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Veröffentlicht am 29.03.2017

Wer ist hier der/die Böse?

Girl on the Train - Du kennst sie nicht, aber sie kennt dich.
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Rachel pendelt jeden Morgen mit dem Zug nach London und am späten Nachmittag wieder nach Hause. Dabei bleibt der Zug fast jeden Tag an einer ähnlichen Stelle wegen eines Bahnsignals stehen. Rachel gehört ...

Rachel pendelt jeden Morgen mit dem Zug nach London und am späten Nachmittag wieder nach Hause. Dabei bleibt der Zug fast jeden Tag an einer ähnlichen Stelle wegen eines Bahnsignals stehen. Rachel gehört nicht unbedingt zu den Menschen, die im Zug lesen, dafür beobachtet sie ihre Umwelt und schaut viel aus dem Fenster. Durch das Bahnsignal sieht sie oft ein Paar, dem sie sich mit der Zeit so verbunden fühlt, dass sie ihnen fiktive Namen gibt und sich Hintergrundgeschichten zu ihnen und ihren Leben ausdenkt. Doch eines Tages beobachtet sie ausgerechnet an diesem Haus etwas Schockierendes - und einige Tage ist Jess, wie Rachel die Frau nennt, verschwunden. Rachel erschrickt und versteckt sich. Und als sie schließlich mit der Polizei redet, hält die sie für eine Lügnerin.

Das Buch ist international auf den Bestsellerlisten, weshalb meine Erwartungen recht hoch waren. Und leider wurden sie nicht wirklich erfüllt: Die Handlung ist zwar interessant und auch spannend, es gibt aber auch viele Momente, in denen Rachel, aber auch andere Protagonisten mir ziemlich auf die Nerven gingen und das Lesen sehr zäh wurde. Natürlich kann nicht alles glatt laufen, natürlich können Ermittler ätzend sein, natürlich können Protagonisten zögerlich sein oder noch zusätzliche Probleme haben, aber in der Summe kann das auch zuviel sein. Hätte es den Hype nicht gegeben, wäre das Buch vermutlich bei mir besser weggekommen, weil die Erwartungen nicht ganz so hoch gewesen wären.

Dabei ist der Plot mal etwas anderes, weshalb mich das Buch auch so angesprochen hat. Allerdings war es sehr unterschiedlich, wie gut ich mit dem Buch voran kam. Vom Stil her las sich das Buch sehr flüssig, es war mehr das Verhalten der Protagonisten, das mitunter dazu geführt hat, dass ich kaum Lust auf das Buch hatte oder nicht wirlich voran kam. Umgekehrt gab es auch Stellen, die so spannend waren, dass ich die Zeit vergessen habe. Auch habe ich mitgerätselt und hätte lange nicht sagen können, warum "Jess" verschwunden ist oder wer dahinter steckt.

Die Protagonisten haben jede und jeder ein ordentliches Päckchen zu tragen - auch wenn es zunächst nicht wirklich danach aussieht. Mit der Zeit erfährt man allerdings viel, was bei wem passiert ist, wer welche Verbindung zu wem hat,... Durch diese Informationen versteht man auch manches dann besser, was aber nicht heißt, dass man alles nachvollziehen kann.

Fazit: Ein spannendes Buch, das aber leider sehr gehyped wurde.

Veröffentlicht am 29.03.2017

Familienbande

Winter und Schokolade
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Magali, Colette und Jaqueline sind Schwestern von einer Familie, deren Wurzeln in Belgien liegen und die daher weiß, was gutes Essen ist. Allerdings leben die Schwestern sehr weit voneinander entfernt: ...

Magali, Colette und Jaqueline sind Schwestern von einer Familie, deren Wurzeln in Belgien liegen und die daher weiß, was gutes Essen ist. Allerdings leben die Schwestern sehr weit voneinander entfernt: Jaqueline lebt wieder in Brüssel, Colette lebt in Kalifornien und Magali ist in Pennsylvania in der Nähe ihres Vaters geblieben. Der Kontakt zu ihm ist sehr spärlich, weil er seit dem frühen Tod der Mutter sehr kauzig geworden ist und sich zurückgezogen hat. Umso überraschender kommt es für seine Töchter, als er alle drei zu Weihnachten zu sich bittet.

Dabei ist auch das Verhältnis der Schwestern untereinander nicht das Beste. Im Endeffekt leiden sie alle noch am Tod der Mutter, die gestorben ist, als sie noch Kinder waren. Gleichzeitig hat jede auch ihre eigenen Baustellen: Magali ist erfolgreiche Autorin von Kochbüchern und würde gerne einen Roman schreiben, Colettes Arbeitsvertrag an der Uni wurde wegen Umstrukturierungen nicht verlängert und Jaqueline ist zwar als klassische Sängerin erfolgreich, dafür klappt es mit der Familienplanung nicht, was auch ihre Beziehung belastet.

Das Buch liest sich sehr flüssig. Die ersten ca. 50 Seiten fand ich ein bisschen zäh, aber danach flogen die Seiten nur so dahin. In jedem Kapitel geht es um eine der Schwestern, bis diese im letzten Viertel des Buches an Weihnachten vereint sind und also keine eigenen Kapitel mehr nötig sind. Davor gibt es Verbindungen durch Telefonate, aber durch die unterschiedlichen Situationen ist es auch spannend zu lesen, was gerade bei wem passiert.

Die Schwestern sind sehr unterschiedlich, wobei das auch daher kommt, dass die Lebenssituationen sehr unterschiedlich sind: Magali ist verheiratet und hat zwei Kinder, Jaqueline hätte gerne Kinder und Colette ist gerade der Freund weggelaufen. Dazu kommen dann auch unterschiedliche Mentalitäten, in denen sie leben. Gleichzeitig merkt man auch Ähnlichkeiten und ähnliche Ansichten. Es ist ein spannender Familienroman, der viel darüber sagt, wie sich eine Familie entwickeln kann.

Bei den weiteren Protagonisten gab es allerdings einige, die ich ziemlich anstrengend fand, allen voran Wayne - aber bei ihm war das auch so gewollt. Es gab noch andere, aber da würde jede Erklärung einen Spoiler bedeuten, deshalb lasse ich es. Es gab einige Situationen, in denen ich gerade Magali gerne mal den Kopf zurecht gerückt hätte. Zum Glück taten das ab und zu andere.

Schön fand ich, dass nach jedem Kapitel, das von Magali, der Köchin der Familie, gehandelt hat, ein passendes, typisch belgisches Rezept vorgestellt wurde. Diese reichen von richtigen Pommes zu belgischer heißer Schokolade und anderen Leckereien - die man nach der Lektüre dieses Buches auch dringend haben möchte. Wenn das Buch eines ist, dann appetitanregend =)

Allerdings muss ich sagen, dass ich mit dem Ende noch ein bisschen hadere. Auf der einen Seite war es kurz und knapp, auf der anderen Seite war es mir fast zu knapp. Wenigstens 30 Seiten mehr hätten es dann doch sein können. Dafür, dass die Enthüllung ja auch angekündigt wurde, kommt sie und die Reaktion darauf dann sehr kurz.

Fazit: Ein schönes, appetitanregendes Buch für die Advents-/Weihnachtszeit, das ich nur empfehlen kann.

Veröffentlicht am 29.03.2017

spannende Vergangenheitsbewältigung

Die Engelmacherin (Ein Falck-Hedström-Krimi 8)
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Ebba und Mårten sind, nachdem sie ihren Sohn auf tragische Weise verloren haben, auf die Insel Valö gezogen. Ebba gehört das alte Ferienheim, das sie von ihren Eltern geerbt hat. Allerdings verbindet sich ...

Ebba und Mårten sind, nachdem sie ihren Sohn auf tragische Weise verloren haben, auf die Insel Valö gezogen. Ebba gehört das alte Ferienheim, das sie von ihren Eltern geerbt hat. Allerdings verbindet sich mit diesem Haus die tragische Geschichte von Ebbas Familie, die am Abend vor Ostersonntag in den 1970ern auf einmal spurlos vom Abendessen verschwunden ist. Die Polizei, die einen anonymen Hinweis bekam, fand damals nur die einjährige Ebba, die alleine im Esszimmer war, vom Rest der sechsköpfigen Familie fehlte jede Spur. Doch jetzt bedeutet dieses Haus für Ebba und Mårten einen Neuanfang - bis jemand gleich in der ersten Nacht, die sie auf der Insel verbringen, ein Feuer in ihrem Haus legt, dem sie beinahe zum Opfer fallen. Doch wer trachtet den beiden nach dem Leben? Und hängt das vielleicht noch mit dem Verschwinden von Ebbas Familie zusammen?

Ich bin ein sehr großer Fan der Krimis von Camilla Läckberg und habe mich gefreut, wieder ein paar Tage mit Erica Falck, Patrik Hedström und Co verbringen zu können. Das Buch liest sich gewohnt flüssig und von Anfang an spannend. Parallel wird in eingeschobenen kurzen Kapiteln die Geschichte von Dagmar erzählt, der Tochter der Engelmacherin von Valö. Es ist lange nicht klar, wie alles zusammenhängt, aber da Camilla Läckberg nicht zum ersten Mal mit diesem Konzept arbeitet, weiß man, dass es einen Zusammenhang geben muss.

Auch ich war in diesem Fall lange ratlos, was damals passiert ist und wer hinter dem aktuellen Anschlag auf Ebba und Mårten stecken könnte und warum. Dabei erwacht das Polizeirevier von Tanum trotz größter Sommerhitze zu Höchstform, selbst Gösta ist auf einmal richtig aktiv bei den Ermittlungen. Wobei ihm dieser Fall besonders am Herzen liegt, da es damals einer seiner ersten Fälle als junger Polizist war und es ihn wurmt, dass die Polizei kaum einen richtigen Hinweis fand. So ist er in diesem Fall tatsächlich der größte Experte für die Fakten und gleichzeitig so motiviert wie lange nicht. Da kann auch Mellberg diesmal nicht viel kaputt machen, zumal der sich viel lieber um die schwangere Paula kümmert. Damit ist dieses Mal Gösta der Charakter, der sich am meisten entwickelt und über den man wieder etwas mehr erfährt, während gerade Erica dieses Mal für einiges Kopfschütteln auf meiner Seite gesorgt hat.

Fazit: Gefühlt steigert sich Camilla Läckberg von Buch zu Buch... klare Empfehlung!

Bei dieser Reihe sollte man sich an die Reihenfolge halten, da die privaten Entwicklungen mitunter schon eine größere Rolle spielen:

1. Die Eisprinzessin schläft
2. Der Prediger von Fjällbacka
3. Die Töchter der Kälte
4. Die Totgesagten
5. Engel aus Eis
6. Meerjungfrau
7. Der Leuchtturmwärter
8. Die Engelmacherin
9. Die Schneelöwin

Veröffentlicht am 29.03.2017

Die Online-Omi auf Abwegen

Über Topflappen freut sich ja jeder
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Renate Bergmann freut sich auf Weihnachten - auch wenn sie es dieses Jahr bei ihrer Tochter Kirsten im Sauerland verbringen wird. Aber sie sorgt vor, indem in ihrem Koffer neben Kleidung und Kosmetika ...

Renate Bergmann freut sich auf Weihnachten - auch wenn sie es dieses Jahr bei ihrer Tochter Kirsten im Sauerland verbringen wird. Aber sie sorgt vor, indem in ihrem Koffer neben Kleidung und Kosmetika auch eine Gans und eine Flasche Korn Platz finden. So fühlt sie sich gut gerüstet und lässt sich von Kurt und Ilse zum Flughafen fahren (genau, die mit dem Koyota). Und da eine Renate Bergmann noch rüstig ist, braucht sie am Flughafen nur ein Minimum an Hilfe. Es läuft auch alles glatt, doch beim Aussteigen kommt ihr alles ein bisschen komisch vor: Alle reden komisch, überall steht was von "London" und die Uhren sind auch noch nicht wieder von der Sommerzeit umgestellt worden...

Dies ist das dritte Buch von Renate Bergmann und ihre Bücher muss man nicht zwingend in der richtigen Reihenfolge lesen. Jetzt weiß ich zwar schon ein paar Sachen, die in Band 2 passieren, aber da in ihren Büchern vieles Platz findet, was sie auch das Jahr über auf Twitter und Facebook postet, kommt einem manches ab und zu bekannt vor. So war das auch in diesem Buch, allerdings hat sich hier so einiges wiederholt. Vielleicht waren auch nur manche Tiraden auf die Queen und ihre Familie zu viel oder ich hab sie schon zur Geburt von Prinzessin Charlotte auf Twitter gelesen...

Das ist genau der Nachteil bei den Büchern von Renate Bergmann: Wenn man ihr auf Twitter und/oder Facebook folgt, erkennt man so einiges wieder und wenn dann in dem Buch noch nicht mal wirklich viel passiert, sondern sie mehr in Gedanken und Erinnerungen schwelgt, dann kann es schon mal anstrengend werden. Und wenn für sie alles so aufregend ist, dann ist das erst mal noch süß, aber irgendwann auch ein bisschen viel... Wobei es auch wirklich rührend ist, wie sich um die gestrandete Renate gekümmert und zu Hause gesorgt wird. Und dass sich jeder über Topflappen freut, hat ja nie jemand angezweifelt

Das Büchlein liest sich nichtsdestotrotz sehr flüssig und auch amüsant, das muss man ihr lassen. Allerdings habe ich bei dem ersten Buch deutlich mehr gelacht. Hoffentlich lässt sich Renate Bergmann mit einem möglichen vierten Buch doch noch so viel Zeit, bis sie ein paar neue Themen zusammen hat...

Fazit: Für Fans von Renate Bergmann und von amüsanten Rentnergeschichten durchaus zu empfehlen.

Veröffentlicht am 29.03.2017

Wie das Cover, so das Buch

Winterzauber wider Willen
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Kayla Green ist PR-Expterin, Workaholic und Weihnachtshasserin. Selbst während der Weihnachtsfeier ihrer Firma igelt sie sich in ihrem Büro ein und arbeitet lieber, als sich zu amüsieren. Insofern ist ...

Kayla Green ist PR-Expterin, Workaholic und Weihnachtshasserin. Selbst während der Weihnachtsfeier ihrer Firma igelt sie sich in ihrem Büro ein und arbeitet lieber, als sich zu amüsieren. Insofern ist sie sehr dankbar, als ihr Chef sie über die Weihnachtstage zu einem Kunden schickt, dessen Skiressort sie begutachten soll, um eine Kampagne dafür zu entwickeln, ist sie begeistert - zumal ihr Chef einer von der Sorte ist, der seinen Angestellten keine Freizeit gönnt und deshalb nicht erwartet, dass sie die Zeit dort auch genießt. Dumm nur, dass Jackson O'Neil, ihr Auftraggeber, und seine Familie das ganz anders sehen. Bei ihnen und in ihrem Ressort wird Weihnachten zelebriert, wie es nur geht. Und so treffen zwei Welten aufeinander...

Im Endeffekt weiß man schon, wenn man das Cover sieht, was einen erwartet: Ein glitzernder Roman mit viel weihnachtlicher Gemütlichkeit, Schnee und klirrender Kälte und einer schööönen Liebesgeschichte. Die Anlaufschwierigkeiten, die Kayla und Jackson aufgrund von Kaylas professioneller Zurückhaltung haben, kann man beim Lesen des Klappentextes erahnen. An sich klingt das also wenig spektakulär, wäre da nicht der Stil von Sarah Morgan, der die Geschichte sehr locker-flockig, gerne auch mit Humor rüberbringt und einen das Buch beinahe inhalieren lässt.

Die Charaktere sind sehr sympathisch dargestellt, man fühlt sich sowohl in Kaylas Büro als auch in Snow Crystal sofort wohl (in Snow Crystal allerdings ein kleines bisschen mehr). Alle haben ihre Eigenheiten, aber bei kaum jemandem käme man auf die Idee, dass er oder sie ernsthaft boshaft wäre. Im Gegenteil, viele von ihnen sind sehr lieb und humorvoll und haben das Wohlergehen ihrer Mitmenschen sehr gut im Blick - und merken schnell, dass Kayla nicht nur so tough ist, wie sie auftritt. So nehmen sie Kayla auch schnell in ihre Familie auf, womit diese so gar nicht gerechnet hätte.

Es gab ein oder zwei Stellen, an denen ich Kayla ziemlich anstrengend fand und Jackson ein bisschen zickig, aber diese Stellen waren im Vergleich zum Rest auch schnell wieder vorbei. Man darf von diesem Buch nicht erwarten, dass das Rad neu erfunden wird, aber es ist eine wunderschön entspannende Lektüre, gerade für die Weihnachtstage oder die Zeit davor und danach sehr geeignet.

Fazit: Für Fans von weihnachtlichen Liebesgeschichten sehr zu empfehlen.