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Veröffentlicht am 28.08.2022

spannendes Familiensystem

Die Rückkehr der Kraniche
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Wir begegnen in "Die Rückkehr der Kraniche" drei Generationen Hansen-Frauen, die sich in ihrem Elternhaus treffen als Wilhelmine, die Mutter und Großmutter der Übrigen, nach einem Zusammenbruch ins Krankenhaus ...

Wir begegnen in "Die Rückkehr der Kraniche" drei Generationen Hansen-Frauen, die sich in ihrem Elternhaus treffen als Wilhelmine, die Mutter und Großmutter der Übrigen, nach einem Zusammenbruch ins Krankenhaus kommt und deutlich geschwächt wieder nach Hause kommt. Jede von ihnen hat auf ihre Art ihr Leben aufgenommen: Grete ist zwar bei ihrer Mutter wohnen geblieben, vermisst es aber mehr und mehr, nie aus ihrem Heimatort weggezogen zu sein. Ihre Schwester Freya ist zwar inzwischen erfolgreiche Geschäftsfrau in Berlin (wohin sie direkt nach dem Abi gezogen ist), doch sie merkt zurück in der Elbmarsch, dass ihr Leben in Berlin doch nicht dem entspricht, was sie sich damals ausgemalt hat. Und Anne, Gretes Tochter, bringt aus ihrem Studentinnenleben in Bremerhaven nicht nur eigene Geheimnisse mit sondern möchte auch endlich wissen, wer ihr Vater ist. Und auch Wilhelmine hat ein Geheimnis, das sie schon lange hütet.

Kein Wunder, dass das Zusammentreffen und Zusammenwohnen dieser vier Frauen nicht ohne Spannungen verläuft - im Gegensatz, an vielen Punkten verläuft es zunächst sehr spannungsgeladen. Erst mit der Zeit kommen kleine Punkte der Entspannung, des gelasseneren Miteinanders.

Romy Fölck versteht es, die eigenen Personen mit ihrer jeweiligen Persönlichkeit darzustellen und so zu zeigen, wie sie sind. Gleichzeitig bleiben viele Geheimnisse, bei denen auch ich lange nicht wusste, was wer noch alles mit sich herumträgt. Jede von ihnen gibt immer wieder etwas von sich preis (manchmal nur mir als Leserin, manchmal den anderen Protagonistinnen), doch es bleiben immer noch Geheimnisse übrig - und sei es die Frage, wann sie ihr Geheimnis den anderen preisgibt. Große Geheimnisse wie das um den Vater von Anne bleiben z.B. lange ungelöst.

Das Buch liest sich so flüssig wie die Krimis von Romy Fölck, die ich bisher alle verschlungen habe. Sie versteht es auch in diesem Roman, eine gewisse Spannung zu halten und gleichzeitig schafft sie eine Atmosphäre, so dass ich das Buch nur ungern zur Seite gelegt habe.

Fazit: Ein spannender Generationenroman mit viel Atmosphäre, den ich nur empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 07.08.2022

interessante Comic-Biographie

Jede*r kann die Welt verändern! - Ich bin Albert Einstein
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"Ich bin Albert Einstein" ist eine kindgerechte Biographie in Comic-Form über das Leben von Albert Einstein. Ich bin unsicher, ob das auch unter den Begriff der "Graphic Novel" fällt - der Zeichenstil ...

"Ich bin Albert Einstein" ist eine kindgerechte Biographie in Comic-Form über das Leben von Albert Einstein. Ich bin unsicher, ob das auch unter den Begriff der "Graphic Novel" fällt - der Zeichenstil hat mich sehr daran erinnert.

Albert Einstein erzählt aus seiner Sicht, wie ihn schon von Geburt an die meisten Menschen in seinem Umfeld eigenartig fanden, wenn er sich seine Gedanken über die Welt und ihre Funktionsweisen machte. Doch er hatte immer auch Glück, auf Menschen zu treffen, die seine Neugier verstanden und seine Ideen förderten und ihn forderten.

Überschrieben ist das Buch mit "Ich werde nie aufhören, neugierig zu sein". Am Ende geht das Buch in ein Plädoyer über, das sich quasi von Albert Einstein aus an die Leserinnen richtet, nie die Neugier zu verlieren und sich nicht beirren zu lassen, wenn andere sie einem ausreden wollen.

Was ich spannend finde ist, dass Albert Einstein immer gleich gezeichnet ist, nämlich als alter Albert. Das ist auch bei den Erzählungen aus seiner Kindheit (das Buch beginnt bei seiner Geburt) schon so. Ich bin unsicher, ob dahinter ein Wiedererkennungskonzept der Reihe steckt, ob das zeigen soll, dass Albert Einstein quasi immer derselbe war (und dabei ein bisschen anders als andere) oder etwas ganz anderes. Wäre vielleicht mal eine Frage an den Verlag wert, vielleicht klärt sich das auch mit den weiteren Büchern.

Ich finde die Reihe wunderschön und gleichzeitig sehr informativ und ermutigend und werde auf jeden Fall weiter verfolgen, welche Persönlichkeiten hier noch vorgestellt werden. Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Bücher meinen Kindern bald auch gut gefallen =)

Fazit: Ein tolles Buch über einen spannenden Menschen, der Kindern zeigt, wie er die Welt verändert hat und dass das jede
r auf seine Weise tun kann.

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Veröffentlicht am 17.02.2021

süße Gute-Nacht-Geschichten

Die Biene Maja - Die schönsten Gutenachtgeschichten
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Die Biene Maja hat mit ihren Erlebnissen schon viele Generationen von Kindern begeistert. Nun gibt es im Ravensburger Verlag einen Band mit sechs Gutenacht-Geschichten rund um Maja, Willi und ihre Freunde. ...

Die Biene Maja hat mit ihren Erlebnissen schon viele Generationen von Kindern begeistert. Nun gibt es im Ravensburger Verlag einen Band mit sechs Gutenacht-Geschichten rund um Maja, Willi und ihre Freunde. Diese Geschichten kennt man durchaus aus der Fernsehserie - die erste handelt von Majas Geburt/Schlüpfvorgang, in den weiteren geht es um Erlebnisse auf der Klatschmohnwiese. Die Auswahl der Geschichten passt gut, oft dreht es sich um den Abend oder die Nacht - oder auch darum, wie eine schlechte Nacht einem den folgenden Tag vermiesen kann.

Die Geschichten sind unterhaltsam, ohne noch einmal aufzupushen und auch nicht gruselig oder furchteinflössend. Momente, in denen einzelne Protagonisten Angst haben, werden liebevoll aufgelöst, so dass auch sensible Kinder das gut annehmen können.

Die Illustrationen sind wunderschön und immer den entsprechenden Geschichten entnommen. Allerdings hätte ich mir manchmal etwas größere Bildausschnitte mit etwas mehr Entdeckungspotential gewünscht. Im Gegenzug waren manche Geschichten für meine Tochter und mich dann doch etwas lang, zumal es von der Handlung her gepasst hätte, sie in zwei Teile aufzuteilen. So hat das Buch jetzt einige Klebemarker bekommen, wo wir Geschichten unterteilen - es hilft ja nichts, wenn das Kind sich krampfhaft wach hält, um die Gutenacht-Geschichte bis zum Ende zu hören.

Fazit: Ein Buch, das wohl noch lange einen festen Platz neben dem Bett meiner Tochter haben wird. =)

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Veröffentlicht am 19.10.2020

Roman über ein vielschichtiges Jahrzehnt

Und die Welt war jung
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"Und die Welt war jung" beginnt mit dem 01.01.1950. Drei Familien, die miteinander bekannt bis verwandt sind, beginnen in drei Städten das neue Jahrzehnt: In Hamburg geht es Elisabeth und Kurt eigentlich ...

"Und die Welt war jung" beginnt mit dem 01.01.1950. Drei Familien, die miteinander bekannt bis verwandt sind, beginnen in drei Städten das neue Jahrzehnt: In Hamburg geht es Elisabeth und Kurt eigentlich gar nicht schlecht - wäre da nicht Joachim, ihr Schwiegersohn, der noch immer nicht aus der russischen Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt ist. In Köln vermissen Elisabeths beste Freundin Gerda und ihr Mann Heinrich zwar kein Familienmitglied, allerdings merken sie, dass die Menschen gerade andere Sorgen haben, als ihr Geld in ihrer Kunstgalerie auszugeben. Heinrichs Schwester Margarethe ist mit ihrem Mann nach San Remo gezogen. Dort geht es ihnen zwar nicht schlecht, allerdings wohnen sie mit Margarethes Schwiegermutter in einem Haus, was das Leben auch nicht unbedingt einfacher macht.

Diese drei Familien begleitet man im Roman durch ein Jahrzehnt. Es ist eine Zeit des Aufbruchs, was das Cover des Buches auch gut wiederspiegelt. Auch die Grundstimmung des Buches ist positiv und die meiste Zeit sehr lebensbejahend. Gleichzeitig wird immer wieder deutlich, dass alle Beteiligten den 2. Weltkrieg erlebt haben und jede*r sein Päckchen oder Paket daraus mitgenommen hat. Ich fand es sehr spannend, diese Zeit einmal näher beleuchtet zu haben und die Diskrepanz zu erleben, wie der Krieg an vielen Stellen doch noch präsent ist und gleichzeitig Gerda an einer Stelle feststellt, dass der Krieg nun in immer weitere Ferne rückt.

"Und die Welt war jung" liest sich sehr flüssig. Man nimmt Anteil am Leben der Figuren, hofft auf Klarheiten, freut sich mit ihnen und wandert mit ihnen durch Städte, die zum Teil noch Ruinen sind, in denen aber vieles in Bewegung ist. Gleichzeitig wird durch die Tatsache, dass auf rund 635 Seiten ein ganzes Jahrzehnt anhand von drei Familien dargestellt wird klar, dass es immer wieder Sprünge über einige Monate gibt. So gibt es immer wieder Dinge, die sich andeuten, die man aber nicht selbst erlebt, sondern von denen man im Nachhinein erfährt. Carmen Korn hat das an vielen Stellen gut gelöst, es gab aber auch die eine oder andere Stelle, an der ich gerne mehr gewusst hätte oder "dabei gewesen" wäre. Meiner Ansicht nach hätte ein solches Werk auch gerne ein paar Seiten mehr haben können - aber darüber kann man vermutlich streiten.

Dazu kommt, dass das Ende sehr abrupt kommt. Natürlich gibt dies einen Hinweis, wohin es mit der Fortsetzung vermutlich gehen wird, gleichzeitig stelle ich mir die Frage, ob dieses Buch wirklich einer Fortsetzung bedarf oder ob nicht ein paar Seiten mehr womöglich besser gewesen wären. Auch wenn mir alle Beteiligten sehr ans Herz gewachsen sind und ich mich auch freue, über einige von ihnen noch ein bisschen mehr erfahren zu dürfen.

Fazit: Ein spannendes Buch über die 50er Jahre, gerade auch für die zu empfehlen, die (wie ich) lange nach dieser Zeit geboren wurden.

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Veröffentlicht am 04.10.2020

informativ und interessant

Mein Familienkompass
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Nora Imlau (Jg 1983) ist selbst vierfache Mutter und kennt das, worüber sie schreibt, selbst zu gut: Den Wunsch, als Familie einfach entspannt zu leben, die Kinder sind glücklich und zufrieden, Erziehung ...

Nora Imlau (Jg 1983) ist selbst vierfache Mutter und kennt das, worüber sie schreibt, selbst zu gut: Den Wunsch, als Familie einfach entspannt zu leben, die Kinder sind glücklich und zufrieden, Erziehung geschieht quasi nebenher. Die Realität sieht in vielen Familien anders aus: Die Eltern haben ein schlechtes Gewissen, dass sie im Alltag öfter gestresst als entspannt sind und dabei auch meistens nicht auf Augenhöhe mit ihrem Nachwuchs kommunizieren, sondern alles eher an den Idealen vorbeigeht.

Insofern soll der "Familienkompass" genau das sein, was der Titel ankündigt: Ein Kompass, den man nach seinem persönlichen Nordstern (seinen Kindern und seinen Idealen) ausrichtet und der einem hilft, diesen nie aus den Augen zu verlieren.

Dazu beginnt Nora Imlau mit einer theoretischen Einführung in die Geschichte der Erziehung. Diese ist nicht so trocken, wie es jetzt erst einmal klingt, im Gegenteil. Für Menschen, die sich schon mit bedürfnisorientierter Erziehung befasst haben, sind die aufgeführten Fakten auch nicht alle neu, nichtsdestotrotz ist es manchmal ja auch nicht schlecht, sich gewisse Dinge noch einmal vor Augen zu führen. Dieser Teil umfasst die ersten ca. 80 Seiten, was auf der einen Seite gut ist, wenn sich in der Zeit des Lesens allerdings akute Fragen aus dem Familienalltag heraus ergeben (wie bei mir), wirft man die Lektüre von vorne nach hinten auch mal schnell über Bord und sucht mit Hilfe des Hinhaltsverzeichnisses nach den Themen, die einem gerade unter den Nägeln brennen. Hier fand ich es schade, dass das Buch nicht über ein Stichwortregister verfügt.

Gleichzeitig sind die Überschriften im Inhaltsverzeichnis schon so gewählt, dass sie einem die Hoffnung vermitteln, dass man nicht nur Informationen und Tipps bekommt, sondern auch ermutigt wird und alles in einem realistischen Bereich bleibt. Gerade die Überschrift "Gut genug ist gut genug" finde ich wahnsinnig entlastend. Generell vermittelt Nora Imlau oft das Gefühl, als lese man weniger einen Ratgeber als mehr Briefe einer Freundin/Bekannten (vielleicht einer Hebamme oder Erzieherin), die einem wohlgesonnen ist und einem Tipps gibt, einen ermutigt und (be-)stärkt. Sie erzählt auch von ihren Erfahrungen und dass diese eben nicht immer einfach waren, sondern sie sich immer wieder rechtfertigen musste.

Fazit: Ein Erziehungsratgeber, den ich schon vielen Eltern empfohlen habe und auch weiterhin gerne empfehle.

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