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Veröffentlicht am 31.07.2023

Gefiel mir besser als der erste Band

Das Schicksal der Blankenburgs
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Frankfurt am Main ab 1936. Nach schweren Zeiten geht es mit der Porzellanmanufaktur der Blankenburgs endlich wieder aufwärts. Die Schwestern - Elise im Stammhaus Königsstein und Ophelia im französischen ...

Frankfurt am Main ab 1936. Nach schweren Zeiten geht es mit der Porzellanmanufaktur der Blankenburgs endlich wieder aufwärts. Die Schwestern - Elise im Stammhaus Königsstein und Ophelia im französischen Werk - haben sich versöhnt. Doch der zweite Weltkrieg wirft seine Schatten voraus, eine Zeitenwende steht bevor. Das wirkt sich natürlich auch auf die Familie Blankenburg und ihre Geschäfte aus, zumal Tankred als neues Mitglied der SS agiert und so die Verwandtschaft in Lebensgefahr bringt. Was hält das Schicksal bereit?

Band 2 der Blankenburgs von Eric Berg hat mich mehr gefesselt und berührt als der erste Band, da ich ihn mit ganz anderen Erwartungen gelesen habe. Die Manufaktur selbst spielt auch hier nicht die große Rolle. Vielmehr sind es die Familienmitglieder, die in der NS-Zeit alle vor schweren Schicksalsentscheidungen stehen.

Die Schwestern können nicht mit, aber auch nicht ohne einander. Gefühle, die nicht offen gezeigt werden dürfen, und das ständige "auf der Hut" sein, zermürben auf die Dauer. Tankred steht zwischen Partei und Familie in der Zwickmühle, man kann seine Zerrissenheit spüren. Als Älteste hält Tante Arabella alle zusammen, stützt so gut es geht, stutzt aber auch zurecht, wenn nötig. Die Charaktere der Protagonisten wirken authentisch und gut ausgearbeitet.

Die Geschichte hat mich emotional ergriffen. Der Krieg mit all seinen Verbrechen, dem Leid, Verrat, Verlust, Flucht und unmenschlichem Verhalten wird tabulos angesprochen. Das Schicksal der Blankenburgs ist ein lesenswerter, packender Roman, der noch lange nachwirkt. Hier vergebe ich gern 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 31.07.2023

Der Kreis schließt sich

Gretas Versprechen
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Zwanzig Jahre ist es her, dass Greta spurlos verschwunden ist. Nicht nur bei Bruno hat dieses Verschwinde, für das er sich die Schuld gibt, Narben auf der Seele hinterlassen. Auch ihre drei Töchter haben ...

Zwanzig Jahre ist es her, dass Greta spurlos verschwunden ist. Nicht nur bei Bruno hat dieses Verschwinde, für das er sich die Schuld gibt, Narben auf der Seele hinterlassen. Auch ihre drei Töchter haben ihre fürsorgliche Mutter schrecklich vermisst. Nun ist Bruno plötzlich verstorben und Mel, Caro und Jule kommen zurück in die Pfalz auf das Weingut Freudenberg, um Abschied zu nehmen. Jede von ihnen trägt persönlichen Ballast mit sich herum. Werden sie auf Gut Freudenberg damit abschließen und neu beginnen können?

Die Autorinnen Daniela Pietrek und Tanja Krätschmar alias Nora Engel haben mich mit dem dritten Band der Winzerin-Saga mitgerissen, gefesselt und gut unterhalten. Endlich erfahren die Leser*innen, wie es der Winzerfamilie in den letzten zwanzig Jahren ergangen ist. Jede der Töchter und auch Greta hat ihre eigene Geschichte, die emotional und authentisch erzählt wird. Jede hat ihren eigenen, gut ausgearbeiteten Charakter. Die Handlung ist plausibel erklärt, es bleiben keine Fragen offen.

Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und leicht lesbar. Durch die detaillierten Beschreibungen fühlt man sich in die Gemeinschaft mit eingebunden. Positiv fand ich die eingestreuten kurzen Rückblicke zur Erinnerung. Mich hat es sehr gefreut, wieder auf die Familie Bachstern zu treffen. Leider ist die Geschichte damit auserzählt. Das schlichte Cover zeigt Mutter und Töchter und passt zur Geschichte und optisch zur Reihe. Klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 31.07.2023

Wer die Wahl hat, hat die Qual

Zwei Leben mit dir
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Voller Frust, weil sie übergangen wurde, kündigt Lucy ihren Job als Texterin. Zufällig trifft sie in einer Bar auf den liebenswürdigen Fotografen Caleb, der ihr auf Anhieb gefällt. Plötzlich sieht sie ...

Voller Frust, weil sie übergangen wurde, kündigt Lucy ihren Job als Texterin. Zufällig trifft sie in einer Bar auf den liebenswürdigen Fotografen Caleb, der ihr auf Anhieb gefällt. Plötzlich sieht sie draußen ihre große Jugendliebe Max stehen. Überstürzt eilt sie hinaus und lässt Caleb zurück. Ihre Gefühle für Max sind nie vergangen. Lucy muss sich entscheiden.

Es heißt, wer die Wahl hat, hat die Qual! In Shorley bleiben, Caleb besser kennenlernen und ihren großen Traum vom Schreiben verwirklichen oder nach London ziehen, Max eine zweite Chance geben und einem PR-Job nachgehen?

Lucy, bzw. die Autorin Holly Miller, von der ich noch kein Buch kannte, kann sich scheinbar für keine der beiden Optionen entscheiden. So werden einfach beide Liebesgeschichten erzählt. In zwei abwechselnden Erzählsträngen werden die die beiden Möglichkeiten ausgelotet. Immer wieder tauchen Parallelen auf. Dies war für mich zu Anfang etwas verwirrend. So wie Lucy bin ich hin- und hergerissen. Die Protagonisten sind zwar alle sehr sympathisch beschrieben, so richtige warm wurde ich mit Lucy allerdings nicht. Das Ende des Romans lässt mich sehr nachdenklich zurück. Das wunderschöne Cover erinnert mich irgendwie an die zwei Königskinder, die nicht zusammenkommen konnten, da das Wasser viel zu tief war ;)

4 Sterne

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Veröffentlicht am 31.07.2023

Empfehlenswerter Auftaktroman

Sturmjahre
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Anno 1917. Bonnie lebt eigentlich mit ihrer Familie in den schottischen Highlands. Doch seit Kriegsbeginn arbeitet sie als Krankenschwester in einer Londoner Klinik, um kriegsverletzte Soldaten zu pflegen. ...

Anno 1917. Bonnie lebt eigentlich mit ihrer Familie in den schottischen Highlands. Doch seit Kriegsbeginn arbeitet sie als Krankenschwester in einer Londoner Klinik, um kriegsverletzte Soldaten zu pflegen. Auch drei ihrer Brüder kämpfen für das Vereinigte Königreich. Als ihr Bruder Archie zusammen mit seinem Kameraden Connor eingeliefert wird, kümmert sie sich aufopferungsvoll um die beiden. Die engagierte, fürsorgliche Bonnie und der zurückhaltende, geheimnisvolle Connor finden sich gleich sympathisch, was Archie gar nicht gefällt. Und trotzdem darf Connor nach der Genesung mit Archie und Bonnie zu deren Familie nach Foxgirth in Schottland reisen.

Sturmjahre - Ein Gefühl von Unendlichkeit der Autorin Lia Scott, die mir bisher nicht bekannt war, ist eine sehr gelungene historische Geschichte, bei der die Familie Dennon-Macay die Hauptrolle spielt. Es sind schwierige Zeiten. Die Mutter und zwei Geschwister halten zuhause die Stellung. Nach der Rückkehr von Archie, Bonnie und Connor ist die Freude groß. Der Umgang in der Familie ist manchmal etwas rauh, aber herzlich. Für Connor ist das neu, er hat keine Familie mehr. Seine Vergangenheit bleibt lange ein Rätsel. Trotz ihrer Verliebtheit hält er Bonnie auf Abstand. Für sie unverständlich.

Eine großartige Geschichte mit ernstem Hintergrund, die sich doch so locker und leicht lesen lässt. Die Beschreibung der schönen und rauen Kulisse der schottischen Highlands, der authentischen, charakterstarken Protagonistinnen, der gefühlvolle Momente dieser Familie und auch der Umgang auch mit weniger geachteten Personen machen dieses Buch lebendig. Als Leserin ist man dank der gut recherchierten, bildlichen Darstellungen gefangen in der spannenden Handlung. Das Cover mit der nachdenklichen Bonnie in der schottischen Landschaft gefällt mir zudem ausgesprochen gut. Ich empfehle dieses Buch gern weiter und freue mich auf Band 2, "Das Versprechen einer neuen Zeit", der im August 2023 erscheinen wird. 5 Sterne

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Veröffentlicht am 30.06.2023

Türkisch kochen mit Gelinggarantie

Meine Süperküche
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Das kompakte Kochbuch mit türkischen Rezepten hat knapp 200 Seiten, auf denen die vom TV bekannte Meltem Kaptan 60 Familienrezepte alltagstauglich präsentiert. Nach einem Vorwort folgen die Sparten Vorspeisen, ...

Das kompakte Kochbuch mit türkischen Rezepten hat knapp 200 Seiten, auf denen die vom TV bekannte Meltem Kaptan 60 Familienrezepte alltagstauglich präsentiert. Nach einem Vorwort folgen die Sparten Vorspeisen, Suppen und Eintöpfe, Hauptgerichte, Nachspeisen und die Register. Jedes Rezept ist - auch mit türkischem Namen - doppelseitig mit Zutaten, Anleitung und großem Foto dargestellt. Teilweise werden auch die Zubereitungsschritte abgebildet. Piktogramme zeigen die Einordnung nach vegan, vegetarisch und glutenfrei. Natürlich kommen auch Fleischliebhaber voll auf ihre Kosten. Zubereitungstipps von Mama Melek erleichtern das Kochen.

Einige Fotos von Meltem (der Hund hätte nicht sein müssen) und Mama Melek lockern den Rezeptband auf. Da ich bisher - außer mal einem "Döner Kebap" - wenige Berührungspunkte mit der türkischen Küche hatte, wollte ich mich durch dieses Buch inspirieren lassen. Ich wurde nicht enttäuscht. Die meisten Gerichte sind zwar sehr knoblauchlastig, was ich nicht so gerne mag, aber leicht und gelingsicher nachkochbar. Die Zutaten sollten in jedem gut sortierten Supermarkt zu erhalten sein.

Mir haben es besonders die vorgestellten Süßspeisen angetan, durchweg ein Gedicht. Wer gerne mal über seinen Tellerrand schauen und Neues ausprobieren möchte, ist mit diesem Kochbuch bestens bedient. 4 Sterne

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