter der Menschheit liegt - macht das ganze Buch noch realistischer.

Es ist ein perfekt recherchierter und konstruierter Wissenschaftsthriller, der ein Problem zum Hauptthema hat, dessen sich der Großteil der Erdenbewohner nicht einmal bewusst ist. Leider aber wird dieses Problem mit den multiresistenten Bakterien uns aber irgendwann einholen und wenn nicht bald etwas geschieht, wird es - wie zur Zeit gegen COVID - keine Impfung dagegen geben, aber auch keine Heilung.

Da ich in einem medizinischen Beruf arbeite, fand ich das Buch sehr interessant, sehr spannend und leider sehr realitätsnah. Aber vielleicht ist es auch ein wichtiger Weckruf für Politik, Forscher und Pharmafirmen - aber auch Landwirte und Ärzte - diese Pandemie noch rechtzeitig aufzuhalten.

Fazit: Ein Thriller, der wachrütteln soll und hoffentlich nicht so schnell Realität wird. 5 von 5 Sternen

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