Profilbild von Schnuppe

Schnuppe

Lesejury Star
offline

Schnuppe ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Schnuppe über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.09.2023

Vorschnelle Urteile

Der war's
0

Trouble in der 6a. Immer wieder wird die beliebte Klassensprecherin Marie Opfer eines Diebes. Die besonderen Supersandwiches, die ihre Mutter immer für sie macht werden gestohlen. Die Kinder sind empört, ...

Trouble in der 6a. Immer wieder wird die beliebte Klassensprecherin Marie Opfer eines Diebes. Die besonderen Supersandwiches, die ihre Mutter immer für sie macht werden gestohlen. Die Kinder sind empört, aber auch neugierig, was hinter all dem steckt. Wer ist der Dieb? Es dauert gar nicht lange, da machen Gerüchte die Runde und der Neue in der Klasse wird als Täter abgestempelt. Ehe man sich versieht, bricht über die sozialen Medien ein Shit Storm über den Jungen herein. Die spannende Geschichte spiegelt den Alltag der Kinder gekonnt und authentisch wieder. Ein etwas verpeilter Klassenlehrer sorgt immer wieder für eine Prise Humor. Die Kinder besinnen sich aber und wollen die Situation erwachsen klären. Sie möchten ein Gerichtsverfahren nachspielen und die Wahrheit ergründen. Hierzu bereiten sie sich gut vor, sie haben Spaß daran alles möglichst echt zu gestalten. Dabei werden einige Rollen neu verteilt. Die Stillen werden mutig, redselig und übernehmen Verantwortung. Nicht jeder ist so wie man ihn eingeschätzt hat. Auch die Lösung des Falls ist eine gelungene Überraschung.

Die spannende Geschichte ist mit etwas Humor durchsetzt und macht Spaß zu lesen. Hier können Kinder sich wiederfinden und etwas dazu lernen. Die Themenvielfalt ist gekonnt in die Geschichte eingebettet und wird im Anhang nochmals aufgegriffen. Auf den letzten knapp 30 Seiten werden alle Fragen rund um ein Strafverfahren super erklärt. (Wer ermittelt?, Wer entscheidet?...)

Freundschaft, Mobbing, Hilfsbereitschaft, Gerechtigkeit und Verfahrensfairness sind die wichtigsten Themen, die hier aufgegriffen werden.
Die Illustrationen sind farblich zurückhaltend in grau, braun, orange und gut gelungen. Sie unterstützen die Geschichte und die Figuren sind klar zu erkennen und zuzuordnen. Die kurzen Kapitel und die übersichtliche Textmenge pro Seite sind für Erstleser sehr geeignet und bieten Anreize zum Weiterlesen.
Ein klasse Kinderbuch, das wir gerne weiterempfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.09.2023

nett

Between Us - Die große Liebe kennt viele Geheimnisse
0

Diese RomCom ist nett für zwischendurch. Wie so häufig bei diesem Genre ist es vorhersehbar, aber leicht und unterhaltsam.
Rosin und ihre Freunde haben sich vor 10 Jahren kennengelernt, die Clique hat ...

Diese RomCom ist nett für zwischendurch. Wie so häufig bei diesem Genre ist es vorhersehbar, aber leicht und unterhaltsam.
Rosin und ihre Freunde haben sich vor 10 Jahren kennengelernt, die Clique hat sich nie aus den Augen verloren und nennt sich der Brians Club. Rosin ist Lehrerin und ihr Freund Joe ist Drehbuchautor. Nachdem sie ihn einige Jahre stark unterstützt hat, schaffte er endlich einen Durchbruch kam zu viel Erfolg. Um seine neue Serie macht er nun ein großes Geheimnis, die erste Folge sieht die Clique bei einem gemeinsamen Wochenende in einem Ferienhaus. Rosin erkennt viele Parallelen zu ihrem eigenen Familienleben, aber auch zur Struktur der Clique. Sie hinterfragt daraufhin das Verhalten ihres Freundes, der ihr Vertrauen missbraucht hat und es kommt zum Eklat.
Da auch andere unerwartete Ereignisse an diesem Wochenende die Clique durchrütteln, dauert es eine Weile, bis alles wieder in neuen, wohlgeordneten und zweisamen Bahnen verläuft.
Hier geht es weniger um eine romantische Liebesbeziehung, da Rosin und Joe erst einiges an Hin und Her in Sachen Beziehung durchleben. Das Verhalten der Beiden und das ihres Umfeldes sind ein großes Thema. Da wird viel Gelogen oder Verschwiegen, bis die Karten auf dem Tisch liegen. Manipulation und Besitzdenken legen den Neustarts Steine in den Weg.
Rosin hat ein schwieriges Verhältnis zu ihrer Mutter, auch dies wird aufgearbeitet. Die Mutter nimmt neben den Figuren aus der Clique und auch den Schülern Rosins eine Menge Raum ein, so dass es zwischendurch ein paar Längen gibt.
Nette Unterhaltung für nebenbei, die aber keinen nachhaltigen Eindruck hinterlässt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.09.2023

Mord in Triest 1914

Die Geister von Triest
0

"Die Geister von Triest" von Christian Klinger ist der zweite Teil einer Krimireihe um Gaetano Lamprecht, einen leidenschaftlichen Rennradfahrer und Ispettore bei der Triestiner Polizei. Den ersten Teil ...

"Die Geister von Triest" von Christian Klinger ist der zweite Teil einer Krimireihe um Gaetano Lamprecht, einen leidenschaftlichen Rennradfahrer und Ispettore bei der Triestiner Polizei. Den ersten Teil kenne ich nicht, dennoch gab es keine Verständnisprobleme, bei den Namen muss man jedoch aufmerksam bleiben.

In Triest wird eine alte Frau ermordet, die überall nur als Hexe bekannt war. Der erste Weltkrieg hat begonnen und Lamprecht hat seinen Einberufungsbefehl bereits erhalten. Aufgrund der Personalnot soll er aber zunächst diesen Fall lösen. Das ist jedoch eine recht verzwickte Angelegenheit in deren Verlauf einige Figuren auftauchen, Wendungen eintreten und Motivlagen wechseln. Ein wenig erfährt man auch aus dem privaten Umfeld von Lamprecht.
Der Zeitgeist wird gut transportiert, die Sprache und das Geschehen geben dies sehr gut wieder. Der beginnende Krieg liegt über allem und der Zwiespalt der hauptsächlich italienischen Bevölkerung, deren Heimatstadt aber zu Österreich gehört, wird deutlich. Lamprecht ist über die Eltern mit beiden Ländern verbunden, ein leidenschaftlicher Sportler, engagierter Polizist und den Frauen zugewandt. Eine interessante Figur, die hoffentlich wohlbehalten aus dem Krieg zurückkehrt und Protagonist in weiteren Kriminalfällen ist. Der Kriminalfall ist spannend und wird gut aufgelöst.
Tolle Krimiunterhaltung mit historischem Hintergrund.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.09.2023

Spannung im alten Korea

Der Rote Palast
0

Dieser Roman bewegt sich innerhalb mehrerer Genres: Fantasy, historisches, Krimi und Infos zur koreanischen Kultur werden hier gut gemixt und verbinden sich zu einem spannenden Roman, der bestens unterhält. ...

Dieser Roman bewegt sich innerhalb mehrerer Genres: Fantasy, historisches, Krimi und Infos zur koreanischen Kultur werden hier gut gemixt und verbinden sich zu einem spannenden Roman, der bestens unterhält.


1758 ist das Leben in Korea nicht einfach für Frauen, insbesondere für uneheliche Töchter. Das Mädchen Hyeon hat hart gearbeitet und viel gelernt, um eine Stelle als Palast Krankenschwester zu erhalten. Sie möchte gerne die Anerkennung ihres Vaters erhalten, der sie nur abfällig beachtet. Doch ehe sie sich versieht, wird sie in Intrigen und Geheimnisse involviert. Als in einer Nacht vier junge Frauen ermordet werden, wird ihre ehemalige Mentorin schnell als Tatverdächtige verhaftet. Im alten Korea wurde noch Folter angewandt und Hyeon möchte dieses Schicksal gerne von der Lehrerin abwenden. Sie beginnt insgeheim zu ermitteln. Schon sehr bald ist der junge Mann Eojin mit von der Partie, der für die Polizei arbeitet, was Hyeon zunächst nicht weiß. Beide Protagonisten müssen vorsichtig sein und ihr Tun verbergen, weil sie sonst in Schwierigkeiten geraten würden.


Ein spannendes Abenteuer mit einem Schuss Romantik, das immer wieder mit verschiedenen Wendungen überrascht. Die Figuren sind bis in die Nebenschauplätze gut ausgearbeitet und machen teilweise eine nachvollziehbare Entwicklung durch. Der Erzählstil ist flüssig und mitreißend. Die sympathische Hyeon hat einiges auszuhalten und es hat mir Spaß gemacht, sie zu begleiten. Informationen über Korea und das Machtgefüge im Königspalast werden nebenbei vermittelt ohne die Geschichte trocken zu machen oder zu verlangsamen. Der Spannungsbogen im Kriminalfall ist hoch und am Ende werden alle Fragen zufriedenstellend geklärt.


Empfehlenswert

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.09.2023

durchwachsen

Weil da war etwas im Wasser
0

Das Cover ließ mich zu diesem Buch greifen, der Oktopus ist ein Tier, das mich sehr fasziniert. Der Klappentext und die Nominierung für den Buchpreis taten das Übrige.
Hier geht es um die Erzählungen ...

Das Cover ließ mich zu diesem Buch greifen, der Oktopus ist ein Tier, das mich sehr fasziniert. Der Klappentext und die Nominierung für den Buchpreis taten das Übrige.
Hier geht es um die Erzählungen eines Riesenkalamar, dessen einzelne Arme beginnen Geschichten zu erzählen. Die einzelnen Geschichten fand ich zunächst spannend, zunehmend aber verwirrend. Mir fehlte eine klare Ausrichtung. Es wird von den unterschiedlichsten Menschen zu verschiedenen Zeiten erzählt. Hin und wieder kommt der erhobene Zeigefinger zum Einsatz, dabei geht es hauptsächlich um ökologische Themen. Generell fand ich den Aufbau eine gute und interessante Idee, aber irgendwie war es insgesamt keine runde Angelegenheit. Jeder Arm sprach für sich und verfolgte seine Intention, es gab durchaus Unstimmigkeiten zwischen ihnen. Irgendwie hat mich der Autor irgendwann verloren, in der Vielzahl, die er hier ausbreitete. Ein gutes Allgemeinwissen erleichtert das Verständnis der vielen Anspielungen, die sich hier finden. Ich kann hier leider nur eine eingeschränkte Leseempfehlung aussprechen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere