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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.02.2025

Ein erschütternder Zeitzeugenbericht

Wir, Mädchen in Auschwitz
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In diesem Buch berichten die inzwischen über 80-jährigen Schwestern Andra (1939) und Tatiana Bucci (1937) über ihre Deportation in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau im Jahr 1944. Als Töchter eines ...

In diesem Buch berichten die inzwischen über 80-jährigen Schwestern Andra (1939) und Tatiana Bucci (1937) über ihre Deportation in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau im Jahr 1944. Als Töchter eines Katholiken und einer Jüdin wurden sie in Fiume, dem heutigen Rijeka geboren. Sie verbrachten, getrennt von ihrer Mutter, 9 Monate im Kinderblock des Lagers, bis sie schließlich am 27. Januar 1945 von der Roten Armee befreit wurden. Sie kamen nach Prag in ein Waisenhaus und im März 1946 nach Lingfeld in England. Hier fühlten sie sich sicher, geborgen und beschützt. Über das Rote Kreuz erfuhr ihre Mutter zwischenzeitlich, die ebenfalls überlebt hatte, den Aufenthaltsort ihrer Kinder. Im Dezember 1946 wurden Mutter und Töchter in Rom nach 2 Jahren Trennung wieder zusammengeführt.
Die Autorinnen berichten in einer bewegenden Schreibweise über das Grauen in Auschwitz sowie ihrer Zeit danach. Es ist unvorstellbar, was damals den Juden angetan wurde. Und es sollte für uns alle eine Mahnung sein, ganz besonders in der heutigen Zeit. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 23.02.2025

Auftakt der Krimi-Reihe mit Kajsa Coren

Der Junge, der Rache schwor
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Dieser erste Band der Krimi-Reihe um die norwegische Journalistin Kajsa Coren erzählt von ihrer Recherche zu Gewalt- und Missbrauchsfällen in den Kinderheimen. Dabei stößt sie auf einen Doppelmord, der ...

Dieser erste Band der Krimi-Reihe um die norwegische Journalistin Kajsa Coren erzählt von ihrer Recherche zu Gewalt- und Missbrauchsfällen in den Kinderheimen. Dabei stößt sie auf einen Doppelmord, der damit im Zusammenhang stehen könnte. Kaja beginnt zu recherchieren.
Erzählt wird die Geschichte aus Sicht der Journalistin sowie aus der des Täters. Dabei bleibt die Identität des Mörders jedoch bis zum Schluss im Dunkeln. Und so erfährt der Leser, was sich in den Heimen zugetragen hat.
Während ich durch seine Erzählungen Mitgefühl für den Delinquenten aufbrachte, konnte ich mich mit Kajsa nicht so richtig anfreunden. Einerseits ist sie die überlastete Mutter, die sich von ihrem Ehemann nicht anerkannt fühlt. Andererseits stürzt sie sich bis in die Nacht in ihr Berufsleben und die Familie bleibt im Hintergrund. Kein Wunder, dass es in ihrer Ehe kriselt.
Auch wenn dieser Roman an manchen Stellen etwas langatmig ist, nahm er im letzten Drittel dann an Fahrt auf. Es wurde spannend und interessant. Mit einem angenehmen und unterhaltsamen Schreibstil führt Trude Teige durch die Handlung.
Fazit:
Nachdem mich die beiden Bücher der Autorin "Als Großmutter im Regen tanzte" und "Und Großvater atmete mit den Wellen" begeistert und fasziniert hatten, hatte ich mir von diesem Buch wesentlich mehr erhofft. 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 16.02.2025

Der große Riss durch Panama

Der große Riss
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Erzählt wird die Geschichte rund um den Bau des Panama-Kanals, der im Jahr 1900 nicht nur die Gesellschaft spaltet. Menschen unterschiedlicher Nationen, Gesellschaftsschichten und Hautfarbe treffen hier ...

Erzählt wird die Geschichte rund um den Bau des Panama-Kanals, der im Jahr 1900 nicht nur die Gesellschaft spaltet. Menschen unterschiedlicher Nationen, Gesellschaftsschichten und Hautfarbe treffen hier aufeinander. Da ist die 16-jährige Ada, die aus Barbados nach Panama reist, um Geld für die dringend erforderliche Operation ihrer Schwester Millicent zu verdienen. Hier trifft sie auf Omar, den Sohn des Fischers Franciscos, der sich gegen den Willen seines Vaters am Kanalbau beteiligt. John Oswald ist mit seiner Frau Marian aus Tennessee angereist, um gegen die gefürchtete Malaria anzukämpfen. Der Leser erlebt Reichtum auf Seiten der Amerikaner, aber auch bitterste Armut bei der Bevölkerung.
Bildhaft beschreibt die Autorin das Leben der verschiedensten Menschen, die direkt oder indirekt von dem Großbauprojekt zu betroffen sind. Wir erleben ihre Ängste, Hoffnungen und Träume.
Dieser gründlich recherchierte Roman, durch den Christina Henriquez mit einem ruhigen und dennoch fesselnden Schreibstil führt, hat mich ab der ersten Seite fasziniert. Und so fiel es mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Schließlich musste ich ja unbedingt wissen, was aus den einzelnen Charakteren wurde.
Fazit:
Historisch interessierten Lesern kann ich dieses Buch wärmstens ans Herz legen. 4 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 15.02.2025

Ein Buch, dass nicht einfach so zwischendurch gelesen werden kann

Ginsterburg
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In diesem Buch begleitet der Leser die Einwohner der fiktiven Stadt Ginsterburg durch die Jahre 1935, 1940 und 1945. Die unterschiedlichen Einwohner versuchen 1935 sich mit der Herrschaft der Nazis zu ...

In diesem Buch begleitet der Leser die Einwohner der fiktiven Stadt Ginsterburg durch die Jahre 1935, 1940 und 1945. Die unterschiedlichen Einwohner versuchen 1935 sich mit der Herrschaft der Nazis zu arrangieren oder Profit daraus zu schlagen. Die Zeitsprünge in die Jahre 1940 und 1945 beschreiben die Entwicklung und Veränderung der Menschen. Die Juden sind 1945 geflohen oder haben sich durch Suizid der Deportation entzogen. Profiteure sind Nutznießer. Kritische Stimmen existieren nicht mehr, entweder sie schweigen oder haben die Seiten gewechselt. Und 1945, der Untergang des Städtchens.
Der Autor hat hier ein Gesellschaftsporträt kurz nach dem Beginn bis zum Ende des dritten Reiches entworfen, das zeitweise sehr anstrengend und anspruchsvoll zu lesen ist. Denn es wird eine sehr hohe Konzentration verlangt, da Szenen und Perspektivenwechsel bei den vielen Protagonisten teilweise zu Verwirrung führten und ich einige Male nachschlagen musste, wer denn nochmals wer ist.
Leider konnte mich dieses Buch nicht ganz überzeugen. Die Protagonisten kamen auf mich flach herüber und so konnte ich zu ihnen keinen Zugang finden. Auch war es schwer, mich mit der Schreibweise des Autoren anfreunden. Für meinen Geschmack war er an einigen Stellen einfach viel zu weitschweifig.
Mein Fazit:
Ein Roman, der im Augenblick hochaktuelle Probleme aufzeigt. Mich konnte jedoch die Umsetzung nicht ganz überzeugen, da meiner Meinung nach mehr Potential in dieser Lektüre gewesen wäre.
3 Sterne.

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Veröffentlicht am 14.02.2025

Unterhaltsam

Die Anatomie einer neuen Zeit
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Durch eine neunmonatige Dürre gelingt der als Hexe verurteilten Verena von Pfäffikon im Jahr 1540 die Flucht vor dem Scheiterhaufen. Denn der umliegende Wald und das Dorf brennen. Nach einer dreiwöchentlichen ...

Durch eine neunmonatige Dürre gelingt der als Hexe verurteilten Verena von Pfäffikon im Jahr 1540 die Flucht vor dem Scheiterhaufen. Denn der umliegende Wald und das Dorf brennen. Nach einer dreiwöchentlichen Flucht über die Alpen gelangt sie nach Padua. Verena hat sich als Mann verkleidet und nennt sich nun Johann. Sie erlebt, wie der bedeutende Chirurg und Anatom Andreas Vesal die Leiche eines gehängten Mannes obduziert. Zur gleichen Zeit liegt vor dem anatomischen Theater ein Student im Sterben. Verena und Vesal eilen zu ihm und erkennen, dass er vergiftet wurde. Doch wer sollte einen Studenten vergiften und weshalb? Verena hat es sich in den Kopf gesetzt, der Sache auf den Grund zu gehen.
Angeknüpft an historische Tatsachen erzählt der Autor eine Geschichte, die sich so hätte ereignen können. Denn Andreas Vesal unterrichtete wirklich in Padua Studenten in Medizin und verlegte 1540 seinen Wohnsitz nach Venedig. Dagegen ist die Figur der Verena fiktiv.
Die Geschichte ist sehr unterhaltsam. Leon Morell hat die Verhältnisse des 16. Jahrhunderts mit dem Glaubenseifer und der Inquisition sehr gut recherchiert und zu Papier gebracht. Dadurch war es mir möglich, schnell in die Handlung eintauchen zu können. Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass die Person des Anatoms Vesal detaillierter in Szene gesetzt worden wäre. So blieb mir, als interessierter Leser, nichts anderes übrig, als immer bei Tante Google nachzufragen. Leider kam dann das Ende sehr abrupt und ich hatte das Gefühl, mitten aus der Handlung katapultiert worden zu sein.
Trotzdem hat mir dieses Buch, durch das ein flüssiger Schreibstil führt, abwechslungsreiche Lesestunden bereitet.
3 Sterne und eine Leseempfehlung.

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