tolle Erzählung
Die verheimlichte Großmutter
✒️Autorin: Roswitha Gruber
📚Verlag: Brunnen 2026
📖Print: 288 Seiten
👀Perspektive: Erzähler
⭐️: 5/5 Sternen
In die verheimlichte Großmutter erzählt die Autorin, Roswitha ...
Die verheimlichte Großmutter
✒️Autorin: Roswitha Gruber
📚Verlag: Brunnen 2026
📖Print: 288 Seiten
👀Perspektive: Erzähler
⭐️: 5/5 Sternen
In die verheimlichte Großmutter erzählt die Autorin, Roswitha Gruber die Geschichte einer Frau, die Opfer der Nazis geworden war. Aufmerksam gemacht durch einen Zeitungsartikel, der davon berichtete, dass ein Stolperstein für ein Opfer der NS-Zeit verlegt werden sollte, macht sich Gruber daran die Geschichte hinter dieser Frau, Therese Mühlberger, in Erfahrungen zu bringen. Dafür kontaktiert sie deren Enkeltochter Helene Leitner. In Die verheimlichte Großmutter findet sich also die Geschichte der bayrischen Hebamme, so wie Helene Leitner sie durch Befragungen von Verwandten und anderen Personen, durch Ahnenforschungen, Einsicht in Krankenakten usw. rekonstruieren und in Erfahrung bringen konnte.
Ich habe dieses Buch regelrecht verschlungen. Es ist die Biografie einer Frau, die viele Hürden im Leben überwand, um ihren Traumberuf Hebamme ausüben zu können. Dass dieser ihr letztlich das Todesurteil bescheren würde, hätte sie niemals gedacht. Und dass sie über Jahrzehnte verschwiegen werden würde, wohl auch nicht.
Die Thematik war total interessant. Grundsätzlich mag ich solche Familiengeschichten. Sind sie doch Einblicke in eine vergangene Zeit. Und in diesem Fall hat sie den Blick auf ein Thema geworfen, das mir zwar bekannt war, aber noch nie so konkret unter die Augen gekommen war.
Erschütternd fand ich, wie viel Stillschweigen über Dinge gewahrt wurde und welche Folgen das für die einzelnen Personen hatte. Auch wenn die Geschichte tragisch endete, zeigt sie im weiteren Verlauf, wie wichtig es ist, das Schweigen zu brechen und Schicksale offenzulegen, damit die Familiengeschichte einerseits heilen kann, andererseits die Allgemeinheit aber auch gemahnt wird, damit solche Dinge nicht wieder geschehen!
Die Geschichte ist in einfacher Sprache gehalten. Ich hatte die ganze Zeit eine Stimme im Ohr, die erzählt. Helene, als würde sie mir gegenüber sitzen und ihre Geschichte erzählen. Dabei kann es natürlich zu einigen Sprüngen kommen, sodass es nicht immer chronologisch abläuft, doch letztlich entsteht ein Gesamtbild. Es war für mich spannend zu folgen, wie immer mehr Informationen zu Tage traten und sich die Geschichte der verheimlichten Großmutter offenbarte, sodass sie nicht länger in Vergessenheit geriet.
Eine tolle Erzählung, die ich gerne weiterempfehle!
Kleiner Hinweis: Obwohl in einem christlichen Verlag erschienen, hat das Buch keinen wirklichen Bezug zum Glauben.