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Veröffentlicht am 02.09.2024

Tolle Hörbuch-Umsetzung, durchwachsene Story, fieser Cliffhanger

Die magische Bibliothek der Buks 1: Das verrückte Orakel
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In einer Zukunft, in der es keine gedruckten Bücher mehr gibt und Romane unbekannt sind, Träume verpönt sind und Kinder gehorsam zu sein haben, deren Aufenthaltsorte jederzeit per App verfolgt werden können ...

In einer Zukunft, in der es keine gedruckten Bücher mehr gibt und Romane unbekannt sind, Träume verpönt sind und Kinder gehorsam zu sein haben, deren Aufenthaltsorte jederzeit per App verfolgt werden können und überhaupt alles furchtbar langweilig ist, stoßen die vier befreundeten Kinder Finn, Nola, Mira und Tommy durch Zufall auf eine Bibliothek - aber es ist keine normale Bibliothek, sondern eine magische Bibliothek, deren Bücher von den Buks bewacht und umsorgt werden.

Ich habe mir gemeinsam mit meinem Sohn das Hörbuch angehört, das von Marian Funk super eingesprochen wurde. Funk lässt nicht nur die Kinder lebendig werden, sondern vor allem die Buks, die meinem Sohn und mir relativ schnell ans Herz gewachsen sind. Die Hörbuch-Version ist dank Marian Funks Performance sehr gelungen und absolut empfehlenswert.

Mit der Geschichte selbst, die ab einem Alter von ca. 10 Jahren empfohlen wird, hatte ich teilweise meine Probleme. Zum einen bleiben die vier ProtagonistInnen relativ lange ziemlich blass. Das mag an der Welt liegen, in der sie leben, aber so richtig mit ihnen mitgefiebert haben wir nicht - von einer kurzen Szene ziemlich zum Ende hin abgesehen. Da ist die - scheinbare - Antagonistin Geraldine wesentlich interessanter und facettenreicher dargestellt. Das hätte ich mir bei den anderen vier Kindern auch gewünscht.

Zum anderen wird das Buch zwar beworben mit den Worten "Ein phantastisches Plädoyer fürs Lesen und für die Fantasie!", aber faktisch handelt es sich eher um ein Plädoyer für das gedruckte Buch. Das ist mir dann doch ein bisschen zu einseitig.

Ein weiteres Problem war sowohl für meinen Sohn als auch mich das teils unausgewogene Tempo. Einige Passagen sind unnötig lang geraten und wirken fast einschläfernd, dann überschlagen sich wieder die Ereignisse.

Am schlimmsten finde ich persönlich den Cliffhanger, der an einer - wie ich finde - Stelle platziert wurde, die den Roman quasi auf dem Höhepunkt der Ereignisse vorerst beendet und dadurch geradezu schreit: "Kauft die Fortsetzung!" Und ganz ehrlich, ohne die Fortsetzung ergibt der erste Teil nur für sich genommen leider überhaupt keinen Sinn. Nichts ist abgeschlossen, die meisten Fragen sind nach wie vor unbeantwortet, alles hängt in der Luft. Das ist ausgesprochen unbefriedigend, unnötig und meiner Meinung nach Geldschneiderei. Das einzig Gute daran ist: Der Folgeband lässt lange genug auf sich warten, dass mein Sohn und ich den ersten Teil bis dahin vergessen haben werden und uns nicht gezwungen sehen, ihn zu kaufen. Irgendwann wird eh ein Sammelband erscheinen.

Es gibt aber auch allerlei positive Aspekte an dem Roman. Zum einen gibt es vor allem für jugendliche und erwachsene (Vor-) LeserInnen reichlich Verweise auf andere Bücher. "Fahrenheit 451" findet darin ebenso seinen Platz wie die "Harry Potter"-Bücher und so weiter. Diese Verweise zu entdecken, macht richtig Spaß. Vor allem lohnt es sich dadurch auch für jüngere Leserinnen, das Buch alle paar Jahre wieder in die Hand zu nehmen und zu lesen, um Neues für sich zu entdecken. Somit handelt es sich nicht um ein Einmal-lesen-und-dann-wegwerfen-Buch, was ich persönlich lobenswert finde.

Und dann sind da natürlich die Buks, die mein Sohn und ich allesamt ganz wunderbar finden. Während mein Sohn vor allem Rebella Buk und Reimling Buk liebt, kann ich mich absolut nicht festlegen. Aber es ist wirklich für jede
n ein Buk zum Verlieben dabei und sie sind so vielfältig und wunderbar, dass mir in jeder Szene mit ihnen das Herz aufging. Und - wie bereits gesagt - Marian Funk hat sie richtig toll zum Leben erweckt in der Hörbuch-Fassung.

Lange Rede, kurzer Sinn: Für meinen Sohn und mich war und ist "Die magische Bibliothek der Buks:
Das Verrückte Orakel" ein durchwachsenes Vergnügen. Dass es vier Sterne geworden sind, liegt an der tollen Hörbuch-Version.

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Veröffentlicht am 12.08.2024

Ein herrlicher Roman: Witzig, spannend, rasant

Peregrine Quinn – Chaos auf dem Olymp
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"Peregrine Quinn: Chaos auf dem Olymp" ist meines Wissens der Debütroman von Ash Bond. Und es ist ein Debüt, das sich gewaschen hat!

Peregrine Quinn ist ein zwölfjähriges Mädchen, das dank ihres unsterblichen ...

"Peregrine Quinn: Chaos auf dem Olymp" ist meines Wissens der Debütroman von Ash Bond. Und es ist ein Debüt, das sich gewaschen hat!

Peregrine Quinn ist ein zwölfjähriges Mädchen, das dank ihres unsterblichen Onkels Daedalus in dem Wissen aufwächst, dass es mehr als nur das irdische, sterbliche Dasein gibt. Als ihr Onkel entführt wird, schlägt Peregrines Stunde: Endlich kommt sie mit dem Überirdischen in Kontakt. Aber das Abenteuer entpuppt sich als gefährlicher als sie es sich gewünscht hat...

"Peregrine Quinn: Chaos auf dem Olymp" hält sich nicht mit langen Vorreden auf, sondern kommt gleich zur Sache. Im ersten Kapitel begegnen wir Peregrine und ihrem Onkel Daedalus mitten in einem Einbruch in eine Bibliothek - und mit diesem Tempo schreitet die Geschichte voran. Charakterisierungen, Beschreibungen und Hintergründe werden sehr angenehm im Verlauf der Geschichte eingestreut, so dass sich ein rundes Bild ergibt. Wie beiläufig das geschieht, hat mir sehr gefallen.

Auch die immer wieder eingestreuten humoristischen Einlagen fügen sich sehr gut in das Geschehen ein und lockern die Geschichte insgesamt auf, ohne dass dabei die Spannung flöten geht. Tatsächlich fiel es mir und meinem Sohn schwer, das Buch beiseite zu legen.

Das Buch wird für Kinder im Alter von 9 bis 14 Jahren empfohlen. Ich füge hinzu: Ein paar Grundkenntnisse in griechischer Mythologie sind durchaus hilfreich, aber nicht zwingend notwendig. Nicht jeder Witz muss zwingend verstanden werden. Aber: Je älter die Kinder sind, desto eher dürften sie viele der Witze und Andeutungen verstehen.

Aber auch ältere Menschen, Erwachsene eingeschlossen, dürften ihren Spaß mit dem Roman haben. Ich jedenfalls habe ich mich prächtig amüsiert und empfinde "Peregrine Quinn: Chaos auf dem Olymp" bisher als erstes Kinderbuch-Highlight des Jahres.

Der Roman verwebt sehr geschickt griechische Mythologie mit dem Alltag der Gegenwart und beschert den LeserInnen dadurch ein rasantes Abenteuer. Nebenbei dürfte bei einigen LeserInnen das Interesse an griechischer Mythologie geweckt werden dürfen.

Einziges Manko ist aus meiner Sicht, dass aus meiner Sicht leider viel zu oft einzelne Worte kursiv betont wurden. Erstens mag ich das grundsätzlich nicht, zweitens ist es unnötig. Gut finde ich dagegen, dass im vorab gedruckten Kommentar erklärt wird, was es mit der Verwendung des "em" als genderneutralem Pronomen für Bernadette auf sich hat.

Die deutsche Fassung ist wunderbar gestaltet. Das Cover hat eine metallische Optik und wirkt dadurch hochwertiger als übliche Kinderbücher. Außerdem hebt es sich dadurch deutlich von den anderen Büchern ab.

Fazit: Mein Sohn und ich wurden prächtig unterhalten. Und auch wenn mein Sohn nicht immer verstanden hat, warum ich gerade laut aufgelacht hatte, hatte auch er seinen Spaß.

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Veröffentlicht am 08.08.2024

Sehr witziges Buch

Alle Kinder (Mini-Ausgabe)
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Alle Kinder - Ein ABC der Schadenfreude" ist eins von diesen Büchern, bei denen sich sowohl Kinder als auch Erwachsene bestens unterhalten. Ich schätze, das Buch ist ab etwa 8 Jahre geeignet, weil der ...

Alle Kinder - Ein ABC der Schadenfreude" ist eins von diesen Büchern, bei denen sich sowohl Kinder als auch Erwachsene bestens unterhalten. Ich schätze, das Buch ist ab etwa 8 Jahre geeignet, weil der Humor von Kleinkindern nicht verstanden wird.


"Alle Kinder" arbeitet im Prinzip das Alphabet mit den Witzen, die wir von früher aus der Schule kennen ab: Unter H zum Beispiel finden wir den alten (und immer noch guten) "Alle Kinder gehen zum Friedhof. Außer Hagen - der wird getragen." Gepaart sind die Sprüche mit tollen Bildern. So wird pro Doppelseite ein Buchstabe präsentiert, bis das Alphabet durch ist.

Entsprechend ist das Buch schnell durchgeblättert, aber es macht einen Riesenspaß und das Gegacker ist immer wieder laut, wenn wir uns das Buch mit den Kindern ansehen. Alle haben etwas zu lachen, alle freuen sich über die Bilder. Und selbst Kinder, die sonst ungerne lesen, machen sich über das Buch her, weil der Text erstens kurz und zweitens lustig ist.

Kurz: Das Buch ist sein Geld wert, bringt die Meute zum Kichern und Lachen und ist ein tolles Geschenk!

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Veröffentlicht am 31.07.2024

Phantasievolle und spannende Unterhaltung für Kinder ab 10 Jahren

Silva Akademie – Die Stimme des Waldes
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Die "Silva Akademie: Die Stimme des Waldes" ist ein Buch, das für Leserinnen ab 10 Jahren empfohlen ist. Dieser Einschätzung stimme ich weitgehend zu.

Es geht um die Zwillinge Ella und Ves, die dermaßen ...

Die "Silva Akademie: Die Stimme des Waldes" ist ein Buch, das für Leserinnen ab 10 Jahren empfohlen ist. Dieser Einschätzung stimme ich weitgehend zu.

Es geht um die Zwillinge Ella und Ves, die dermaßen zerstritten sind, dass jeder noch so kleine Anlass genügt, einen weiteren Streit zu provozieren. Eines Tages jedoch erleben sie unabhängig voneinander unglaubliches und dank ihrer Tante Heidi werden sie in der so genannten Silva Akademie aufgenommen, die darauf spezialisiert ist, Kindern den Umgang mit der Baummagie beizubringen.

Ich habe das Buch gemeinsam mit meinem Sohn gelesen, der das Buch sehr spannend fand und es kaum aus den Händen legen konnte. Ihm waren etwas zu wenig Bilder darin, weshalb er es am liebsten vorgelesen bekommen hätte. Die Geschichte ist aber zum Glück fesselnd genug, dass er das Buch dann doch selbst bis zum Ende gelesen hat. Ihm hat besonders die Silva Akademie gefallen, die ihn zum Träumen eingeladen hat. Besonders spannend war für ihn zudem das Finale, das ihn so sehr gepackt hat, dass ich es ihm vorlesen musste.

Ich für meinen Teil fand das Buch alles in allem auch sehr gut: Für mich als Erwachsene gab es einige Passagen, die sehr sprunghaft waren, meinen Sohn aber nicht im geringsten gestört haben bzw. ihm gar nicht als sprunghaft aufgefallen sind. Mir sind auch allerlei Flüchtigkeitsfehler bei Rechtschreibung und Zeichensetzung und einzelne Grammatikfehler aufgefallen, von denen ich hoffe, dass Mitarbeiter
innen des Verlags sie bei einer möglichen zweiten Auflage ausmerzen werden. Und auch wenn meinem Sohn in dem Buch zu wenig Bilder vorkamen, so fanden er und ich doch die gemalten Deko-Elemente an allen Kapiteleingängen sehr schön.

Die Geschichte selbst führt zunächst einmal Ella und Ves und die zwischen ihnen gärenden Konflikte ein, feiert aber vor allem die Natur. Das Aussterben von Baumarten wird am Rande ebenso eingeflochten wie der Siegeszug der Fichte als Geldquelle. Das alles gelingt spielerisch und ohne erhobenen Zeigefinger, quasi nebenbei. Es hat das Zeug dazu, das Bewusstsein der Kinder (und auch Erwachsener) dafür zu stärken, warum die natürliche Vielfalt wichtig ist - und welche Auswirkungen die Industrialisierung des Waldes im Lauf der Jahrhunderte hatte. Vor allem aber entwickelt das Buch ganz nebenbei eine Welt, die es sich lohnt zu schützen.

Sehr gut gefallen haben mir die phantasievollen Beschimpfungen in diesem Abenteuerroman. Alle haben irgendwie mit Bäumen, Pflanzen, Käfern und so weiter zu tun. Ich habe das sehr geliebt und habe mir fest vorgenommen, einige dieser Schimpfwörter im ganz realen Leben zu übernehmen. Herrlich!

Zum Ende hin wird es sehr spannend. Tatsächlich war ich überrascht, WIE spannend es wurde. Ich konnte gut verstehen, dass mein Sohn das Ende lieber vorgelesen bekam. Alpträume hatte er zwar nicht davon, aber es war schon sehr spannend - selbst für einen One-Piece- und diverse andere -Manga gestählten Jungen.

Alles in allem ist "Silva Akademie: Die Stimme des Waldes" sehr unterhaltsam, zum Ende hin sehr spannend und in sich schlüssig erzählt. Ich bin gespannt, ob es einen zweiten Teil geben wird. Wenn ja, wird der definitiv auch gelesen werden!

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Veröffentlicht am 28.07.2024

Detaillierte Aufarbeitung

Anschlag auf Olympia
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Spannende und gut recherchierte Aufarbeitung dessen, was sich bei den Olympischen Spielen 1972 in München zugetragen hat.

Spannende und gut recherchierte Aufarbeitung dessen, was sich bei den Olympischen Spielen 1972 in München zugetragen hat.

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