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Veröffentlicht am 23.03.2025

drei Menschen in Berlin

Skin City
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Der Autor erzählt aus drei unterschiedlichen Perspektiven. Romina arbeitet bei der Polizei, sie ist Roma und kommt aus einem Viertel, in dem viele eingewanderte Roma leben. Ein Dieb zu sein, ist dort ehrbar, ...

Der Autor erzählt aus drei unterschiedlichen Perspektiven. Romina arbeitet bei der Polizei, sie ist Roma und kommt aus einem Viertel, in dem viele eingewanderte Roma leben. Ein Dieb zu sein, ist dort ehrbar, Romina tanzt mit Beruf etwas aus der Reihe. Koba ist mit einer kleinen Gang unterwegs, sie rauben Einfamilienhäuser und Villen aus, die zuvor ausgekundschaftet wurden. Er ist eher unfreiwillig in diesen Kreis hineingeraten, seine Geschichte, die man durch seine Erinnerungen erfährt, ist tragisch und interessant. Die Beute muss vollumfänglich an den Chef abgegeben werden. Die Jungs tragen das Risiko.
Lippold kommt gerade aus dem Gefängnis und träumt von einem gutem Leben in Wohlstand. Er kennt sich etwas mit Kunst aus und versucht damit an schnelles Geld zu kommen.
Diese Menschen haben eigentlich nichts miteinander zu tun, doch sehr schnell gibt es immer mehr Schnittstellen und Berührungspunkte.
Nach einem starken Einstieg hat das Buch sehr stark nachgelassen. Die Spannung fehlte.
Romina Geschichte ist durchweg flach und unglaubwürdig. Ihre Kollege ergibt sich in Plattitüden und Wiederholungen.
Koba ist interessant, das flacht aber leider im Laufe der Geschichte ab. Lippold ist ein windiger Charakter, den der Knast hart gemacht hat. Er erfüllt, ebenso wie seine "Kundschaft" jedes unnötige Klischee.
Die Aussagen zu den ethnischen Gruppen finde ich unangebracht. Am Ende verliert die Geschichte dann jegliche Bodenhaftung. Schade.

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Veröffentlicht am 23.03.2025

Jugenddystopie

Lichterloh - Stadt unter Ruß
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"Lichterloh" ist eine Jugenddystopie, die als Trilogie angelegt ist.
Der erste Teil "Stadt unter Ruß" gefiel mir gut. Haptik und Optik des Buches sind sehr gut gelungen. Die Hauptfigur ist abgebildet, ...

"Lichterloh" ist eine Jugenddystopie, die als Trilogie angelegt ist.
Der erste Teil "Stadt unter Ruß" gefiel mir gut. Haptik und Optik des Buches sind sehr gut gelungen. Die Hauptfigur ist abgebildet, der Name Lichterloh ist flammenhell und das ganze ist vor dem Hintergrund der Ruß ausstoßenden Stadt zu sehen. Die hintere Coverseite klappt sich bis unter das vordere Cover, in ihrem Innenteil ist eine Übersichtskarte der Rußstadt zu finden. Band 2 und 3 sind noch für dieses Jahr angekündigt.
Die Welt ist fantasievoll und gut beschrieben. Hier wird alles mit Kohle betrieben, entsprechend rußhaltig ist die Luft. Die Schwestern Cleo und Gwynnie leben in armen Verhältnissen und träumen jede auf ihre Art von einem anderen Leben. Während Cleo Schornsteinfeger werden möchte, forscht ihre Schwester nach Alternativen zu Kohle.
Die Gesellschaft ist klar unterteilt und es ist kaum möglich in eine andere Schicht aufzusteigen, bzw. einen anderen Beruf zu erlernen, als für die Verhältnisse vorgesehen ist. Cleo gelingt das Unmögliche jedoch, sie darf Schornsteinfegerin lernen.
Nicht allen ist dies recht und Cleo hat es nicht leicht.
Die Entwicklung der Charaktere ist gut gemacht, auch die Nebenfiguren sind gut ausgestaltet. Kurze Kapitel erleichtern den Lesefluss.
Etwas Umweltbewusstsein und Gesellschaftskritik sind gut eingeflochten, die Schere zwischen Arm und Reich klafft weit auf, die damit verbundenen Probleme und auch Standesdünkel sind nachvollziehbar beschrieben.
Nicht immer war alles nachvollziehbar, aber letztlich muss nicht jedes Element in einer Fantasiewelt logisch sein.
Das Buch ist spannend und lässt sich gut lesen.

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Veröffentlicht am 19.03.2025

handlicher Genussführer

Essen, Trinken, Erleben – Venedig
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Das kleine handliche Taschenbuch hält, was auf dem Cover versprochen wird: Essen, Trinken, Erleben Venedig. Es schlägt Spaziergänge für Gourmets vor, stellt beste Spezialitäten vor und Lokale, die man ...

Das kleine handliche Taschenbuch hält, was auf dem Cover versprochen wird: Essen, Trinken, Erleben Venedig. Es schlägt Spaziergänge für Gourmets vor, stellt beste Spezialitäten vor und Lokale, die man kennen muss. Es ist kein herkömmlicher Reiseführer, der allgemeine Sehenswürdigkeiten vorstellt.

In der Umschlaginnenseite wird Venedig in fünf Regionen unterteilt, in diese fünf Regionen ist auch das Buch bzw. die vorgestellten Tipps eingeteilt. Die Kapitel im Inhaltsverzeichnis sind danach benannt, damit man sich leicht zurechtfinden kann, außerdem gibt es die Kapitel: eine kulinarische Übersetzungshilfe, Köstlichkeiten der Stadt, Lokale Besonderheiten und ein Register.

Die Regionenkapitel sind ähnlich aufgebaut, so findet man sich gut zurecht. Nach Vorstellung einer Gastronomie finden sich darunter Angaben zu Anschrift, Mail, Website, Ausstattung und Service.

Genießer kommen mit diesem kleinen Reiseführer auf ihre Kosten, die Tipps und Vorschläge sind vielseitig und bieten für jede Gaumenvorliebe etwas.

Mir fehlte etwas die bürgerliche bodenständige Küche, aber das ist gelitten auf hohem Niveau. Ein sehr schöner kleiner Reisebegleiter durch Venedigs Gastronomie, den ich gerne empfehle.

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Veröffentlicht am 12.03.2025

Pennys Weg zu sich selbst

No Hard Feelings
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Penny ist unzufrieden mit ihrem Leben. Sie vergleicht sich oft. Allen anderen geht es besser, sowohl in beruflicher als auch privater Hinsicht hat Penny das Gefühl auf der Strecke zu bleiben. Sie lässt ...

Penny ist unzufrieden mit ihrem Leben. Sie vergleicht sich oft. Allen anderen geht es besser, sowohl in beruflicher als auch privater Hinsicht hat Penny das Gefühl auf der Strecke zu bleiben. Sie lässt sich von ihrer Chefin schikanieren und hängt an einem Mann, der sie nur gelegentlich benutzt, wenn es ihm passt. Als wäre das nicht genug, wird sie von Panikattacken geplagt und ohne Alkohol geht es eigentlich gar nicht.
Die Geschichte wird aus Penny Sicht locker und humorvoll erzählt, durch diese Perspektive bekommt man vollen Einblick in Pennys gestörtes Innenleben.
Vieles daran wirkt authentisch und betrifft sicherlich viele Menschen. Durch die ständige Internetpräsenz vergleicht man sich, der Druck besser zu sein ist groß. Mehr Schein als Sein schlägt Überforderung, von der keiner hören will. Diese Ängste sind für viele Menschen tägliche Realität, insbesondere in Pennys Altersgruppe (30).
Hier werden viele Klischees verarbeitet, aber der humorvolle Ton schmeichelt darüber hinweg. Mich hat der permanente Alkoholkonsum hier sehr gestört, da er als Normalität dargestellt wird. Penny macht eine Entwicklung durch, die zu glatt und einfach stattfindet. Alles löst sich in Wohlgefallen auf und wird - natürlich - reichlich begossen.
Ein unterhaltsamer leichter Roman, der als schwache Komödie durchgehen kann. Einiges an Potential wird verschenkt, die angekratzten Probleme hätten mehr thematisiert werden können.

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Veröffentlicht am 12.03.2025

Klappers Leben

Klapper
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2011 ist Thomas 16, er wird von allen Klapper genannt, weil seine Gelenke immer knacken, wenn er sich bewegt. Er trägt nur schwarze Kleidung und immer schwarze Heavy Metall Band T-Shirts. Er pflegt keine ...

2011 ist Thomas 16, er wird von allen Klapper genannt, weil seine Gelenke immer knacken, wenn er sich bewegt. Er trägt nur schwarze Kleidung und immer schwarze Heavy Metall Band T-Shirts. Er pflegt keine Kontakte, die Mitschüler meiden ihn, gelegentlich wird er zum Opfer. In der Freizeit ist er ein Computernerd, zockt gerne Counter-Strike und legt darin neue Maps an. Nach den Ferien setzt sich eine neue Mitschülerin neben ihn, sie wird Bär genannt. Sie ist sehr groß und scheint über den Dingen zu stehen. Nach und nach entsteht so etwas wie eine Freundschaft zwischen den Beiden, u.a. auch weil Bär ebenfalls Counter-Strike spielt.
Beide Familien sind von Problemen (psychische Probleme, Alkohol, Gewalt) geprägt, die sich auf die Kinder auswirken. Während Klapper sich in seine Computerwelten zurückzieht, kifft Bär, malt Comic und hört üblen Deutsch-Rap.
2025 ist Thomas erwachsen, er arbeitet als "Computer-Mann" in einer Firma und verrichtet eher ungeliebte anspruchslose Arbeiten. Durch einen Vorfall stolpert er über Bärs Profil im Netz und über Rückblicke erfahren wir was 2011 passierte und was zum Verschwinden Bärs führte. Der Wechseln der Zeiten ist gut gemacht und hält die Neugier am Geschehen hoch. Die Teile aus der Vergangenheit fand ich stärker als die aktuellen.
Das Buch liest sich leicht. Die Sprache ist teils etwas roh, aber dass soll wohl den Ton der Jugendlichen widerspiegeln. Gelegentliche Ungereimtheiten und offene Fragen fand ich störend. Die Figuren fand ich - trotz der Pubertät - in sich unstimmig. Das Ende ist überraschend, dennoch verpufft der Effekt recht schnell. Insgesamt hat mir eine Aussage gefehlt.
Kann man lesen, muss man nicht.

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