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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.11.2020

Geschickt aufgebaute und poetische Erzählung

Ein Sonntag mit Elena
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Die Geschichte beginnt damit, dass der Protagonist, ein älterer Herr in Turin, sich mächtig ins Zeug legt, um seine Tochter und deren Familie mit einem großartigen Sonntagsmahl zu verwöhnen. Seine Frau ...

Die Geschichte beginnt damit, dass der Protagonist, ein älterer Herr in Turin, sich mächtig ins Zeug legt, um seine Tochter und deren Familie mit einem großartigen Sonntagsmahl zu verwöhnen. Seine Frau ist vor kurzem verstorben und er sieht seine erwachsenen Kinder selten – und dementsprechend einsam ist er. Ein Sturz einer seiner Enkelinnen verhindert jedoch kurzfristig den Besuch. Deprimiert spaziert er durch den Park und lernt dort überraschend Elena und ihren Sohn kennen.

Vor dem Hintergrund der Geschehnisse hätte das Buch deprimierend sein können. Aber auch wenn die Erzählung stellenweise traurig oder melancholisch war, hat sie sogar keinen deprimierenden Nachgeschmack hinterlassen, sondern eher positiv gestimmt.

Die Figuren in diesem Buch sind sehr ehrlich und direkt, was den poetischen Schreibstil noch unterstreicht. Eigentlich geht es durchweg um kleine Begebenheiten und Begegnungen, die im Ganzen doch das Leben der Beteiligten verändern

Ich habe dieses kleine Büchlein sehr gerne gelesen und werde es gerne weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 15.11.2020

Meeresungeheuer und andere merkwürdige Gestalten

Malamander - Die Geheimnisse von Eerie-on-Sea
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Wer jemals den Film „Rätselhafte Ereignisse“ mit Jim Carrey gesehen hat, kann sich sofort in die Stimmung in dem einsamen Küstenort Eerie-on-Sea (inklusive zweier Waisen, ganz wie die drei Baudelaire-Kinder) ...

Wer jemals den Film „Rätselhafte Ereignisse“ mit Jim Carrey gesehen hat, kann sich sofort in die Stimmung in dem einsamen Küstenort Eerie-on-Sea (inklusive zweier Waisen, ganz wie die drei Baudelaire-Kinder) hineinversetzen. Abgesehen von der Legende um das Ungeheuer Malamander sind auch der Ort selbst sowie seine Bewohner sehr merkwürdig und jeder scheint so seine Geheimnisse zu haben.
Die beiden Hauptfiguren, Herbie (der Ich-Erzähler) und Violet, sind sehr unterschiedlich. Während ich mit Violet nicht so recht warm geworden bin und zwischendurch auch mal an ihr gezweifelt habe, fand ich Herbie total sympathisch und interessant. Allein sein Job im Hotel liefert schon viel Erzählstoff und ich konnte mir sein „Fundbüro“ richtig gut vorstellen.
Die anderen Bewohner von Eerie-on-Sea haben ebenfalls ihre Eigenarten und warten mit so mancher Überraschung auf. Da hat es richtig Spaß gemacht, im Laufe der Geschichte alle interessanten Ecken und Menschen kennenzulernen – nicht zuletzt mit der schönen Karte.
Insgesamt ist es eine zauberhafte Geschichte, die ich wirklich gerne gelesen habe – und ich freue mich jetzt schon auf den zweiten Teil, um nach Eerie-on-Sea zurückzukehren.

Veröffentlicht am 15.11.2020

Sympathische Figuren, Geschichte mit Luft nach oben

Ice Knights - Mr Right für 5 Dates
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Zara und Caleb haben eigentlich gerade andere Sorgen und daher kein großes Interesse am Dating oder gar einer Beziehung. Mehr oder weniger unfreiwillig werden sie jedoch dazu verpflichtet, fünf Dates miteinander ...

Zara und Caleb haben eigentlich gerade andere Sorgen und daher kein großes Interesse am Dating oder gar einer Beziehung. Mehr oder weniger unfreiwillig werden sie jedoch dazu verpflichtet, fünf Dates miteinander zu verbringen. Sie spielen beide mit offenen Karten und versprechen sich, dass es dabei auch bleiben wird.

Entgegen meiner Erwartungen hat mich die Geschichte leider etwas zwiegespalten zurückgelassen.

Auf der einen Seite fand ich die beiden Protagonisten wahnsinnig sympathisch und auch gut und glaubhaft geschrieben. Ich hab gerne von Caleb und Zara gelesen - ob nun alleine oder bei ihren diversen Begegnungen. Bis auf den Schluss, der doch recht hopplahopp und auch ganz schön schnulzig war, fand ich auch das Tempo ihrer Liebesgeschichte sehr gelungen, wenn auch etwas vorhersehbar.

Am Ende war es mir aber einen Tick zu kurz und ich hätte gerne ein paar Seiten mehr gehabt, einfach um intensiver in die Geschichte einsteigen zu können. Außerdem habe ich mir im ersten Drittel wirklich schwer getan, in die Geschichte zu finden, weil mich der Schreibstil so abgelenkt hat. Manche Nebensächlichkeiten wurden da etwas künstlich aufgebauscht, so dass ich mich gar nicht auf die eigentliche Geschichte konzentrieren konnte. Zum Teil mag es auch an der Übersetzung gelegen haben: Die war oft sehr nah am Original und enthielt auch einige merkwürdige Formulierungen.

Ich glaube, insgesamt hätte ich gerne auch noch ein wenig mehr über die Nebencharaktere erfahren, wie z. B. Zaras Freundin oder Calebs Teamkollegen. Eventuell hebt sich Avery Flynn die ja aber für die nächsten Bände der Reihe auf.

Insgesamt war es ein kurzweiliges Lesevergnügen mit sehr sympathischen Figuren, bei deren Geschichte ich mir manchmal etwas mehr Details und Länge gewünscht hätte.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 11.11.2020

Traditioneller Krimi - und dann doch wieder nicht

Ein perfider Plan
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Das Buch war nicht mein erster Horowitz (und sicher auch nicht mein letzter) und wie erwartet machte es mir der Schreibstil des Autors sehr leicht, in die Geschichte hineinzufinden.
Diese dreht sich um ...

Das Buch war nicht mein erster Horowitz (und sicher auch nicht mein letzter) und wie erwartet machte es mir der Schreibstil des Autors sehr leicht, in die Geschichte hineinzufinden.
Diese dreht sich um einen mysteriösen Todesfall und die Ermittlungen zum selbigen durch ein eher unfreiwilliges Zweiergespann, ganz im Stil von Sherlock Holmes. Soweit alles wohlbekannt, aber: Der Ich-Erzähler ist der Autor selbst, so dass man beinahe den Eindruck erhält, es handle sich um eine wahre Begebenheit. Zunächst war ich etwas verwirrt, fand dann aber sehr bald Gefallen an der ungewöhnlichen Perspektive, die überraschend gut funktioniert. Auch die Einblicke in seine Arbeit haben mir gut gefallen.
So unsympathisch Hawthorne ist, er ist gleichzeitig eine doch sehr mysteriöse und interessante Figur, und die Interaktionen zwischen ihm und dem Autor haben dafür gesorgt, dass es mir nie langweilig wurde.
Alles in allem hat der Fall beim Lesen sehr viel Spaß gemacht und ich freue mich schon auf den nächsten Teil und die weitere Zusammenarbeit der beiden.

Veröffentlicht am 29.10.2020

Spaßige Zukunftsaussichten à la Marc-Uwe Kling

QualityLand 2.0 (QualityLand 2)
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Grundsätzlich hat mir das Buch, der zweite Band in der Zukunftsutopie von Qualityland äußerst gut gefallen. 5 Sterne sind mehr als gerechtfertigt. Sowohl in Bezug auf das Hardcover, welches sehr schlank ...

Grundsätzlich hat mir das Buch, der zweite Band in der Zukunftsutopie von Qualityland äußerst gut gefallen. 5 Sterne sind mehr als gerechtfertigt. Sowohl in Bezug auf das Hardcover, welches sehr schlank daherkam, als auch inhaltlich.

Die Geschichte, die sich natürlich um die Hauptpersonen Peter Arbeitsloser und insbesondere Kiki Unbekannt dreht, war insgesamt sehr kurzweilig, teilweise auch mit spannenden Momenten, aber in erster Linie mit sehr viel Humor geschrieben, wie wir Marc-Uwe Kling aus der Vergangenheit schon kennen.

Was ich sehr gut fand, waren die abwechslungsreichen Schauplätze und die knackigen Kapitel. Langeweile kam nie auf und ich habe das Buch regelrecht verschlungen und es hat mich sehr gut unterhalten. Habe mich mehrfach beim lauten Lachen erwischt.

Inhaltlich geht es in erster Linie darum, wer der Vater von Kiki ist aber natürlich kommt auch Peter in seinem neuem Job als Maschinen-Therapeut nicht zu kurz. Des Weiteren wird der soziale Abstieg von Martyn Vorstand recht amüsant beschrieben und natürlich muss unser Känguru in Form des pinken Qualitypad wieder seinen Senf dazu geben. Und zusätzlich schwebt über allem die Frage, ob John of us im Datennetz weiterlebt.

Alles in allem sehr empfehlenswert, wenn man einfach mal eine ganz andere Sichtweise einer möglichen Zukunft aufgezeigt bekommen will - fernab von Zombies und ausgestorbenen Arealen. M.-U. Kling schafft es in seiner Art eine äußerst humorvolle Geschichte zu beschreiben, die aber auch voller aktueller Gesellschaftskritik steckt.