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Veröffentlicht am 06.07.2025

Alte Freundschaften, alte Geheimnisse und die Suche nach der Wahrheit

Eine von uns
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In „Eine von uns“ entführt uns die Autorin Samantha Hayes in die Welt einer alten Vierer-Mädchen-Clique, deren Vergangenheit durch ein düsteres Geheimnis überschattet wird, das in der Gegenwart nach Aufklärung ...

In „Eine von uns“ entführt uns die Autorin Samantha Hayes in die Welt einer alten Vierer-Mädchen-Clique, deren Vergangenheit durch ein düsteres Geheimnis überschattet wird, das in der Gegenwart nach Aufklärung schreit.

Um was geht es?
Gina kehrt mit ihrer Familie in ihre Heimatstadt zurück. Denn ihr Haus ist abgebrannt und ihre erfolgreiche Freundin aus Jugendtagen, Annie, die sich gerade auf Reisen befindet, überlässt ihr kostenlos ihr frisch renoviertes Haus für einige Wochen. Gina kann ihr Glück kaum fassen. Trotzdem verbindet sie mit ihrer Heimat nicht nur schöne, sondern auch schreckliche Erinnerungen. Als Annies Haushälterin Mary vor der Tür steht und täglich ihrer Arbeit nachgeht, beschleicht Gina zunehmend ein ungutes Gefühl. Sie fühlt sich beobachtet, bedroht und verfolgt. Ist Mary der Grund oder ist es das uralte Geheimnis – jene schicksalhafte Nacht vor so vielen Jahren, als aus den vier Freundinnen drei wurden?

Protagonistin des Buches ist die junge Mutter Gina. Verstört und gestresst davon, dass das Zuhause ihrer Familie in Flammen aufgegangen ist, versucht sie in ihrer alten Heimatstadt zur Ruhe zu kommen. Gina ist ein ambivalenter Charakter. Zum einen scheint sie ein gutes Radar für Gefahr zu haben, sie fühlt sich aber auch schnell bedroht und ihre Ängste wirken zeitweise regelrecht übertrieben und nicht nachvollziehbar. Zum anderen ist sie schon fast zu nett und erschreckend naiv, sodass man sie als Leser nur schütteln und „Wach auf“ schreien möchte. Die zweite Protagonistin ist die Haushälterin Mary, die zwar nett wirkt, aber die nicht ehrlich ist und von der man als Leser von Anfang an fürchtet, dass sie nichts Gutes im Schilde führt. Sie ist zielgerichtet und eine sehr gute Schauspielerin: nach Außen nett, nach Innen voller Hass und Rachegedanken. Die Interaktionen der beiden mit den Nebencharakteren und deren Reaktionen darauf sind unglaublich interessant, denn dadurch entstehen mehr oder minder große unterschwellige Spannungen, die die Geschichte vorantreiben.

Das Buch liest sich schnell und flüssig und weist angenehm kurze Kapitel auf. Die Kapitel sind aus den Perspektiven der beiden Protagonistinnen Gina und Mary verfasst – immer wieder unterbrochen durch Rückblenden in die Vergangenheit. Das macht das Buch unglaublich dynamisch und der Leser hat einfach Lust, immer weiterzulesen. Nach und nach wird dem Leser so die ganze Geschichte und ihre Tragik offenbart. Weite Teile des Buches haben mir außerordentlich gut gefallen, doch im letzten Viertel hätte man alles wesentlich schneller auflösen können. Es gab so viele Hinweise, die Gina gar nicht übersehen konnte. Das hat mich tatsächlich etwas gestört und mir kam das Buch dadurch künstlich in die Länge gezogen vor. Deswegen gibt es von mir auch nur 4 Sterne anstatt der ursprünglich angedachten 5 Sterne.

Fazit:
„Eine von uns“ ist ein spannender, düsterer Thriller, dessen Plot durch ein schlimmes Ereignis in der Vergangenheit geprägt ist, das an die Oberfläche drängt. Durch die kurzen Kapitel und die Rückblenden wird einem die spannende Story häppchenweise serviert und man rast in weiten Teilen förmlich durch das Buch. Das letzte Viertel ist allerdings etwas langatmig. Trotz vieler überraschender Wendungen ist die komplette Story in sich stimmig. Ich kann das Buch Thriller-Fans nur empfehlen 😊

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Veröffentlicht am 17.06.2025

Was würdest Du tun, wenn Du weißt, wann und wie Du stirbst?

Vorsehung
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Im Roman „Vorsehung“ von Liane Moriarty bringt eine alte Dame namens Cherry die Leben zahlreicher Passagiere eines Fluges mit ihren Todesvorhersagen aus dem Gleichgewicht.

Um was geht es?
Eine alte Dame ...

Im Roman „Vorsehung“ von Liane Moriarty bringt eine alte Dame namens Cherry die Leben zahlreicher Passagiere eines Fluges mit ihren Todesvorhersagen aus dem Gleichgewicht.

Um was geht es?
Eine alte Dame befindet sich auf einem stark verspäteten Flug Richtung Sydney. Die Stimmung an Bord ist aufgrund der Verspätung angespannt. Plötzlich steht die alte Dame auf und geht von Passagier zu Passagier. Mit den Worten „Ich erwarte …“ prophezeit sie jedem Fluggast das persönliche Todesdatum und die Todesursache. Die Passagiere sind geschockt und sprachlos zugleich. Sind diese Prophezeiungen ernst zu nehmen? Wird sich das Leben der Fluggäste aufgrund dieser Vorhersagen verändern? Und wer ist die alte Dame?

In diesem Buch verfolgen wir nach der Landung des Fluges eine Vielzahl unterschiedlicher Passagiere und beobachten, wie sich die jeweilige Prophezeiung auf deren Leben auswirkt. Hauptperson des Romans dürfte die „alte Dame“ – Cherry Lockwood – sein. Wir lernen im Verlauf des Buches ihre komplette Lebensgeschichte kennen, ihre Männer, ihre Schicksalsschläge, ihre Karriere und verstehen so nach und nach, wie sie zur „Wahrsagerin“ wurde. Doch auch zahlreiche andere Charaktere begleiten uns auf unserer Reise durch das Buch und wir beobachten als Leser, welchen Einfluss die Prophezeiung auf deren Leben nimmt oder auch nicht. Da ist die junge Mutter Paula, die bereits unter Angststörungen leidet, die sich nun wieder verstärken. Der Bauingenieur und Workaholic Leo, der bei einem Arbeitsunfall sterben soll. Ethan, der durch eine Schlägerei sein Ende finden soll und viele mehr. Es ist unglaublich interessant, den Verlauf ihrer Lebensgeschichten und Reaktionen auf gewisse „Nachrichten“ zu verfolgen.

Der Roman liest sich angenehmen und flüssig. Aufgrund der vielen kurzen Kapitel, die uns abwechselnd durch einzelne Lebensgeschichten begleiten, ist das Buch unglaublich vielseitig und spannend. Dabei reden wir nicht von einer klassischen Krimispannung, sondern eher der Voyeurismus, der den Leser vorantreibt, da er wissen will, wie es bei diesem oder jenem Charakter weitergeht. Die Kapitel sind kurz, was ich persönlich sehr schätze. Schwierig fand ich zu Beginn des Buches die vielen Namen und Daten. Da habe ich mir einen Notizzettel und Stift geschnappt, was ich jedem Leser nur empfehlen kann. Die einzelnen Charaktere sind aber so klar beschrieben, dass man schnell ein Bild von ihnen vor Augen hat und deswegen die „Gedächtnisstütze“ in Form des eigenen Personenverzeichnisses nicht mehr benötigt. Durch die verschiedenen Charaktere in unterschiedlichen Altersstufen mit immer anderen „Problemen“ ist das Buch auch unglaublich abwechslungsreich.

Mich selbst hat der Roman sehr nachdenklich gestimmt. Wie würde ich wohl auf so eine Prophezeiung reagieren? Das Buch hat noch lange bei mir nachgewirkt und zumindest bei mir persönlich einige vermeintlich immer wichtige Dinge wieder an den richtigen Platz gerückt. Aber das ist von der Person des Lesers abhängig. Auf jeden Fall hat mich das Buch berührt, zum Lachen und zum Weinen gebracht, nachdenklich gestimmt und vieles mehr.

Fazit:
„Vorsehung“ ist ein etwas anderer Roman, der sich damit beschäftigt, wie eine Todesprophezeiung sich auf unterschiedliche Leben auswirkt. Man begleitet also vor allem unterschiedliche Lebensgeschichten, fiebert mit den Charakteren mit und stellt sich vielleicht selbst die eine oder andere Frage nach der Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns. Wem so etwas gefällt, wird dieses Buch lieben. Ich kann es auf jeden Fall nur weiterempfehlen. Fünf von fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 25.05.2025

Die dunklen Seiten des Paradieses

The Island - Auf der Flucht
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In „The Island – Auf der Flucht“ entführt uns Nicola Martin auf eine luxuriöse Urlaubsinsel, die von dunklen Machenschaften und seltsamen Todesfällen überschattet wird.

Um was geht es?
Lola – Hotelmanagerin ...

In „The Island – Auf der Flucht“ entführt uns Nicola Martin auf eine luxuriöse Urlaubsinsel, die von dunklen Machenschaften und seltsamen Todesfällen überschattet wird.

Um was geht es?
Lola – Hotelmanagerin aus Hongkong – muss weg. Egal wohin. Denn ein Blutbad an ihrem ehemaligen Arbeitsplatz lässt sie keine ruhige Minute mehr finden. Da kommt ihr das Angebot ihres alten Kollegen Mike Moxham, den sie aus Hongkong kennt, ganz gelegen. Stellvertretende Ressort-Managerin auf Keeper Island – der luxuriösen Ferieninsel des Milliardärs Kip Clement. Kaum angekommen, treibt Moxham tot im Meer. Ein Unfall? Lola möchte dies nicht glauben und beginnt zu ermitteln, Und schon bald erkennt sie, wie viel Lug, Betrug und dunkle Geheimnisse hinter dem schönen Schein stecken – nicht nur bei den reichen Gästen, sondern auch bei den Angestellten.

Protagonistin ist Hotelmanagerin Lola, die völlig verstört auf der Insel Keeper Island ankommt. Sie ist entsetzt, was ihr Freund bereit ist aus Liebe für sie zu tun und das, obwohl sie selbst eine Person ist, die aus Liebe zu ihrer Familie, ihre eigenen Wünsche und Träume zurückstellt. Trotzdem ist sie ein Mensch mit Gewissen und einem hohen Ehrenkodex. Sie möchte nicht erpresserisch tätig sein oder ihre eigenen Überzeugungen verraten, nur um ihre Ziele zu erreichen. Vermutlich schließt man sie deshalb als Leser schnell ins Herz und möchte sie bei manch gefährlicher Aktion am liebsten zurückhalten. Auf Keeper Island trifft sie im Kollegen- und illustren Gästekreis auf die unterschiedlichsten Charaktere, mit unterschiedlichen Ansichten bis hin zur absoluten Gewissenlosigkeit. Es macht Spaß zu beobachten, wie die Interaktion mit diesen Charakteren Lolas Überzeugungen ins Wanken bringen und sie sich an der einen oder anderen Stelle innerlich weiterentwickelt.

Das Buch liest sich angenehm und flüssig, ist verständlich geschrieben und man rast nur so durch. Mir hat es sehr viel Lesefreude bereitet, auch wenn ich mir gewünscht hätte, es an einem Traumstrand im Urlaub zu lesen. Trotz all der Spannung und der düsteren Entwicklungen, hat sich dieser Thriller nämlich ein bisschen wie ein Kurzurlaub angefühlt. Und ich weiß, das klingt verrückt 😉 Einzig der Epilog hat meine Lesefreude ein wenig getrübt. Diesen hätte es für mich nicht gebraucht. Soll das ein Cliffhanger auf „The Island 2“ sein? Soll uns das sagen, dass noch mehr hinter Moxhams Tod steckt als nach Abschluss des Buches bekannt ist? Für mich persönlich war der Epilog tatsächlich unnötig und hat meinen Gesamteindruck zum Buch leider negativ beeinflusst. Sehr schade ☹

Fazit:
Der Thriller ist mal wieder etwas anderes, was sicher auch an dem ungewöhnlichen Setting liegt – einem Luxus-Urlaubsressort mit ungewöhnlichen, steinreichen, teils skrupellosen Gästen, aber auch nur bedingt charakterlich besseren Mitarbeitern. Mir hat es großen Spaß gemacht, mit Lola „zu ermitteln“. Da war Lesespannung garantiert. Lediglich der Epilog am Ende war für mich überflüssig und hat die Lesefreude etwas getrübt.

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Veröffentlicht am 10.05.2025

Ein Roadtrip der etwas anderen Art

Killer Potential
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In ihrem Debüt-Thriller „Killer Potential“ nimmt uns Hannah Deitch mit auf einen rasanten Roadtrip voller düsterer Geheimnisse, unvorhersehbaren Wendungen und psychischen Verwicklungen. Spannend, manchmal ...

In ihrem Debüt-Thriller „Killer Potential“ nimmt uns Hannah Deitch mit auf einen rasanten Roadtrip voller düsterer Geheimnisse, unvorhersehbaren Wendungen und psychischen Verwicklungen. Spannend, manchmal verwirrend und irgendwie anders.

Um was geht es?
Evie Gordon arbeitet als SAT-Tutorin für reiche Kinder in Los Angeles. Unter anderem ist sie für die Victors tätig, deren Tochter Serena sie unterrichtet. Als sie eines Tages zur Arbeit kommt, scheint das Haus verlassen – bis sie im Garten über die Leichen von Dinah und Peter Victor, Serenas Eltern, stolpert. Völlig aufgewühlt kehrt sie ins Haus zurück. Noch während sie überlegt, was als nächstes zu tun ist, hört sie seltsame Geräusche. Als sie diesen folgt, entdeckt sie unter der Treppe eine schmutzige, gefesselte Frau: Jae. Evie befreit die Gefangene, als plötzlich Serena in der Tür steht. In einer Kurzschlussreaktion schlägt Evie ihre Schülerin nieder und begibt sich mit Jae auf eine kopflose Flucht quer durch die USA – denn die beiden Frauen werden als kaltblütige Mörderinnen gejagt.

Protagonistin ist Evie Gordon, hochintelligent und dank Stipendien auf Elite-Universitäten bestens ausgebildet, bewegt sie sich unter den Reichen, als würde sie selbst dazugehören. Deswegen frustriert es sie umso mehr, dass sie es bis jetzt in ihrem Leben nur zur SAT-Tutorin gebracht hat. Sie sehnt sich nach Reichtum, Glamour, Abenteuer. Einen Hauch davon erhält sie durch das Unterrichten in den Häusern der Reichen und Schönen und gleichzeitig ist da immer dieses unterschwellige „Auch-Haben-Will“. Evie wirkt dadurch innerlich zerrissen und orientierungslos. Besonders durch ihre Flucht mit Jae kommt das immer mehr ans Licht. Jae ist sehr intelligent, leidet aber darunter, dass sie keine „Finanzintelligenz“ besitzt und deswegen in „schwierige“ Situationen gerät. Sie ist als Person nie richtig greifbar, verbirgt viel und doch scheint Evie durch ihre leicht naive Art, Stück für Stück Jaes Geheimnisse aufzudecken. Die beiden bilden ein ungewöhnliches Paar, das sich nach und nach anfreundet, während sie zeitgleich gemeinsam auf einen Abgrund zusteuern.

Das Buch weist einen für einen Thriller ungewöhnlichen Schreibstil auf. Man fühlt sich beim Lesen mehr auf einem völlig durchgeknallten Roadtrip als in einem düsteren Thriller. Gleichzeitig werden aber auch die dunklen Geheimnisse und Lebensgeschichten von Evie und Jae Schritt für Schritt enthüllt. Es ist eine interessante Mischung, die dem Leser mal etwas anderes bietet. Obwohl ich diese Andersartigkeit sehr geschätzt habe, ist für mich ab der Hälfte des Buches die Spannung immer mehr abgeflacht. Die überraschenden Wendungen waren für mich im Leseverlauf immer weniger plausibel und haben bei mir das Gefühl hervorgerufen, dass einfach etwas Besonderes für den Leser her musste. Vor allem gegen Ende des Buches war das Verhalten von Evie für mich nicht mehr schlüssig und hat mich als Leser unbefriedigt zurückgelassen.

Fazit:
Der Thriller ist mal etwas anderes und sorgt deshalb für Lesespaß. Leider hat die Spannung ab der Hälfte kontinuierlich nachgelassen und die Wendungen und Verhaltensweisen wurden für mich immer weniger nachvollziehbar. Das Buch ist also nett zu lesen und gute Unterhaltung, aber kein Must-Read für Thrillerfans.

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Veröffentlicht am 19.04.2025

Wenn dunkle Geheimnisse an die Oberfläche dringen

Die Yacht
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In ihrem dritten Psychothriller „Die Yacht“ entführt uns Sarah Goodwin zusammen mit einer Gruppe alter Studienfreunde aufs Meer. Dunkle Geheimnisse, soziale Unterschiede und daraus resultierende eskalierende ...

In ihrem dritten Psychothriller „Die Yacht“ entführt uns Sarah Goodwin zusammen mit einer Gruppe alter Studienfreunde aufs Meer. Dunkle Geheimnisse, soziale Unterschiede und daraus resultierende eskalierende Konflikte sorgen für beklemmende Spannung.

Um was geht es?
Hannah ist zur exklusiven Silvesterparty ihrer reichen Freundin Libby und deren Ehemann eingeladen – in einem italienischen Hafen auf einer Luxusyacht. Dort möchte die alte Freundesclique aus Studientagen zusammen mit ihren Partnern gemeinsam ins neue Jahr starten. Schnell entwickeln sich durch die sozialen Unterschiede und den exzessiven Alkohol- und Drogenkonsum erste Konflikte. Hannah ist froh, dass sie die Yacht am nächsten Tag wieder verlassen kann. Doch sie erlebt eine böse Überraschung. Am nächsten Morgen treibt das Schiff im offenen Meer, ohne die Chance Hilfe zu rufen oder zurück in den Hafen zu navigieren. Die Nerven liegen blank und das Drama nimmt seinen Lauf.

Protagonistin des Buches ist Hannah, ehemals Künstlerin, die es aber im Vergleich zu ihren Freunden nicht geschafft hat, reich und berühmt zu werden. Sie arbeitet in einem Callcenter, ist unzufrieden mit ihrem Leben, hat Bindungsängste und fühlt sich klein und unscheinbar. Trotzdem meistert sie ihr Leben und MUSS aufgrund ihrer Lebenssituation pragmatisch sein. Sie ist ein wenig zu gut für diese Welt und sucht die Schuld bei Konflikten immer zuerst bei sich selbst, statt bei anderen. Umso schlimmer, dass sie Silvester mit ihren reichen Freunden verbringt, bei denen sie sich noch minderwertiger fühlt und die sie teils unverhohlen mobben. Die Nebencharaktere, allesamt reich und berühmt, sind charakterlich das genaue Gegenteil von Hannah. Zum Großteil sind sie arrogant und denken, dass sich die Welt nur um sie dreht und sich alles nach ihrem Willen richten muss. Die berechnende Libby und ihr adeliger Mann Olly, die immer etwas ätherisch und abwesend wirkende Maggie mit ihrem arroganten, frauenverachtenden Verlobten Leon. Das bietet viel Konfliktpotenzial untereinander. Da passt der hippe, nette Künstler Harry nur schwer ins Bild.

Sarah Goodwin schafft es, durch ihren unverkennbaren Schreibstil sehr schnell ein beklemmendes Gefühl beim Leser aufzubauen. Die unterschwellige bedrohliche Stimmung zieht sich durch das gesamte Buch, brandet mal auf und ebbt wieder etwas ab – ist aber immer vorhanden. Dazu passt auch die von der Autorin gewählte Location perfekt: das einsam treibende Luxus-Schiff ohne Kontakt zur Außenwelt und mit minimalen Vorräten. Die durch die Notlage entstehenden Konflikte werden durch die sozialen Unterschiede noch verstärkt, die Sarah Goodwin durch die überspitzt dargestellten Charaktere noch stärker herausarbeitet. Da ist zum einen Hannah, die einfach nur zu gut für diese Welt ist und es allen recht machen will. Demgegenüber stehen die Reichen und Schönen, die eine große Portion Egoismus an den Tag legen und ihr Wohl über das der anderen stellen. Das Buch selbst hat mir viele spannende Lesestunden beschert bis hin zu dem überraschenden, aber plausiblen Ende.

Fazit:
Wer gerne Bücher liest, die etwas düster sind und sich mit sozialen Unterschieden und den daraus entstehenden Spannungsfeldern und Konflikten beschäftigen möchte, wird bei „Die Yacht“ voll auf seine Kosten kommen. Es ist ein typischer Sarah Goodwin und vom Stil unverkennbar. Mir persönlich hat dieses Buch besser gefallen als „Das Resort“, an „Stranded – Die Insel“ kommt es für mich nicht heran. Leser, die klassische Ermittlungsarbeit oder haarsträubende Action bevorzugen, sollten lieber die Finger von dem Buch lassen.

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