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Veröffentlicht am 31.12.2024

Blutig, witzig, sehr unterhaltsam

Kannibalen und Liebe
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Grandiose Mischung aus blutigem Horror und (schwarzem) Humor

Ich gebe zu: Ich hatte nicht erwartet, dermaßen gut unterhalten zu werden.

Die Kurzgeschichten dieser Sammlung bieten kurzweilige Unterhaltung. ...

Grandiose Mischung aus blutigem Horror und (schwarzem) Humor

Ich gebe zu: Ich hatte nicht erwartet, dermaßen gut unterhalten zu werden.

Die Kurzgeschichten dieser Sammlung bieten kurzweilige Unterhaltung. "Psycho" und "Die Verwandlung" werden ebenso kurz und knackig verpackt wie Nazi-Zombies, Lovecrafts Cthulhu und zahlreiche weitere bekannte und (mir) unbekannte Vertreter des Genres. Die Fusion von Horror und Humor funktioniert super, auch wenn nicht jeder Gag zündet.

Richtig gepackt hat mich aber die finale und längere Geschichte "Kannibalen und Liebe", die so abgefahren, witzig und blutig ist, dass mir das Herz aufging. Ich hatte lange nicht mehr das Vergnügen, eine solch wahnwitzig-blutige Mischung zu lesen.

Den Abschluss bildet ein ziemlich blutiges Gedicht, das wie der Rest des Buches herrlich zu lesen ist.

Der Vorteil von Kurzgeschichten ist, dass man sie relativ schnell lesen kann. So lässt sich das Buch gut einteilen und man muss nicht alles am Stück lesen. Noch besser ist, dass man das Buch immer wieder zur Hand nehmen kann, um nur noch die Geschichte(n), auf die man gerade Lust hat.

Großartig sind auch die Zeichnungen, die die Geschichten begleiten. Es sind nicht übermäßig viele, aber sie tragen viel zum Charme des Buches bei.

Alles in allem wurde ich prächtig unterhalten und empfehle dieses Büchlein allen, die Kannibalen, Zombies, Chtuluh, Hannibal Lecter und Co. sowie viel Blut und Witz nicht abgeneigt sind.

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Veröffentlicht am 30.12.2024

Schönes Geschenkbuch

Kintsugi
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Kintsugi ist ursprünglich eine japanische Reparaturmethode für Keramik, aus der sich im Lauf der Zeit aber auch eine Lebensphilosophie entwickelt hat. Diese Philosophie feiert die Schönheit des scheinbar ...

Kintsugi ist ursprünglich eine japanische Reparaturmethode für Keramik, aus der sich im Lauf der Zeit aber auch eine Lebensphilosophie entwickelt hat. Diese Philosophie feiert die Schönheit des scheinbar Unperfekten und kann dazu führen, die Widerstandsfähigkeit einzelner Personen zu steigern.

arsEdition hat dieser Lebensphilosophie einen kleinen Band gewidmet, der sich vor allem als Geschenkbuch oder als Coffee-Table-Buch eignet. Zwischen dem Softcover befinden sich etwas weniger als 100 Seiten, auf denen jeweils ein (wie ich finde schönes und gut gewähltes) Bild nebst einem kurzen Ratschlag oder einer kurzen Weisheit befinden.

Allzu viel sollte man von dem Buch nicht erwarten. Es ist vor allem ein Geschenkbuch, definitiv kein Sachbuch im herkömmlichen Sinne. Wer wirklich etwas über Kintsugi erfahren möchte, muss zu anderen Büchern greifen.

Insofern empfinde ich die Buchbeschreibung als etwas irreführend. Denn die Beschreibung lässt den Eindruck aufkommen, es handele sich um eine Art Ratgeber oder Lehrbuch zum Thema Kintsugi. Dafür ist das Buch aber viel zu oberflächlich.

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Veröffentlicht am 30.12.2024

Ein typischer Deaver

Rachejäger
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Ein typischer Deaver: nicht wirklich schlecht, nicht wirklich gut und der Twist am Ende gehört bei ih dazu, egal ob er Sinn ergibt oder nicht. Er ist quasi der M. Night Shyamalan des Buchs.

Ein typischer Deaver: nicht wirklich schlecht, nicht wirklich gut und der Twist am Ende gehört bei ih dazu, egal ob er Sinn ergibt oder nicht. Er ist quasi der M. Night Shyamalan des Buchs.

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Veröffentlicht am 30.12.2024

Ein super Einstiegsbuch!

All about Africa
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Ich bin erst seit kurzem auf Instagram und gar nicht auf TikTok vertreten, deshalb war mir Stève Hiobi bisher kein Begriff. Ich bin eher zufällig auf sein Buch "All about Africa" gestoßen.

"All about ...

Ich bin erst seit kurzem auf Instagram und gar nicht auf TikTok vertreten, deshalb war mir Stève Hiobi bisher kein Begriff. Ich bin eher zufällig auf sein Buch "All about Africa" gestoßen.

"All about Africa" als Buchtitel zu wählen, ist natürlich eine ganz schöne Ansage. Und selbst als eine Person, die lediglich Schulwissen über Afrika vorweisen kann, war mir klar, dass Stève Hiobi natürlich NICHT alles über Afrika in einem Buch (zumal mit gerade einmal 256 Seiten inklusive eines umfangreichen Anhangs) präsentieren kann.

Was Stève Hiobi aber super geschafft hat, das ist, einen tollen ersten Einblick in die Vielfalt Afrikas zu bieten. Es obliegt dann den interessierten LeserInnen, sich gegebenenfalls weiter mit diesem Kontinent zu beschäftigen.

Mir hat zunächst vor allem Stève Hiobis Schreibstil gefallen. Er wendet sich direkt an seine/n jeweilige/n Leser/in, so dass ich oft den Eindruck hatte, er spräche direkt zu mir. Das fand ich super, zumal mich dieser lockere Stil gut bei der Stange gehalten hat, eben weil nicht an ein trockenes Sachbuch erinnerte und dadurch zu keiner Zeit Langeweile aufkam.

Die Kapitel an sich sind nicht lang. Sie wirkten dadurch auf mich immer ein bisschen wie eine Einladung, einfach ein bisschen weiterzulesen. Ja, es fiel mir schwer, das Buch beiseite zu legen.

Aufgrund der Größe Afrikas, der vielen verschiedenen Länder und damit einhergehend der vielen verschiedenen Völker sowie Sitten und Gebräuche und geschichtlichen Hintergründe, kann der Autor in vielen Belangen nur an der Oberfläche kratzen. Hiobi erhebt aber auch nie den Anspruch, mehr abliefern zu wollen. Er selbst ist sich darüber im Klaren, dass Afrika zu vielfältig ist, um dem Kontinent und seinen BewohnerInnen mit nur einem Buch gerecht werden zu können.

Was Hiobi aber ganz wunderbar schafft ist, den Kontinent und seine Menschen abseits von weißem Überlegenheitsdenken zu präsentieren. Er geht auf das vorkoloniale Afrika genauso ein wie das heutige, moderne Afrika. Einen großen Raum nimmt auch der Kolonialismus ein, den Hiobi sehr gut einzuordnen weiß. Ebenso wie alle anderen Themenfelder, die Hiobi in seinem Buch aufgreift, hat auch dieses meiner Meinung nach genau die richtige Länge, um seine LeserInnen erstens bei der Stange zu halten und zweitens trotzdem das Wesentliche herauszuarbeiten.

"All about Africa" habe ich als eine Einladung verstanden, mir mit diesem Buch erst einmal einen Überblick abseits des gängigen Schulwissens zu verschaffen und dann für mich zu entscheiden, welche Themen mich so sehr interessieren, dass ich mich anderweitig näher mit ihnen beschäftige.

Fazit: "All about Africa" ist ein super Einstieg für alle, die sich näher mit dem Kontinent Afrika und seinen BewohnerInnen beschäftigen möchten. Inhalt und Erzählstil sind eine Einladung, uns wenigstens ein bisschen mit Afrika und seiner Geschichte und seinen Menschen zu beschäftigen. Ich kann das Buch nur empfehlen!

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Veröffentlicht am 20.12.2024

Unglaublich fesselnd

Das kalte Schweigen der See
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"Das kalte Schweigen der See" von Morgan Audic ist ein Thriller, wie es ihn selten gibt.

Zum einen ist "Das kalte der Schweigen der See" schlicht und ergreifend super geschrieben. Der Thriller kommt ...

"Das kalte Schweigen der See" von Morgan Audic ist ein Thriller, wie es ihn selten gibt.

Zum einen ist "Das kalte der Schweigen der See" schlicht und ergreifend super geschrieben. Der Thriller kommt ohne Effekthascherei aus, entwickelt aber schnell einen Lesesog. So fiel es mir echt schwer, Pausen einzulegen. Am liebsten hätte ich das Buch komplett am Stück gelesen. Dabei fiel mir am Anfang gar nicht auf, wie mitreißend das Buch ist, denn der Schreibstil ist weitestgehend unaufgeregt und es ist auch nicht so, dass die Kapitel mit Cliffhangern enden. Es ist einfach so, dass ich mitten im Geschehen war und wissen wollte, wie es weitergeht.

Mir hat außerdem gut gefallen, wie Audic aktuelle Ereignisse wie zum Beispiel den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine eingeflochten hat. Angesichts der Orte, an denen "Das kalte Schweigen der See" spielt, ginge es auch gar nicht ohne diese Bezüge. Auch die Darstellungen der Wal- bzw. Fischjagd sind einerseits deutlich, andererseits notwendig. Vor meinem geistigen Auge wurden so nicht nur die Kälte, die Natur und die Orte lebendig, sondern auch die Menschen, die in diesem Roman eine Rolle spielen.

Für mich hat sich alles echt angefühlt, was sicherlich dazu beigetragen hat, dass ich diesen Thriller geradezu verschlungen habe. Morgan Audic hat es geschafft, eine spannende Geschichte zu erzählen, die eine gelungene Mischung aus Öko-, Polit- und herkömmlichem Thriller bietet. Das klingt nach einem Zuviel, ist aber so stimmig, dass ich selbst das (im Vergleich zum Rest des Thrillers) eher konstruiert wirkende Ende verzeihe.

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