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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.05.2026

Zwischen Herzklopfen, Verantwortung und Teamgeist

Coach - Gegen alle Regeln
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Manchmal erwartet man bei einer Sports Romance vor allem Training, Wettkämpfe und den typischen Konkurrenzkampf – und bekommt stattdessen eine Geschichte, die viel stärker von Emotionen, Nähe und zwischenmenschlichen ...

Manchmal erwartet man bei einer Sports Romance vor allem Training, Wettkämpfe und den typischen Konkurrenzkampf – und bekommt stattdessen eine Geschichte, die viel stärker von Emotionen, Nähe und zwischenmenschlichen Beziehungen lebt. Genau das war hier der Fall. Der Sport ist zwar ein wichtiger Bestandteil der Handlung, steht aber nicht dauerhaft im Mittelpunkt. Viel wichtiger sind die Figuren selbst und die Dynamik zwischen ihnen.

Besonders Ford hat mich überrascht. Er wirkt nach außen oft kontrolliert und stark, gleichzeitig merkt man schnell, wie viel Verantwortung er trägt – nicht nur als Coach, sondern vor allem als Vater. Seine Tochter Joey bringt eine Wärme in die Geschichte, die viele Szenen noch emotionaler macht. Gerade die kleinen Momente zwischen ihr und Milli haben der Handlung etwas Echtes und Familiäres gegeben. Man spürt schnell, wie sehr Joey Milli ins Herz schließt, und genau dadurch fühlt sich die Entwicklung zwischen Ford und Milli noch intensiver an.

Die Beziehung der beiden entwickelt sich langsam, aber glaubwürdig. Das Knistern ist von Anfang an da, trotzdem stehen ihnen immer wieder Unsicherheiten und alte Gefühle im Weg. Vor allem Fords Vergangenheit und seine emotionale Bindung an Sienna sorgen dafür, dass nicht alles sofort einfach wirkt. Dadurch fühlt sich die Geschichte weniger oberflächlich an, sondern eher wie ein vorsichtiges Herantasten zweier Menschen, die beide einiges mit sich herumtragen.

Die Stimmung des Buches schwankt oft zwischen humorvollen, lockeren Szenen und sehr emotionalen Momenten. Genau das macht die Geschichte stellenweise wie eine kleine Achterbahnfahrt. Manche der intimen Szenen waren für meinen Geschmack etwas zu detailliert, trotzdem passen sie zur intensiven Atmosphäre zwischen den Charakteren. Neben der Romance sorgen auch die Konflikte rund um das Team und die Enthüllung um Adrian und die weitergegebenen Informationen nochmal für Spannung. Dieser Twist kam für mich überraschend und hat der Handlung gegen Ende nochmal zusätzlichen Schwung gegeben.

Besonders gelungen fand ich den Abschluss. Der Epilog fühlt sich rund an und gibt den Figuren genau den Abschluss, den man sich nach all den Höhen und Tiefen wünscht. Insgesamt lebt das Buch weniger vom Sport selbst, sondern vielmehr von Emotionen, Vertrauen, Familie und zweiten Chancen – und genau darin liegt für mich auch seine Stärke.

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Veröffentlicht am 07.05.2026

Ein gefährliches Spiel aus Geheimnissen und Verdächtigungen

Missing Page - Tödliche Worte
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Missing Page hat mich von Anfang an begeistert und komplett in seinen Bann gezogen. Schon nach wenigen Seiten entsteht eine düstere und geheimnisvolle Atmosphäre, die sich durch das gesamte Buch zieht. ...

Missing Page hat mich von Anfang an begeistert und komplett in seinen Bann gezogen. Schon nach wenigen Seiten entsteht eine düstere und geheimnisvolle Atmosphäre, die sich durch das gesamte Buch zieht. Besonders das Setting in Schottland verleiht der Geschichte einen ganz eigenen Charme: rau, mysteriös und stellenweise richtig beklemmend. Genau diese Stimmung passt perfekt zu dem Thriller und sorgt dafür, dass man sich fühlt, als wäre man selbst mitten im Geschehen.

Im Mittelpunkt stehen unter anderem George, Vanessa, Susmita und Toni, die sich während eines Schreibkurses kennenlernen. Doch schnell wird klar, dass niemand dort wirklich offen spielt. Neben den Kursteilnehmern wirkt auch das Hauspersonal verdächtig und man beginnt ständig zu überlegen, wer etwas verheimlicht und wem man überhaupt noch trauen kann. Gerade dieses dauerhafte Misstrauen macht die Geschichte so unglaublich spannend.

Besonders beeindruckt hat mich die psychologische Tiefe der Figuren. Jeder Charakter bringt eigene Geheimnisse, Unsicherheiten und Motive mit, wodurch die Handlung sehr lebendig und authentisch wirkt. Katie Kento schafft es hervorragend, falsche Fährten zu legen und die Leser immer wieder in die Irre zu führen. Ich war mir beim Lesen mehrfach sicher, die Lösung gefunden zu haben – nur damit kurze Zeit später wieder alles anders war.

Die vielen Wendungen sind wirklich grandios gelungen und mit der finalen Auflösung hätte ich niemals gerechnet. Genau das macht für mich einen richtig guten Thriller aus: wenn man bis zuletzt rätselt und trotzdem überrascht wird. Gleichzeitig bleibt die Spannung konstant hoch, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

Für mich ist Missing Page ein atmosphärischer, clever konstruierter Thriller voller Geheimnisse, psychologischer Spannung und überraschender Wendungen. Ein echtes Highlight für alle, die Geschichten lieben, bei denen nichts so ist, wie es zunächst scheint.

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Veröffentlicht am 02.05.2026

Zwischen Märchenzauber und Frauenstimmen – eine Reise in vergangene Zeiten

Die Liga der sagenhaften Frauenzimmer – Der Auftakt
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„Die Liga der sagenhaften Frauenzimmer – Der Auftakt“ entführt von den ersten Seiten an in eine vergangene Epoche, die sprachlich und atmosphärisch eindrucksvoll eingefangen ist. Besonders die an den historischen ...

„Die Liga der sagenhaften Frauenzimmer – Der Auftakt“ entführt von den ersten Seiten an in eine vergangene Epoche, die sprachlich und atmosphärisch eindrucksvoll eingefangen ist. Besonders die an den historischen Ton angelehnte Sprache schafft es, ein authentisches Gefühl für die Zeit zu vermitteln und lässt einen tief in die Handlung eintauchen. Unterstützt wird dieses Erlebnis durch märchenhafte Anklänge, die stellenweise an bekannte Motive erinnern und der Geschichte eine ganz eigene, fast magische Note verleihen.

Die episodische Struktur erweist sich zunächst als ungewohnt, entwickelt jedoch schnell ihren eigenen Reiz. Jede Episode wirkt wie ein kleines Fenster in die Vergangenheit und eröffnet neue Perspektiven auf die Figuren und ihre Lebenswelten. Gerade für das Lesen zwischendurch – etwa am Abend – eignet sich diese Form besonders gut, da man sich bewusst einzelnen Abschnitten widmen kann.

Ein großer Pluspunkt sind die vielfältigen Frauenfiguren, die im Mittelpunkt stehen. Sie sind nicht nur unterschiedlich gezeichnet, sondern spiegeln auch die gesellschaftlichen Einschränkungen ihrer Zeit wider. Trotz gehobener Kreise wird deutlich, dass Frauen häufig eher als Zierde angesehen werden, während Männer zwar galant auftreten, jedoch die Entscheidungen treffen. Umso spannender ist es, die leisen und offenen Formen von Selbstbestimmung zu beobachten. Durch diese Vielfalt fällt es leicht, eine persönliche Verbindung zu einzelnen Figuren aufzubauen – besonders eindrücklich bleibt dabei Charlotte von Ahlefeld, deren dichterische Seite zusätzlich fasziniert.

Auch stilistisch überzeugt der Roman durch lebendige Dialoge und den Einsatz von Dialekten, die das Gefühl verstärken, als stiller Beobachter direkt neben den Figuren zu sitzen. Historische Details, wie gesellschaftliche Entwicklungen und Bewegungen der Zeit, sind stimmig eingebunden und bereichern die Handlung, ohne sie zu überladen.

Der Epilog rundet das Leseerlebnis auf angenehme Weise ab. Die beigefügten Rezepte sind eine schöne Ergänzung und unterstreichen den Bezug zur dargestellten Zeit – besonders die Möglichkeit einer vegetarischen Variante wirkt dabei überraschend modern.

Insgesamt ist dieser Auftakt ein atmosphärisch dichter, stilistisch gelungener Roman, der Geschichte, Märchenelemente und feministische Perspektiven miteinander verbindet. Ein Buch, das neugierig auf die weiteren Entwicklungen macht und dessen Figuren noch lange nachwirken.

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Veröffentlicht am 01.05.2026

Berlin im Kreis erleben – Eine Liebeserklärung an die Ringbahn

Berlin mit der Ringbahn entdecken
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Berlin mit der Ringbahn entdecken“ ist weit mehr als nur ein klassischer Reiseführer – es ist eine Einladung, die Hauptstadt auf eine ganz besondere, beinahe spielerische Art zu erkunden. Die Idee, sich ...

Berlin mit der Ringbahn entdecken“ ist weit mehr als nur ein klassischer Reiseführer – es ist eine Einladung, die Hauptstadt auf eine ganz besondere, beinahe spielerische Art zu erkunden. Die Idee, sich entlang der Ringbahn treiben zu lassen und dabei Station für Station neue Facetten der Stadt zu entdecken, macht dieses Buch zu einem echten Erlebnisbegleiter.

Besonders gelungen ist die Struktur: Jede Station wird übersichtlich präsentiert, oft ergänzt durch einen kleinen Kartenausschnitt, der die Orientierung erleichtert. So verliert man nie den Überblick und kann spontan entscheiden, wo man aussteigen und auf Entdeckungstour gehen möchte. Die zahlreichen farbenfrohen Fotos machen sofort Lust, loszuziehen – selbst Orte, die man vielleicht schon kennt, erscheinen in einem neuen Licht.

Ein Highlight ist die Vielfalt der vorgestellten Orte. Natürlich fehlen bekannte Gegenden wie die Schönhauser Allee nicht, die mit ihrem lebendigen Flair und den vielen Möglichkeiten zum Bummeln und Verweilen überzeugt. Gleichzeitig punktet das Buch aber besonders mit weniger bekannten Strecken und Geheimtipps, die fußläufig von den Ringbahnstationen erreichbar sind. Ob ein Spaziergang durch den Humboldthain, ein Abstecher nach Schöneberg oder kleine versteckte Ecken abseits der üblichen Touristenpfade – hier findet wirklich jeder etwas nach seinem Geschmack.

Was das Buch außerdem auszeichnet, ist seine Flexibilität: Die Touren lassen sich individuell gestalten, je nach Interesse, Zeit und Wetter. Selbst an einem eher grauen, regnerischen Tag bietet es genügend Inspiration für spannende Unternehmungen. Gerade diese Vielseitigkeit macht es zu einem idealen Begleiter für Einheimische wie auch für Besucher.

Durch das handliche Format passt es problemlos in jede Tasche, sodass man es jederzeit griffbereit hat. Insgesamt ist „Berlin mit der Ringbahn entdecken“ ein liebevoll gestalteter, informativer und inspirierender Guide, der zeigt, wie viel es selbst entlang einer scheinbar vertrauten Strecke noch zu entdecken gibt. Ein tolles Buch, das definitiv Lust auf mehr Berlin macht

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Veröffentlicht am 01.05.2026

Zwischen Risiko, Reiz und Reue – ein Spiel, bei dem niemand sauber bleibt

Scars of Phoenix - Vegas Love 1
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Scars of Phoenix – Vegas Love 1 von Yvonne Westphal hat mich vor allem durch seine Atmosphäre gepackt. Dieses Las-Vegas-Setting fühlt sich nicht nur wie Kulisse an, sondern wie ein eigener Charakter: glitzernd, ...

Scars of Phoenix – Vegas Love 1 von Yvonne Westphal hat mich vor allem durch seine Atmosphäre gepackt. Dieses Las-Vegas-Setting fühlt sich nicht nur wie Kulisse an, sondern wie ein eigener Charakter: glitzernd, verführerisch und gleichzeitig gefährlich. Genau darin bewegen sich Scarlett und Phoenix – zwei Figuren, die beide nicht unschuldig sind, aber trotzdem irgendwie nahbar wirken.



Was mir besonders gefallen hat, ist die Dynamik zwischen den beiden. Da ist von Anfang an dieses Knistern spürbar, aber es ist kein einfaches „Romance-Klischee“, sondern eher ein ständiges Abtasten. Vertrauen und Misstrauen liegen extrem nah beieinander, was die Beziehung spannend macht. Gerade weil beide betrügen und ihre eigenen Ziele verfolgen, wirkt jede Annäherung gleichzeitig echt und riskant.



Auch die Handlung bleibt durchgehend in Bewegung. Es geht nicht nur um Liebe, sondern auch um Druck, Schulden, Familie und Überleben. Scarletts Motivation, ihre Schwester zu retten, gibt der Geschichte eine emotionale Tiefe, die viele Entscheidungen nachvollziehbar macht – selbst wenn sie moralisch fragwürdig sind. Gleichzeitig sorgen Mafia, FBI und gescheiterte Deals dafür, dass die Spannung nie wirklich nachlässt.



Der Schreibstil ist modern und flüssig, wodurch man schnell durch die Seiten kommt. Manchmal kann es etwas unübersichtlich werden, gerade bei den vielen Figuren und Perspektiven, aber das hat mich nicht groß gestört. Im Gegenteil: Es passt irgendwie zu diesem chaotischen, riskanten Leben, das die Charaktere führen.



Insgesamt ist Scars of Phoenix – Vegas Love 1 ein spannender Mix aus Romance, Crime und Drama, der vor allem durch seine Stimmung und die komplexe Beziehung der Hauptfiguren überzeugt. Ich bin auf jeden Fall neugierig, wie es weitergeht.

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