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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2025

Extreme

Mit kalter Hand
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Rechtsmedizinerin Dr. Sabine Yao verdeutlicht nicht nur ihrer Praktikantin, sondern auch dem Leser ziemlich genau, was medizinische Begriffe bedeuten und erklärt die Ursachen bestimmter Auffälligkeiten ...

Rechtsmedizinerin Dr. Sabine Yao verdeutlicht nicht nur ihrer Praktikantin, sondern auch dem Leser ziemlich genau, was medizinische Begriffe bedeuten und erklärt die Ursachen bestimmter Auffälligkeiten an Leichen. Davon gibt es im neuen Thriller des bekannten Rechtsmediziners Michael Tsokos so einige. Extrem merkwürdige Todesursachen werden beschrieben, auch Details über den Ablauf einzelner Obduktionen und anderer Untersuchungen sind zu lesen. Aber es geht auch um einen psychopathischen Pferderipper, der das Potenzial zu weiteren Tötungen hat. Und um einen onlinesüchtigen und von bizarren Gewaltfantasien besessenen Mann.
Durch das breit und gut erklärte Fachwissen bleibt Spannung auf der Strecke. Für Interessierte sicherlich aufschlussreich, für mich leider weniger. Kurze Kapitel und häufige Perspektivwechsel bringen Tempo, aber keinen Nervenkitzel ins Geschehen, das hatte ich bei der Ankündigung „Thriller“ nicht so erwartet. Auch mehr Persönliches über Dr. Yao gut bekannt aus den Vorgängerbüchern, hätte ich mir gewünscht.
Perfekt für Leute, die tiefer in Forensik und medizinische Fakten hineinschnuppern möchten. Nicht ganz so prickelnd für Fans atemberaubender Spannung.

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Veröffentlicht am 12.09.2025

Mondlicht kann das

Die wundersame Weihnachtsbande
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Spielzeugmacher Salander verschwindet, schrecklicherweise genau einen Abend vor Weihnachten! Auf seinem Arbeitstisch liegen: ein Walross, ein Fuchs, eine Eule, eine Katze und eine Schnecke. Aber noch nicht ...

Spielzeugmacher Salander verschwindet, schrecklicherweise genau einen Abend vor Weihnachten! Auf seinem Arbeitstisch liegen: ein Walross, ein Fuchs, eine Eule, eine Katze und eine Schnecke. Aber noch nicht fertig! Beim Walross fehlt Füllung, der Fuchs hat keinen Mund, die Eulenohren sind nicht fest, die Katzenaugen fehlen sogar ganz. So geht das nicht!
Die Tiere machen sich auf die Suche nach Salander. Wie und was sie dabei erleben, erzählt Andrea Martin auf ganz entzückende Weise. Andere Spielzeuge begegnen ihnen und verhalten sich nicht immer nett. Gefahren lauern auf dem Weg, Abenteuer müssen bestanden und Hindernisse bewältigt werden. Der gegenseitige Beistand ist genial. Auch mit Handicap schafft man so viel! Aufregend erzählt: spannend, lustig, manchmal gruselig.
In 24 Kapiteln, passgenau zu den Adventstagen, werden die Tiere begleitet. Hübsche Illustrationen in kräftigen Farben sind wahre Hingucker. Auf ihnen gibt es oft viel zu entdecken.
Phantasievolle Geschichte für die Vorweihnachtszeit, kreativ erdacht und kindgerecht gestaltet.

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Veröffentlicht am 11.09.2025

Was wäre, wenn …

Zuhause ist vorübergehend geschlossen
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Pflegeheime werden geschlossen.
Herr Jankowsky, um die 90, leichte Demenzsymptome, wird wie ein Paket unangekündigt bei Annett abgeliefert. Die Altenpflege muss ihn vorübergehend „auslagern“, Personalmangel. ...

Pflegeheime werden geschlossen.
Herr Jankowsky, um die 90, leichte Demenzsymptome, wird wie ein Paket unangekündigt bei Annett abgeliefert. Die Altenpflege muss ihn vorübergehend „auslagern“, Personalmangel. Gesetzlich festgelegt.
Obiger Herr ist falsch gelandet, die Gastfamilie bekommt das zunächst nicht mit. Dafür fehlt woanders ein Opa. Irrwitzige Situationen entstehen. Stichwort: Rutschenparadies und mehr. Alles locker leicht, unterhaltsam. Anfänglich.
Ernst genommen wird das Problem in der Pflege. Bekannt, aber von der Politik ignoriert, Pflegekonzerne legen nur noch Wert auf Gewinnmaximierung. Antje Huhs gibt Pfleger Lennart eine Stimme. Und zeigt Hintergründe auf. Die Frage: „Wie würde man selbst reagieren?“ stellt sich.
Ernstes Thema, eine genauso geniale wie unrealistische Lösung wird aufgezeigt.
Eine ausgewogene Mischung zwischen bitterböser Satire, Emotionen und ernsthaftem Hintergrund.
Das Lesen lohnt sich!

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Veröffentlicht am 10.09.2025

Hamburg in den Zwanzigern

Hamburg Chinatown
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In den Zwanzigern geht es in Hamburg wild zu. Viele Chinesen verdingen sich als Heizer auf Ozeandampfern, um dann in Deutschland einem armseligen Leben in China zu entkommen. Nicht alle gehen legaler Arbeit ...

In den Zwanzigern geht es in Hamburg wild zu. Viele Chinesen verdingen sich als Heizer auf Ozeandampfern, um dann in Deutschland einem armseligen Leben in China zu entkommen. Nicht alle gehen legaler Arbeit nach, der Opiumhandel blüht.
Anette Strohmeyer lässt den Leser einen Blick in eine unübersichtliche, aber ausgesprochen vielschichtige Welt werfen. Kurz nach dem Krieg kämpfen Verwundete ums Überleben, arm dran sind die entstellten Opfer der Giftgasangriffe. Mit Masken kaschieren sie ihre zerstörten Gesichter. Chinesische Bosse kämpfen um die Vorherrschaft, zwielichtige Gestalten begehen unvorstellbare Grausamkeiten, überall gibt es Korruption. Auf der anderen Seite gibt es Zusammenhalt, Kampf gegen das Verbrechen und ja, auch die Liebe kommt nicht zu kurz.
Liest sich fantastisch, interessant und spannend.

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Veröffentlicht am 10.09.2025

Eine Insel voller Wunder

The Enchanted Greenhouse
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Der Beginn hat es in sich: für ein Mini- Vergehen ( wenn es denn überhaupt eines ist) wird Bibliothekarin Terlu in eine Statue verwandelt. Inmitten von Schnee und Eis wird sie auf einer fernen Insel wiederbelebt. ...

Der Beginn hat es in sich: für ein Mini- Vergehen ( wenn es denn überhaupt eines ist) wird Bibliothekarin Terlu in eine Statue verwandelt. Inmitten von Schnee und Eis wird sie auf einer fernen Insel wiederbelebt. Ein einziger, aber sehr ansehnlicher Gärtner kümmert sich dort um wundersame Gewächshäuser mit den fantastischsten Pflanzen. Probleme gibt es aber leider auch zuhauf.
Sara Beth Durst hat eine wundersame Welt mit fantastischen Gewächsen ( singende Blumen, wandernde Philodendren, streitbare Rosen, teamfähiges Efeu … ) und unglaublichen Geschöpfen geschaffen und verzaubert die Leser mit einer märchenhaften Welt. Man kann sich wunderbare Bilder von lebenden Wunderpflanzen und exotischen Tieren vorstellen.
Wenn die Heldin doch bloß nicht immer moralisieren oder endlos labern würde. Das ist schrecklich langweilig in dieser entzückenden Geschichte. Es geht phantasievoll weiter, Spannung kommt auf, Unvorhergesehenes tritt ein. All das ist zu einer herzerwärmenden Geschichte verwoben.
Macht Spaß zu lesen, ist Erholung für die gestresste Seele.
Gern gegebene 4,5 Sterne von 5.

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