Von einer die auszog das Fürchten zu lernen
Fritzi FurchtlosDie kleine Ziege Fritzi hat vor gar nichts Angst, daher begibt sie sich öfters in Situationen, in der sie leichtfertig in Gefahr gerät. Sie selbst kommt da immer gut heraus, da ihre Gelassenheit ihr eine ...
Die kleine Ziege Fritzi hat vor gar nichts Angst, daher begibt sie sich öfters in Situationen, in der sie leichtfertig in Gefahr gerät. Sie selbst kommt da immer gut heraus, da ihre Gelassenheit ihr eine schlafwandlerische Sicherheit zu verleihen scheint, aber sie gefährdet mit ihrem Beispiel andere. Hauptsächlich das stört die anderen Ziegen, die allesamt eher ängstlich sind und dies für den Normalzustand halten. Schließlich schicken sie Fritzi fort, damit sie in der Fremde auf sich gestellt das Fürchten lernt. Dieser Plan geht zunächst nicht auf, dafür findet Fritzi einen echten Freund, der so ganz anders ist als sie, der sie aber auch so akzeptiert wie sie ist. Nach einem Unglück, empfindet Fritzi anders und schätzt Situationen anders ein.
Das Buch zeigt sehr schön auf, das Angst nicht negativ besetzt sein muss, sondern dass eine gesunde Angst auch zu Vorsicht führen kann, oder eine Angst aus Sorge um jemanden entsteht. Es gibt Situationen, in denen man zurecht Angst hat und dennoch mutig sein kann. Angstlos zu sein kann bedeuten, dass man naiv an Situationen herangeht, diese Unbekümmertheit kann, wenn sie ausufert, zur Gefahr werden. Die Waage zu finden ist wichtig. Fritzi lernt dass Angst auch etwas mit Fürsorge zu tun hat.
Das Buch ist sehr schön geschrieben, der Text passt sprachlich und hinsichtlich der Länge zur Zielgruppe. Besonders gefallen mir die schönen Zeichnungen. Das Buch ist sehr liebevoll illustriert, wobei die großen Bilder nicht zu überladen sind. Es gibt genug zu entdecken, es wurde sich aber auf Wesentliches beschränkt. Die Emotionen sind genau an den Gesichtern und der Körpersprache abzulesen. Die Botschaft wird nebenbei vermittelt und kommt ohne einen erhobenen Zeigefinger aus. Insgesamt finde ich das Buch kindgerecht.
Meine Lesekinder mochten jedoch nicht, dass die überängstliche Herde Fritzi einfach weggeschickt hat. Ihr Anderssein hat sie ausgegrenzt, und sie fanden diese Reaktion unmöglich. Zum Glück machte es der mutigen Fritzi nichts aus. Ich kann diesen Kritikpunkt der Kinder gut verstehen und wollte ihn hier nicht verschweigen. Insgesamt gefällt uns das Buch aber sehr gut und wir werden es noch öfter lesen. Die Ziegen sind einfach zu niedlich und das Buch bietet über die Geschichte hinaus Gesprächsanlässe.