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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2020

Einblicke ins Körperinnere

Das Buch mit der Lupe: Mein Körper
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Wie sieht es in unserem Körper aus? Man müsste hineinschauen können ... . Kann man: „Das Buch mit der Lupe; Mein Körper“, ermöglicht das Kindern ab fünf Jahren, besser später, aber natürlich auch Erwachsenen, ...

Wie sieht es in unserem Körper aus? Man müsste hineinschauen können ... . Kann man: „Das Buch mit der Lupe; Mein Körper“, ermöglicht das Kindern ab fünf Jahren, besser später, aber natürlich auch Erwachsenen, auf geniale Art.
Jacke aufgeklappt, T-Shirt durchleuchtet - die inneren Organe werden sichtbar, ihr Aussehen, ihre Lage. Die bewegliche Lupe pickt Ausschnitte heraus, verdeutlicht oder grenzt ein, um die Skizze herum sind die Teile des Körpers benannt und die Seiten aufgeschrieben, auf denen weitere Informationen zu erfahren sind. Skelett, Muskeln, Sehnen, Blutkreislauf werden beschrieben, Nerven, Abwehrsystem, Sinne und mehr werden aufgezeigt, mit Vergleichen anschaulich erklärt, erstaunliche Fakten einbezogen. Tipps für ein gesundes Leben und Worterklärungen runden das Sachbuch von Nancy Dickmann, verlegt von Ravensburger, ab.
Schon sehr speziell, aber für einen detailreichen Überblick über den menschlichen Körper ein tolles Anschauungsmaterial, sehr informativ und lehrreich.

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Veröffentlicht am 15.09.2020

Nur ein kranker Vogel?

Der vierte Spatz
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Es könnte eine spannende Dystopie sein, aber dafür ist dieser schockierende Thriller zu nah an der Wirklichkeit. Vor einem Jahr noch hätte Niemand geglaubt, dass ein Virus die gesamte Bevölkerung dazu ...

Es könnte eine spannende Dystopie sein, aber dafür ist dieser schockierende Thriller zu nah an der Wirklichkeit. Vor einem Jahr noch hätte Niemand geglaubt, dass ein Virus die gesamte Bevölkerung dazu zwingt, Masken zu tragen, strenge Kontaktverbote zu beachten, die Wirtschaft ernsthaft beeinträchtigt.
Jan Zweyer beschreibt hier ein gar nicht so unvorstellbares Horrorszenario nach dem Entkommen eines verseuchten Versuchtieres aus einem Genforschungslabor.
Vogelsterben, Nutzinsektentod, Vermehrung von Schädlingen, Pestizidvergiftungen, Luftverschmutzung, Nahrungsmittel- und Trinkwasserknappheit sind die Folgen von Profitgier, Machtstreben und Skrupellosigkeit. Glaubhafte wissenschaftliche Hintergründe und akribisch recherchierte Zahlen werden (für mich ein wenig zu faktenlastig) aufgezeigt, Zusammenhänge, über die man noch gar nicht nachgedacht hat, verdeutlicht. Wer sind die Schuldigen? Wahrhaft angsteinflößend und erschreckend.
Verlegt by Lago, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH.

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Veröffentlicht am 11.09.2020

Jigsaw Man der Zweite

Jigsaw Man - Im Zeichen des Killers
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Was für ein Perverser verstreut Körperteile über Südlondon? Es werden innerhalb von zwei Tagen zwei Leichen gefunden, bald darauf eine dritte. Sie wurden so platziert, wie Jahre zuvor die Opfer des Jigsaw ...

Was für ein Perverser verstreut Körperteile über Südlondon? Es werden innerhalb von zwei Tagen zwei Leichen gefunden, bald darauf eine dritte. Sie wurden so platziert, wie Jahre zuvor die Opfer des Jigsaw Mörders, aber der kann es nicht sein, der sitzt im Hochsicherheitstrakt eines Gefängnisses. DI Anjelica Henley soll den Mörder fassen, ihr zur Seite „Azubi“ Salim Ramouter. Mein Lieblingscharakter, engagiert, kreativ, ausdauernd. Henley ist zwar ebenfalls sehr engagiert, konnte auch schon viele Erfolge verbuchen, ist mir aber unsympathisch. Im privaten Bereich gibt es so einiges zu klären.
Die Kommissare des Dezernates für Serienmorde suchen fieberhaft nach Zusammenhängen, besuchen auch den Jigsaw Mörder im Gefängnis, bekommen ausser Beleidigungen aber nichts Verwertbares. Der selbst ist not amused über seinen stümperhaften Nachahmer.
Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, die Ermittler finden endlich Zusammenhänge, erste Spuren. Aber Schludereien und Fehler in den eigenen Reihen erschweren die Arbeit, Rückschläge passieren.
Einigermaßen spannend im Verlauf, kommt es am Ende zu einer äußerst brisanten Situation. Ende des Jigsaw Mörders?
Nadine Matheson liefert solide Krimiarbeit, die von Lübbe verlegt wurde.

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Veröffentlicht am 10.09.2020

Die Geschichte der Augsburger Puppenkiste

Herzfaden
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Eine Geschichte in der Geschichte. Gegenwart trifft Vergangenheit. Nach dem Besuch einer Vorstellung der Augsburger Puppenkiste gerät ein Mädchen auf einen geheimnisvollen Dachboden und trifft dort Hatü ...

Eine Geschichte in der Geschichte. Gegenwart trifft Vergangenheit. Nach dem Besuch einer Vorstellung der Augsburger Puppenkiste gerät ein Mädchen auf einen geheimnisvollen Dachboden und trifft dort Hatü und eine Anzahl von Marionetten. Wer ist diese Hatü?
Ihre Vita ist eng verbunden mit dem Werdegang des Marionettentheaters. Gedankenschwer erzählt sie von ihrer Familie, von ihrem Vater. Während des Krieges entdeckt er, der Soldat Walter Oehmichen ein Puppentheater. Nach seiner Heimkehr möchte er ein Eigenes. Dieses, aufbewahrt in einer Kiste, soll jederzeit und überall bereit zu einer Vorstellung sein. Mit seiner Familie baut er den »Puppenschrein«, der aber verbrennt. Neuer Plan: ein Marionettentheater in Augsburg. 1948 wird die Augsburger Puppenkiste mit dem Märchen »Der gestiefelte Kater« eröffnet.
Tochter Hannelore spielt in der Geschichte des Theaters eine wichtige Rolle. „Herzfaden“ ist also eigentlich ein Portrait der Puppenschnitzerin Hannelore Marschall, genannt Hatü.
Als Kind mochte ich die Sendungen der Puppenkiste gar nicht, dieser Roman hat mir das Marionettentheater und seine Intention nahe gebracht. Tiefgründig, zum Nachdenken anregend und Verdeutlichung einer dunklen Zeit - absolut lesenswerter Roman von Thomas Hettche
aus dem Verlag Kiepenheuer & Witsch.

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Veröffentlicht am 10.09.2020

Schlagerl ist auch ein Wort für Schlaganfall

Hamster im hinteren Stromgebiet
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Anfänglich glaubt man, dass es doch wohl kaum um nur neun Tage Krankenhausaufenthalt geht. Doch, geht es wohl.
Kurz nach seinem 51. Geburtstag landet der Schauspieler und Autor Joachim Meyerhoff im Krankenhaus. ...

Anfänglich glaubt man, dass es doch wohl kaum um nur neun Tage Krankenhausaufenthalt geht. Doch, geht es wohl.
Kurz nach seinem 51. Geburtstag landet der Schauspieler und Autor Joachim Meyerhoff im Krankenhaus. Allein schon, wie er nach einem Schlaganfall dort hingelangt, ist ausführlich geschildert. Nein, nicht langweilig; haarsträubende Erlebnisse durchlebt der Patient, im Folgenden oft nur Pat genannt. Gut, dass seine große Tochter dabei ist! In der Klinik wird es auch nicht besser, Unsicherheit, Verwirrung, Angst ergreifen von Meyerhoff Besitz. Besonders in den Nächten steigert sich die Angst vor Verschlechterung seines Zustandes. Erinnerungen an schöne oder wenigstens interessante Dinge aus der Vergangenheit müssen her. Meyerhoff erzählt, aber wie! Jedes Wort sitzt, der Sprachstil ist eloquent, spannend zu lesen. Egal, ob er mit dem Bruder in Norwegen ein Selbstfahrer-Auto bestieg, im Sudan mit der Freundin irre Taxifahrer kennenlernte, einen Tausendfüßlerregen ertrug oder in Anatolien von einem Masseur bedrängt wurde - er schildert es auf unterhaltsame Weise. Auch Erlebnisse mit seinen innig geliebten Kindern darf der Leser teilen. Kindergartenkämpfe, Läusebefall oder Schleimherstellung inclusive.
Und immer wieder: was durchlebt Pat in der Klinik, wie verhalten sich Mitpatienten ( nein, die kann man sich nicht aussuchen), Pflegepersonal und Ärzte. Ironische Kommentare fehlen nicht, auch über sich selbst kann Josse lachen. Mitunter ist es allerdings auch eine Art Galgenhumor.
„Nur“ neun Tage, aber was für eine ((authentische) Geschichte!
Dieser Roman ist unbedingt zu empfehlen.
Joachim Meyerhoff, Verlag Kiepenheuer & Witsch

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