Spannend – aber mit Luft nach oben
Guilty PleasureNachdem ich den Klappentext gelesen hatte, war für mich sofort klar: Dieses Buch muss ich lesen! Die düstere, grausame und zugleich voyeuristische Grundidee hat mich direkt gepackt, sodass ich nicht lange ...
Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, war für mich sofort klar: Dieses Buch muss ich lesen! Die düstere, grausame und zugleich voyeuristische Grundidee hat mich direkt gepackt, sodass ich nicht lange gezögert habe und es mir sofort bestellt habe 😄
Viele Kritikpunkte, die ich in anderen Rezensionen gesehen habe (wie z.B. die derbe Sprache, brutale Szenen oder allgemein die Härte der Themen) konnte ich persönlich nicht nachvollziehen. Im Gegenteil: Ich hätte mir sogar noch mehr Intensität gewünscht. Einige Szenen hätten durchaus das Potenzial gehabt, noch detaillierter und schonungsloser ausgearbeitet zu werden. Aber das ist natürlich Geschmackssache, gerade für Leserinnen wie mich, die gezielt zu härteren Thrillern greifen und die „unschönen“ Seiten der Geschichte schätzen.
Positiv hervorzuheben ist auf jeden Fall der Schreibstil. Das Buch liest sich flüssig und die Beschreibungen sind so lebendig, dass man sich mühelos in die düstere Atmosphäre des Hotels hineinversetzen kann. Die Szenerien wirken greifbar und auch die Figuren nehmen schnell klare Konturen an – ich hatte beim Lesen oft ein sehr konkretes Bild vor Augen.
Ein kleiner Kritikpunkt für mich war jedoch die Perspektive von Jamie. Obwohl ich selbst durchaus nerdige Züge habe, haben sich diese Passagen für mich teilweise etwas gezogen und konnten mich nicht durchgehend fesseln. Zusätzlich hätte ich mir gewünscht, mehr Einblicke in die Livestreams zu bekommen (gerade dieser Aspekt hätte noch intensiver und spannender ausgearbeitet werden können).
Auch die anderen Gäste und ihre jeweiligen „Erlebnisse“ in den Suiten hätten für mich ruhig mehr Raum bekommen dürfen, da hier viel ungenutztes Potenzial liegt.
Das Ende war für mich persönlich leider etwas vorhersehbar. Ich hatte relativ früh eine Vermutung, wer wirklich hinter dem Ganzen steckt und wie bestimmte Figuren miteinander verbunden sind. Dennoch war der Weg dorthin durchaus unterhaltsam. Was ich allerdings etwas unglaubwürdig fand: Dass eine Figur, trotz starker Ähnlichkeit der Namen, nicht erkannt wurde. Das wirkte auf mich ein wenig zu sehr konstruiert.
Insgesamt hat mir das Buch aber gut gefallen. Es bietet eine spannende Grundidee, eine dichte Atmosphäre und einen angenehmen Schreibstil – auch wenn ich persönlich mir stellenweise noch mehr Tiefe, Härte und Ausarbeitung gewünscht hätte.