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Samira0112

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.11.2025

Ein märchenhaftes Abenteuer voller Atmosphäre

Dornenhecke
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Die Geschichte fühlt sich an wie ein märchenhafter Spaziergang durch eine Welt, die gleichzeitig wundersam vertraut und vollkommen neu wirkt. Der Schreibstil von T. Kingfisher ist atmosphärisch, warm und ...

Die Geschichte fühlt sich an wie ein märchenhafter Spaziergang durch eine Welt, die gleichzeitig wundersam vertraut und vollkommen neu wirkt. Der Schreibstil von T. Kingfisher ist atmosphärisch, warm und voller leiser Magie. Schon nach wenigen Seiten hatte ich das Gefühl, komplett in dieser märchenhaften Stimmung zu versinken. Die Geschichte wird aus der dritten Person erzählt und passt dadurch perfekt zu diesem märchenartigen Ton.

Was mich besonders begeistert hat, ist die Perspektive. Eine Erzählung aus der Sicht einer Figur zu erleben, die sonst als böse Fee in Märchen auftaucht, war ungewohnt und unglaublich spannend. Krötling ist so anders als viele Protagonistinnen, nicht nur äußerlich, sondern auch in ihrer Art zu denken und zu fühlen. Sie hat Tiefe, Humor und eine ruhige Stärke, die ich sofort mochte. Und genau dieser leicht skurrile, charmante Humor zieht sich durch die ganze Geschichte, ohne dass er die Atmosphäre zerstört. Er macht das Buch sogar noch besonderer.

Auch die Welt hat mich komplett fasziniert. Sie ist voller kleiner Details, ungewöhnlicher Wesen und besitzt diese märchenhafte Schwere, die einen einhüllt. Besonders schön fand ich zudem, dass ein muslimischer Charakter eine wichtige Rolle spielt. Das hätte ich in einem Setting, das so stark an europäische Märchen erinnert, nicht erwartet, aber genau das hat die Geschichte für mich bereichernder und vielfältiger gemacht.

Trotz meiner Begeisterung hat mir am Ende ein kleines Fünkchen gefehlt, um es zu einem richtigen Highlight zu machen. Das Ende ist rund und schön erzählt, aber ich hatte mir einen minimal stärkeren Abschluss erhofft. Trotzdem habe ich jede Seite geliebt und wäre gern noch länger in dieser Welt geblieben.

„Dornenhecke“ ist atmosphärisch, berührend, humorvoll und einfach besonders. Und ich weiß jetzt schon, dass ich definitiv mehr von dieser Autorin lesen möchte.

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Atmosphärisch, berührend und wunderbar sensibel erzählt

What the Night Hides
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Die Geschichte hat mich vollkommen überzeugt. Sie ist still, düster und gleichzeitig unglaublich emotional. Schon nach den ersten Seiten war ich gefangen in dieser geheimnisvollen Atmosphäre, die Edinburgh ...

Die Geschichte hat mich vollkommen überzeugt. Sie ist still, düster und gleichzeitig unglaublich emotional. Schon nach den ersten Seiten war ich gefangen in dieser geheimnisvollen Atmosphäre, die Edinburgh mit seiner nebligen Magie zu einem Ort macht, der sich wie ein lebendiger Charakter anfühlt.

Die Geschichte entfaltet sich ruhig, aber intensiv. Sie ist nicht von durchgehender Action geprägt, sondern von Emotionen, Verlust und der Suche nach Wahrheit. Das Buch ist aus der dritten Person geschrieben und besonders beeindruckt hat mich, wie sensibel Anna Knopf Themen wie Abhängigkeit, Manipulation, unerreichbare Eltern und chronische Krankheit verarbeitet. Nichts davon wirkt aufgezwungen, sondern organisch in die Geschichte eingebettet, vor allem Quinns Diabetes wurde mit so viel Selbstverständlichkeit dargestellt, dass es mir richtig positiv aufgefallen ist.

Micah und Quinn haben mich als Duo sehr berührt. Ihre Beziehung entwickelt sich leise, mit viel Vertrauen, Unsicherheit und Nähe. Es geht hier nicht um Verlangen, sondern um Verständnis, Schmerz und Verbundenheit, fast schon wie Trauma Bonding, aber in einer gesunden, reflektierten Weise. Auch die eine intime Szene war unglaublich schön geschrieben: respektvoll, zärtlich und echt.

Trotz kleiner Längen und einiger Passagen, die sich etwas gezogen haben, blieb das Buch für mich durchgehend fesselnd. Die Charaktere sind vielschichtig, ihre Entscheidungen nachvollziehbar und ihre Entwicklungen glaubwürdig. Besonders gegen Ende zeigt die Geschichte eine starke feministische Note, die perfekt zu Micahs Werdegang passt und wir kriegen auch ein paar Actionszenen.

„What the Night Hides“ ist keine laute Geschichte, sondern eine, die nachhallt, melancholisch, atmosphärisch und voller Gefühl. 🖤✨

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Veröffentlicht am 10.11.2025

Geheimnisse, Wendungen und pure Spannung

A Crown Drowned in Shadows
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Ich liebe dieses Buch. Schon nach wenigen Kapiteln war ich völlig versunken in der Geschichte, die mich mit ihrer einnehmenden, abenteuerlichen Atmosphäre sofort gepackt hat. Die Geschichte wird aus vier ...

Ich liebe dieses Buch. Schon nach wenigen Kapiteln war ich völlig versunken in der Geschichte, die mich mit ihrer einnehmenden, abenteuerlichen Atmosphäre sofort gepackt hat. Die Geschichte wird aus vier verschiedenen Perspektiven in der dritten Person erzählt, ein Stil, den ich generell sehr mag.
Obwohl ich am Anfang noch etwas gebraucht habe, um die Figuren auseinanderzuhalten, bin ich mit der Zeit richtig warm mit ihnen geworden. Alle vier wirken lebendig, tragen eigene Geheimnisse mit sich herum, und mit jeder Seite erfährt man ein kleines Stück mehr über ihre Vergangenheit, aber vieles bleibt erst einmal nur angedeutet. Besonders spannend fand ich, dass ich als Leserin oft sogar weniger weiß als die Charaktere selbst, was das Mitfiebern noch intensiver macht.

Die Handlung ist voller Rätsel, Wendungen und moralischer Grauzonen. Es wird mit Skrupellosigkeit gespielt und man merkt schnell, dass hier kaum jemand wirklich „gut" oder „böse" ist. Genau das macht die Spannung aus, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Der Schreibstil ist dabei fesselnd und wunderbar flüssig, man verliert sich ganz leicht in der Geschichte.

Was ich an Fantasy so liebe, ist der Freiraum, den sie bietet und Marius nutzt ihn perfekt aus. Casual Queerness und Figuren mit verschiedenen Hautfarben gehören hier ganz selbstverständlich dazu, ohne je besonders hervorgehoben zu werden.

Ich war emotional völlig dabei, so sehr, dass ich um drei Uhr nachts bitterlich weinen musste. „A Crown Drowned in Shadows" hat mich überrascht, berührt und mitgerissen. Die vielen Schauplätze, die facettenreiche Fantasywelt und die zahlreichen Plot Twists machen dieses Debüt zu einem echten Erlebnis.

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Veröffentlicht am 29.10.2025

Mehr Schein als Sein

Spookily Yours
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Ich habe mir Spookily Yours gekauft, weil das Cover einfach wunderschön ist und ich total Lust auf eine herbstliche Hexenromance hatte, cozy, magisch, ein bisschen charmant und mit leichtem Knistern. Bekommen ...

Ich habe mir Spookily Yours gekauft, weil das Cover einfach wunderschön ist und ich total Lust auf eine herbstliche Hexenromance hatte, cozy, magisch, ein bisschen charmant und mit leichtem Knistern. Bekommen habe ich leider eine flache Geschichte, die kaum über das hinausgeht, was schon im Klappentext steht.

Die ersten 30 % waren für mich reines Aufwärmen ohne neuen Inhalt. Danach passiert zwar mehr, aber alles bleibt vorhersehbar und linear. Es gibt keine echten Probleme, nichts, das Spannung aufbaut oder Emotionen weckt. Die Handlung läuft einfach geradeaus, ohne Wendungen oder Momente, die wirklich berühren. Statt Tiefe gibt es viel leeres Gerede, Instant Love und ab der zweiten Hälfte zunehmend Spice, leider von der Sorte Fremdscham, aber ohne Sinn, Emotion oder Chemie. Alles wirkt überstürzt, unausgereift und teilweise unangenehm zu lesen.

Willow blieb für mich eine naive, widersprüchliche Protagonistin, die Entscheidungen trifft, die keinen Sinn ergeben, während Damien übergriffig, eifersüchtig und völlig eindimensional ist. Ihre Beziehung basiert auf Oberflächlichkeiten, nicht auf echter Nähe. Das gesamte Buch trieft zudem vor Stereotypen, in der Figurenzeichnung, in den Rollenbildern und sogar in den Dialogen, was die ohnehin flache Geschichte noch austauschbarer wirken lässt. Auch die Nebenfiguren und das Worldbuilding bleiben blass, es gibt kaum Erklärungen, die Lore widerspricht sich und manche Szenen brechen komplett mit der eigenen Logik.

Dazu kommt ein sehr einfacher, oft repetitiver Schreibstil, der wenig Atmosphäre aufbaut. Statt einer magischen, emotionalen Geschichte bekam ich ein Buch, das sich wie eine unausgereifte Wattpad-Romanze liest, mit zu viel Spice, zu wenig Inhalt und Szenen, die stellenweise sogar problematisch wirken. Insgesamt einfach enttäuschend und leider alles andere als das cozy Herbstbuch, das ich mir gewünscht hatte. 🍂

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Veröffentlicht am 27.10.2025

Ein Buch, das fesselt und fordert

Katabasis
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Dies war mein drittes Buch von R.F. Kuang und wie immer hat sie mich tief beeindruckt. Ich hatte etwas in Richtung „Babel" erwartet, und obwohl man die Werke vergleichen kann, ist Katabasis auf eine ganz ...

Dies war mein drittes Buch von R.F. Kuang und wie immer hat sie mich tief beeindruckt. Ich hatte etwas in Richtung „Babel" erwartet, und obwohl man die Werke vergleichen kann, ist Katabasis auf eine ganz eigene Weise faszinierend. Dieses Buch braucht Zeit, und genau das sollte man ihm auch geben, denn es entfaltet seine Wirkung langsam, aber unglaublich intensiv. Es ist ein echtes Slow-Burn-Erlebnis, aber keine Geschichte, die man wegen der Romantik liest.

Erzählt aus Alices Sicht in der dritten Person, ist es sprachlich anspruchsvoll, durch und durch akademisch und zugleich unglaublich atmosphärisch. Kuang erschafft eine dichte, fast greifbare Stimmung, in der Themen wie Sexismus, Machtmissbrauch, Philosophie, Religion, Naturwissenschaften, Aufopferung und existenzielle Fragen miteinander verwoben sind. Ich mochte, wie sie komplexe Konzepte erklärt, ohne dass man sich je verloren fühlt, alles wirkt nachvollziehbar, klug und tiefgründig.

Alice verkörpert internalisierte Misogynie, was sie zu einer faszinierenden, aber auch unangenehmen Figur macht. Gerade deshalb hätte ich mir zusätzlich eine Auseinandersetzung mit Rassismus gewünscht, denn als chinesische Frau in der westlichen Akademia wäre diese doppelte Marginalisierung unglaublich spannend gewesen.

Besonders überrascht hat mich der Humor, trocken, intelligent und genau richtig dosiert. Ich musste mehrmals wirklich lachen, obwohl das Buch insgesamt düster, schwer und von emotionaler Tiefe geprägt ist. Ich habe gelacht, geschluckt, war schockiert und hatte Tränen in den Augen.

Besonders der Mittelteil war für mich emotional am stärksten, während das Ende etwas zu abrupt kam und mir der letzte Wow-Moment fehlte. Trotzdem liebe ich, wie Kuang Intellekt, Gefühl und subtile Romantik zu einem vielschichtigen, dunklen und wunderschönen Gesamtwerk verwebt. Katabasis ist keine klassische High Fantasy, aber dafür ein einzigartiges, kluges Stück Dark Academia, das noch lange nachhallt.

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