Profilbild von Sanne

Sanne

Lesejury Star
offline

Sanne ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Sanne über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.01.2022

Manchmal kommt es anders

Ende in Sicht
0

Ein Road-Trip. Entstanden aus einer Zufallsbegegnung. Zwei Menschen wollen ihr Leben beenden, die ältliche, dem Alkohol sehr zugeneigte und nicht mehr berühmte Sängerin und die 15-jährige, zu Depressionen ...

Ein Road-Trip. Entstanden aus einer Zufallsbegegnung. Zwei Menschen wollen ihr Leben beenden, die ältliche, dem Alkohol sehr zugeneigte und nicht mehr berühmte Sängerin und die 15-jährige, zu Depressionen und Panikattacken neigende Juli. Deren Sturz von einer niedrigen Brücke führt nicht zum erwünschten Erfolg, dafür erfährt der Leser viel von ihren Gedanken und Gefühlen. „...die Sorgen, das Unwissen, die Fünf-Gänge-Panikattacken, das unendlich penetrante Am-Leben-Sein. Selbsthass, Verzweiflung, ...“ Widerwillig lässt sich Juli von Hella mitnehmen, versorgen und bleibt, da ihr nichts anderes einfällt. Aber auch Hella ist nicht begeistert, fühlt sich aber irgendwie verantwortlich. Die Zwangsgemeinschaft funktioniert. Wie, das beschreibt Ronja von Rönne. Julis Depression greift auch auf den Leser über, ihr Lebensüberdruss wird spürbar. Hella erscheint eher enttäuscht und gelangweilt vom Leben. Ob sie sich gegenseitig helfen können?
Ein nachdenklich machender Roman, verlegt von dtv.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.01.2022

Nichts, wie es scheint

Das Haus der Harmonie
0

Charlotte leitet die Firma Harmony Biotec, die auf Naturheilmittel spezialisiert ist. Erfolgreich, bis irgendjemand verschiedene Produkte vergiftet und einen Anschlag auf sie unternimmt. Wer hat es auf ...

Charlotte leitet die Firma Harmony Biotec, die auf Naturheilmittel spezialisiert ist. Erfolgreich, bis irgendjemand verschiedene Produkte vergiftet und einen Anschlag auf sie unternimmt. Wer hat es auf sie oder ihren Betrieb abgesehen? Ein staatlicher Prüfer legt ihr Steine in den Weg, ein Erpresser droht mit schlimmen Konsequenzen. Hilfe könnte ihre Jugendliebe Jonathan sein. Das würde jedoch ein Spiel mit dem Feuer bedeuten.
Barbara Wood spart auch furchtbare Szenen aus der Vergangenheit nicht aus, die chinesische Sitte des Einbindens kleiner Mädchenfüße verursacht Übelkeit. Ihre Erklärungen zu Charlottes Herkunft sind aufschlussreich, geben Einblick in fremde Gebräuche.
Jonathan, bestens ausgebildeter Informatiker, geht mit Raffinesse und Cleverness auf die Suche nach dem Erpresser. Aber auch er hat eine Vergangenheit.
Dieses Buch ist kein Roman. Es ist ein packender Thriller, den man nicht aus der Hand legen kann. Anfangs scheinbar unspektakulär, entwickelt sich ein spannender und hochdramatischer Krimi, den man atemlos verfolgt.
Aus dem Amerikanischen von Verena C. Harksen, herausgegeben vom S. Fischer Verlag.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.01.2022

Der Schleifenmörder

Perfect Day
0

Berlin, 2017. Ann fällt in ein tiefes Loch, als ihr Vater verhaftet wird. Ihm wird vorgeworfen, für die seit 13 Jahren andauernden Mordserie, bei der neun Mädchen getötet wurden, verantwortlich zu sein. ...

Berlin, 2017. Ann fällt in ein tiefes Loch, als ihr Vater verhaftet wird. Ihm wird vorgeworfen, für die seit 13 Jahren andauernden Mordserie, bei der neun Mädchen getötet wurden, verantwortlich zu sein. Kann nicht sein, doch nicht ihr liebevoller Papa! Ann versucht, ihren Vater zu entlasten. Polizei und Anwalt nehmen sie nicht ernst. Wer kann helfen?Es gibt einige Überraschungen. Wem kann man trauen? Vieles ist anders, als es scheint. Es ist kompliziert.
Eingeschoben sind Abschnitte, in denen der Killer zu Wort kommt. Erst lange nach seiner Verhaftung bricht er sein Schweigen. Krank, einfach nur krank.
Romy Hausmann macht es wieder aufregend. Vielversprechende Ansätze erweisen sich als unnütz. Der Leser erlebt Anns Hochs und Tiefs, bewundert ihre Hartnäckigkeit, wundert sich aber auch über erstaunliche Zufälle. Wie würde man selbst entscheiden und handeln? Der Spannungsbogen wird konstant gehalten, erneut ein Pageturner aus bewährter Feder.
Herausgegeben von dtv.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.01.2022

Ein glücklicher Tod

Das giftige Glück
0

Was wäre wenn ... eine Bärlauchmutation garantieren würde, schnell, glücklich und ohne Nebenwirkungen zu sterben? Würde eine Welle von Suiziden folgen? Von begleiteten Selbstmorden? Würde man selbst entscheiden ...

Was wäre wenn ... eine Bärlauchmutation garantieren würde, schnell, glücklich und ohne Nebenwirkungen zu sterben? Würde eine Welle von Suiziden folgen? Von begleiteten Selbstmorden? Würde man selbst entscheiden können, ob man gehen möchte? Ist es leichter, jemanden zu ermorden?
Da wäre Olga mit ihrer unheilbaren MS. Kiki, ihre Assistentin mit Knastvergangenheit und Jasse, deren Mutter abgehauen ist. Könnte das Kraut ihr Schicksal ändern?
Oder ist der pilzbefallene, tödliche Bärlauch nur eine neue biologische Waffe, um Konzernen mehr Macht zu geben oder Regierungen zu helfen, die Bevölkerung zu manipulieren?
Gudrun Lerchbaum zeichnet ihre Protagonisten realistisch und gut vorstellbar. Ihre Schicksale sind glaubhaft. Leider bezieht sie unglaublich viele Fernsehinterviews mit langatmigen Monologen oder Diskussionen bzw. Artikel sogenannter Experten ein. Die Handlung ufert aus, nimmt ungeahnte Ausmaße an.
Dieser dystopisch anmutende fiktionale Roman ist ein interessantes Gedankenspiel und düstere Vision aus dem Haymoon Verlag.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.01.2022

Kurerlebnisse aus erster Hand

"...nehmen Sie doch schwarze, Herr Professor, die sind erotischer..."
0

Mit schweren Brandverletzungen trifft Professor Decker-Voigt im Kurheim ein. Seine Tischnachbarn sind hilfsbereit, teilweise sehr neugierig, aber nett. Der Prof, der keinen Wert auf seinen Titel legt, ...

Mit schweren Brandverletzungen trifft Professor Decker-Voigt im Kurheim ein. Seine Tischnachbarn sind hilfsbereit, teilweise sehr neugierig, aber nett. Der Prof, der keinen Wert auf seinen Titel legt, beschreibt seine Eindrücke und Erlebnisse. Dabei berichtet er Erstaunliches, Alltägliches und Dinge, an die man normalerweise keinen Gedanken verschwendet. Wie lange braucht ein Fahrstuhl von unten nach oben, wie erwehrt man sich ungewollter Fürsorge, und besonders typisch und oft selbst erlebt: „ ... ich ... bei meiner Oberärztin und es geht fünf Minuten um mich und die weiteren fünfundzwanzig Minuten ...um die Kümmernisse einer Oberärztin ...“ .
Der Erzähler erklärt, wie wichtig Stimmmodulation ist und wie sie wirken kann. Das ist aufschlussreich. Sehr bezeichnend seine Selbsteinschätzung: „Ich erzähle nun mal gern.“
Das tut er mit mitunter leicht ironischer und lockerer Sprache, manchmal etwas hochgestochen. Und manche Sätze muss man mehrfach lesen, um spitzfindige Gedanken nachvollziehen zu können. Allerdings scheint er mitunter die Punkte über Ä, Ö und Ü am Wortanfang nicht zu mögen.
Unterhaltsamer Bericht über Reha-Erlebnisse, authentisch und nachvollziehbar.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere