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Veröffentlicht am 09.08.2021

Gerne mehr davon

Tote schweigen nie
1

Ein sehr gelungener Reihenauftakt um die junge Sektionsassistentin Cassie. Sie geht völlig in ihrer Arbeit auf und es ihr wichtig den Toten ihre Würde zu lassen und sie auf dem letzten Weg gut zu begleiten. ...

Ein sehr gelungener Reihenauftakt um die junge Sektionsassistentin Cassie. Sie geht völlig in ihrer Arbeit auf und es ihr wichtig den Toten ihre Würde zu lassen und sie auf dem letzten Weg gut zu begleiten. Sie spricht mit ihnen und hat auf mystische Weise manchmal Kontakt zu ein paar letzten Worten der Verstorbenen. Das ist schräg, kommt hier aber wirklich gut rüber und wirkt nicht so gewollt, wie es sich jetzt vielleicht anhört. Die junge Frau hat eine bewegte schwierige Vergangenheit und einen ungewöhnlichen Look, der häufig für Vorurteile sorgt.
Cassie kann sehr gut beobachten und liefert den Pathologen oft wertvolle Hinweise. Als sie eines Tages ihre ehemalige Lehrerin auf dem Tisch hat, glaubt sie nicht an einen natürlichen Tod, sie setzt alles daran, diesen Mord aufzuklären. Als sie alleine nicht weiterkommt, sucht sie Hilfe bei einer unterkühlten Polizistin, die sich stur an Regeln hält. Ein ungleiches Team, das sich aber notgedrungen zusammenrauft.
Der Fall wird durch kleinere Nebenfälle angereichert, die aber im Zusammenhang Sinn ergeben. Am Ende wird alles vollständig aufgeklärt, so dass keine Fragen offen bleiben. Durch geschickte Wendungen und Perspektivwechsel kann man sich in Hauptfiguren gut hineinversetzen und mitfiebern. Den wahren Täter und die Motive konnte ich lange Zeit nicht erahnen.
Die beiden Protagonistinnen werden gut vorgestellt, der Anteil der privaten Zusatzinformationen passt vom Umfang her. Mich hat das Buch sehr gut unterhalten und ich kann es weiterempfehlen. Für alle die Krimis mögen, in denen Forensik eine Rolle spielt und /oder die schräge, aber engagierte Charaktere lieben.

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Veröffentlicht am 08.08.2021

Bildgewaltiges Romandebüt

Wie viel von diesen Hügeln ist Gold
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Eine chinesische Familie sucht Mitte des 19. Jahrhunderts in Amerika ihr Glück. Der Goldrausch, dem Viele folgten, verflüchtigt sich schnell. Stattdessen schuftet der Familienvater für einen Hungerlohn ...

Eine chinesische Familie sucht Mitte des 19. Jahrhunderts in Amerika ihr Glück. Der Goldrausch, dem Viele folgten, verflüchtigt sich schnell. Stattdessen schuftet der Familienvater für einen Hungerlohn im Bergbau.
Diese Zeit wird in Westernfilmen häufig romantisiert.
Viele Aspekte des Lebens damals werden hier entzaubert dargestellt.
Es gelingt der Autorin in ihrem Debüt diese Zeit lebendig werden zu lassen und eine Vielzahl von Problemen aufzugreifen, die noch heute aktuell sind.
Die Mutter der Familie ist tot, nun ist auch der Vater gestorben, die beiden Mädchen müssen sich allein behaupten. Sie fliehen mit der Leiche des Vaters, die sie in einer Truhe auf einem gestohlenen Pferd transportieren, aus der Stadt.
In mehreren Teilen erzählt die Autorin aus der Vergangenheit der Eltern und wie es den Kindern weiter ergeht. Die Mädchen suchen eine Heimat, fühlen sich aber weder China noch Amerika verbunden, woran die Umwelt mit Vorurteilen und Rassismus einen großen Anteil hat. Die Ausrottung von bestimmten Tierarten, die Ausbeutung der Natur, Bildung, der Umgang mit den Menschen, die das Land einst bewohnten und auch Genderfragen kommen zum Tragen. Ab und an wirkte das Buch durch diese Vielfalt etwas überfrachtet.
Erzählt wird in einer bildhaften Sprache, die den Leser gut anspricht. C Pam Zhang schafft es durch Wendungen zu überraschen und wenn man am wenigsten damit rechnet, hält sie einem den Spiegel vor. Das ist gut konstruiert und macht nachdenklich. Keine leichte Lektüre, aber eine lohnende, die mich noch länger beschäftigen wird. Gesellschaftsstrukturen werden hinterfragt und man wird animiert zu reflektieren. Mir hat das Buch gut gefallen.

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Veröffentlicht am 08.08.2021

Geheimnisumwobene Geschichte

Die Leuchtturmwärter
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Drei Männer verschwinden spurlos von einem Leuchtturm, der mitten im Meer steht und schwer zugänglich ist. Die Türen sind verschlossen, das Geschehen scheint unerklärbar. Der gedeckte Tisch und die stehengebliebenen ...

Drei Männer verschwinden spurlos von einem Leuchtturm, der mitten im Meer steht und schwer zugänglich ist. Die Türen sind verschlossen, das Geschehen scheint unerklärbar. Der gedeckte Tisch und die stehengebliebenen Uhren, die alle die gleiche Zeit anzeigen, sowie das Logbuch geben weitere Rätsel auf.
Ein Mysterium für die Arbeitgeber der betroffenen Leuchtturmwärter, ebenso wie für die Presse, die gerne darüberschreibt und spekuliert, aber ein Horror für die Hinterbliebenen. Die Ungewissheit über das Verbleiben der geliebten Männer ist schwer zu ertragen und wird andauern, bis eine Erklärung oder die Männer gefunden sind.
20 Jahre nach dem Vorfall leiden die Frauen noch immer, die ungeklärte Tragödie hat deutliche Spuren hinterlassen. Als ein Autor auftaucht, der den Vorfall für ein Buch untersuchen möchte, reagieren sie sehr unterschiedlich.
Die Autorin erzählt aus der Perspektive der einzelnen Frauen 20 Jahre später und aus der der verschwundenen Männer kurz vor dem Verschwinden. Durch diesen Schachzug gelingt es der Autorin, sich dem Verschwinden aus verschiedenen Blickwinkeln zu nähern. Immer wieder erhält man neue Informationen, die einen glauben lassen, man könne hinter die Fassaden sehen und das Geschehen durchschauen. Permanent ist man am Rätseln und auf der Suche nach Lösungen, die allesamt nach kurzer Zeit verpuffen. Auf diese Weise entwickelt sich beim Lesen eine Sogwirkung, denn man möchte unbedingt wissen, was wirklich geschah.
Die Autorin beschreibt das Meer in all seinen Facetten, sowie das isolierte Leben auf dem Leuchtturm so intensiv, dass die Worte spürbar werden. In dieser Enge wirkt das Team auf den ersten Blick harmonisch, aber unterschwellig brodeln Konflikte, die auch durch die Beziehungen zu den Frauen beeinflusst werden. Der Plot ist komplex angelegt und wird durch psychologische, sowie mysteriöse Effekte befeuert. Das Niveau dieser Lektüre ist durchgängig hoch, aber leider versuchte die Autorin auf den letzten 20 Seiten einen harmonischen Ausblick zu vermitteln, der konstruiert wirkte und für die Geschichte und deren Ende eigentlich nicht notwendig war.
Mir hat diese geheimnisvolle Geschichte sehr gut gefallen, eine tolle Unterhaltung, die noch länger nachhallen wird. Empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 07.08.2021

Verwirrend, aber spannend

Weiße Nacht
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In dem Roman „Weiße Nacht“ geht es um die Protagonistin Ayami, die mit ihrem Vorgesetzten nachts in Seoul um die Häuser zieht. Beide haben in einem Hörtheater gearbeitet, dass nun geschlossen werden soll. ...

In dem Roman „Weiße Nacht“ geht es um die Protagonistin Ayami, die mit ihrem Vorgesetzten nachts in Seoul um die Häuser zieht. Beide haben in einem Hörtheater gearbeitet, dass nun geschlossen werden soll. Am Abend ihres letzten Arbeitstages unterhalten sie sich über ihr Leben. Sie sprechen über Karriere, philosophische Themen und ihre Zukunft.
Nach kurzer Zeit fangen die Geschehnisse an, wie ein Fiebertraum zu wirken. Ayamis Erinnerungen vermischen sich mit den Ereignisse des nächsten Tages.
Wie in einem Traum springt sie von Ereignis zu Ereignis, vieles ist surreal. Die Grenze zwischen Realität und Vorstellung verschwimmt.
Der Erzählstil ist sehr fesselnd, man möchte immer weiterlesen, um herauszufinden, was tatsächlich passiert ist, bzw. was am nächsten Tag tatsächlich passieren wird. Dies wird unterstützt durch sich wiederholende Elemente, die einem das Gefühl geben immer mehr verstehen zu können. Am Ende stellt sich durch überraschende Wendungen immer wieder alles anders da und es bleibt ständig spannend.

Am Ende blieb ich etwas ratlos und verwirrt zurück, weil das Ende in einer für mich unerwarteten Form offen blieb. Diese Lektüre war mal etwas anders und konnte mich fesseln und überzeugen. Allerdings ist dieses dünne Büchlein keine leichte Kost und man muss bereit sein, sich auf Fremdes einzulassen.

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Veröffentlicht am 05.08.2021

Tiere als Helfer

Wieso? Weshalb? Warum? Tiere im Einsatz
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Die Reihe ist nicht umsonst seit Jahren beliebt. Auch mit diesem neuen Band ist dem Verlag wieder ein Volltreffer gelungen. Diesmal geht es um Tiere im Einsatz.
Die Kinder können hier erleben, welche ...

Die Reihe ist nicht umsonst seit Jahren beliebt. Auch mit diesem neuen Band ist dem Verlag wieder ein Volltreffer gelungen. Diesmal geht es um Tiere im Einsatz.
Die Kinder können hier erleben, welche wichtigen Aufgaben Tiere übernehmen, um Menschen im Alltag zu helfen. Dabei kommen auch mal einige Lebenssituationen vor, die für die Kinder nicht so alltäglich sind. Eine schöne Gelegenheit mal über den Tellerrand zu schauen. Neben den bekannten Verwendungen von Hunden und Pferden werden auch Einsatzmöglichkeiten von Schafe und Esel u.a. vorgestellt. Wie immer sind die Texte kindgerecht formuliert und toll illustriert. Den Kleinen gefallen immer die Klappen am Besten, die sie finden und öffnen können, um darunter Spannendes zu entdecken. Mit den etwas Älteren kann man prima über die Zexte ins Gespräch kommen. Ein tolles Kindersachbuch, das ich gerne weiterempfehle.

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