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Veröffentlicht am 11.10.2019

Das Leben lenkt uns oft in sehr ungewöhnliche Richtungen

Mein Leben nach dem Tod
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Mark Benecke war mir bisher nur durch interessante Fernsehauftritte bekannt. Bereits da stach er für mich immer aus der Masse an Wissenschaftlern und beratenden Personen, wohl vor allem durch sein Erscheinungsbild, ...

Mark Benecke war mir bisher nur durch interessante Fernsehauftritte bekannt. Bereits da stach er für mich immer aus der Masse an Wissenschaftlern und beratenden Personen, wohl vor allem durch sein Erscheinungsbild, heraus und zusätzlich hat mich sein fundiertes Wissen auch immer stark beeindruckt. Als ich nun erfahren habe, dass ein Buch zu seinem Leben bzw. Werdegang herauskommt, war ich definitiv angetan.

Vorerst muss man erwähnen, dass das Buch in Zusammenarbeit mit Andi Hock entstanden ist, der nach vielen Gesprächen mit Benecke den Entwurf für das Buch lieferte. Mir ist die Erwähnung dadurch so wichtig, weil ich das Gefühl habe, dass dadurch eine ganz andere Biographie entstanden ist. Es werden Bereiche angesprochen, die man wohl selbst nie ausgewählt hätte, was das Ganze natürlich noch interessanter macht.

Das Buch beginnt somit mit dem noch sehr kleinen Mark, der trotz sozialen Kontakten trotzdem damals wohl schon ein Sonderling war. Chemiebaukasten, Comicbücher und Ausprobieren nicht ganz ungefährlicher Experimente haben ihm damals schon gefallen.
Man kann sich den Jungen richtig gut vorstellen. Zu dieser Zeit konnte man als Kind auch noch öfter das machen, was einem wirklich Spaß machte ohne sich andauernd vergleichen zu müssen. So ging es mir zumindest auch in meiner Kindheit größtenteils.
Weitestgehend chronologisch wird dann fortgefahren. Ich konnte nicht immer alles exakt zeitlich einordnen, die grobe Richtung ist aber in etwa vorgegeben und ersichtlich.
Mir gefiel es extrem gut, wie berichtet wird, die Herr Benecke so an das Studium heran ging. Eigentlich mit wenig Plan, kurz gesagt. Und meiner Meinung nach zeigt sich da schon, dass der Mann auch einfach viel Glück in seinem Leben hatte. Hiermit meine ich nicht, dass er mit Geld überschüttet wurde oder so etwas, sondern eher, dass er irgendwie immer in die richtige Richtung geschubst wurde, auch wenn er es vorher vielleicht noch nicht so geahnt hat.
Seine beschrieben Charaktereigenschaften haben mich sehr beeindruckt. Ich finde es toll, wenn jemand das macht, was er wirklich auch gerne tut und sich nicht vom großen Geld locken lässt. Die Forschung ist hierbei ein Bereich, der ganz sicher nicht die dicken Geldscheine regnen lässt, was mir auch aus meiner Unizeit bekannt ist. Ich habe auch das Gefühl, dass Herr Benecke diese Eigenschaft und Einstellung, größtenteils das zu tun, was er wirklich tun möchte, bis heute so beibehalten hat.

Natürlich dreht es sich bei einer Biographie nicht darum, ob mir das Geschriebene als Leser wirklich zusagt, seien es nun Charaktereigenschaften oder Denkweisen. Ich wurde jedoch äußerst positiv überrascht und sehe so auch Zusammenhänge mit seiner Arbeit. Seine Distanziertheit zu den oft grausamen Bildern, die er oft genug zu sehen bekommt, konnte ich nun nur durch den Text verstehen und nachvollziehen. Auch der Text ist in relativ nüchternen Ton verfasst, was jedoch zu seiner Person zu passen scheint. Das machte es auch für mich leichter, seine persönliche Einstellung zu einigen Dingen besser zu verstehen oder nachzuvollziehen.

In seiner Biographie werden auch einige Fälle mit eingeflochten, was natürlich sehr interessant zu lesen ist. Gerne würde man das eine oder andere Mal Fragen dazu stellen, dazu muss man sich jedoch wahrscheinlich eher seine anderen Bücher oder Veröffentlichungen zu Gemüte führen.
Auch seine Forschungsfelder und die damalige Entwicklung haben mich beeindruckt und gleichzeitig geschockt. Wie weit man nun schon mit DNA-Bestimmung etc. gekommen ist, mag man gar nicht glauben in Vergleich zu vor den Jahrzehnten davor. Diese Infos werden einem erst wirklich klar, wenn er seinen Werdegang beschreibt.

Man darf jedoch auch nicht denken, dass man nun Herrn Mark Benecke komplett durchschaut hat, nachdem man das Buch fertig gelesen hat, denn für mich wirkt er immer noch wie ein Buch mit sieben Siegeln, was wohl auch gut so ist. Bei einigen "Szenen" musste ich lachen, bei einigen las ich eher mit ernstem Gemüt und nicht zu selten musste ich auch den Kopf schütteln, da ich die Infos nicht ganz überein bringen konnte.
Wer Familien- oder Freundesgeschichten erwartet, wird enttäuscht, denn darin findet man im Buch nichts. Es dreht sich alles rein nur um seinen Werdegang und seine wirklich vielen Stufen, die er erklimmen musste.

Es freut mich sehr, dass er in seinem Beruf seine Passion gefunden hat und ziehe meinen Hut vor seiner eindrucksvollen Biographie.

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Veröffentlicht am 09.10.2019

Eine kleine Hummelfledermaus will die Welt sehen

Hetty Flattermaus fliegt hoch hinaus
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Die kleine Hetty Flattermaus, eine haselnussgroße Hummelfledermaus, kann es gar nicht erwarten den großen Park von La Rondine zu erforschen. Ihr Entdeckerdran scheint sie ununterbrochen zu erforschen, ...

Die kleine Hetty Flattermaus, eine haselnussgroße Hummelfledermaus, kann es gar nicht erwarten den großen Park von La Rondine zu erforschen. Ihr Entdeckerdran scheint sie ununterbrochen zu erforschen, nur mit einer Mama, die stark auf Sicherheit bedacht ist, wird das wahnsinnig schwer. Gut behütet bleibt sie vorerst mit ihrer besten Freundin Fidelia im gewohnten und sicheren Gebäude, bis sie letztendlich ihre Chance kommen sieht und dann diese natürlich auch ergreift. Fidelia hält für sie die Stellung, nur wie geht es weiter, als Hetty nicht zum vereinbarten Zeitpunkt wieder zurück ist? Sie hätte den Schlamassel kommen sehen müssen.

Wir fanden die Geschichte (bzw. den 1. Band) von den kleinen Hummelfledermäusen richtig toll. Man merkt von Seite zu Seite immer mehr, was für ein Drang hinter Hettys Abenteuerlust steckt und man hofft auch, dass ihr nichts Böses geschieht. Vor lauter Aufregung tappt sie natürlich ganz naiv in einige problematische Situationen. Ich, als Mutter, konnte natürlich auch die Seite der Fledermausmutter Hulda sehr gut verstehen. Auch ich will mein Kind nichts mehr als beschützen, nur greifen wir hierbei immer zu den richtigen Mitteln? Hat ihre letzte Aktion Hetty vielleicht dann erst recht dazu gebracht, in den Park zufliegen?

Dementsprechend empfand ich die Geschichte als sehr nachvollziehbar und auch realistisch, nur halt mit tierischen Charakteren. Ich empfand aber auch nicht so, dass man absichtlich auf Stereotypen zurückgegriffen hat. Alles gemäßigt, aber jede Figur im Buch hat ihren bestimmten und individuellen Charakter.

Was ich erst beim Lesen herausgefunden habe, ist die Tatsache, dass sich die Autorin eigentlich auch sehr genau an das Leben der Fledermäuse gehalten hat. Mein Sohn hat z.B. nach dem "Herrn Flattermaus", also Hettys Vater, gefragt. Fledermausweibchen ziehen in Gruppen ihre Jungen groß, also ohne die Männchen. Ich finde es super, dass, obwohl es sich um eine fiktive Geschichte handelt, trotzdem auf diese Details geachtet wird.

Die Wortschöpfungen im Buch fanden wir persönlich sehr witzig. Es kann jedoch durchaus sein, dass sich jemand anderes daran stört, denn die komplette Geschichte ist durchzogen davon. Da ich meinem Sohn das Buch vorgelesen habe, hat das jedoch nichts ausgemacht, weil wir immer viel über den Buchinhalt reden, egal um welche Geschichte es sich handelt. Da kann er jederzeit nachfragen, oder ich erkläre von mir aus bestimmte Begriffe. Kinder die alleine lesen, könnten vielleicht Probleme haben. Ich bin jedoch der Meinung, dass jeder seine Kinder aktiv dazu auffordern sollte, jederzeit Fragen zu stellen, seien sie auch noch so banal. Nur so können sie ihren Wortschatz und Horizont erweitern sowie die Geschichten auch richtig verstehen.

Die Illustrationen helfen aber beim Textverständnis auch ungemein. Hier wurde wahnsinnig gut ins Detail gegangen und die Textbausteine auch richtig umgesetzt. Ein Lob somit auch definitiv für die Illustratorin, denn das ist nicht bei allen Kinderbüchern der Fall. So kann man seinem Kind z.B. auch zeigen, dass die kleinen Fledermäuse von Muschel-Tellern essen. Die Bilder sind auch sehr farbenfroh und perfekt über die Seiten verteilt. So müssen auch ungeübtere Leser Angst vor zu viel Text auf einer Seite haben.

Ein weiterer Pluspunkt geht an die kurz gehaltenen Kapitel. Ist es an einem Tag etwas spät abends geworden, kann man trotzdem noch ohne Problem ein Kapitel weiterlesen und erspart sich eine Diskussion mit seinem Kind. So kann man es vermeiden, einige Tage gar nicht ins Buch zu sehen und die Geschichte vielleicht wieder von vorne beginnen zu müssen.

Auch den Preis empfinde ich als vollkommen gerechtfertigt. Auf den nächsten Band freut sich mein Sohn schon sehr. Spätestens dann, werden wir den ersten Band erneut lesen.

Veröffentlicht am 09.10.2019

Freunde streiten sich auch mal

Nellys wunderbare Geburtstagsüberraschung
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Das Buch hat uns zu aller erst besonders wegen dem Namen des Schweinchens angesprochen, denn auch unser riesiger Nachbarshund heißt Nelly. Das fand mein kleiner Sohn natürlich wahnsinnig witzig.

Beim ...

Das Buch hat uns zu aller erst besonders wegen dem Namen des Schweinchens angesprochen, denn auch unser riesiger Nachbarshund heißt Nelly. Das fand mein kleiner Sohn natürlich wahnsinnig witzig.

Beim Lesen können die Kinder bereits auch einige Gefühlsregungen nachempfinden und empfinden dabei auch Empathie. Das Schweinchen Nelly streitet sich nämlich ganz heftig mit ihrem besten Freund Carlos, dem "Organisator" auf ihrem Bauernhof. Aufgrund des Streits beschließt Carlos dann auch Urlaub zu machen und sich von der Situation zu distanzieren, obwohl am darauffolgenden Tag aber sein Geburtstag ist. Nelly ist ganz aufgebracht wegen seines Verschwindens und bereut den Streit sehr. Deshalb beschließt sie, mit den anderen Tierfreunden eine große Geburtstagstorte zu backen. Da Nelly jedoch nicht Carlos Geschick beim Organisieren hat, geht das ganze Vorhaben gewaltig schief. Genau in diesem Moment kommt auch Carlos wieder auf den Bauernhof zurück um doch seinen Geburtstag mit den anderen zu verbringen. Aus dem kleinen "Unfall" wird dann aber doch ein schönes Erlebnis für alle.

Besonders toll finde ich, dass auch mal Streit in einem Kinderbuch als "Hauptthema" angesprochen wird. Unsere Kinder streiten doch auch immer wieder, sei es mit uns, den Eltern, ihren Geschwistern oder aber auch ihren Freunden. Auch die Kleinen sind nicht immer gleicher Meinung, was auch vollkommen ihr Recht ist. Genauso müssen sie aber auch in ihrem Leben lernen, sich wieder zu vertragen und einzusehen, wenn sie falsch gelegen sind. Das demonstriert die Geschichte wirklich sehr gut und hat mich dementsprechend auch sehr gefreut. Der Unfall mit dem Kuchen ist natürlich ganz lustig gestaltet und erzählt, was die Kleinen auch zum Lachen bringt.

Der Text ist recht einfach gehalten und wird gut mit den Illustrationen verbunden. Diese sind auch sehr bunt und comicähnlich gehalten.

Auch das eher größere Format hat uns gut gefallen. Zudem ist es Handtaschen-freundlich für alle Mamas und kann dementsprechend leicht mitgenommen werden.

Warum jedoch mitnehmen? Das Buch ist nämlich Geschichte und Malbuch in einem. Ganz hinten angefügt sind noch vier Bilder zum Ausmalen mit angefügt. Somit können sich die Kinder auch erneut selbst mit den Charakteren der Geschichte beschäftigen. Wer also beim Essen gehen eine Beschäftigung für die Kleinen braucht, einfach das Buch einstecken.

Einen kleinen Schwachpunkt sehe ich persönlich. Meiner Meinung nach sind die Namen der Tiere zu typisch "Englisch". Mit "Clance" etwa verbindet mein Sohn keinen Namen. Auch Kinder die bereits lesen können, stolpern wohl über "Carlos" und "Coco".

Veröffentlicht am 06.10.2019

Plastikverzicht kann auch einfach sein

No Plastic!
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Plastik-Verzicht ist derzeit ja in aller Munde. Es werden zig TV-Sendungen hierzu gezeigt und auch Social Media, wie etwa YouTube, beschäftigt sich enorm mit diesem Thema. Ich fand es jedoch ganz toll, ...

Plastik-Verzicht ist derzeit ja in aller Munde. Es werden zig TV-Sendungen hierzu gezeigt und auch Social Media, wie etwa YouTube, beschäftigt sich enorm mit diesem Thema. Ich fand es jedoch ganz toll, ein Buch in den Händen zu haben und immer wieder Tipps nachlesen zu können, so dass ich an diesem Buch sehr interessiert war.

Kurz zum Buchaufbau:
Zu Beginn erfährt man relativ kurz gehalten, was eigentlich so schlimm an unserem Plastikkonsum ist. Es ist sehr beeindruckend die Zahlen direkt niedergeschrieben zu sehen, genauso wie auch z.B. die Zerfallszeiten einiger Produkte.
Was mir auch sehr gefallen hat, ist der Überblick über die gängigsten Kunststoffarten und was davon überhaupt recycelt oder vielleicht wiederverwendet werden kann. Dieses Wissen war mir bisher ganz neu. Man weiß zwar so ganz naiv, dass nicht alle Kunststoffe recycelt werden können, jedoch welche das genau sind und wie diese meistens verarbeitet sind, also in welchen Produkten stecken, das wusste ich persönlich so genau eben nicht. Hier also definitiv Daumen hoch!
Danach folgen die einzelnen Tipps, sortiert nach Lebensbereichen.

Zusätzlich muss man noch erwähnen, dass es in diesem Buch wirklich rein um die Plastikvermeidung geht. Die Tipps können somit auch nicht ganz so ideal für die Umwelt sein, jedoch wird vorrangig Plastik vermieden. Das sollte man beim Lesen immer im Hinterkopf haben.

Nun also zu den Tipps:
An dieser Stelle war ich ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Es handelt sich nicht um ultra innovative Neuigkeiten, sondern um langjährig bekannte Infos.
Ich persönlich sehe z.B. das Waschen mit fester Seife anstatt mit Duschgel nicht als adäquate Handhabe für lange Zeit. Natürlich kann man es machen, meine Haut bedankt sich dann jedoch auf lange Sicht nicht (ich habe es nämlich schon einmal mit ganz sanfter und pflegender Seife ausprobiert, trotzdem wurde meine Haut immer trockener und angegriffener). Baden mit Badebomben anstatt flüssigem Badezusatz ...puhhh das könnte den Geldbeutel des einen oder anderen sprengen, wenn man vor allem noch auf unbepackte Produkte zurückgreifen will. Wattestäbchen ohne Plastikstiele ist wohl nun auch keine Neuigkeit mehr. Es soll kompostierbare Binden geben? Wer auch nur eine Marke kennt, die das wirklich anbietet, soll sich bitte bei mir melden! Das wäre wirklich toll! Waschnüsse stellen auch für mich persönlich (als Mama) keine wirkliche Alternative zu gewöhnlichem Waschmittel dar. Kleidung flicken...hier musste ich wirklich schmunzeln.

Ich möchte auf keinen Fall alle Tipps verteufeln, denn einige lassen sich wirklich auch gut durchführen und auch in den Alltag integrieren. Mir ist auch klar, dass eine Umstellung nicht ganz ohne Kosten erledigt werden kann. Bambuszahnbürsten sind nunmal im Schnitt teurer als die gewohnte Plastikvariante.

Das Kapitel "Upcycling" fand ich eigentlich gut, jedoch sind die Anleitungen meiner Meinung nach ohne Bilder teilweise nicht ganz nachvollziehbar. Mir persönlich ging es zumindest so.

Wer wirklich keine Ahnung hat, wie er seinen Plastikkonsum einschränken kann und einfach auch nicht weiß wo er starten soll, der soll unbedingt zu diesem Buch greifen.
Wer sich schon sehr viel informiert hat, der wird eher enttäuscht werden.

Veröffentlicht am 04.10.2019

Ein wenig Trost

Emily und der Engelsrufer
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Es ist schrecklich, dass das fast schon ein Unding ist, über Sternenkinder zu sprechen. Die Familien müssen ihre Trauer oftmals sehr zurückgezogen durchleben und auf gegenseitigen Trost hoffen. Umso mehr ...

Es ist schrecklich, dass das fast schon ein Unding ist, über Sternenkinder zu sprechen. Die Familien müssen ihre Trauer oftmals sehr zurückgezogen durchleben und auf gegenseitigen Trost hoffen. Umso mehr hat es mich erfreut, dass sich die Autorin Alice Andres um dieses Thematik angenommen hat.

Die kleine Emily ist mit ihrem Zwillingsbruder Felix an dem für sie schönsten Ort der Welt, im Bauch ihrer Mama. Plötzlich erscheint jedoch ein kleines Wesen, ein Engelsrufer, der sich anscheinend verirrt hat. Dieser erklärt ihr, dass er die wichtige Aufgabe hat, ganz außergewöhnliche Seelen zu finden, die gut genug sind um Schutzengel zu werden. Da nur die schönsten Seelen diese Arbeit erledigen können, ist es natürlich besonders schwer. Letztendlich entscheidet Emily sich, von jetzt an auf ihre Familie aufzupassen, auch wenn sie somit nie richtig bei ihnen sein kann.


Da die Geburt für meinen Sohn sehr schlimm war und wirklich schlecht verlief, habe ich mich danach auch zur Verarbeitung mit dem Thema Sternenkinder etwas auseinandergesetzt. Schon alleine der Gedanke an so ein Schicksal ist für mich kaum auszuhalten. Dementsprechend schön empfinde ich die ganze Liebe, die in dieses tolle Buch gewandert ist. Das beginnt natürlich beim sehr einfühlsamen Text und endet hierbei nicht, sondern zieht sich weiter in den liebevoll gestalteten Illustrationen, sowie auch dem äußerst hochwertigen Einband und den recht dicken Papierseiten. Man merkt, dass dieses Buch mit großer Überlegung entstanden ist. Von der Aufmachung her wirkt es eher wie ein Geschenkbuch; etwas das man immer wieder zur Hand nimmt und dich darüber freut.

Uns hat die Geschichte sehr berührt. Es lässt einen nicht an einem dunklen Ort zurück, sondern öffnet immer weiter die Tür zu Trost und Hoffnung.

Besonders Geschwisterkinder haben oft gar keine Ahnung wo sie mit ihren Gefühlen hin sollen. Emilys Geschichte ist jedoch auch für sie geeignet, dass sie verstehen können was passiert ist und dass das erhoffte Familienmitglied immer noch irgendwie "hier" ist.

Ich fände es auch schön, wenn man das Buch betroffenen Familien schenken würde, denn so kann man auch ein kleines bisschen Trost herschenken, ob nun nach ein paar Wochen oder aber erst Monaten.