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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.09.2023

Erschütternd

Die Violinistin von Auschwitz
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Dieser Roman über die österreichische Violinistin Alma Rosé, die in Auschwitz ein Mädchenorchester ins Leben rief, ist keine leichte Kost. Anhand von Aufzeichnungen hat die Autorin das Leben der Geigerin ...

Dieser Roman über die österreichische Violinistin Alma Rosé, die in Auschwitz ein Mädchenorchester ins Leben rief, ist keine leichte Kost. Anhand von Aufzeichnungen hat die Autorin das Leben der Geigerin perfekt in Szene gesetzt und rekonstruiert. In den zehn Monaten, die Alma in diesem Lager verbracht hat, rettete sie viele ihrer Mädchen durch ihren selbstlosen Einsatz vor dem Gang in die Gaskammern. Es ist ein täglich sich wiederholender Kampf ums Überleben. Denn die SS, voran der berüchtigte „Todesengel“ Dr. Mengele, wartet nur auf Spielfehler von vier vorher an Typhus erkrankten Mädchen während der Aufführung, um sie selektieren zu können.
Es ist eine erschütternde Romanbiografie, die die abgrundtiefe Unmenschlichkeit und den Sadismus in dem Todeslager beschreibt, bei der die meist rauchenden Schornsteine der Krematorien Tag und Nacht ihre Asche verstreuen.
Eindringlich und erschütternd beschreibt Ellie Modwood Almas Anstrengungen, ein Orchester aufzubauen und zu leiten, das hauptsächlich zur Unterhaltung der SS dient und auch einer Stippvisite von SS Obersturmbannführer Adolf Eichmann, dem Organisator der Judentransporte, standhalten soll.
Der Schreibstil ist lebendig und die relevanten Charaktere eindrucksvoll und authentisch beschrieben.
Mein Fazit:
„Die Violinistin von Auschwitz“ ist ein ergreifender und tief bewegender Roman, jedoch nicht leicht zu verdauen. 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 11.09.2023

Sehr spannend und unterhaltsam

Vom Himmel die Sterne
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In diesem Roman, der aus der Sicht von Sallie Kincaid erzählt wird, begeben wir uns an den Anfang des 20. Jahrhunderts. Nach einen von ihr verschuldeten Unfall ihres kleinen Halbbruders Eddie wird Sallie ...

In diesem Roman, der aus der Sicht von Sallie Kincaid erzählt wird, begeben wir uns an den Anfang des 20. Jahrhunderts. Nach einen von ihr verschuldeten Unfall ihres kleinen Halbbruders Eddie wird Sallie zu ihrer Tante aufs Land geschickt, bei der sie ein Leben in Armut verbringt. Erst mit 17 Jahren darf sie nach dem Tod der Stiefmutter wieder in das Große Haus zurückkehren.
Nach dem Tod ihres Vaters, eines angesehenen und wohlhabenden Dukes, will sie sich mit Durchhaltevermögen und starkem Willen in einer von Männern dominierten Welt behaupten. Doch nicht nur innerhalb ihrer Familie trifft sie auf Widerstände, denn die Männer wollen eine Frau als Chefin nicht akzeptieren.
Mit einem flüssigen und mitreißenden Schreibstil führt Jeanette Walls den Leser in die Zeit der Prohibition, in der Selbstjustiz und Rassismus alltäglich waren. Sie beschreibt den Weg eines Mädchens, das vom Vater anerkannt werden wollte und sich zu einer selbstbewussten und starken Frau entwickelte.

Glaubhaft hat die Autorin die verschiedenen Charaktere gezeichnet. Die spannende Handlung überrascht immer wieder durch unvorhersehbare Wendungen, die mich das Buch kaum aus der Hand legen ließen.
Mein Fazit:
Eine fesselnde und sehr berührende Familiensaga, die ich so schnell nicht vergessen werde.
5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 10.09.2023

Wie alles begann

Die junge Wanderhure
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Marie Adler, inzwischen mehrfache Großmutter, ist schwer erkrankt. Von Fieberschüben geschüttelt ist sie kaum in der Lage, etwas bei sich zu behalten. Auch plagen sie schreckliche Alpträume, in der ihre ...

Marie Adler, inzwischen mehrfache Großmutter, ist schwer erkrankt. Von Fieberschüben geschüttelt ist sie kaum in der Lage, etwas bei sich zu behalten. Auch plagen sie schreckliche Alpträume, in der ihre Vergangenheit zur Realität wird. Margarete, ihre Schwiegertochter und Alika, Maries enge Freundin und Vertraute, pflegen sie. Und machen ihr schließlich den Vorschlag, von ihren Erlebnissen als Wanderhure zu erzählen, um so die Dämonen der Vergangenheit zu besiegen. Marie beginnt zu reden.
Und so erfährt der geneigte Leser, was sich in den drei Jahren der Wanderschaft alles ereignete.
Iny Lorentz beschreibt mit einem flüssigen und fesselnden Schreibstil in kurzen Kapiteln das harte und karge Leben von Marie, die mit Hiltrud und der kleinen Linetta von Markt zu Markt zieht, um sich durch das Verkaufen ihres Körpers den Lebensunterhalt zu verdienen. Das Autorenpaar hat die Situation des mittelalterlichen Hurenwesens genaustens recherchiert und nachvollziehbar beschrieben. Dabei stieß mir die anfangs doch sehr vulgäre Ausdrucksweise etwas auf. Doch mit Fortschreiten des Romans, legte sich dieses.
Die verschiedenen Charaktere sind eindrucksvoll und bildhaft dargestellt. Die Handlung ist spannend und unvorhersehbare Wendungen ließen den Bogen immer wieder aufs Neue ansteigen.
4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 07.09.2023

Die Geschichte der ersten Babyklappe

Wie ein Stern in mondloser Nacht
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Dieses Buch erzählt die Geschichte der jungen Hebamme Henni Bartholdy, die in den 50er Jahren die erste Babyklappe aufstellte.
Henni wächst in Berlin in großer Armut in einer Kellerwohnung auf. Ihr kleiner ...

Dieses Buch erzählt die Geschichte der jungen Hebamme Henni Bartholdy, die in den 50er Jahren die erste Babyklappe aufstellte.
Henni wächst in Berlin in großer Armut in einer Kellerwohnung auf. Ihr kleiner Bruder leidet an einer Lungenkrankheit und ihre Mutter putzt bei den Reichen. Obwohl der Aufschwung voran geht, gibt es noch immer bittere Armut. Neugeborene Babys werden getötet oder ausgesetzt, weil die verzweifelten Mütter mit ihnen überfordert sind. Henni lässt sich zu Hebamme ausbilden und arbeitet in einer Klinik. Hier erlebt sie hautnah die Not der Frauen und überlegt, wie sie helfen kann. Denn auch in ihrer Nachbarschaft gibt es eine schwangere Frau, die ihr Kind auf keinen Fall behalten will. Henni kommt auf die Idee, eine Apfelsinenkiste in ihrem Hinterhof aufzustellen, damit dort die Frauen ihre unerwünschten Babys anonym ablegen können, Und tatsächlich liegt eines nachts ein Baby darin.
Marie Sand hat mit diesem Roman ein noch immer aktuelles Thema aufgegriffen. Mit einem angenehm zu lesenden Schreibstil erzählt sie die Geschichte von Henni Bartholdy, die den Sinn ihres Lebens darin sieht,
unerwünschten Kindern eine Chance zu geben. Und sie beschreibt die große Liebe zu dem Arzt Ed von Rothenburg. Nachvollziehbar und authentisch sind die verschiedenen Charaktere gezeichnet. Die fesselnde Handlung mit ihren unvorhersehbaren Wendungen ließ mich das Buch nur widerwillig aus der Hand legen. Denn schließlich wollte ich ja unbedingt wissen, wie es weiter geht. Sehr gerne empfehle ich es weiter und vergebe 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 05.09.2023

Fesselnder Einstieg in die Milchhof-Trilogie

Der Milchhof – Das Rauschen der Brandung
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In diesem ersten Band der Familien-Saga um die familieneigene Landmolkerei an der Nordseeküste begleitet der Leser die junge Lina in den Jahren 1890 bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges 1914.
Es ist ...

In diesem ersten Band der Familien-Saga um die familieneigene Landmolkerei an der Nordseeküste begleitet der Leser die junge Lina in den Jahren 1890 bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges 1914.
Es ist keine Liebesheirat, als Lina Thees Bleeker ehelicht, sondern es geschieht auf Wunsch des Vaters, damit eine Privatmolkerei gegründet werden kann. Als der junge Derk Voigt als Obermeier eingestellt wird, ist es für beide Liebe auf den ersten Blick. Beide wissen jedoch, dass diese Liebe niemals gelebt werden kann.
Es folgen für Lina harte Jahre, in denen sie Schicksalsschläge hinnehmen und immer wieder um den Erhalt der Molkerei kämpfen muss. Durch Derk, der ihr beruflich zur Seite steht, kann sie den Milchhof modernisieren und allen Widerständen trotzen. Doch dann bricht der erste Weltkrieg aus und alle Männer müssen an die Front.
Dieser Roman hat mich bereits ab der ersten Seite in seinen Bann gezogen. Die Handlung ist fesselnd und unvorhersehbare Wendungen halten den Spannungspegel konstant auf einem hohen Level. Die Protagonisten sind ausdrucksstark und bildhaft beschrieben. Die Autorin führt mit einem feinfühligen und leichten Schreibstil durch dieses sehr gut recherchierte Buch.
Mein Fazit:
Ein wundervoller Auftakt der Reihe, deren Fortsetzung ich schon jetzt entgegenfiebere. 4 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

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