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Veröffentlicht am 18.07.2025

nach der Katastrophe

Überreste
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"Durch die glaslosen Fensterrahmen konnte ich das ruhige Meer sehen. War es wirklich immer schon so blau gewesen?"

Der Super-Taifun Haiyan traf 2013 als einer der schlimmsten Stürme, die je vorkamen, ...

"Durch die glaslosen Fensterrahmen konnte ich das ruhige Meer sehen. War es wirklich immer schon so blau gewesen?"

Der Super-Taifun Haiyan traf 2013 als einer der schlimmsten Stürme, die je vorkamen, auf die Philippinen. Die Zerstörung ist immens und die Folgen verheerend. Die Journalistin Ann, die in dem betroffenen Gebiet aufgewachsenen ist, reist kurz nach der Katastrophe für drei Tage in das zerstörte Gebiet. Sie soll für ihre Organisation Informationen sammeln, verfolgt aber auch private Ziele. In der Zerstörung ist das Fortkommen schwierig und der Leichengeruch ein ständiger Begleiter.

Ann ist sehr in ein eigenes Trauma verstrickt, das sich hier durch die äußeren Einflüsse Bahn bricht. Sie erinnert sich an Erlebnisse aus der Kindheit, die nicht chronologisch sind, führt Gespräche mit ihrer Schwester, teils auch fiktive. Das alles vermischt sich mit den tatsächlichen Erlebnissen und Recherchen vor Ort. Anfangs ist es nicht ganz leicht alles auseinanderzuhalten und richtig einzusortieren, aber mit der Zeit gelingt dies besser. Es werden viel ortstypische Waray-Ausdrücke in den Text eingeflochten, deren Übersetzung, Erklärung und Hintergründe finden sich im Anhang. Durch Anns Erinnerungen erfährt man viel über die Geschichte des Landes.

Ann versucht den Aufgaben, die sie sich vorgenommen hat gerecht zu werden, doch das ist nicht einfach. Der Text transportiert die Schrecken, das Entsetzen und Leiden nach der Katastrophe sehr gut. Besonders durch eingewobene Originalinterviews wird die entsetzliche Realität dieser Zeit spürbar. Diese gefielen mir am Besten.

Teils ist dieses Buch harter Tobak, nichts was man zur Unterhaltung liest. Es kommen wichtige Fragen auf, die nicht ohne weiteres beantwortet werden können. Teils erschüttert, aber auch aufrüttelnd.

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Veröffentlicht am 17.07.2025

Über Freundschaft und Offenheit

Willkommen. Ein Buch über Freundschaft
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"Hier wird niemand ausgeschlossen, denn für eine glückliche Welt brauchen wir alle"

Egal, wie jemand spricht, aussieht oder was er für Vorlieben hat, auch jemand, der ganz anders ist, kann unser bester ...

"Hier wird niemand ausgeschlossen, denn für eine glückliche Welt brauchen wir alle"

Egal, wie jemand spricht, aussieht oder was er für Vorlieben hat, auch jemand, der ganz anders ist, kann unser bester Freund oder unsere beste Freundin werden. Es macht nichts, wenn man unterschiedliche Sprachen spricht, oft reichen Kleinigkeiten, wie lächeln, etwas gemeinsam tun oder auch Hilfe anbieten oder diese annehmen. Manchmal kommt es zum Streit, das ist ganz normal, aber wenn man sich hinterher entschuldigt, klappt das Miteinander wieder.

Das Buch erklärt sehr kindgerecht, liebevoll und dennoch knapp, wie ein gutes Miteinander aussieht. Bei Missverständnissen hilft Freundlichkeit, Verständnis und Hilfsbereitschaft. Wenn alle nett miteinander wären und sich gegenseitig akzeptieren, wäre die Welt eine Bessere. Das Buch richtet sich mit einfachen nachvollziehbaren Botschaften an die Kinder. Es kommt dabei ohne erhobenen Zeigefinder aus, sondern baut stattdessen nachvollziehbare Aussagen mit Szenen aus dem Kinderalltag auf. Es endet mit den Worten: "Lasst uns alle mithelfen, damit das gelingt." Wie schön wäre so eine Welt wohl?

Axel Scheffler hat den Text von Alison Green wunderschön illustriert. Die Figuren sind die unterschiedlichsten Tiere, die wirklich niedlich anzusehen sind und sich gut zuordnen lassen. So findet man auch über die wertvolle Botschaft des Buches hinaus viele Gesprächsanlässe mit den Kindern.

Ein Bilderbuch mit Botschaft, das Spaß macht, wir schauen es immer wieder gerne an.

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Veröffentlicht am 17.07.2025

kaum Krimi drin

Mörderisch verstrickt – Ein Strickclub ermittelt
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Im Sommer am Strand lese ich gerne Cosy Crime, vor allem wenn das Setting an der Küste ist und ich auch. Dies hier war leider ein Reinfall.
Im Wesentlichen geht es um den Strickladen "Strickschick" von ...

Im Sommer am Strand lese ich gerne Cosy Crime, vor allem wenn das Setting an der Küste ist und ich auch. Dies hier war leider ein Reinfall.
Im Wesentlichen geht es um den Strickladen "Strickschick" von Mette, den sie mit Leidenschaft und Herzblut führt und um ihre Freund*innen vom Strickclub, die sich dort regelmäßig treffen und toll zusammenhalten. Anne, Mette, Brunhilde und Gustavsen sind die festen Mitglieder, ihre Strickvorlieben und Projekte werden ausführlich beschrieben. Mette strickt ohnedies in allen Lebenslagen und so gibt es reichlich Gelegenheit über ihre Wolle, deren Vorzüge und die schönen Projekte, die sie annadelt zu schwadronieren. Zudem gibt es Bezüge zum Stricken über Zitate in allen Lebenslagen. Man erfährt viel aus Mettes und Annes Leben und etwas weniger über die anderen Figuren. Nach rund 70 Prozent des Buches endlich ein Verbrechen, dies wird relativ kurz und eher nebenbei zufällig aufgeklärt. Dann kann man sich wieder dem gemütlichen Teil rund um die Wolle widmen.
Mir war das zu viel an unwichtigem Drumherum, wobei der Fokus hauptsächlich auf Wolle und Stricken lag und zu wenig Geschichte rund um die Figuren und vor allem zu wenig Krimi. Sehr schade

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Veröffentlicht am 17.07.2025

Arztgeschichten

Staying Alive
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Staying Alive möchte kein Arztroman sein, doch im weitesten Sinne ist er es doch. Die Autorin erzählt viel aus dem fordernden Klinikalltag in einer Berliner Notaufnahme/ Rettungsstelle, in der immer hektisch ...

Staying Alive möchte kein Arztroman sein, doch im weitesten Sinne ist er es doch. Die Autorin erzählt viel aus dem fordernden Klinikalltag in einer Berliner Notaufnahme/ Rettungsstelle, in der immer hektisch und unter Personalnot am Limit agiert wird.
Die Autorin ist selbst Ärztin, sie bringt viel Fachkunde auf humorvolle Weise mit ein. Das Ganze wirkt aber eher wie Comedy oder Slapstick.

Die Hauptfigur Nicki beginnt als Assistenzärztin in der Notaufnahme und wird sofort in den täglichen Wahnsinn geworfen, in den sie sich glücklicherweise recht schnell einlebt und behauptet. Freizeit ist fortan Mangelware und das Privatleben und die Unterhaltungen sind äußerst klischeehaft. Sie verliebt sich in ihren Chef und erlebt hier Höhen und Tiefen. Das Alles bleibt aber sehr oberflächlich. Keine der Figuren lernt man richtig kennen. Das Buch hetzt mit Nicki durch den Alltag, man hält sich hauptsächlich mit den vielen Patientengeschichten auf, die teils sehr skurril und / oder humorvoll dargestellt sind, aber auch mit Fachwissen vorgestellt werden. Nach dem Durchlauf durch die Notaufnahme verschwinden die Patienten auf Nimmerwiedersehen.
Eher eine Aneinanderreihung von Episoden als ein Roman. Vanida Karun hat das Hörbuch gut einlesen, der hektische Alltag und die teils überspannten Dialoge kommen gut rüber, aber durch die vielen Episoden verliert sich das alles dennoch teils in Längen.

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Veröffentlicht am 10.07.2025

Zu viele Längen

Ihr werdet sie nicht finden
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Die Privatdetektivin Franka wird von einer Großmutter beauftragt, Fotos von deren Enkeltochter zu machen. Aufgrund einer Familienstreitigkeit besteht kein Kontakt, und so möchte die alte Dame sicherstellen, ...


Die Privatdetektivin Franka wird von einer Großmutter beauftragt, Fotos von deren Enkeltochter zu machen. Aufgrund einer Familienstreitigkeit besteht kein Kontakt, und so möchte die alte Dame sicherstellen, dass es der Enkelin gut geht. Der scheinbar einfache Auftrag bringt schon bald ungeahnte Schwierigkeiten mit sich, zusätzlich ergeben sich Verbindung zu einem alten Kriminalfall. Damals verschwand die Tochter eines Polizisten nach einer Feier. Nach Tagen erfolgloser Suche, greift der Vater zu verzweifelten Mitteln und gibt dem Fall eine dramatische Wendung.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten ermittelt Franka gemeinsam mit dem Vater des damals verschwundenen Mädchens.
Obwohl Winkelmann gewohnt routiniert erzählt, hatte die Geschichte viele Längen für mich, die Perspektivwechsel und Zeitsprünge konnten daran leider nichts ändern. Einige der Entwicklung waren schlicht unglaubwürdig, dies empfand ich auch bei einigen Figuren. Diese Geschichte konnte mich nicht, wie die Vorgänger des Autos begeistern, schade.

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