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Samira0112

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.06.2025

Einblick in rechte Ideologien

Das Deutsche Demokratische Reich
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Dieses Buch war für mich wirklich ein kleines Projekt, nicht weil es schlecht war, sondern weil es so unglaublich dicht und informationsgeladen ist. Ich musste beim Hören durchgehend voll konzentriert ...

Dieses Buch war für mich wirklich ein kleines Projekt, nicht weil es schlecht war, sondern weil es so unglaublich dicht und informationsgeladen ist. Ich musste beim Hören durchgehend voll konzentriert sein, was ehrlich gesagt nicht immer einfach war, aber es hat sich gelohnt.

Ich habe so viel Neues gelernt, gerade über rechte Ideologien, Geschichtsbilder und die Ziele der AfD.

Besonders interessant fand ich, wie die extreme Rechte versucht, Geschichte umzudeuten und politische Narrative zu beeinflussen. Auch die Verbindungen zu rechten Bewegungen in den USA und Russland wurden aufgezeigt, was mir nochmal eine ganz neue Perspektive gegeben hat. Viele Begriffe und Namen waren mir vorher noch kein Begriff, umso mehr schätze ich es, dass vieles im Buch nochmal erklärt und eingeordnet wurde.

Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass einige Teile des Buches in etwas einfacherer Sprache verfasst wären, gerade wenn es um die vielen Fachbegriffe geht. Da ich im Geschichts-LK bin, konnte ich die meisten Begriffe verstehen, aber für Menschen ohne viel Vorwissen könnte es stellenweise schon etwas schwierig sein, den komplexen Inhalt zu verfolgen.

Eine Version in vereinfachter Sprache wäre hier definitiv hilfreich, um mehr Menschen den Zugang zu solchen wichtigen Themen zu erleichtern.

Besonders das Nachwort hat mir geholfen, nochmal alles einzuordnen. Heiko Grauel als Sprecher fand ich super angenehm - er hat den Inhalt ruhig, aber eindringlich vermittelt. Ich hab das Buch in kleinen Etappen gehört, weil ich wirklich nichts verpassen wollte. Es hat mir definitiv geholfen, aktuelle politische Entwicklungen besser zu verstehen, und ehrlich: Wir sollten ALLE mehr über diese Themen wissen.

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Veröffentlicht am 03.06.2025

Tolle Geschichte

Meeresglühen
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„Meeresglühen" von Anna Fleck hat mich in eine beeindruckende und magische Welt entfuhrt, die durch ihren detaillierten Weltenaufbau und die faszinierenden Charaktere besticht. Der Schreibstil ist flüssig ...

„Meeresglühen" von Anna Fleck hat mich in eine beeindruckende und magische Welt entfuhrt, die durch ihren detaillierten Weltenaufbau und die faszinierenden Charaktere besticht. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm, und das anfangs Setting ist sehr cozy und freundlich. Die Charaktere wuchsen mir im Laufe der Geschichte ans Herz und tragen zur emotionalen Tiefe der Erzählung bei.

Allerdings gab es für mich einige Schwächen: Die Protagonistin spricht in ihrem Inneren mit ihrer inneren Stimme welche sie selbst als „Du" oder „Schätzchen" anspricht, was anfänglich befremdlich war. Außerdem fand ich einen Logikfehler in der Handlung, der wohlmöglich erklärbar ist, sich für mich jedoch nicht erschließen lässt. Des Weiteren gab es ein für mich ein wichtiges Thema, welches die Protagonistin erst spät und für mich mit zu wenig emotional bedacht hat.

Trotz dieser Schwächen hat mir „Meeresglühen" eine fesselnde Leseerfahrung geboten. Die fantastische Welt und die liebevoll gestalteten Charaktere haben mich begeistert. Das Ende war sowohl traurig als auch schön und rundete die Geschichte auf eine bewegende Weise ab.

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Veröffentlicht am 03.06.2025

Hat mich nicht ganz abgeholt, aber ein wichtiges Werk

A Thousand Ships – Die Heldinnen von Troja
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In „Die Heldinnen von Troja" verleiht Natalie Haynes Frauen aus den antiken Mythen, die oft im Hintergrund bleiben, eine zentrale Stimme. Sie zeigt die Perspektiven von Göttinnen, Sklavinnen, wartenden ...

In „Die Heldinnen von Troja" verleiht Natalie Haynes Frauen aus den antiken Mythen, die oft im Hintergrund bleiben, eine zentrale Stimme. Sie zeigt die Perspektiven von Göttinnen, Sklavinnen, wartenden Ehefrauen und anderen Figuren, die durch den Trojanischen Krieg betroffen sind. Die Figurenliste zu Beginn des Buches ist hilfreich, um den Überblick über die vielen Charaktere zu behalten.

Haynes Schreibstil ist anspruchsvoll, eine Mischung aus literarischer und populärwissenschaftlicher Sprache. Dies macht das Buch zwar interessant, aber auch herausfordernd. Die wechselnden Perspektiven und Zeitsprünge führen dazu, dass die Geschichte nicht linear erzählt wird und der klassische Spannungsbogen fehlt. Jedes Kapitel befasst sich mit einer anderen Figur zu einer anderen Zeit und an einem anderen Ort, was es schwierig macht, eine emotionale Verbindung zu den Charakteren aufzubauen, vor allem, weil sie oft nur kurz im Mittelpunkt stehen.

Positiv hervorzuheben ist, dass Haynes die Darstellung der Schändung an den Frauen im Hintergrund hält. Dies macht das Lesen angenehmer, da sie sich stattdessen auf die emotionalen und psychologischen Aspekte der Figuren konzentriert, was dem Buch Tiefe verleiht. Trotz des allwissenden Erzählers, der manchmal das Einfühlen in die Figuren erschwert, gelingt es Haynes, die Stärke und Tragik der Frauen von Troja gut darzustellen.

Insgesamt ist „Die Heldinnen von Troja" ein bedeutendes feministisches Werk, das jedoch durch seinen anspruchsvollen Stil und die ungewöhnliche Struktur nicht einfach zu lesen ist. Der Schreibstil ließ mich manchmal emotional distanziert zurück, obwohl das Potenzial zum Mitfühlen vorhanden war.

Die Kapitelsprünge führten dazu, dass sich keine Spannung aufbaute. Empfehlen würde ich das Buch denen, die sich für griechische Mythologie interessieren oder den besonderen Stil von Natalie Haynes schätzen.

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Veröffentlicht am 03.06.2025

Tolle Geschichte, die sich ein wenig zieht

THE TALE OF WYCCA: Demons (WYCCA-Reihe 1)
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Raevan Tennyson wird gegen seinen Willen zum König von Avastone ernannt und muss seine wahren Menschen sein Volk fürchten. Während in Avastone eine Waffe geschmiedet wird, um ihn zu vernichten, sucht Raevan ...

Raevan Tennyson wird gegen seinen Willen zum König von Avastone ernannt und muss seine wahren Menschen sein Volk fürchten. Während in Avastone eine Waffe geschmiedet wird, um ihn zu vernichten, sucht Raevan mit seinem besten Freund Pray und Tyresian nach der legendären Blutkrone, die ihm helfen könnte, seinen Thron zu sichern. Gleichzeitig entwickelt er verbotene Gefühle für die Menschenfrau Azalea, was ihn vor schwierige Entscheidungen stellt.

Ich habe „The Tale of Wycca" auf der letzten Frankfurter Buchmesse entdeckt und war beeindruckt von der komplexen Handlung, den vielschichtigen Charakteren und der düsteren Atmosphäre. Die Geschichte fesselt mit einer logischen Verknüpfung von Gedanken und Handlungen der Figuren, die durch stimmige Charakterentwicklung untermauert wird.

Besonders spannend fand ich den unvorhersehbaren Plottwist und die gelungene Nutzung von Perspektivwechseln, die an den spannendsten Stellen zusätzliche Tiefe und Dynamik in die Geschichte bringen. Allerdings muss ich erwähnen, dass der Anfang und die Mitte des Buches teilweise etwas langatmig wirken und die Spannung nicht durchgehend aufrechterhalten wird. Doch diese Längen werden durch eine packende zweite Hälfte und ein spannendes Finale ausgeglichen.

Trotz einiger Längen überzeugt das Buch mit einer starken Handlung, faszinierenden Charakteren und einer spannenden Liebesgeschichte. Ein lesenswerter Auftakt, den ich mit 4/5 Sternen bewerte.

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Veröffentlicht am 03.06.2025

Verstörend schön

The Sapphic Travel Guide to Hell
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Ich habe wirklich noch nie etwas gelesen, das sich auch nur annähernd so angefühlt hat wie „The Sapphic Travel Guide to Hell“. Das Buch ist in drei Akte unterteilt, hat super kurze Kapitel mit passenden ...

Ich habe wirklich noch nie etwas gelesen, das sich auch nur annähernd so angefühlt hat wie „The Sapphic Travel Guide to Hell“. Das Buch ist in drei Akte unterteilt, hat super kurze Kapitel mit passenden Titeln und wir begleiten Goya und Raffa auf einem sehr speziellen Roadtrip – zuerst durch den deutschen Schwarzwald, später ins Death Valley und nach Mallorca. Und obwohl ich düstere Settings eigentlich liebe, hatte dieses Buch etwas an sich, das mich auf eine seltsame Weise abgestoßen hat. Die Atmosphäre war rau, düster, rauchig, fast schon makaber. Irgendwie abgestanden. Aber: Ich konnte trotzdem nicht aufhören zu lesen.

Der Schreibstil ist wahnsinnig bildhaft und poetisch-düster, aber gleichzeitig total flüssig. Man wird direkt in die Handlung geworfen, weiß kaum etwas über die Figuren, aber genau das hat es spannend gemacht. Ich mochte besonders, dass Goya und Raffa keine typischen Protagonistinnen sind. Goya ist kontrolliert, distanziert, mit einer eigenen, düsteren Geschichte. Raffa ist groß, stark, schweigsam, mit Zigarrenduft im Haar und einer gefährlichen Ruhe. Die beiden passen auf eine seltsame Weise perfekt zueinander – es ist keine klassische Liebesgeschichte, sondern eine, die sich entfaltet, irgendwo zwischen Schuld, Schmerz und Zuneigung.

Was ich besonders spannend fand: Das, was ich eigentlich als Ende erwartet habe, kam schon nach zwei Dritteln – und dann wurde es nochmal richtig intensiv. Ich habe das Ende nicht kommen sehen. Dieses Buch war anders, wild, verstörend und dabei doch irgendwie schön.

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