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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.10.2025

Nicht ganz so überzeugend, wie ihre anderen Weihnachtsromane, aber dennoch unterhaltsam

Weihnachtsreise zum Nordlicht
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Inhalt:
Die besten Freundinnen Alix und Christy sind seit ihrer Kindheit ein Herz und eine Seele. Durch jede Krise, jeden Liebeskummer standen sie einander bei und bisher haben sie jedes Weihnachtsfest ...

Inhalt:
Die besten Freundinnen Alix und Christy sind seit ihrer Kindheit ein Herz und eine Seele. Durch jede Krise, jeden Liebeskummer standen sie einander bei und bisher haben sie jedes Weihnachtsfest miteinander erlebt. Mittlerweile lebt Christy mit ihrer Tochter Holly und ihrem Mann Seb in einem traumhaft schönen Haus auf dem Land und Alix ist eine erfolgreiche Spielwarenverkäuferin.
Eine gemeinsame Reise nach Lappland über die Weihnachtstage zu Christys verschollener Tante Robyn stellt aber ihre Freundschaft auf die Probe und Sebs Freund Zac, der ebenfalls mit von der Partie ist, bringt Alix Pläne gehörig durcheinander.

Meine Meinung:
Sarah Morgans Weihnachtsbücher gehören für mich einfach zur Weihnachtszeit dazu und auch in diesem Jahr habe ich mich wieder an ein englisches Buch der Autorin gewagt. Mittlerweile klappt das ganz gut und ich habe mich innerhalb von kürzester Zeit mit Alix und Christy im verschneiten Lappland wiedergefunden. Abgesehen vom Schnee und ein wenig weihnachtlicher Dekoration ist allerdings nicht so viel Weihnachtsstimmung aufgekommen, das Buch ist also eine sehr "oktobertaugliche" Weihnachtsgeschichte, die doch schon ein wenig Lust macht auf die Weihnachtszeit.
Mir hat sehr gut gefallen, wie die Vergangenheit von Alix und Christy und ihre nicht ganz einfache Kindheit in die Geschichte eingebunden worden ist. Ausserdem hat das Buch zwar ein vorhersehbares Ende, beinhaltet aber trotzdem die eine oder andere eher überraschende Wendung.
Im letzten Drittel waren mir die Konflikte der Figuren ein wenig zu konstruiert, ansonsten hat mich das Buch aber gut unterhalten. Besonders gut gefallen hat mir Christys kleine Tochter Holly, die wirklich wunderbar beschrieben ist und in der ganzen Geschichte für eine unterhaltsame Situation nach der anderen sorgt.

Meine Empfehlung:
Die Geschichte hat mich in die traumhafte Winterlandschaft Lapplands entführt. Auch wenn mir die konstruierten Konflikte der Figuren ein wenig zu viel des Guten waren und gegen Ende alles ein wenig in die Länge gezogen wird, hat mich die kleine Holly um so mehr für sich eingenommen. Das Buch hat mich nicht ganz so begeistert, wie andere Romane von Sarah Morgan, aber wer leichte Unterhaltung für die Vorweihnachtszeit sucht, ist damit trotzdem super beraten.

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Veröffentlicht am 04.10.2025

Berührend und poetisch erzählt

Umlaufbahnen
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Inhalt:
Sechs Menschen schweben durchs All. Auf festgelegten Umlaufbahnen umrunden sie die Erde und während sie sich aus Tüten ernähren, mit Fitnessgeräten trainieren, Experimente und Fotografien machen, ...

Inhalt:
Sechs Menschen schweben durchs All. Auf festgelegten Umlaufbahnen umrunden sie die Erde und während sie sich aus Tüten ernähren, mit Fitnessgeräten trainieren, Experimente und Fotografien machen, schwebend schlafen und aufbereiteten Urin trinken, machen sie sich Gedanken über sich und die Welt, über ihre Rolle im Universum, über das Vermissen und das Loslassen, über Nachhaltigkeit und Vergänglichkeit.

Meine Meinung:
Als ich im Juli Jamie von Librovore besuchte, gab sie mir unter anderem "Umlaufbahnen" aus ihren Regalen mit. Ich wusste nicht so richtig, was mich erwarten würde und stürzte mich anfangs Oktober direkt in diese Geschichte. Und ich muss sagen, dass ich dabei wirklich eine kleine Achterbahnfahrt der Gefühle erlebte. Ich habe mich ehrlich gelangweilt und dann wieder habe ich gestaunt und gelacht, war berührt und konnte mich an den wunderschönen Sätzen und Beschreibungen kaum sattlesen.
Immer wieder habe ich beim Lesen der eher trägen Szenen den Fokus verloren, dann aber konnte ich wieder in die Sprache eintauchen und mich davontragen lassen.

Sprache und Aufbau:
Von der Handlung her geschieht kaum etwas. Die sechs Personen haben einen klar strukturierten Alltag, der kaum Abweichungen duldet. Alle sechs werden aber einzeln ins Zentrum gerückt und dann erfahren wir etwas über ihre Familie, ihre Vergangenheit, ihre Sorgen und Ängste und das geschieht äusserst feinfühlig und berührend. Am beeindruckendsten fand ich die Szenen, in denen jemand aus dem Fenster auf die Erde blickt und von der schieren Schönheit des Heimatplaneten überwältigt wird.

"Hier ist er nun, ein Nicht-Roboter mit einer Kamera, einem Paar Augen von durchschnittlicher Sehkraft und einem Herzen, das angesichts der Einzigartigkeit der Erde mitunter stolpert, sich überschlägt. Während Pietro filmt, hämmert es gegen seinen Brustkorb."
- Umlaufbahnen, Seite 62 -


Meine Empfehlung:
Auf dieses Buch muss man sich einlassen und wenn ihr bereit seid, auf viel Handlung zu verzichten und dafür so richtig tief einzutauchen in die Wucht und Schönheit der Erzählsprache, werdet ihr die Geschichte mögen.

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Veröffentlicht am 01.10.2025

Stimmiger Reihenauftakt

Tödlicher Mittsommer
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Inhalt:
In seinem ersten Fall ermittelt Thomas Andreasson auf Sandhamn und muss sich nicht nur mit mehreren Leichen, sondern auch mit Touristenströmen, Falschaussagen und scheinbar nicht zusammenpassenden ...

Inhalt:
In seinem ersten Fall ermittelt Thomas Andreasson auf Sandhamn und muss sich nicht nur mit mehreren Leichen, sondern auch mit Touristenströmen, Falschaussagen und scheinbar nicht zusammenpassenden Todesursachen auseinandersetzen. Seine Jugendfreundin Nora Linda ist Justiziarin bei einer Bank und beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln und Thomas mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Das ungleiche Duo ergänzt sich dabei überraschend gut.

Meine Meinung:
Diesen Krimi habe ich innerhalb von wenigen Stunden verschlungen, weil mich der Schreibstil, die Figuren und das nicht ganz alltägliche Ermittlungsteam für sich eingenommen haben. Besonders gut gefällt mir, dass Nora und Thomas seit ihrer Kindheit befreundet sind, dass aber keinerlei Romantik in der Luft liegt, sondern einfach nur ehrliche Fürsorge und Verbundenheit. Ausgerechnet diese Verbundenheit und Unterstützung erfährt Nora aber nicht von ihrem Mann Henrik, der sich fast durchgehend rücksichtslos verhält. Ich hoffe sehr, dass er in den kommenden Bänden von der Bildfläche verschwinden wird...
Es gefällt mir aber sehr gut, dass ich Nora und Thomas sowie ihren jeweiligen Alltag schon gut kennengelernt habe. Weitere Mitarbeitende der Polizei sind zwar auch schon aufgetaucht, viele davon blieben aber noch ein wenig blass und ich hoffe, in den kommenden Bänden noch mehr über diese Figuren und die Polizeiarbeit an sich zu erfahren.

Schreibstil:
Der Krimi wird eher ruhig erzählt und die ganz einzigartige Atmosphäre auf Stockholms Schäreninseln, das Leben am Wasser, mit den Gezeiten, mit dem Fischfang und den Touristen und Fähren ist wirklich beeindruckend beschrieben. Ich kenne zwar nur Göteborgs Schäreninseln, aber mich hat sofort wieder das Fernweh nach dieser einzigartigen Natur gepackt. Insgesamt empfand ich diesen Stil als sehr stimmig und gegen Ende kommen sogar noch ziemlich Tempo und Spannung auf und obwohl mein Verdacht einige Male in die richtige Richtung ging, haben mich einige Zusammenhänge dann doch noch überrascht.

Meine Empfehlung:
Dieser Reihenauftakt und vor allem das ungleiche Ermittlungsteam hat es mir angetan, mich wunderbar unterhalten und miträtseln lassen. Ich freue mich schon auf die weiteren Bände, die alle bereits bei meinen Eltern in den Regalen auf mich warten.

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Veröffentlicht am 29.09.2025

Mitreissend, düster und berührend

Die Rettung
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Inhalt:
Es fühlt sich an, als würde sie ertrinken, aber Rowan überlebt das Schiffsunglück und wird von Fen gerettet. Diese lebt mit ihrem Vater Dominic und ihren beiden Brüdern Orly und Raff auf der fiktiven ...

Inhalt:
Es fühlt sich an, als würde sie ertrinken, aber Rowan überlebt das Schiffsunglück und wird von Fen gerettet. Diese lebt mit ihrem Vater Dominic und ihren beiden Brüdern Orly und Raff auf der fiktiven Insel Shearwater Island in der Subantarktis. Dominic und Rowan tragen beide grosse Geheimnisse und alte Wunden mit sich herum und während sie noch abwägen, ob sie einander vertrauen können, beginnt ein Wettrennen gegen die Zeit. Die Insel, auf der sie sich gerade befinden, droht im Meer zu versinken und bevor das Rettungsschiff sie alle ans Festland bringt, gilt es, eine wichtige Mission zu beenden.

Meine Meinung:
Vor ein wenig mehr als einem Jahr hat mich "Zugvögel" begeistert und berührt und auch "Once There Were Wolves" (Deutscher Titel: "Wo die Wölfe sind") hat mich für sich eingenommen. Während "Zugvögel" mich emotional am meisten abgeholt hat, war "Once There Were Wolves" sehr spannend und beinhaltete einige Krimielemente. In "Die Rettung" habe ich mich nun in die raue Wildnis der Subantarktis verliebt und die Nebenfiguren, allen voran den kleinen Orly, so richtig ins Herz geschlossen. Die düstere Grundstimmung und viele Schlüsselszenen werden noch lange nachhallen und auch wenn ich mit dem Schluss der Geschichte nicht ganz warmgeworden bin, so hat sich auch dieses Buch einen Platz in meinem Herz gesichert.

Schreibstil und Aufbau:
Allen bisherigen Romanen von Charlotte McConaghy gemeinsam ist die auf verlorenem Posten für den Erhalt einer Art oder Region kämpfende Protagonistin, die vom Leben gezeichnet ist und trotzdem voller Hoffnung und Glauben an das Gelingen ihrer Mission über sich hinauswächst. Rowan hat mich allerdings in "Die Rettung" nicht so sehr für sich einnehmen können, um so mehr hat McConaghy mich mit ihren Schilderungen der Flora und Fauna dieser ganz speziellen Region überzeugt. Im Nachwort beschreibt sie, dass Shearwater Island auf dem Weltnaturerbe Macquarie Island basiert. Diese Insel hat sie mit ihrer Familie zu Recherchezwecken besucht und die Begeisterung für diesen aussergewöhnlichen Teil der Welt ist aus jedem ihrer Sätze zu lesen. Auch die blutige Geschichte der Insel lässt sie ins Buch einfliessen und die brutale Vergangenheit dieser Region, in der so viele Tiere und Menschen getötet und so viele Arten fast ausgelöscht worden wären, hängt beim Lesen wie eine dunkle Glocke, wie ein unheimlicher Geist über dieser ganzen Geschichte und hat mir einige Male Schauer durch den ganzen Körper fahren lassen.
Einzigartig sind die kurzen Kapitel, die verschiedenen Erzählperspektiven, die zwar chronologisch erzählen, aber stets auch in die Vergangenheit blicken und die Geschichte wie ein aus dem Dunkeln auftauchendes Puzzle zusammensetzen. Und einzigartig sind auch die Dichte und Ernsthaftigkeit mit der McConaghy es schafft, menschliche Bindungen und Beziehungsgeflechte innerhalb von Familien darzustellen, Liebe, Gefühle und Blicke, Fürsorge und Verantwortlichkeiten, die man innerhalb einer Blutsverwandtschaft oder Schicksalsgemeinschaft teilt, in Worte zu fassen.

Meine Empfehlung:
Für die unglaublich eindrücklichen Beschreibungen alleine lege ich auch dieses Buch ans Herz, aber McConaghy spinnt auch noch eine tiefgründige, tragische und spannende Geschichte um ihre liebevoll beschriebenen Figuren und sorgt damit für eine Achterbahn der Gefühle. Ich freue mich schon auf McConaghys nächsten Roman.

Zusätzliche Infos:
Titel: Die Rettung
Originaltitel: Wild Dark Shore

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Veröffentlicht am 24.09.2025

Berührend, inspirierend, unterhaltsam und tröstend

Das Jahr der Wunder
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Inhalt:
In zwölf Kapiteln widmet sich Melanie Raabe den Themen Inspiration, Leichtigkeit, Freude, Einfachheit, Empfindsamkeit, Stille Freundlichkeit, Spiel, Mut, Stil, Bewegung und Humor und macht anschliessend ...

Inhalt:
In zwölf Kapiteln widmet sich Melanie Raabe den Themen Inspiration, Leichtigkeit, Freude, Einfachheit, Empfindsamkeit, Stille Freundlichkeit, Spiel, Mut, Stil, Bewegung und Humor und macht anschliessend an den Textteil insgesamt 365 Vorschläge, um die Themen zu vertiefen und ins Erleben und Entdecken zu kommen.

Meine Meinung:
Viele von euch kennen Melanie Raabe wohl vor allem für ihre Krimis. Ich habe aber noch keinen einzigen Krimi von ihr gelesen (wenn auch seit etwa zwei Wochen "Der Schatten" auf meinem SuB liegt), sondern verbinde das Buch "Kreativität" mit ihr. Ich habe es 2020 für mich entdeckt und war begeistert davon. Zum Glück habe ich bei Sarah @pinkfisch_royal gesehen, dass Melanie Raabe ein neues Buch geschrieben hat, das sie selber als eine Art Fortsetzung von "Kreativität" bezeichnet und auch von diesem Buch war ich begeistert und konnte mich innerhalb nur einer Zugfahrt so richtig darin vertiefen, habe ein paar Tränen verdrückt, mir fleissig Notizen gemacht und schon ein paar Pläne geschmiedet.

Aufbau und Schreibstil:
Die zwölf Kapitel werden mit oft sehr persönlichen, unterhaltsamen und berührenden Worten eingeleitet und für mich hätten sie aus noch viel mehr Text, mehr mitten aus dem Leben gegriffenen Szenen und mehr sprachlichen Umarmungen bestehen können, so gerne habe ich sie gelesen. Anschliessend folgen ganz unterschiedliche zum Thema des Kapitel passende Ideen und Vorschläge, die man mit mehr oder weniger Aufwand, als Gedankenspiel oder als richtige Aktivität ausüben kann. Viele davon lassen sich auf die eigenen Lebenssituation und die persönlichen Ressourcen anpassen und so ist wirklich für alle Menschen etwas dabei um kreativ und aktiv zu werden und die Welt - im ganz kleinen oder sogar grösseren Rahmen - zu einem besseren Ort zu machen.

Meine Empfehlung:
Ganz nach dem Leitsatz "Vielleicht geschehen Wunder nicht einfach, vielleicht machen wir sie" lädt Raabe dazu ein, in dieser chaotischen und oft auch deprimierenden Welt 365 verschiedene Wunder des Lebens zu entdecken und herauszufordern.

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