Zwischen Herzklopfen, Verantwortung und Teamgeist
Coach - Gegen alle RegelnManchmal erwartet man bei einer Sports Romance vor allem Training, Wettkämpfe und den typischen Konkurrenzkampf – und bekommt stattdessen eine Geschichte, die viel stärker von Emotionen, Nähe und zwischenmenschlichen ...
Manchmal erwartet man bei einer Sports Romance vor allem Training, Wettkämpfe und den typischen Konkurrenzkampf – und bekommt stattdessen eine Geschichte, die viel stärker von Emotionen, Nähe und zwischenmenschlichen Beziehungen lebt. Genau das war hier der Fall. Der Sport ist zwar ein wichtiger Bestandteil der Handlung, steht aber nicht dauerhaft im Mittelpunkt. Viel wichtiger sind die Figuren selbst und die Dynamik zwischen ihnen.
Besonders Ford hat mich überrascht. Er wirkt nach außen oft kontrolliert und stark, gleichzeitig merkt man schnell, wie viel Verantwortung er trägt – nicht nur als Coach, sondern vor allem als Vater. Seine Tochter Joey bringt eine Wärme in die Geschichte, die viele Szenen noch emotionaler macht. Gerade die kleinen Momente zwischen ihr und Milli haben der Handlung etwas Echtes und Familiäres gegeben. Man spürt schnell, wie sehr Joey Milli ins Herz schließt, und genau dadurch fühlt sich die Entwicklung zwischen Ford und Milli noch intensiver an.
Die Beziehung der beiden entwickelt sich langsam, aber glaubwürdig. Das Knistern ist von Anfang an da, trotzdem stehen ihnen immer wieder Unsicherheiten und alte Gefühle im Weg. Vor allem Fords Vergangenheit und seine emotionale Bindung an Sienna sorgen dafür, dass nicht alles sofort einfach wirkt. Dadurch fühlt sich die Geschichte weniger oberflächlich an, sondern eher wie ein vorsichtiges Herantasten zweier Menschen, die beide einiges mit sich herumtragen.
Die Stimmung des Buches schwankt oft zwischen humorvollen, lockeren Szenen und sehr emotionalen Momenten. Genau das macht die Geschichte stellenweise wie eine kleine Achterbahnfahrt. Manche der intimen Szenen waren für meinen Geschmack etwas zu detailliert, trotzdem passen sie zur intensiven Atmosphäre zwischen den Charakteren. Neben der Romance sorgen auch die Konflikte rund um das Team und die Enthüllung um Adrian und die weitergegebenen Informationen nochmal für Spannung. Dieser Twist kam für mich überraschend und hat der Handlung gegen Ende nochmal zusätzlichen Schwung gegeben.
Besonders gelungen fand ich den Abschluss. Der Epilog fühlt sich rund an und gibt den Figuren genau den Abschluss, den man sich nach all den Höhen und Tiefen wünscht. Insgesamt lebt das Buch weniger vom Sport selbst, sondern vielmehr von Emotionen, Vertrauen, Familie und zweiten Chancen – und genau darin liegt für mich auch seine Stärke.