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Veröffentlicht am 22.09.2023

düstere aber gute Story

Das Buch der gestohlenen Träume (Das Buch der gestohlenen Träume 1)
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Dieses Fantasy Abenteuer für Kinder und Jugendliche spielt in dem fiktiven Land Krasnia. Die Eltern von Rachel und Robert versuchen den Kindern trotz aller widrigen Bedingungen Rückhalt und einen guten ...

Dieses Fantasy Abenteuer für Kinder und Jugendliche spielt in dem fiktiven Land Krasnia. Die Eltern von Rachel und Robert versuchen den Kindern trotz aller widrigen Bedingungen Rückhalt und einen guten familiären Rahmen zu bieten. Der Präsident Charles Malstain ist ein böser Despot, der das Land mit Grauen überzieht, Kinder mag er gar nicht. Ein geheimnisvolles Buch, dass er unbedingt haben möchte, kommt in die Hände der Geschwister und ein Abenteuer in dem alle um das Buch ringen, beginnt.
Das Buch ist wunderschön gestaltet, das Cover passt perfekt zum Inhalt. Die Illustrationen innen sind ebenfalls toll. Der Autor hat hier eine düstere Welt geschaffen, die in einigen Punkten an andere Diktaturen oder auch Nazideutschland erinnert. Es gibt durchaus brutale und sehr düstere Szenen, insofern sollte man bei Kindern ab 11 Jahren (Zielgruppe) überlegen, ob sie dem gewachsen sind. Obwohl es sich hier um einen Reihenauftakt handelt, kann das Buch auch alleine gut gelesen werden. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und entwickeln sich weiter. Der Spannungsbogen ist durchweg hoch und wird durch die kurzen Kapitel noch unterstützt. Die Lektüre hat mir Spaß gemacht und mich gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 22.09.2023

Sticken für Anfänger

Das Dschungel-Stickbuch
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Zélia Schmiths Stickvorlagen rücken den Dschungel ins Bild. Tiere und Pflanzen dieses Spektrums geben schöne Motive ab, mit denen die Wohnung oder auch Kleidung verschönert werden können.

Die Vorlagen ...

Zélia Schmiths Stickvorlagen rücken den Dschungel ins Bild. Tiere und Pflanzen dieses Spektrums geben schöne Motive ab, mit denen die Wohnung oder auch Kleidung verschönert werden können.

Die Vorlagen sind absolut einfach gehalten, was die Stiche und die Ausarbeitung angeht. Es handelt sich überwiegend um Umrissmotive, die meisten Arbeiten kommen mit einer Farbe aus.

Auf dem Buchrücken ist angegeben, dass keinerlei Vorkenntnisse nötig sind, um mit dem Buch zu arbeiten. Das ist zutreffend. Die benötigten Stiche werden sehr ausführlich erklärt. Außerdem werden alle möglichen Anfängerfragen wie z.B. zur Materialkunde oder der Übertragung von Vorlagen auf den Stoff beantwortet. Das Buch ist modern und schön aufgemacht. Es macht Spaß es anzusehen. Die einzelnen Motive sind sowohl als Vorlage als auch als fertig gesticktes Motiv abgebildet, so dass man sich alles gut vorstellen kann und einen Eindruck vom Endergebnis bekommt. Die ausgewählten Farben - es wird viel mit farbigen Stoffen gearbeitet - sind sehr geschmackvoll. Das große Buch ist mit einem Softcoverumschlag versehen und bleibt geöffnet vor einem liegen, wenn man es betrachtet oder etwas daraus nacharbeitet. Sehr praktisch.

Ich denke, dass Anfänger mit diesem Buch gut in das Hobby Sticken einsteigen können und schnell erste Erfolge haben. Als Fortgeschrittene habe ich hier weniger Motive für mich entdecken können, diesen Klappentext hätte ich definitiv im Vorfeld besser beachten müssen. Trotzdem macht es mir Freude Motive daraus abzuwandeln. Hieraus leitet sich auch der einzige Kritikpunkt für dieses Buch ab. Ein paar Motive für Fortgeschrittene wären eben doch schön gewesen; dies hätte man auch durch Anregungen erreichen können, wie man die Motive aufpeppen bzw. variieren kann: Ein paar Farb- und Stickstichkombinationen etc. können bei gleichem Ausgangsmotiv sehr viel verändern. Das wäre für Anfänger, die schon erste Erfolge hatten, sicherlich eine schöne Motivation gewesen, weiter zu machen.

Fazit: Für Stickanfänger, die den Dschungel mögen, ein tolles DIY Buch.

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Veröffentlicht am 15.09.2023

etwas zäh

Die Schwarze Königin I
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Markus Heitz schreibt öfters über Vampire, einige seiner Figuren kann man in diesem Buch wiedertreffen. Für mich war es das erste Buch des Autors. Ich konnte alles gut nachvollziehen, Vorkenntnisse aus ...

Markus Heitz schreibt öfters über Vampire, einige seiner Figuren kann man in diesem Buch wiedertreffen. Für mich war es das erste Buch des Autors. Ich konnte alles gut nachvollziehen, Vorkenntnisse aus seinen anderen Büchern waren nicht erforderlich.
Es wird auf zwei Zeitebenen erzählt. In der Vergangenheit geht es um die schwarze Königin, Barbara von Chili und Vlad, der als Pfand am Hof ihres Mannes Sigismund lebt. Barbara ist begeisterte und begabte Alchimistin. Sie möchte die Vampire vernichten, dieses Ziel verfolgt sie sehr vehement, wobei nicht klar wird, warum. Sie lebt recht selbstbestimmt und vertritt oft ihren abwesenden Ehemann, für die Zeit ist sie eine sehr unabhängige selbstbestimmte Frau.
In der Gegenwart erleben wir, wie Len an Stelle seiner Großmutter einen Busreise antritt. Er verliebt sich in eine Mitreisende, hat aber schon sehr bald ganz andere Probleme. In Prag ereignen sich die merkwürdigsten Dinge und schon bald muss er erkennen, dass seine Großmutter recht hatte, er scheint ein Nachfahre von Vlad zu sein.
Ab und an war mir die Geschichte einfach zu zäh und langatmig. Die Handlungsgründe der Personen haben sich mir häufig nicht erschlossen und ihre Entscheidungen und Entwicklungen kamen mir merkwürdig vor. Zu keiner der Personen konnte ich eine Bindung entwickeln, die mich durch die Geschichte getragen hätte. Die Idee einen realen historischen Hintergrund einzuflechten fand ich reizvoll, aber insgesamt hat mich das alles nicht so richtig überzeugt. Da war deutlich Luft nach oben. Das Ende des Zeitstrangs in der Gegenwart fand ich too much. Gleichwohl ist mir bewußt, dass es genau dafür eine große Fangruppen gibt. Das Buch wird sicherlich seine begeisterten Leser finden, von mir gibt es dreieinhalb gut gemeinte Sternchen, die ich aufrunde, wo es notwendig ist.

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Veröffentlicht am 26.08.2023

Zwei Frauenleben im Marschland

Marschlande
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Jarka Kubsova erzählt hier von zwei verschiedenen Frauen.
Britta lebt heute, sie ist mit der Familie in das karge einsame Hamburger Marschland gezogen. Sie kann sich nur schwer einfinden und muss familiäre ...

Jarka Kubsova erzählt hier von zwei verschiedenen Frauen.
Britta lebt heute, sie ist mit der Familie in das karge einsame Hamburger Marschland gezogen. Sie kann sich nur schwer einfinden und muss familiäre Probleme lösen. Als sie auf den Straßennamen Abelke-Bleken-Ring stößt stellt sie Nachforschungen zu dem Namen an, der ihr Interesse geweckt hat.
Abelke lebte um 1580 als selbständige und selbstbestimmte Frau, was ihr zum Verhängnis wurde. Sie führte den geerbten Hof ohne Mann sehr erfolgreich und kannte sich gut mit dem Wetter und den Gegebenheiten der Landschaft aus. Vielen war dies damals ein Dorn im Auge und so gab sie den perfekten Sündenbock ab. Sie wurde als Hexe diffamiert und verbrannt.

Britta erfährt durch die Nachforschungen und die Eheprobleme eine Wandlung, diese spiegelt sich auch gut im geschilderten Jahresverlauf. Ihre Geschichte ist stimmig erzählt, dieser Teil verliert aber deutlich gegenüber dem aus der Vergangenheit.
Die Figur der Abelke beruht auf wahren Tatsachen. Dieser Strang sprach mich viel mehr an. Die Lebensumstände wirkten gut recherchiert und erzählt.
Die Einbindung der besonderen Landschaft und der historischen Bauten ist gelungen und interessant.
Die Frauen lebten zu unterschiedlichen Zeiten in der gleichen Gegend, doch in einigen ihrer Probleme sind sie geeint. Die Gleichberechtigung ist heute weiter als damals, lässt aber in weiten Teilen eben doch noch zu wünschen übrig. Dies zeigt sich bei Britta ebenso wie bei ihrer Tochter. Gerechtigkeit ist häufig weit. Allerdings zahlte Abelke mit dem Leben für ihren selbstbestimmten Willen. Britta ist nach den Verlusten zumindest ein Neustart möglich. Dies als Gewinn zu würdigen hat jedoch einen schalen Geschmack.

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Veröffentlicht am 22.08.2023

über das Rauhe Haus

Matze macht fette Beute
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Dieser Jugendroman verbindet die fiktive Geschichte des Jungen Matze mit der reale Geschichte des Rauhen Hauses in Hamburg. Dieses Unternehmen der Diakonie arbeitet auch heute noch im Bereich der Kinder- ...

Dieser Jugendroman verbindet die fiktive Geschichte des Jungen Matze mit der reale Geschichte des Rauhen Hauses in Hamburg. Dieses Unternehmen der Diakonie arbeitet auch heute noch im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe an vielen Standorten in Hamburg und Schleswig Holstein. Die Arbeit dort orientiert sich noch heute am biblischen Auftrag zur Nächstenliebe und am christlichen Menschenbild. Die Kinder, die damals das Glück hatten dort aufgenommen zu werden, erhielten Essen, Kleidung, Bildung und durften, wenn sie erwachsen wurden, einen Beruf lernen. Der Autor hat Quellen und Aufzeichnungen von Hinrich Wichern genutzt, um nah an den Begebenheiten zu bleiben.

Das Buch ist für Kinder ab 9 Jahren und kurzweilig und spannend geschrieben. 1833 lebt der 12jährige Matze im Hamburger Gängeviertel. Aufgrund seiner Armut wird er zum Dieb. Als er erwischt wird droht ihm Zuchthaus. Doch er hat Glück und landet im Rauhen Haus. Hier trifft er auf J..H. Wichern, den Gründer des Hauses. Er begegnet ihm ganz anders als andere Erwachsene, vom Glauben getragen will er den Kindern helfen und ist sehr zugewandt. Das neue Leben und die Erfahrungen die Matze macht, verändern ihn. Gerne möchte er dieses Leben auch für seinen kleinen Bruder. Doch ihn nachzuholen birgt einige Gefahren für Matze, er könnte alles verlieren.

Matzes fette Beute bezieht sich nicht auf das Diebesgut, sondern das, was er im Rauhen Haus so reichlich erhält.

Das Buch ist in kurze Kapitel unterteilt, das ist für Kinder gut geeignet, so kann man immer eine sinnvolle Pause einlegen oder auch gut mal eine Passage vorlesen. Die Geschichte rund um Matze ist sehr einfühlsam, aber auch spannend geschrieben. Seine Wandlung, sein wachsender Glaube und auch sein großes Ziel für sein späteres Leben sind gut wiedergegeben. Der Text ist fesselnd und die Handlung wirkt authentisch. Wichern und seine Frau sind gut gezeichnet, sie wirken glaubwürdig, ihre Ideale sind gut herausgearbeitet. Das Leben für Kinder vor 200 Jahren wird gut beschrieben. Die Verbindung der fiktiven Geschichte mit den realen Fakten ist hier sehr unterhaltsam geglückt. Den Kindern und mir hat das Buch sehr gut gefallen, wir empfehlen es gerne weiter.

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