Profilbild von Schnuck55

Schnuck55

Lesejury Star
offline

Schnuck55 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Schnuck55 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.11.2022

Die Hoffnung auf bessere Zeiten

Das Tor zur Welt: Hoffnung
0

Nach dem schändlichen Verrat ihrer besten Freundin Claire muss Ava ihren Traum von Amerika und der Suche nach ihren Eltern aufgeben und wieder in der Auswandererstadt schuften. Trotz allem sorgt sie sich ...

Nach dem schändlichen Verrat ihrer besten Freundin Claire muss Ava ihren Traum von Amerika und der Suche nach ihren Eltern aufgeben und wieder in der Auswandererstadt schuften. Trotz allem sorgt sie sich um Claire. Von Will hält sie sich fern, seit sie von seiner Familie weiß.

Claires Hoffnung auf eine Einreise in Amerika zerschlägt sich, da sie wegen einer Augenkrankheit nicht an Land darf. Gezeichnet kehrt sie nach Hamburg zurück. Entsetzt muss sie feststellen, dass der Mann, wegen dem sie geflohen ist, inzwischen mit ihrer Mutter Agatha liiert ist. Doch Claire lässt sich nicht unterkriegen und kann weiterhin mit der Unterstützung Avas und Quints rechnen, der die rettende Idee hat.

Schon Band 1 der Saga habe ich vor einigen Monaten mit Begeisterung gelesen. Wünschenswert wäre in Band 2 ein kurzer Rückblick oder ein Personenregister gewesen, da es doch etwas gedauert hat, wieder in die Geschichte zu finden. Das Buch lässt sich dann aber mit etwas Konzentration leicht und flüssig lesen. Die Kapitel sind spannend und fesselnd aufgebaut, es ist jedoch nicht immer gleich erkennbar, von welcher Person die Rede ist. In Rückblenden erfährt der Leser mehr über die Herkunft einzelner Protagonisten und kann somit nachvollziehen, warum sie so sind, wie sie sind. Alle Figuren haben mehr oder minder ihre Fehler und kommen so sehr authentisch rüber. Der Leser kann die Gefühlsschwingungen spüren.

Hamburg und die Auswandererstadt sind weiterhin die Schauplätze, in denen sich die Protagonisten bewegen. Für tausende Menschen ist dort der Dreh- und Angelpunkt für ihre Ausreise nach Übersee. Anschaulich wird die Situation der Menschen und die Prozedur, die sie über sich ergehen lassen müssen geschildert. Nicht selten werden Hoffnungen und Träume durch skrupellose Geschäftemacher zerstört. Heutzutage unvorstellbar ist die Rolle der Frauen vor hundert Jahren.

Natürlich spielen auch Liebe, Freundschaft, Verrat, Enttäuschung, Geheimnisse und Überraschungen wieder eine große Rolle im Roman. Ava sucht und findet Ablenkung in ihrer anstrengenden Arbeit. Claire muss einsehen, dass Schönheit und Geld nicht alles sind, was zählt. Gemeinsam kämpfen sie für sich und ihrer Freunde. Für diesen bildhaften, großartigen Roman vergebe ich 5 Sterne! Ich habe mich um 110 Jahre zurückgebeamt gefühlt und mit Ava und Claire mitgefiebert und -gelitten. Bitte jedoch vorher Band 1 lesen, sonst fehlt das nötige Hintergrundwissen. Das Cover hat einen Wiedererkennungswert und passt hervorragend zur Story.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.11.2022

Dem Glück auf die Sprünge helfen

Zehn Jahre du und ich
0

Becca und Charlie mögen sich eigentlich nicht und könnten sich egal sein, wäre da nicht Abby gewesen, die ihr Leben so früh an den Krebs verloren hat. Becca als ihre beste Freundin und Charlie als ihr ...

Becca und Charlie mögen sich eigentlich nicht und könnten sich egal sein, wäre da nicht Abby gewesen, die ihr Leben so früh an den Krebs verloren hat. Becca als ihre beste Freundin und Charlie als ihr Verlobter müssen sich zusammenraufen, um eine Bucket-Liste abzuarbeiten, die Abby als Aufgabe hinterlassen hat. Jahr für Jahr machen sie sich am Todestag auf, um ein wenig Asche an Abbys Wunschorten zu verteilen. Dass sie dabei ihre Trauer und Wut verarbeiten und zu sich selbst finden, liegt nahe.

Becca und Charlie sind starke, gegensätzliche Charaktere. Sie etwas skurril, immer im Mittelpunkt stehend, er eher der zurückhaltende, unsichere Typ. So vergehen 10 Jahre bis zum Happy End, das vorhersehbar ist. Die Geschichte war an sich gut zu lesen, zwar mit Zeitsprüngen aber unterhaltsam und mit wechselnden Sympathien für die Protagonisten. Manche Situationen waren für mich nicht nachvollziehbar und auf manche Details hätte ich gern verzichtet, was wahrscheinlich an meinem Alter liegt. Früher hieß es, was sich neckt, das liebt sich! Ich empfehle das Buch gern weiter, vor allem an das jüngere Publikum. 4 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.11.2022

Erzählenswerte Lebensgeschichten

Café Leben
0

Die introvertierte Henriette ist 32 Jahr alt und beruflich mehrmals gescheitert, als sie die Stelle in der Rosendale-Krebsambulanz antritt. Ihre Aufgabe ist es, in je sieben Sitzungen die Lebensgeschichte ...

Die introvertierte Henriette ist 32 Jahr alt und beruflich mehrmals gescheitert, als sie die Stelle in der Rosendale-Krebsambulanz antritt. Ihre Aufgabe ist es, in je sieben Sitzungen die Lebensgeschichte todkranker Menschen aufzuschreiben. Gleich bei ihrer ersten Patientin Annie, 66 Jahre und Witwe, merkt Henrietta, dass sie mit dem vorgegebenen Schema nicht weiterkommt. Ein Leben lässt sich nicht auf wenige Fixpunkte reduzieren. Da steht wesentlich mehr dahinter und Henrietta ist gewillt, dem auf die Spur zu kommen, auch wenn sie sich selbst dafür ebenfalls öffnen muss.

Das tolle Cover dieses Romans mit der nachdenklichen Henrietta und ihrer Teetasse begeistert mich genauso wie der Roman. Zuerst hat mich die kleine Schrift etwas abgeschreckt, aber je mehr ich in die Geschichte abgetaucht bin, umso mehr hat sie mich gefesselt. Der angenehme, bildliche Schreibstil tat sein Übriges dazu. Henrietta und Annie sind zwei außergewöhnliche, aber starke, sympathische Frauen, die sich gegenseitig ihre Dämonen verscheuchen und dabei zu Freundinnen werden, obwohl es für die eine keine Rettung, doch Dank Henrietta einen versöhnlichen Abschied gibt.

Ein lesenswerter, emotionaler Debütroman von Jo Leevers. Gerne mehr davon!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.10.2022

Auszeit in Schottland

Wie ein Stern in dunkler Nacht
0

Nach einer heimlichen Abtreibung und zwei späteren Fehlgeburten braucht die junge Ärztin Christiane dringend eine Auszeit. Ohne sich mit ihrem Partner Steffen auszusprechen, beantragt sie im Krankenhaus ...

Nach einer heimlichen Abtreibung und zwei späteren Fehlgeburten braucht die junge Ärztin Christiane dringend eine Auszeit. Ohne sich mit ihrem Partner Steffen auszusprechen, beantragt sie im Krankenhaus ein Sabbatjahr und fliegt kurzfristig nach Hannover nach Schottland. In der Ortschaft Tobermory übernimmt sie für 9 Monate die Praxisvertretung für ihre Studienkollegin Melina, die für "Ärzte ohne Grenzen" nach Afrika reist. Noch begegnen ihr die Bewohner etwas reserviert. Sowohl im Pub als auch in der Praxis trifft Christiane auf den introvertierten Pferdewirt Aidan, zu dem sie sich sofort hingezogen fühlt. Sie spürt, dass auch er einen Schicksalsschlag zu verarbeiten hat.

Die Autorin Violet Thomas/Ann-Kathrin Karschnik war mir bis dato nicht bekannt. Das blaue Cover mit dem Blumenkranz war sehr ansprechend, könnte aber für viele andere Bücher auch passen. Das Buch lässt sich leicht und flüssig lesen, aber die Zeitsprünge sind irritierend. Durch die bildhafte Beschreibung erfährt man einiges über die schottische Lebensweise, die Bevölkerung und die idyllische Umgebung. Hat man zu Anfang der Story noch viel Mitgefühl und Sympathie mit der Protagonistin Christiane, lässt diese im Laufe der Geschichte etwas nach, da man ihr Verhalten öfter nicht nachvollziehen kann. Auch das Ende befriedigt mich nicht wirklich, sondern lässt mich nachdenklich zurück. Die Erwartung hier einen romantischen Wohlfühlroman serviert zu bekommen, wird nicht gänzlich erfüllt, daher vergebe ich 3,5 von 5 Punkten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.10.2022

Lasst Frösche regnen

Winterzauber im Ferienhaus Talblick
0

Ein halbes Jahr ist es her, dass Sophie das Ferienhaus ihrer Mutter am Waldrand von Schönbach geerbt hat. Leider laufen die Buchungen nicht so gut wie erhofft, da die Urlauber bevorzugt Wert auf Komfort, ...

Ein halbes Jahr ist es her, dass Sophie das Ferienhaus ihrer Mutter am Waldrand von Schönbach geerbt hat. Leider laufen die Buchungen nicht so gut wie erhofft, da die Urlauber bevorzugt Wert auf Komfort, Wellness und gute Verpflegung legen. Das alles kann Sophie nicht bieten. Dafür häufen sich die Angebote von Hotelkonzernen, die das Grundstück in exponierter Lage kaufen würden. Doch bei Sophie beißen sie auf Granit. Als sich Lennart Reuter für eine Auszeit bei ihr einmietet, denkt sie an nichts Böses, doch er ist als Vertreter der Meyer u. Ressort Group International unterwegs und mir der Tochter des Chefs verlobt. Und er soll ihr das Grundstück abschwatzen ...

Der Roman spielt in der Vorweihnachtszeit. Sophie trauert noch um ihre Mutter, fühlt sich von Lennart aber gleich angezogen, was auf Gegenseitigkeit beruht. Er ist das oberflächliche, erfolgssüchtige Leben der Meyers leid. In Sophie findet er eine selbstlose, hilfsbereite, herzliche Persönlichkeit.

Die Romantik kommt in der Geschichte nicht zu kurz. Durch die bildlichen Beschreibungen der Gegend und der Menschen fühlt man sich zugehörig. Der fließende Text ist nicht zu anspruchsvoll und lässt sich leicht und schnell lesen. Auch, wenn ich den Ausgang des Romans bald erahnen konnte, fühlte ich mich gut unterhalten. Das weihnachtlich gestaltete Cover strahlt Wärme und Romantik aus.

4 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere